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Billy Corgan Biographie

Billy Corgan

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„Viele Leute glauben, dass ich vor etwas davonlaufe, wenn ich progressiver arbeite, obwohl das, was ich tue, ein ernsthafter Versuch ist, näher an das heran zu kommen, was ich wirklich bin. Ich habe versucht, meine Gefühle zu meinem eigenen Leben und der Welt um ich herum auf die schönste Art zusammen zu fassen, die ich mir vorstellen kann. Es ist so leicht, negativ zu sein, und so viel schwerer, den Silberstreif am Horizont hinter den Wolken des modernen Lebens zu entdecken.“

Billy Corgan ist ein Suchender. Seine Suche gilt dem Licht in der Dunkelheit, der Schönheit im Zentrum des Hässlichen, der Erlösung in der Apokalypse: „The siren calls outside / they want to kill us all / innocents, wounded souls / full of rage / nowhere to go...“ heißt es in Mina Loy (M.O.H.), bevor der Song in den aufbauenden Refrain mit der Zeile „Can I Give my old heart to you?“ mündet.

Auf The Future Embrace, jenem Solo-Album, das gestandene Fans wohl schon nach dem Ende der Smashing Pumpkins erwartet hatten, sucht Billy Corgan nach nichts weniger als Liebe, Unschuld und Reinheit. Dementprechend lauten die Schlüsselworte für das Album: Hingabe und Intimität angesichts einer Welt von Unsicherheit, Zweifel und Trauer. Hoch gegriffen? Vielleicht genau das: hoch gegriffen, aber eines Billy Corgan's durchaus angemessen, der mit schattenhaften Gitarrenriffs, bezaubernd lasziven Soundkaskaden und unüberschaubar weiten Soundflächen ein Album geschaffen hat, das an die intimen Momente der Pumpkins anknüpft und mehr als nur einen musikalischen, nämlich auch einen persönlichen Fortschritt konstatiert.

Aufgenommen in Chicago, wurde The Future Embrace von Corgan selbst in Zusammenarbeit mit Bjorn Thorsrud und Bon Harris produziert und von Alan Moulder gemixt. Der Sound ist breitflächig angelegt und bildet eine musikalische Landschaft in Panorama-Format. Das wiederum ist eine fast notwendige Begleiterscheinung. „Ich denke nie viel über Sound nach,“ so Corgan. „Das ist so, als würde man sagen: warum trägst du diese Farbe, warum jene? Der Sound ist für mich ein Weg, den Gefühlen eines Songs Form zu verleihen, und THEFUTUREEMBRACE hat eine Menge verschmierte Farbtupfer – etwa wie bei einem Kind, dass die Flächen in einem Malbuch nicht genau ausfüllt.“

11 Originale zeigen einen fragenden Corgan, einen mit zartem Nachdruck beharrenden Verfechter von Reinheit und Unschuld, der schon mit dem Opener All Things Change in voller Bandbreite einen Blick auf das Leben wirft: „All things change / around / all is faith / unwound“ heißt es da im Text und äußert zugleich tiefes Vertrauen und Hoffnung. Diese wird aktiv fortgeführt in der ersten Single, dem Upbeat–Track Walking Shade, in dem CORGAN sich selbstbewusst und unerschrocken gibt: „I’m out walking shade / to brush these fires aside / to calm the rising fight /to build you a new life.“ Das Album schließt mit einer rätselhaft stillen Ballade über Wahrheit und Liebe, die sich durch Einfachheit und damit Reinheit auszeichnet: „You know I’m true / wasn’t born to follow / you stay with me / you stay with me when I go.“

Zu den bemerkenswerten Explorationen in Sachen Gefühl gehört dabei mit Sicherheit das Bee Gees-Cover To Love Somebody, das nicht nur einem steinalten Hit (immerhin von 1967) ein authentisches Corgan-Outfit beschert, sondern einen erstaunlich stimmigen Robert Smith, Cure-Mastermind und erklärtermaßen großer Einfluss für Corgan, als Duettpartner präsentiert. Auf DIA ist zudem Ex-Pumpkins/Zwan-Drummer Jimmy Chamberlin zu hören.

Mit The Future Embrace hat Corgan einen weiteren Schritt weg von den Smashing Pumpkins, mit denen er weite Teile des 90er-Rockgeschehens definierte, getan. Schon das musikalisch der Ausschweifung frönende Projekt Zwan, an dem neben seinem Ex-SP-Kollegen Jimmy Chamberlain auch David Pajo, Matt Sweeney und Paz Lenchantin beteiligt waren, erfreute sich zwar der Corgan-typischen Opulenz, brach aber durch seine anarchische Spielfreude und Unkalkuliertheit mit dem engen Korsett dessen, was schließlich aus den Pumpkins geworden war.

The Future Embrace schlägt einen neuen Haken., indem Corgan hier eine vollkommene Gegenbewegung vollzieht. Völlig weg vom Bandcharakter, stattdessen in expressiver Hinwendung zum Intimen, unter vorsätzlicher Verwendung einer Rhythmusmaschine und einigen elektronischen Elementen, mag sich so gar kein Vergleich zu anderen Bands finden. Schon gar nicht zu den diversen derzeit „angesagten“ Strömungen. Doch genau hier offenbart sich der Souverän des Songwritings, der nichts mehr zu beweisen braucht und nicht auf Vergleiche angewiesen ist. Und da ist es ein bißchen, wie es bei Corgan schon immer war: Dass man ihn nun einmal so nehmen muss, wie er kommt, und sich dann auch die gesamte Blüte seiner musikalischen Kraft entfaltet. Auf Anhieb vielleicht verstörend, aber als Weg in die Zukunft nach einiger Inkubationszeit allemal nachvollziehbar und schließlich infektiös.

„Der Titel The Future Embrace fiel mir so ein,“ erklärt Corgan. „Er schien alles das zusammen zu fassen, was ich in meinem Bedürfnis fühlte, vorwärts zu kommen. Im Leben, in der Liebe und in der Musik...“
     

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