Bläck Fööss Biographie
Die Bläck Fööss mag man mit Fug und Recht "die kölscheste aller kölschen Bands" nennen, aber auf der brandneuen Compilation "Best Of...Zum Fiere" legen die fidelen musikalischen Brauchtumspfleger vor allem den Partygang ohne innerörtliche Geschwindigkeitsbeschränkung ein. Kafi Biermann, Ralph Gusovius, "Bömmel" Lückerath, Hartmut Priess, Willy Schnitzler, Peter Schütten und Erry Stoklosa geben hier richtig Gas: Die sieben Lokalmatadoren blasen zum bundesweiten und keineswegs ausnahmslos närrischen Zapfenstreich. Wenn das Album im Dezember erscheint, ist die neue Karnevalsession ja bereits angelaufen, doch auch bei jeder Silvesterparty in der ungemütlich kalten Jahreszeit heißt das Gebot der Stunde: Tanz dich warm!
0 Dazu bietet "Best Of...Zum Fiere" nun reichlich und allerbeste Gelegenheit. Die höchst knifflige Aufgabe, welche Titel sich für eine derartige Zusammenstellung am besten eignen würden, löste man mit der Unterstützung der Fans. Immerhin umfasst der Backkatalog der Bläck Fööss mehr Alben, als ein Brockhaus Bände hat. Und so wurden die Fans auf der Website der Band (www.blaeckfoeoess.de) aufgefordert, ihre Favoriten aus dem riesigen Fundus der Fööss-Lieder für die privaten Fiestas zu wählen. Die Resonanz war enorm und hat dem Album jenen Kick gegeben, dass der Funke garantiert überspringen wird. Nun darf nach Herzenslust geschunkelt und gesteppt werden. Vom gemütlichen Schieber bis zum heißen Samba, alles dabei. Und es weht ein mediterraner Hauch von "Kölle goes Palma" durchs Programm, vor allem dank des temperamentvollen Disco-Mix von "Samba em Veedel", den es bis dato nur kurze Zeit auf einer Single gab. So empfiehlt sich das Album unbedingt auch zur weiteren Verwendung als musikalischer Begleiter auf dem Weg nach El Arenal.
Dabei wartet das 18 Tracks umfassende Album einerseits mit unverzichtbaren Evergreens aus dem riesigen Repertoire der Bläck Fööss auf, wie etwa "Kaffebud" und "Bye Bye My Love", andererseits haben sich hier einige rare Schätzchen eingefunden, über die sich selbst eingeschworene Fans freuen dürften, wie etwa die Feten-Version vom Bob-Dylan-Cover "Leben nach dem Tod", ein Remix von "Et Spanien-Leed" und der zur fröhlichen Polonäse über Tische und Tresen einladende "Buuredanz" in einer seltenen Liveaufnahme des WDR, die bislang noch auf keinem Album der Fööss zu finden war. Seltenheitswert hat auch das Marsch-Medley "Von d'r Elsassstrass zum Dom" – neuneinhalb Minuten im locker-lustigen Gleichschritt durch die Gassenhauer! "Best Of...Zum Fiere" ist ein putzmunterer Streifzug durch die Geschichte der Bläck Fööss, allerdings zeitgemäß auf Hochglanz poliert. So hat der Klassiker "Drink doch ene met" fast drei Jahrzehnte auf dem Buckel, doch der erfrischende Remix aus dem Jahr 2000 wirkt wie ein vor guter Laune überschäumender musikalischer Trinkspruch. Das Original stammt, wie übrigens auch die Schunkelhymnen "En unserem Veedel" und "Mer losse d'r Dom In Kölle", vom 1973er Albumklassiker "Kölle bliev Kölle". Ein Albumtitel, der sich nach über 30 Jahren beeindruckender Bandhistorie auch auf das Kölner Siebengestirn übertragen lässt: Bläck Fööss blieve Bläck Fööss. Unnachahmlich, unverwüstlich und unwiderstehlich. Viel Spass beim Fiere! Wo und wann auch immer.
