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Digable Planets Biographie


Mit ihrer innovativen Fusion aus Jazz und HipHop setzten Digable Planets zu Beginn der neunziger Jahre Standards, die noch heute gültig sind. So wundert es nicht, dass The Roots, Mos Def, Common und Black Eyed Peas zu ihren Einflüssen auch das Trio aus Washington D.C. zählen. Mit "Beyond the Spectrum: The Creamy Spy Chronicles" legt Blue Note jetzt die erste Werkschau der Digable Planets vor. Neben den erfolgreichen Singles wie "Where I´m From" oder "Rebirth of Slick (Cool Like Dat)" und wichtigen Albumtracks wie "Pacifics" und "Jettin'" enthält die Compilation auch zwei rare B-Seiten und zwei seltene Remixe.

0 1991 kreuzten sich die Wege von Ishmael Butler, Craig Irving und Mary Ann Vieira. Ihre gemeinsame Bewunderung für die Kommunikationsstrukturen von Ameisen und Insekten führte zu den Künstlernamen Butterfly, Doodlebug und Ladybug. Inspiriert durch Psychedelic-HipHop von De la Soul, P.M. Dawn, A Tribe Called Quest und Jungle Brothers, schuf das Trio seinen ganz eigenen Klangkosmos. Dabei lautete ihr Credo: "Jedes Individuum ist ein Planet". Und das war durchaus programmatisch gemeint.

Während Anfang der Neunziger Gangsta-Rap mit seinen harten, realistischen Texten das HipHop-Geschehen dominierte, überraschten Digable Planets 1993 auf ihrem Debütalbum "Reachin' (A New Refutation of Time and Space)" mit einer versponnen lässigen Mixtur aus Funk, Psychedelic, Street-HipHop, Samba und Jazz. Clevere Samples von Jazzgrößen wie Sonny Rollins und Art Blakey trafen auf intelligente Texte und einen butterweichen Flow. Dabei gelang ihnen mühelos der Spagat zwischen künstlerischem Anspruch und kommerziellem Erfolg. Während das Debütalbum in den Billboard-Charts bis auf Platz 15 vordrang, schaffte es in den R&B/HipHop-Charts den Einstieg in die Top 5. Die Single "Rebirth of Slick (Cool Like Dat)" brachte ihnen in der Kategorie "Best Rap Performance by a Duo or Group" 1993 einen Grammy ein. "Digable Planets machen die Art von Rap, den jeder HipHop-Fan in und auswendig kennen sollte", befand damals Rolling Stone-Kritiker Kevin Powell.

1994 folgte das Album "Blowout Comb", bei dem die Digable Planets mehr auf Musiker denn auf Samples setzten. Noch stärker als auf dem Vorgänger wurden stilistische Schranken ignoriert und unterschiedlichste Einflüsse zu einem elegant fließenden Ganzen verwoben. Scharfsinnige Raps und innovative Funkbeats wirkten im Verbund mit Gitarre, Bass, Keyboards, Saxophon, Trompete, Cello und Vibraphon wie ein Live-Jam, dessen Echo heute auf Platten der Roots und Black Eyed Peas nachhallt. Zudem sorgte die wegweisende Produktion für nachhaltige Bewunderung: "'Blowout Comb' has remained a timeless classic", so der All Music Guide.

Kreative Differenzen führten 1996 zur Trennung, auch wenn alle drei musikalisch aktiv blieben. Butterfly gründete die Band Cherrywine und komponierte Musik für Werbespots (Pepsi, Fila). Außerdem machte er sich als Schauspieler in Filmen wie "I Am Ali" (2002) und "Men Without Jobs" (2004) einen Namen. Ladybug - die inzwischen als Ladybug Mecca in Erscheinung tritt - veröffentlichte im Juni 2005 auf ihrem Label "Nu Paradigm Entertainment" das Soloalbum "Trip The Light Fantastic". Zudem komponierte sie die Musik zu dem Kurzfilm "The Monster". Doodlebug nennt sich inzwischen Cee Knowledge und leitet neben der Multimediaagentur "7 and a Cresent" das HipHop-Projekt Cosmic Funk Orchestra.

Seit der Reunion im Oktober 2004 haben die Digable Planets erneut an ihrer gemeinsamen Zukunft geschmiedet. Neben einer Vielzahl von Shows in diesem Jahr (darunter auch auf dem Lollapalooza Festivals) belegt auch die Ankündigung eines neuen Albums, dass das Dreigestirn nun wieder eine gemeinsame kreative Plattform bilden will: "20/20", so der Titel des nächsten Albums, soll bereits Anfang 2006 veröffentlicht werden. Bis dahin illustrieren die zwölf Songs auf "Beyond the Spectrum: The Creamy Spy Chronicles", dass ihre Kompositionen die Zeit glänzend überstanden haben und die originäre Jazz-HipHop-Fusion noch immer höchstes Vergnügen bereitet. Umso gespannter darf man auf das neue Album der Digable Planets sein.

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