Amparanoia Biographie
Amparo Sánchez ist ein wahres Energiebündel, ein schillernder Paradiesvogel, eine Powerfrau, eine musikalische Globetrotterin und Weltverbesserin mit Herz. Mit ihrer Band Amparanoia ist die kleine Spanierin in den letzten Jahren zur heimlichen Königin der Mestizo-Musik avanciert, jener weltläufigen Popmusik, die auch Manu Chao zum international gefeierten Superstar gemacht hat. Mit „Rebeldía con Alegria“ veröffentlicht die 34-jährige Künstlerin eine Werkschau, auf der sich ihre unterschiedlichen musikalischen Temperamente prachtvoll entfalten. Wortgewandt und mit unbändiger Lust auf immer neue musikalische Fusionen offeriert die leidenschaftliche Musikerin, die Billie Holiday zu ihrer Schutzheiligen auserkoren hat, eine brisante Mixtur aus mexikanischen Rancheras und kubanischen Boleros, aus Rumba, Rock, Reggae und Folklore des Balkans. Mit unbändiger Experimentierlust haben Amparanoia ihren künstlerischen Horizont mit jeder Veröffentlichung erweitert, bis hin zum im letzten Jahr veröffentlichten Album „Enchilao“, auf dem die Songs mit Dub und elektronischen Einflüssen verziert wurden und so ein besonders atmosphärisches Flair verbreiteten. Das ist zeitgenössische Weltmusik auf höchstem Niveau und auch die jüngste Zusammenarbeit mit Calexico, „Don’t Leave Me Now“, dürfte die internationale Reputation der quirligen Andalusierin und ihrer Band steigern.
0 „Rebeldía con Alegria“ offenbart mit seinen 16 Songs die enorme stilistische Bandbreite von Amparanoia, die für nahezu jedes Albumprojekt von Amparo Sánchez neu formiert wurde und auf der sich auch stets illustre Gäste aus der Mestizo-Szene einfanden. Schon frühe Songs aus dem Jahr 1997 wie „En la noche“ mit einem herrlichen Tex-Mex-Intermezzo und „Buen Rollito“ (das später unter dem Titel „Welcome To Tijuana“ auch von Manu Chao aufgenommen wurde) demonstrieren, wie mitreißend Amparanoia ihre hybriden Stilmixturen von Beginn an zu inszenieren wussten. Songs wie „Somos Viento“ zelebrieren Lebensfreude und animieren unweigerlich zum Tanz. Das gilt auch für erstklassige Salsas wie „Hacer Dinero“ und „Ella Baila Bembe“, sowie für das von Zigeunermusik beeinflusste „La Fiesta“. Eine wunderbare Interpretation des kubanischen Klassikers „Dos Gardenias“ (übrigens die einzige Coverversion des Albums) und das tangoeske „Don’t Leave Me Now“ spiegeln hingegen Amparanoias sinnlichere Seite wider. Auf „Trabajar“ kokettiert die Band mit brasilianischem Bossa-Nova, „Pregonando“ ist schon fast Weltmusik als reine Improvisation. Und mit „Dolor, Dolor“ gelang der Band ein Dauerbrenner des Herzens. So schön kann Schmerz sein, so vielseitig die Odyssee dieser passionierten World-Pop-Mestizen.
Amparo widmet sich bereits die Hälfte ihres Lebens mit Leib und Seele der Musik. Die Andalusierin mit den feurig dunklen Augen begann ihre turbulente musikalische Karriere Mitte der Achtziger in Granada. Bereits mit 16 Jahren gründete sie in dem beschaulichen Städtchen, das ebenso wie die spätere Karriere der Spanierin von einem „Clash of the Cultures“ geprägt ist, ihre erste Band. Mit den Correcaminos spielte sie Blues, Jazz, Rock’n’Roll und Soul. In den nächsten Jahren avancierte Amparo zur populärsten Sängerin der Region und war Stammgast etlicher Festivals in Spanien. Lee Brillaux von Dr. Feelgood war so begeistert von Amparo, dass er zu ihr sagte: „Du bist zwar weiß, aber du hast die Seele einer Schwarzen. Hör ja nie auf zu singen.“
In Granada fühlte sich Amparo irgendwann zu sehr eingeengt. So zog sie 1993 nach Madrid, gründete mit Amparo & The Gang eine neue Band und nahm mit dieser ihr erstes Album auf: „Haces Bien“. Kurz nach der Veröffentlichung machte das Label La Fábrica Magnética dicht und die Band ging bald getrennte Wege. Amparo lebte für eine Weile in Casablanca. Nach ihrer Rückkehr nach Madrid ließ sie sich im dortigen Künstlerviertel Malasaña nieder und tat sich mit dem Gitarristen Robert Johnson zusammen, mit dem sie in zahlreichen Clubs spielte. Das Repertoire reichte von Blues über Reggae und Ranchera bis Rock. „Fast ein ganzes Jahr lang spielten wir jedes Wochenende an zwei Orten, mindestens vier Mal. Das war eine Erfahrung, die ich schon immer ausleben wollte, genau wie Billie Holiday.“ Für eine Tournee durch Spanien und Frankreich rief sie die Gruppe Ampáranos del Blues ins Leben und blieb danach für längere Zeit in Marseille.
