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Nino de Angelo Biographie

Nino de Angelo

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Als gebürtiger Italiener hat Nino de Angelo eine Schwäche für italienische Autos. Doch die haben eine für Rost. Was für ein existenzieller Gegensatz! 2002 ist das 20. Jahr in Ninos Album-Karriere (seine ersten Singles nahm er sogar zwei Jahre davor auf), und der attraktive Mann macht immer attraktivere Musik.
1983 debütierte er mit „Junges Blut“, ein Jahr später kam das unsterbliche „Jenseits von Eden“. Versuchen Sie mal, mit einem Alfa Romeo aus jener Zeit Applaus vom TÜV zu kriegen. Aber auch Musi-ker tun sich schwer gegen allmähliche Selbstauflö-sung. Welche der damals erfolgreichen deutschspra-chigen Sänger sind heute noch aktiv und präsent? Nena und Udo Lindenberg, Grönemeyer und Westernhagen, BAP und – wenn wir weit ins Schlagerlager blicken – Nicole; wie sie vertrat auch einst Nino Deutschland beim Grand Prix d’Eurovision, 1989 in Lausanne mit „Flieger“. Alles in allem ein übersichtlicher erlauchter Kreis von „Überlebenden“, die in ihrer Laufbahn gegen enge Medienformate und die unschwindbaren Stigmata deutschsprachiger Musik kämpfen mussten. Doch am Ende stimmt das Publikum ab. Es honoriert Beständigkeit, Persönlichkeit, Echtheit. „Überlebt“ heißt ein Lied auf Ninos vorigem Album „Schwindelfrei“ – nach einer Internet-Umfrage ist es mit großem Abstand das beliebteste darauf.

Solange man liebt...“ Der Titel des neuen Albums geht auch als Begründung durch, warum Nino noch immer voll da ist und das machen kann, was für ihn am meisten zählt: Musik. „Solange man liebt...“ ist ein Energieschub. Ein Zeugnis der Leidenschaft und ein umfassendes Bekenntnis zur Liebe als letztgültiges Lebensprinzip. Es vergehen keine drei Sekunden auf der CD, und es ist klar: Hier singt Nino de Angelo. Eine große Auszeichnung unter all den austauschbaren Stimmen der Pop-Industrie. Selbst ein Ferrari-Motor ist leichter zu verwechseln als Ninos tremolierend volles Timbre mit dem heiligen Klang und dem elegischen Oberton. Wenn er im Studio den Mund aufmacht, registrieren die Pegel auf allen Frequenzen gehörig Bewegung. Das schaffen nur richtige Sänger.
Nach der getragenen Seelenschau auf „Schwindelfrei“, mit dem Nino eine siebenjährige Pause voller persönlicher Schläge und Niederlagen verarbeitete, kehrt der Sänger mit größerem Selbstbewusstsein zurück als je zuvor. Er ist nicht mehr nur Interpret, sondern auch Komponist und Texter. Acht der vierzehn Titel stammen aus eigener Feder, und Nino erklärt, dass es nur Schritte seien auf dem Weg zu einer ganz und gar autonomen Arbeit als Künstler, „Schritte an den Platz, wo ich hingehöre.“ Kein Stück demonstriert sein neues Selbstverständnis besser als „Der Goldene Reiter“; den Text schrieb er nur eine Stunde vor der Aufnahme. Es ist ein großzügiges Album geworden. Großzügig an Melodien, großzügig an persönlichen Gesten und voller zarter Details in einer sonst glasklaren und geradlinigen Produktion. „Italienisch“ nennt Nino seine verschwenderisch schwelgerischen Me-lodiebögen – Kunstwerke wie ein Dutzend Rialto-Brücken, die von der Hand zum Herzen und von den Sinnen zur Seele führen. Zum Beispiel „Ich war nie ein Engel“: für Nino de Angelo „der ehrlichste Song auf der Platte.“ Er war nie ein Engel. Auch wenn der frech aus seinem Namen blinzelt. „Wenn du lachst“ ist nach zwölf Jahren Ninos zweiter Beitrag, mit dem sich der Wahl-Kölner für den Grand Prix d’Eu-rovision empfiehlt (am 25. Mai im estnischen Tallinn, offizielle Site: www.eurolaul.ee/eng/sisu.php). Die deutsche Vorentscheidung findet am 22. Februar 2002 in Kiel statt. Eine große Überraschung ist „Ich mach meine Augen zu (Everytime)“, ein deutsch-englisches Duett mit Chris Norman. Der ehemalige Smokie-Sänger steht wie Nino für einen unverwechselbaren stimmlichen Charakter, das Lied ist ein kongeniales Zusammentreffen, das Nino selbst initiierte. Nostalgisch kommt „Piccola e Fragile“ daher, eine Cover-Version von Drupi: „Diesen Song hörte mein Vater vor 25 Jahren in seinem Alfa Romeo.“ Nino ist im wahrsten Sinne des Wortes ein „Sohn der Straße“, wie er selbst sagt. Und wer es bis jetzt noch nicht gemerkt hat: ungern zu Fuß.
Die Produktion von „Solange man liebt...“ lag dieses Mal ganz in den Händen von Dieter Falk (Pur, Marque, Pe Werner).
Und es gibt noch eine Überraschung: Fürs kommende Jahr plant Nino, erstmals auf Tournee zu gehen, mit fünf bis sechs Musikern. Unglaublich: In 20 Jahren war der gute Barde noch nie auf Konzertreise! Eine solche Zurückhaltung gewähren sich nicht einmal die divenhaftesten Stars.

Am 18. Dezember 2001 wurde Nino de Angelo 38 Jahre alt. Und er hat noch viel vor. Wenn er über seine Pläne als Musiker spricht, möchte man glauben, der Junge fängt gerade erst an. Nein, trotz seiner Zuneigung zu Autos ähnelt er einer anderen italienischen Spezialität viel mehr: Barolo. Gute Vertreter dieses vollen, leidenschaftlichen und vielschichtigen Weines wachsen nach Jahrzehnten über sich hinaus.
     

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