Eine Geburtstagsfeier nach Maß. Mit einer der ausgelassensten Silvesterparties des Rheinlands starteten die Bläck Fööss ins neue Jahrtausend und feierten in der Kölnarena ihr 30jähriges Bestehen mit einer musikalischen Revue kreuz und quer durch ihre bewegte Karriere. Eine Galavorstellung, die die 15.000 Zuschauer mit einem guinessbuchreifen Geburtstagsständchen in der ersten Stunde des Jahres 2000 honorierten. Die durchweg euphorische Stimmung, bei der rund um die zentrale Bühne und auf allen Rängen mitgetanzt, gesungen, geklatscht und geschunkelt wurde, zeigte einmal mehr, wie sehr die Lieder der Bläck Fööss den Fans in Fleisch und Blut übergegangen und ans Herz gewachsen sind. Kölscher Humor und Veedels-Philosophie in einem stilistischen Kaleidoskop von wortwörtlich grenzenloser Pracht. Von den ersten A-cappella-Klängen von "Köln, du uns Stadt am Rhing" im Eröffnungsmedley bis zum abschließenden "Samba em Veedel" zogen die sieben Fööss alle Register, stets sinnvoll unterstützt von einer hervorragend aufeinander abgestimmten Schar exzellenter Gastmusiker.
Die Bläck Fööss stehen seit über fünf Jahren in der Besetzung Kafi Biermann, Ralph Gusovius (die beiden ersten im Alphabet sind auch die letzten "Neuzugänge" - sie kamen in die Band, als Tommy Engel ausstieg), Bömmel Lückerath, Hartmut Priess, Willy Schnitzler, Peter Schütten und Erry Stoklosa auf der Bühne. Von beschaulichen Hommagen an die eigene Geschichte im "Rheinhotel" oder "Wenn es Leech usjing im Roxy" über musikalischen Betrachtungen der kölschen Seele in "Mir Kölsche", "Dä Wing vun Kölle" und "Mer lasse d'r Dom en Kölle", die ebenso auf ewig in den Karneval eingegangen sind wie "Schötzefees" oder die ergreifende Milieustudie "En unserem Veedel": An diesem Silvesterabend sangen und spielten sich die sieben kölschen Jungs in einen wahren Rausch. Nostalgie verbreiteten die Fööss mit Evergreens wie "Ming eetste Fründin" und "Katrin" ebenso wie mit "Bye Bye My Love". Selbst neuere Titel wie "Mer bruche keiner" und "Unser Stammbaum" wurden von den Fans nahtlos angenommen. Beeindruckend auch, als das Publikum in der Kölnarena aus dem Stand "Steht auf, wenn Ihr Kölner seid" anstimmte und die riesige Halle in ein Tollhaus verwandelte. "Live in der Kölnarena" ist ein nachhaltiges Dokument dieses unvergesslichen Abends.
Längst zur Legende geworden sind die Anfänge der Band als Stowaways, als die jungen Musiker in den Sechzigern noch eine aufstrebende Beatband waren. Bläck Fööss war zunächst nur ein Pseudonym, dass sie sich die für ihre erste kölsch gesungene Single zugelegt hatten. "Rievkooche-Walzer" erschien 1970 und erwies sich als der Startschuss für die wohl bemerkenswerteste Karriere einer kölschen Musiktruppe schlechthin. Heute sind die Bläck Fööss tief in der jüngeren Geschichte der Stadt Köln verwurzelt und aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Im Verlauf der Zeit fanden die Musiker auf unterschiedlichsten Bühnen der Stadt immer wieder ein neues Domizil. In den Siebzigern erlebten sie als Stammgäste des Senftöpfchens, zu dessen gutem Ruf sie wesentlich beitrugen, Alfred Bioleks erste Gehversuche als Talkmaster. Später spielten sie 15 Jahre lang im Millowitschtheater, und der Tanzbrunnen gehört ebenfalls seit Jahr und Tag zum steten Mittelpunkt ihrer Sternstunden. Die Bläck Fööss sind eine Liveband par excellence - unter den mehr als 25 Alben gehören besonders die Konzertmitschnitte "Bläck Fööss - Live am Tanzbrunnen" (1979) und "Bläck Fööss & Fründe (Live im Millowitsch)" (1989) zu den Meilensteinen ihrer Karriere. Mit dem vorliegenden Doppelalbum setzen die notorischen Bühnenkünstler diese lose Reihe fort und vollenden den Dreisprung zum jeweiligen Ende einer Dekade mit einem krönenden Event.