Zu einer entscheidenden Wende in ihrer Karriere kam es durch die Begegnung mit Manu Chao, der sich mit seinem Straßenmusikerkollektiv Radio Bemba ebenfalls in Madrid niedergelassen hatte. Viele Nächte verbrachten die beiden in den örtlichen Clubs, gaben Konzerte und tauschten Ideen aus. „Manu ist der Mensch, der mich am meisten inspiriert und mir einen Weg für Amparanoia aufgezeigt hat“, sagt Amparo rückblickend. Als sie 1996 Amparanoia gründete, hatte sie schon eine klare Vorstellung, wie die neu formierte Band klingen sollte. Auf dem 1997 veröffentlichten Debütalbum „El Poder de Machin“ (Machin ist ein besonders in Spanien beliebter, legendärer kubanischer Bolero-Sänger) überzeugte die kunterbunte Stilmixtur mit dem lateinamerikanischen Flair auf ganzer Linie.
Bereits ein Jahr später folgte mit „Feria Furiosa“ das nächste Album. Diesmal hatte Amparo sich besonders von baskischer Punkmusik beeinflussen lassen und verlieh ihrem Mestizo-Sound so einen noch wilderen Anstrich. Erneut waren neben ihren Bandmusikern zahlreiche Gäste bei den Aufnahmen zugegen, darunter Manu Chao, Fermin Muguruza sowie Musiker von Ojos de Brujo, Dusminguet und Radio Bemba. Nach einer an den Kräften zehrenden Tournee löste Amparo jedoch die Band auf und widmete sich anderen Projekten. Ende 1999 ließ Amparo ihre Band in einer schlankeren Besetzung wieder aufleben. Auf der im Jahr 2000 erschienenen EP „LlámameMañana“ zog es sie wieder mehr zu Funk und Reggae hin, womit sie nun auch erstmals großen Erfolg in Italien hatte.
Am Ende des Jahres 2000 reiste Amparo nach Mexiko und engagierte sich dort für die Zapatisten. Die Begegnung mit Subcomandante Marcos hinterließ einen prägenden Eindruck. Ihrem politischen Engagement verlieh sie nicht nur Ausdruck mit einer viel beachteten Photoausstellung, die sie gemeinsam mit der Photographin Yuriria Pantoja organisierte, sondern auch mit einer Tournee durch Spanien, während der sie Spendengelder für die Zapatisten sammelte: Dem Soundsystem La Realidad schlossen sich neben Amparo zahlreiche befreundete Musiker an. In dieser Zeit entstanden viele Ideen zum nächsten Album von Amparanoia: „Somos Viento“ (2001), das bis dato sozial und politisch engagierteste Werk der Band, auf dem auch erstmals die Musik des Balkans integriert wurde. Die Reaktionen auf die anschließende Tournee waren phänomenal und festigten den Ruf von Amparanoia als einer der zugkräftigsten Mestizo-Rockbands.
Gegen Ende des Jahres 2002 zog sich Amparo mit Eldys Isak Vega alias Muñeco in die Berge von Guadalix de la Sierra zurück, um dort das neue Album „Enchilao“ vorzubereiten, mit dem einmal mehr die stilistische Innovation vorangetrieben wurde. Einerseits war der Sound des Albums stärker denn je von kubanischer Musik geprägt, andererseits präsentierten Amparanoia ihre Songs mit tatkräftiger Unterstützung von Toningenieur Tim Young (Massive Attack) in einem stark elektronischen Gewand. Bei ihren anschließenden Live-Auftritten, unter anderem auf der Popkomm 2003 in Köln, war davon kaum mehr etwas zu spüren. Live verwandeln Amparanoia jeden Ort in eine wahre Fiesta-Orgie. Das bewiesen auch jüngst die gemeinsamen Konzerte mit Calexico und der niederländischen Bossa-Nova-Truppe Zuco 103. Und das wird sicherlich auch bei den kommenden Auftritten der Fall sein.
