Du bist hier: Musik-Base » Bands » Interpreten mit A » Adam Freeland » Biographie

Adam Freeland Biographie

Adam Freeland

Adam-freeland_medium
"Ich liebe es, als DJ zu arbeiten, aber man führt da eine Randexistenz. Es ist schwierig, wirklich etwas zu sagen, und wir haben eine Menge zu sagen. Eine Band ist da persönlicher. Die Botschaft kommt an."- Adam Freeland

Der Dancefloor ist ein wundervoller Ort. Es dürfte schwer sein, jemanden zu finden, der das besser weiß, als DJ und Produzent Adam Freeland aus der BigBeat Hochburg Brighton. Aber Musik ist mehr als das, und auch Adam Freeland ist mehr als das. "Obwohl meine Wurzeln im Dancefloor liegen, ist es eine Erleichterung mich auch jenseits davon ausdrücken zu können. Die Idee zwölf Breakbeat-Stücke zu machen und das dann Album zu nennen, wäre für mich ungefähr so reizvoll gewesen wie ein Tritt in die Magengegend", sagt Adam.

Er scherzt nicht. Die Band Freeland hat nichts zu tun mit Doppel-CDs voll makel- und seelenlosem Mixing. Sie haben schon einige verblüffende vorwärtsgewandte Live-Shows gespielt. Ihr erster Gig in Londons "Cargo" war so voller Lichter, Projektionen, die Ohren kitzelnder Sounds und sprechender Roboterköpfe - nein, wirklich! -, dass man schon von einer DER Shows 2003 spricht. Das ist kein Nebenprojekt-Geflimmer, Free*Land macht ernst. Also, wer sind sie? Hauptsächlich sind sie zwei verrückte Chilenen, ein glatzköpfiger Schlagzeugirrwisch, eine Soul-Diva und ein DJ.

An der Gitarre: Antonio. Ein Chilene, der Pinochets Regime entkam, seinen Master in Sprachwissenschaft machte, ein politischer Aktivist und ein Gitarrenvirtuose.

Am Bass: Carlos, Antonios Cousin. Ein Tastenfreak, ein Reggae-Meister, der kürzlich sein Leben in L.A. aufgab, wo er von Fred Durst unter Vertrag genommen worden war. Doch jetzt ist alles wieder gut.

Am Schlagzeug: Jim Charmichael. Hat in den letzten Jahren wohl für alle wichtigen Bands aus Brighton (Fat Boy Slim) gespielt und ist so gefragt, dass Free*lands eigener Manager beim Debütkonzert nicht glauben wollte, dass er da wirklich live spielte.

Gesang: Alison David, diese fantastische Diva, hat Adam rein zufällig auf der Bank vor seinem Haus getroffen. Alison hat den Soul von Shirley Bassey und die rauen Funk von Betty Davis.
Auch am Gesang: Martin Fishley, ein Schützling von Horace Andy, hat ehemals mit Pressure Drop gearbeitet und ist wirklich ziemlich vorzüglich.

Die Hip-Hop-Fundamente legen Juice Aleem und Toastie von New Flash (Großbritanniens meistunterschätzte Rap-Ikonen), Cage von Smut Peddlers (Rawkus) und der unwahrscheinliche Justin G (North London Via Wales). Ebenfalls fest im Projekt waren die Co-Produzenten Damian Taylor (U.N.K.L.E., Björk, South, Prodigy) und Australiens Beste und Marine Parade-Label-Kollegen, Infusion.

Nirgendwo wird die Botschaft von Freeland so deutlich, wie auf dem Opener, "We Want Your Soul". Mit der klassischen Zeile "Your pills, your grass, your tits, your ass, your laughs, your balls, we want it all", verliert der Song keine Zeit damit, den irrsinnigen, markengesteuerten, wertlosen bedingungslosen Konsum zu verspotten. Seien Sie auf der Hut vor einem schlagenden Bill-Hicks-Sample und dem Pochen und Pulsieren von Gottes eigener Basstrommel. Dies ist der größte Dancefloor-Moment des Albums.

"Das Stück handelt von der zerstörerischen Seite der Konsumkultur", sagt Adam. "Davon, wie uns sinnloser Mist eingeflößt wird, der uns von den Themen ablenkt, die wirklich wichtig sind. Das ist das erste Mal überhaupt, dass ich versucht habe einen Text zu schreiben, aber es ist ein Thema, dass mich stark beschäftigt. Bill Hicks war lange Zeit mein Held, er war so verdammt lustig, aber auch ganz vorne dabei, wenn es darum ging, die bescheuerte Illusion aufzudecken, in der wir leben."

"Es war sehr gewinnbringend für uns, diese Platte in Amerika zu spielen", so Adam weiter. "Ich habe immer gedacht, das würde einige Leute abschrecken, aber Kids kommen mit diesem psychotischen Blick auf mich zu und sagen: ,Du hast keine Ahnung, wie wichtig es für uns ist, diese Botschaft gerade jetzt zu hören.'"

Der Höhepunkt des Albums, "Supernatural Thing", wird von Alison Davids laszivem Gesang bestimmt, ihrem Gurren und Seufzen. "Das ist ein Liebeslied", sagt Adam. So einfach ist das.

"Mind Killer" wird dagegen von einer großen Angst angetrieben. Inspiriert von der Zeile "Fear is the mind killer" von Frank Herberts Dune, geht es in dem Song darum, die Angst zu überwinden, "sie ist ein von den Medien hervorgerufenes, komatöses Betäubungsmittel." "Es rockt, es macht Angst, es ist hart", erklärt Adam, "es geht darum, loszulassen. Wir Leben in einer Kultur, die Angst nutzt, um uns unten zu halten, uns zu kontrollieren - sei es Terrorismus, SARS, Pädophilie, und wir werden dadurch konditioniert."

Die schiere Lebensbejahung scheint dagegen durch den von Toastie und Juice erzeugten Elektro -Schauder "Heel And Toe", "Now And Them" schließlich beschwört die allumfassende Leidenschaft für Musik und das Leben an sich. Eine Leidenschaft, die unauslöschlich von Adams Tour-Erfahrungen geprägt ist, aber erst durch die Zusammenarbeit mit diesen talentierten Sängern, Musikern und Produzenten zu voller Blüte gelangte. Adam hat den Mix von "Now and Them" am 24. Dezember 2002 fertiggestellt. "Das war ein stolzer Moment", sagt er. "Als DJ habe ich immer versucht, meine Botschaft nach vorne zu bringen, doch ich hatte nur sehr limitierte Ausdrucksmöglichkeiten, aber jetzt kann ich mir endlich Luft machen!"
Diese Seite speichern bei:   Diese Seite zu Favoriten.de hinzufügen   Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen  

Mehr Informationen zu Adam Freeland



0 Kommentare zu Adam Freeland Biographie

Es sind noch keine Kommentare vorhanden. :(