Auch wenn Karneval unwidersprochen die Domäne der Bläck Fööss ist und sie dem Karnevalslied immer wieder neue Impulse verliehen, hat sich die Band auch ganz anders gearteten musikalischen Herausforderungen gestellt. Die Kunst des A-Cappella-Gesangs ließen sie wieder aufleben, als dieses Sujet fast brach lag. Mit ihrer Beatles-Adaption "Sie liebt dich/Komm gib mir deine Hand" machten sie ebenso wie mit Grönemeyers "Männer" weit über die Grenzen Kölns hinaus Furore. Nicht viel anders verhält es sich mit ihren Brückenschlägen zu anderen Kulturen. Gemeint sind natürlich weniger Lieder wie "Sirtaki" oder "Et Spanien-Leed" (wenngleich auch hier ihre enorme stilistische Flexibilität zum Ausdruck kommt), sondern ihre gemeinsamen Auftritte mit der südafrikanischen Gospel-Formation Ladysmith Black Mambazo im Jahr 1990. Zwei Jahre zuvor hatten die Fööss deren internationalen Hit "Homeless" ins eigene Repertoire übernommen. 1992 sorgten die Konzerte mit der russischen Folklore-Formation Ariel für einen weiteren Austausch der Kulturen. Da wunderte sich dann auch niemand mehr, als die Bläck Fööss 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta als musikalische Botschafter auftraten.
In den letzten Jahren haben die Bläck Fööss vor allen Dingen vor der eigenen Haustür viele musikalische Kontakte vertieft oder neu geknüpft. Klüngel Tropical, die Schäl Sick Brass Band, der Humba-Verein und der Jugendchor St. Stephan gehören zum freundschaftlich familiär erweiterten Kreis der Bläck Fööss, ein szeneübergreifender Organismus, in dem sich Künstler in ihrer Kreativität gegenseitig befruchten oder einfach nur Spaß miteinander haben. Natürlich stecken die Bläck Fööss mit beiden Beinen mittendrin im kölschen Karneval, ohne sich jedoch an den Grabenkämpfen zwischen Gesellschaftskarneval und Stunksitzung zu beteiligen. Die Bläck Fööss sind halt immer und überall willkommen - besonders wohl fühlten sie sich zuletzt unter den Sambatrommlern am Severinstor. In diesem Jahr werden sie allerdings zum ersten Mal auf einem eigenen Wagen am Rosenmontagszug teilnehmen. Von Mundart zur Popart - die Bläck Fööss sind ein Signum für kölsche Kultur, bei der die Pflege liebgewonnener Traditionen, das sinnenfrohe Erleben der Gegenwart und der augenzwinkernde Blick in die Zukunft gleichrangig sind. Die Neuauflage ihres Klassikers "Drink doch eine met" gemeinsam mit dem Rapper Daddy Deeè und dem Gesangsquartett 4-get it, unter dem Titel "Zick Zick Eröm" ist dabei in puncto Modernität selbst für die Bläck Fööss ein kleiner Quantensprung.
0 Dazu bietet "Best Of...Zum Fiere" nun reichlich und allerbeste Gelegenheit. Die höchst knifflige Aufgabe, welche Titel sich für eine derartige Zusammenstellung am besten eignen würden, löste man mit der Unterstützung der Fans. Immerhin umfasst der Backkatalog der Bläck Fööss mehr Alben, als ein Brockhaus Bände hat. Und so wurden die Fans auf der Website der Band (www.blaeckfoeoess.de) aufgefordert, ihre Favoriten aus dem riesigen Fundus der Fööss-Lieder für die privaten Fiestas zu wählen. Die Resonanz war enorm und hat dem Album jenen Kick gegeben, dass der Funke garantiert überspringen wird. Nun darf nach Herzenslust geschunkelt und gesteppt werden. Vom gemütlichen Schieber bis zum heißen Samba, alles dabei. Und es weht ein mediterraner Hauch von "Kölle goes Palma" durchs Programm, vor allem dank des temperamentvollen Disco-Mix von "Samba em Veedel", den es bis dato nur kurze Zeit auf einer Single gab. So empfiehlt sich das Album unbedingt auch zur weiteren Verwendung als musikalischer Begleiter auf dem Weg nach El Arenal.