Amparanoia sind derzeit unter dem Motto „Caravane Tour 2Mil4“ europaweit für Festivals gemeldet, darunter Lowlands, Roskilde, die Rock in Rio Version in Lissabon und das Soma-Festival in Köln. Begleitet wird Amparo Sanchez von Eldys Isak Vega (drums, percussion), ihrem langjährigen Co-Autoren und -Produzenten, sowie von José Alberto Vaona (Trompete), Carmen Niño (Bass), Jairo Zavala (Gitarre), Caridad Borges (Keyboards), Vesco Kountchev (Violine) und Namsan Fong (Tres, Gitarre). Wer es in diesem Jahr auf keines der Festivals schafft, der kann sich die Fiesta à la Amparanoia mit „Rebeldía con Alegria“ ins eigene Heim holen. Einen überzeugenderen Beweis für die Kraft und die Herrlichkeit des Mestizo kann es kaum geben.
0 „Rebeldía con Alegria“ offenbart mit seinen 16 Songs die enorme stilistische Bandbreite von Amparanoia, die für nahezu jedes Albumprojekt von Amparo Sánchez neu formiert wurde und auf der sich auch stets illustre Gäste aus der Mestizo-Szene einfanden. Schon frühe Songs aus dem Jahr 1997 wie „En la noche“ mit einem herrlichen Tex-Mex-Intermezzo und „Buen Rollito“ (das später unter dem Titel „Welcome To Tijuana“ auch von Manu Chao aufgenommen wurde) demonstrieren, wie mitreißend Amparanoia ihre hybriden Stilmixturen von Beginn an zu inszenieren wussten. Songs wie „Somos Viento“ zelebrieren Lebensfreude und animieren unweigerlich zum Tanz. Das gilt auch für erstklassige Salsas wie „Hacer Dinero“ und „Ella Baila Bembe“, sowie für das von Zigeunermusik beeinflusste „La Fiesta“. Eine wunderbare Interpretation des kubanischen Klassikers „Dos Gardenias“ (übrigens die einzige Coverversion des Albums) und das tangoeske „Don’t Leave Me Now“ spiegeln hingegen Amparanoias sinnlichere Seite wider. Auf „Trabajar“ kokettiert die Band mit brasilianischem Bossa-Nova, „Pregonando“ ist schon fast Weltmusik als reine Improvisation. Und mit „Dolor, Dolor“ gelang der Band ein Dauerbrenner des Herzens. So schön kann Schmerz sein, so vielseitig die Odyssee dieser passionierten World-Pop-Mestizen.
Amparo widmet sich bereits die Hälfte ihres Lebens mit Leib und Seele der Musik. Die Andalusierin mit den feurig dunklen Augen begann ihre turbulente musikalische Karriere Mitte der Achtziger in Granada. Bereits mit 16 Jahren gründete sie in dem beschaulichen Städtchen, das ebenso wie die spätere Karriere der Spanierin von einem „Clash of the Cultures“ geprägt ist, ihre erste Band. Mit den Correcaminos spielte sie Blues, Jazz, Rock’n’Roll und Soul. In den nächsten Jahren avancierte Amparo zur populärsten Sängerin der Region und war Stammgast etlicher Festivals in Spanien. Lee Brillaux von Dr. Feelgood war so begeistert von Amparo, dass er zu ihr sagte: „Du bist zwar weiß, aber du hast die Seele einer Schwarzen. Hör ja nie auf zu singen.“
In Granada fühlte sich Amparo irgendwann zu sehr eingeengt. So zog sie 1993 nach Madrid, gründete mit Amparo & The Gang eine neue Band und nahm mit dieser ihr erstes Album auf: „Haces Bien“. Kurz nach der Veröffentlichung machte das Label La Fábrica Magnética dicht und die Band ging bald getrennte Wege. Amparo lebte für eine Weile in Casablanca. Nach ihrer Rückkehr nach Madrid ließ sie sich im dortigen Künstlerviertel Malasaña nieder und tat sich mit dem Gitarristen Robert Johnson zusammen, mit dem sie in zahlreichen Clubs spielte. Das Repertoire reichte von Blues über Reggae und Ranchera bis Rock. „Fast ein ganzes Jahr lang spielten wir jedes Wochenende an zwei Orten, mindestens vier Mal. Das war eine Erfahrung, die ich schon immer ausleben wollte, genau wie Billie Holiday.“ Für eine Tournee durch Spanien und Frankreich rief sie die Gruppe Ampáranos del Blues ins Leben und blieb danach für längere Zeit in Marseille.
