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Lordi Biographie

Lordi

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Monster kommen in allen Formen und Farben, mal sind sie bitterböse oder freundlich, mal klassisch oder modern. Ob Hannibal Lector, Quasimodo, Nosferatu oder Darth Vader, eins jedoch haben sie gemeinsam, niemand kennt ihre Eltern. Diese Frage findet nun endlich eine (Teil-)Antwort: "Ich bin der Vater aller Monster", sagt Lordi mit einem Selbstbewusstsein in der Stimme, der keinen Widerspruch duldet. Äußerlich eine Mischung aus Panzersaurier, Yeti, Freddy Krüger und Gene Simmons sieht sich Lordi als Herr des Horrors. Lordi trifft man überall, droht das Rock-Ungeheuer aus dem hohen Norden, nach dem Tod in der Hölle genauso wie Nachts im Wald. Menschen müssen stets jemandem gehorchen, doch niemand würde wagen, Lordi Befehle zu erteilen!

Lordi ist nicht nur böse, er ist auch musikalisch. Auf seinem Debüt-Album "Get Heavy" reiht sich eine fäusteballende Hymne an den nächsten kopfnickenden Westkurven-Rocker. Anhand der Single "Would You Like A Monsterman?" beschreibt der Furcht einflößende Sohn Suomis seinen künstlerischen Kurs. "Für mich ist das kein Liebeslied, sondern ein Statement wie es Twisted Sister mit 'We're Not Gonna Take It' gemacht haben. Es hat die Attitüde der Achtziger, es geht um Spaß, Unterhaltung und harte Musik. Wir haben große Refrains, einfache Riffs, eingängige Melodien, laute Drums und riesige Eier!" An erster Stelle seiner Einflüsse stehen Kiss, es folgen Twisted Sister, W.A.S.P., Alice Cooper und Accept.

Ohne zu zögern bezeichnet sich Lordi als missratener Enkel von GeneSimmons, denn mit Kiss hat alles angefangen. "Vorher kannte ich nur finnische Folkmusik. Kiss waren die erste Rockband, die ich hörte. Ein Freund von mir nahm mich mit in eine öffentliche Bücherei, dort hörten wir 'Creatures Of The Night', das gerade neu erschienen war. Ich mochte ihre Musik sofort", berichtet er immer noch begeistert. "Allerdings wusste ich nicht wie sie aussahen, weil ich kein Cover hatte." Damals war der Knabe acht Jahre alt, konsequenterweise begann er daraufhin, Schlagzeug, Gitarre und Bass zu lernen.

Auch Monster fangen klein an. Lordi war gerade den Windeln entstiegen, da spürte er schon diesen Drang, seine Dämonen festzuhalten."Ich erinnere mich, dass ich als Dreijähriger ausschließlich Ungeheuer gezeichnet habe", berichtet er. Später wurde der Incredible Hulk sein Vorbild. "Ich hüllte mich komplett in grüne Plastikfolie ein und wäre um ein Haar erstickt." Natürlich musste er als junger Kiss-Fanatiker auch die Kunst des Feuerspuckens erlernen. "Niemand sagte mir, dass ein halber Liter Spiritus viel zu viel ist. Ich übte im Weinkeller meiner Eltern und hätte beinah unser gesamtes Haus abgebrannt." In den Neunzigern avancierte Lordi zum Präsidenten der finnischen Kiss-Army, eine Position, die er noch heute mit Stolz bekleidet. Interessanterweise traf er alle seine aktuellen Bandmitglieder in der Kiss-Army. Einem Kiss-Fan muss man eben nicht erklären, warum man Masken und Kostüme braucht, meint der Bandboss pragmatisch.

Heute ist Multi-Talent Lordi, der nebenher auch noch Comics und Storyboards zeichnet, Profi im Bauen von Masken und Kostümen. "Niemand hat mich das gelehrt. Es gibt keine Schule für Maskenbildner in Finnland, ich habe mir alles selbst beigebracht. Als Siebenjähriger schnappte ich mir den Schminkkoffer meiner Mutter, um ein Werwolf-Make-Up zu entwerfen", berichtet er. "Als Teenager hatten wir später ein Video-Team, das Kurzfilme drehte. Mein Job war das Special-Effects-Make-Up. Dafür habe ich mir Bücher und Lehrvideos besorgt, so lernte ich immer mehr hinzu. Inzwischen bin ich Fachmann und habe für mehrere Filme und Theaterstücke gearbeitet." Kaum überraschend, hat der findige Finne auch eine lebensgroße Gene-Simmons-Figur gebaut, als Dekoration für mein Wohnzimmer.

Besondere Mühe gab sich Lordi mit seiner eigenen Maske und der dazugehörigen Rüstung. Zeit spielt dabei keine Rolle: "Ich brauche volle sieben Stunden, um alles anzulegen", rechnet er vor. Auf der Bühne geistert das kreative Monstrum nicht allein herum, ihm zur Seite stehen Gitarrist Amen, eine Mumie, und Keyboarderin Enary, die er als 'leise, aber böse' beschreibt. Hinzu kommen Schlagzeuger Kita, der auf der Bühne wie ein Tier im Käfig gehalten wird und Basser Kalma, ein Zombie und Assassin. Zusammen bilden sie eine rockende Geisterbahn, deren Songs von derart boshafter Eingängigkeit sind, dass sie ein Sterblicher unmöglich vergessen kann. Bewohner des Planeten Erde, ihr seid gewarnt!
     

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