Dabei wartet das 18 Tracks umfassende Album einerseits mit unverzichtbaren Evergreens aus dem riesigen Repertoire der Bläck Fööss auf, wie etwa "Kaffebud" und "Bye Bye My Love", andererseits haben sich hier einige rare Schätzchen eingefunden, über die sich selbst eingeschworene Fans freuen dürften, wie etwa die Feten-Version vom Bob-Dylan-Cover "Leben nach dem Tod", ein Remix von "Et Spanien-Leed" und der zur fröhlichen Polonäse über Tische und Tresen einladende "Buuredanz" in einer seltenen Liveaufnahme des WDR, die bislang noch auf keinem Album der Fööss zu finden war. Seltenheitswert hat auch das Marsch-Medley "Von d'r Elsassstrass zum Dom" – neuneinhalb Minuten im locker-lustigen Gleichschritt durch die Gassenhauer! "Best Of...Zum Fiere" ist ein putzmunterer Streifzug durch die Geschichte der Bläck Fööss, allerdings zeitgemäß auf Hochglanz poliert. So hat der Klassiker "Drink doch ene met" fast drei Jahrzehnte auf dem Buckel, doch der erfrischende Remix aus dem Jahr 2000 wirkt wie ein vor guter Laune überschäumender musikalischer Trinkspruch. Das Original stammt, wie übrigens auch die Schunkelhymnen "En unserem Veedel" und "Mer losse d'r Dom In Kölle", vom 1973er Albumklassiker "Kölle bliev Kölle". Ein Albumtitel, der sich nach über 30 Jahren beeindruckender Bandhistorie auch auf das Kölner Siebengestirn übertragen lässt: Bläck Fööss blieve Bläck Fööss. Unnachahmlich, unverwüstlich und unwiderstehlich. Viel Spass beim Fiere! Wo und wann auch immer.
Eine Geburtstagsfeier nach Maß. Mit einer der ausgelassensten Silvesterparties des Rheinlands starteten die Bläck Fööss ins neue Jahrtausend und feierten in der Kölnarena ihr 30jähriges Bestehen mit einer musikalischen Revue kreuz und quer durch ihre bewegte Karriere. Eine Galavorstellung, die die 15.000 Zuschauer mit einem guinessbuchreifen Geburtstagsständchen in der ersten Stunde des Jahres 2000 honorierten. Die durchweg euphorische Stimmung, bei der rund um die zentrale Bühne und auf allen Rängen mitgetanzt, gesungen, geklatscht und geschunkelt wurde, zeigte einmal mehr, wie sehr die Lieder der Bläck Fööss den Fans in Fleisch und Blut übergegangen und ans Herz gewachsen sind. Kölscher Humor und Veedels-Philosophie in einem stilistischen Kaleidoskop von wortwörtlich grenzenloser Pracht. Von den ersten A-cappella-Klängen von "Köln, du uns Stadt am Rhing" im Eröffnungsmedley bis zum abschließenden "Samba em Veedel" zogen die sieben Fööss alle Register, stets sinnvoll unterstützt von einer hervorragend aufeinander abgestimmten Schar exzellenter Gastmusiker.
Die Bläck Fööss stehen seit über fünf Jahren in der Besetzung Kafi Biermann, Ralph Gusovius (die beiden ersten im Alphabet sind auch die letzten "Neuzugänge" - sie kamen in die Band, als Tommy Engel ausstieg), Bömmel Lückerath, Hartmut Priess, Willy Schnitzler, Peter Schütten und Erry Stoklosa auf der Bühne. Von beschaulichen Hommagen an die eigene Geschichte im "Rheinhotel" oder "Wenn es Leech usjing im Roxy" über musikalischen Betrachtungen der kölschen Seele in "Mir Kölsche", "Dä Wing vun Kölle" und "Mer lasse d'r Dom en Kölle", die ebenso auf ewig in den Karneval eingegangen sind wie "Schötzefees" oder die ergreifende Milieustudie "En unserem Veedel": An diesem Silvesterabend sangen und spielten sich die sieben kölschen Jungs in einen wahren Rausch. Nostalgie verbreiteten die Fööss mit Evergreens wie "Ming eetste Fründin" und "Katrin" ebenso wie mit "Bye Bye My Love". Selbst neuere Titel wie "Mer bruche keiner" und "Unser Stammbaum" wurden von den Fans nahtlos angenommen. Beeindruckend auch, als das Publikum in der Kölnarena aus dem Stand "Steht auf, wenn Ihr Kölner seid" anstimmte und die riesige Halle in ein Tollhaus verwandelte. "Live in der Kölnarena" ist ein nachhaltiges Dokument dieses unvergesslichen Abends.