Zu einer entscheidenden Wende in ihrer Karriere kam es durch die Begegnung mit Manu Chao, der sich mit seinem Straßenmusikerkollektiv Radio Bemba ebenfalls in Madrid niedergelassen hatte. Viele Nächte verbrachten die beiden in den örtlichen Clubs, gaben Konzerte und tauschten Ideen aus. „Manu ist der Mensch, der mich am meisten inspiriert und mir einen Weg für Amparanoia aufgezeigt hat“, sagt Amparo rückblickend. Als sie 1996 Amparanoia gründete, hatte sie schon eine klare Vorstellung, wie die neu formierte Band klingen sollte. Auf dem 1997 veröffentlichten Debütalbum „El Poder de Machin“ (Machin ist ein besonders in Spanien beliebter, legendärer kubanischer Bolero-Sänger) überzeugte die kunterbunte Stilmixtur mit dem lateinamerikanischen Flair auf ganzer Linie.
Bereits ein Jahr später folgte mit „Feria Furiosa“ das nächste Album. Diesmal hatte Amparo sich besonders von baskischer Punkmusik beeinflussen lassen und verlieh ihrem Mestizo-Sound so einen noch wilderen Anstrich. Erneut waren neben ihren Bandmusikern zahlreiche Gäste bei den Aufnahmen zugegen, darunter Manu Chao, Fermin Muguruza sowie Musiker von Ojos de Brujo, Dusminguet und Radio Bemba. Nach einer an den Kräften zehrenden Tournee löste Amparo jedoch die Band auf und widmete sich anderen Projekten. Ende 1999 ließ Amparo ihre Band in einer schlankeren Besetzung wieder aufleben. Auf der im Jahr 2000 erschienenen EP „LlámameMañana“ zog es sie wieder mehr zu Funk und Reggae hin, womit sie nun auch erstmals großen Erfolg in Italien hatte.
Am Ende des Jahres 2000 reiste Amparo nach Mexiko und engagierte sich dort für die Zapatisten. Die Begegnung mit Subcomandante Marcos hinterließ einen prägenden Eindruck. Ihrem politischen Engagement verlieh sie nicht nur Ausdruck mit einer viel beachteten Photoausstellung, die sie gemeinsam mit der Photographin Yuriria Pantoja organisierte, sondern auch mit einer Tournee durch Spanien, während der sie Spendengelder für die Zapatisten sammelte: Dem Soundsystem La Realidad schlossen sich neben Amparo zahlreiche befreundete Musiker an. In dieser Zeit entstanden viele Ideen zum nächsten Album von Amparanoia: „Somos Viento“ (2001), das bis dato sozial und politisch engagierteste Werk der Band, auf dem auch erstmals die Musik des Balkans integriert wurde. Die Reaktionen auf die anschließende Tournee waren phänomenal und festigten den Ruf von Amparanoia als einer der zugkräftigsten Mestizo-Rockbands.
Gegen Ende des Jahres 2002 zog sich Amparo mit Eldys Isak Vega alias Muñeco in die Berge von Guadalix de la Sierra zurück, um dort das neue Album „Enchilao“ vorzubereiten, mit dem einmal mehr die stilistische Innovation vorangetrieben wurde. Einerseits war der Sound des Albums stärker denn je von kubanischer Musik geprägt, andererseits präsentierten Amparanoia ihre Songs mit tatkräftiger Unterstützung von Toningenieur Tim Young (Massive Attack) in einem stark elektronischen Gewand. Bei ihren anschließenden Live-Auftritten, unter anderem auf der Popkomm 2003 in Köln, war davon kaum mehr etwas zu spüren. Live verwandeln Amparanoia jeden Ort in eine wahre Fiesta-Orgie. Das bewiesen auch jüngst die gemeinsamen Konzerte mit Calexico und der niederländischen Bossa-Nova-Truppe Zuco 103. Und das wird sicherlich auch bei den kommenden Auftritten der Fall sein.
Amparanoia sind derzeit unter dem Motto „Caravane Tour 2Mil4“ europaweit für Festivals gemeldet, darunter Lowlands, Roskilde, die Rock in Rio Version in Lissabon und das Soma-Festival in Köln. Begleitet wird Amparo Sanchez von Eldys Isak Vega (drums, percussion), ihrem langjährigen Co-Autoren und -Produzenten, sowie von José Alberto Vaona (Trompete), Carmen Niño (Bass), Jairo Zavala (Gitarre), Caridad Borges (Keyboards), Vesco Kountchev (Violine) und Namsan Fong (Tres, Gitarre). Wer es in diesem Jahr auf keines der Festivals schafft, der kann sich die Fiesta à la Amparanoia mit „Rebeldía con Alegria“ ins eigene Heim holen. Einen überzeugenderen Beweis für die Kraft und die Herrlichkeit des Mestizo kann es kaum geben.
