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22-20s Biographie

22-20s

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Die 22-20s machen schon seit geraumer Zeit von sich reden. Der Spirit des Blues scheint wie ein entfesselter Beelzebub in die junge Band aus der englischen Grafschaft Lincolnshire gefahren. Tatsächlich ist Martin Trimble, der 21-jährige Sänger, Gitarrist und Songwriter der 22-20s, ein fanatischer Blues-Fan. Doch Achtung, das musikalische Szenario, das die 22-20s kreieren, hat wenig zu tun mit den verknitterten Legenden aus dem Mississippi-Delta wie Muddy Waters oder John Lee Hooker, eher beackern sie mit Wucht jene Felder, auf denen der archaische Rock'n'Roll der Stooges wurzelte, die frühen Rolling Stones keimten und zuletzt die White Stripes eine prächtige Ernte einfuhren. Die 22-20s haben sich dem puren Rock'n'Roll verschrieben. Entsprechend druckvoll und ungekünstelt kommt ihr Debütalbum "22-20s" daher. "Eines der besten britischen Rockalben des Jahres 2004", schwärmt der englische New Musical Express über das von Brendan Lynch (Primal Scream, Paul Weller) produzierte Werk. "Wir wollten eine Rock'n'Roll-Platte machen bei der es nicht darum geht, ob man Converse trägt und zum Junkie wird", so Trimble. "Und ich denke, genau das haben wir getan. Es gibt heutzutage viele Bands, die aussehen wie aus einer GAP-Reklame, was wir echt nicht nötig haben. Was wir machen, ist wirklich sehr pur."

Bereits im November letzten Jahres begannen die 22-20s mit den Aufnahmen zu ihrem nun vorliegenden Debütalbum. Ihr erklärtes Ziel: den Songs von Martin ebenso gerecht zu werden wie dem urwüchsigen Wechselspiel zwischen dem Frontmann und seinen drei nicht minder furios auftrumpfenden Begleitern, dem Bassisten Glen Bartup, dem Schlagzeuger James Irving und dem Keyboarder Charley Coombes, der sich während der Aufnahmen endgültig der Band anschloss. Auch wenn unterschiedlichste Einflüsse immer wieder aufzuspüren sind - von Buddy Guy über Jimi Hendrix bis zu den Rolling Stones - legt die Band es nie darauf an, alte Sounds authentisch wieder aufleben zu lassen. "Wenn die Stones heutzutage noch einmal von vorne anfangen würden, hätten sie sich wohl auch für den bestmöglichen Sound entschieden", vermutet Martin. "Wie die Stones hoffen auch wir einen unverwechselbaren Stil zu finden und vielleicht eines Tages ein Album aufzunehmen, das so gut ist wie 'Exile In Main Street'." Ein Gedanke, der wahrlich nicht abwegig ist, denn in den letzten drei Jahren haben die 22-20s stur und beharrlich ihren ganz eigenen Weg verfolgt, während sich die Stones am Beginn ihrer Karriere ausschließlich auf Coverversionen beschränkten.

Benannt nach einem Song der Delta-Blueslegende Skip James ("22-20 Blues"), waren die ersten musikalischen Gehversuche, die Martin Trimble mit seinem Freund Glen Bartup unternahm, geprägt von Kindheitserlebnissen. Martins Onkel hatte jedes Jahr zu Weihnachten einen Stoß alter Bluesplatten angeschleppt und den Knaben für diese Urform der Populärmusik begeistert. Tatsächlich trieben sich Martin und Glen, zunächst als Duo und später mit diversen Session-Schlagzeugern, auf diversen Blues-Festivals in Großbritannien und auf dem europäischen Kontinent herum. "Ich mag, was ihr spielt, aber das ist Rock'n'Roll und kein Blues", war einer der üblichen Kommentare eines Publikums, das ihnen nicht selten vorkam wie der Fanclub der Blues Brothers. Es war schließlich eine Peel-Session der White Stripes, die ihnen die Augen öffnete. "Man darf den starken Eindruck der White Stripes, die sie auf eine junge Gitarrenband wie uns gemacht haben, nicht unterschätzen", gesteht Martin. Die 22-20s nahmen ein paar Demos auf und verschickten sie an diverse Clubs. So verschafften sie sich nicht nur Gigs, sondern auch einen exzellenten Ruf als Live-Band, der einen wahren Ansturm der Plattenfirmen auslöste. Die 22-20s entschieden sich schließlich für Jeff Barrett, den Besitzer von Heavenly Records, der auch die Doves unter Vertrag nahm. Neben der ersten Single "Such A Fool", die in einer limitierten Auflage erschien, veröffentlichten die 22-20s das Mini-Live-Album "05/03", das neben fünf eigenen Songs mit "King Bee" auch jenen Bluesklassiker enthält, den auch die Rolling Stones auf ihrem ersten Album aufgenommen hatten. Anschließend zog sich die Band zurück, um sich in aller Ruhe auf das erste Studioalbum zu konzentrieren.

Das Warten auf dieses fulminante Debüt hat sich gelohnt. In den USA von Rich Costey abgemischt, offenbaren Songs wie "Devil In Me", "Hold On", "Such A Fool", "Why Don't You Do It For Me?" und "Shoot Your Gun" eine junge Band, die musikalisch vor Selbstbewusstsein nur so strotzt. "22 Days" triumphiert mit dem rasenden Gitarrenwahnsinn von Jimi Hendrix, wo hingegen sich das dylaneske "Friends" schon fast beschaulich ausnimmt. "Wir wollten, dass der Sound intensiv und ziemlich düster ist", gesteht Martin. "'Shoot Your Gun' ist einer der zukunftweisenden Songs, der hat diese psychedelisch treibenden Chords und ist auch nicht so bluesbetont. Wir würden es auch nicht mögen, als reine Blues Band etikettiert zu werden. Der Blues war ab einem bestimmten Zeitpunkt sehr gitarrenfixiert, während es vorher um die Stimme, das Herz und die Seele ging. Wenn man sich etwa 'Dirt' von Iggy Pop anhört, kann man wirklich diese Ursprünglichkeit spüren. Was wir machen, ist sehr persönlich und als roter Faden dient das Element des Bedrohlichen - das ist einfach ehrlich." Die 22-20s haben die Anziehungskraft beherzt aufspielender Rock'n'Roll-Frischlinge. Und die Schwerkraft des Blues nutzen sie so geschickt für eigene Energieentladungen, dass sie nun zu Recht an vorderster Front neuer Brit-Rockbands stehen. Kein Wunder, dass der Werbespot für die neue Generation des VW Golf GTI mit "Devil In Me" unterlegt wurde. Dieser gnadenlos nach vorne stürmende Song mit seiner scharf gewürzten Melodie, der räudigen Slidegitarre und dem manischen Gesang bringt die primäre Botschaft der 22-20s auf den Punkt: Vollgas Rock'n'Roll!
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