Längst zur Legende geworden sind die Anfänge der Band als Stowaways, als die jungen Musiker in den Sechzigern noch eine aufstrebende Beatband waren. Bläck Fööss war zunächst nur ein Pseudonym, dass sie sich die für ihre erste kölsch gesungene Single zugelegt hatten. "Rievkooche-Walzer" erschien 1970 und erwies sich als der Startschuss für die wohl bemerkenswerteste Karriere einer kölschen Musiktruppe schlechthin. Heute sind die Bläck Fööss tief in der jüngeren Geschichte der Stadt Köln verwurzelt und aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Im Verlauf der Zeit fanden die Musiker auf unterschiedlichsten Bühnen der Stadt immer wieder ein neues Domizil. In den Siebzigern erlebten sie als Stammgäste des Senftöpfchens, zu dessen gutem Ruf sie wesentlich beitrugen, Alfred Bioleks erste Gehversuche als Talkmaster. Später spielten sie 15 Jahre lang im Millowitschtheater, und der Tanzbrunnen gehört ebenfalls seit Jahr und Tag zum steten Mittelpunkt ihrer Sternstunden. Die Bläck Fööss sind eine Liveband par excellence - unter den mehr als 25 Alben gehören besonders die Konzertmitschnitte "Bläck Fööss - Live am Tanzbrunnen" (1979) und "Bläck Fööss & Fründe (Live im Millowitsch)" (1989) zu den Meilensteinen ihrer Karriere. Mit dem vorliegenden Doppelalbum setzen die notorischen Bühnenkünstler diese lose Reihe fort und vollenden den Dreisprung zum jeweiligen Ende einer Dekade mit einem krönenden Event.
Auch wenn Karneval unwidersprochen die Domäne der Bläck Fööss ist und sie dem Karnevalslied immer wieder neue Impulse verliehen, hat sich die Band auch ganz anders gearteten musikalischen Herausforderungen gestellt. Die Kunst des A-Cappella-Gesangs ließen sie wieder aufleben, als dieses Sujet fast brach lag. Mit ihrer Beatles-Adaption "Sie liebt dich/Komm gib mir deine Hand" machten sie ebenso wie mit Grönemeyers "Männer" weit über die Grenzen Kölns hinaus Furore. Nicht viel anders verhält es sich mit ihren Brückenschlägen zu anderen Kulturen. Gemeint sind natürlich weniger Lieder wie "Sirtaki" oder "Et Spanien-Leed" (wenngleich auch hier ihre enorme stilistische Flexibilität zum Ausdruck kommt), sondern ihre gemeinsamen Auftritte mit der südafrikanischen Gospel-Formation Ladysmith Black Mambazo im Jahr 1990. Zwei Jahre zuvor hatten die Fööss deren internationalen Hit "Homeless" ins eigene Repertoire übernommen. 1992 sorgten die Konzerte mit der russischen Folklore-Formation Ariel für einen weiteren Austausch der Kulturen. Da wunderte sich dann auch niemand mehr, als die Bläck Fööss 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta als musikalische Botschafter auftraten.
In den letzten Jahren haben die Bläck Fööss vor allen Dingen vor der eigenen Haustür viele musikalische Kontakte vertieft oder neu geknüpft. Klüngel Tropical, die Schäl Sick Brass Band, der Humba-Verein und der Jugendchor St. Stephan gehören zum freundschaftlich familiär erweiterten Kreis der Bläck Fööss, ein szeneübergreifender Organismus, in dem sich Künstler in ihrer Kreativität gegenseitig befruchten oder einfach nur Spaß miteinander haben. Natürlich stecken die Bläck Fööss mit beiden Beinen mittendrin im kölschen Karneval, ohne sich jedoch an den Grabenkämpfen zwischen Gesellschaftskarneval und Stunksitzung zu beteiligen. Die Bläck Fööss sind halt immer und überall willkommen - besonders wohl fühlten sie sich zuletzt unter den Sambatrommlern am Severinstor. In diesem Jahr werden sie allerdings zum ersten Mal auf einem eigenen Wagen am Rosenmontagszug teilnehmen. Von Mundart zur Popart - die Bläck Fööss sind ein Signum für kölsche Kultur, bei der die Pflege liebgewonnener Traditionen, das sinnenfrohe Erleben der Gegenwart und der augenzwinkernde Blick in die Zukunft gleichrangig sind. Die Neuauflage ihres Klassikers "Drink doch eine met" gemeinsam mit dem Rapper Daddy Deeè und dem Gesangsquartett 4-get it, unter dem Titel "Zick Zick Eröm" ist dabei in puncto Modernität selbst für die Bläck Fööss ein kleiner Quantensprung.
