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Megaherz Biographie


Roher, ungestümer, organischer: drei Attribute, die den Münchnern Megaherz von je für ihre Bühnenqualitäten zugesprochen wurden. Merkmale, die nun jedoch angesichts der packenden Intensität ihres Albums auch als Eckpfeiler einer stilistischen und produktionstechnischen Weiterentwicklung stehen.

0 “Herzwerk II” ist unsere bislang kompromissloseste Scheibe, bei der die Songs nicht mehr dermaßen stark abhängig von der Elektronik sind wie in der Vergangenheit”, umschreibt Gitarrist, Songschreiber und Co-Produzent Christian “x-ti” Bystron das aktuelle Werk. “Die Elektronik wird jetzt überwiegend nur als Farbtupfer eingesetzt. Dadurch klingt alles lebendiger und nicht so sehr auf vermeintliche Vollkommenheit getrimmt. Kurz: Man spürt die Band mehr.” Mit Band sind Bystron, Sänger Alexx Wesselski, Bassist Wenz sowie ihre beiden Neuzugänge Olli Pohl (Gitarre) und Drummer Jürgen Schlachter (Ex-Keilerkopf) gemeint.

Auslösender Faktor für die Entscheidung, sich diesmal auch im Studio am eigenen Live-Spirit zu orientieren und neben perfektionistischem Anspruch auch mehr Natürlichkeit zuzulassen, waren für Megaherz die immer wieder zu hörenden Kommentare ihrer Anhänger, die sich die packende Lebendigkeit der Konzerte auch auf einer Studioproduktion gewünscht hatten. “Es hieß immer wieder, dass wir auf der Bühne viel realer und dynamischer rüberkommen und sich die Fans dies auch von den Alben wünschen.” Positiv ausgewirkt hat sich die neue Marschroute in vielerlei Hinsicht. Die 13 Songs des Albums präsentieren Megaherz als vitale und selbstbewusste Metal-Formation, die sich zu Recht nicht im Umfeld der viel zitierten ´Neuen Deutschen Härte` einordnet, sondern ihre Musik eher in einem internationalen Kontext sieht. “Das neue Material ist moderner, eher amerikanisch statt preussisch”, erklärt Bystron. “Einen Stil-Terminus für unsere Musik gibt es nicht, und wenn, dann am ehesten den Begriff ´Crossover` in seiner wahrsten Bedeutung.”

Eindeutig deutsch und eindeutig Stellung beziehend dagegen sind die Texte geblieben, auch wenn die Wortwahl metaphorischer und bilderreicher wurde. “Die Aussagen bleiben direkt, die Ansprache dagegen ist etwas ausgewählter”, umschreibt Alexx Wesselsky seine Rock-Lyrik. “Man sollte die früher vor allem bei Gruppen wie Ton Steine Scherben zu findenden sozialkritischen Attitüden der Musik nicht komplett dem HipHop überlassen, sondern sie auch weiterhin für Rockbands erhalten.” Gemeint sind Stücke wie ´Glas und Tränen` mit seiner eindeutig politischen Aussage oder das bitterbös-zynische ´I.M. Rumpelstilzchen`, das sich mit Denunziation beschäftigt. Im Kontrast dazu das sehr persönliche ´An deinem Grab`, bei dem es um die Frage geht, wer am letzten Tag des irdischen Daseins wirklich um einen trauert. Hinzu kommt mit ´F.F.F.` ein eingedeutschter Coversong. Schon gemerkt, um welche berühmte Vorlage es sich dabei handelt? Nur soviel: Billy Idol lässt grüßen....

Produziert wurde “Herzwerk II” im ´Plan 1`-Studio in München von Ralf Weigand, einem der renommiertesten Produzenten Deutschlands, dessen Arbeit für Such A Surge oder Sportfreunde Stiller international anerkannt ist. Mit den von Weigand produzierten Bändern flogen Megaherz nach New York, um sie in den New Yorker ´Sony-Mastering`-Studios von Vlado Meller (u.a. Limp Bizkit, Red Hot Chilli Peppers, Rage Against The Machine) mastern zu lassen. Das Ergebnis ist in jeder Hinsicht beeindruckend, “Herzwerk II” ist ein rundum fesselndes Album, an dem sich die Fans reiben können und auch sollen. Denn für eines stehen und standen Megaherz schon immer: musikalische Vollwertkost für Leute mit Hirn und Seele.

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