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Anastacia Biographie

Anastacia

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Einmal im Jahr rekapitulieren Journalisten die Veröffentlichungen der letzten zwölf Monate, um eine Liste der wichtigsten Alben des Jahres zu erstellen. Musikfans wählen ihre Lieblinge im Rahmen von Award-Shows und Plattenkäufer zeigen durch ihre Kaufentscheidung unmissverständlich, welche Alben ihnen am besten gefallen. Und manchmal stellt sich dabei heraus, dass es Veröffentlichungen gibt, die herausragen; Musik, die mitreißend ist, anrührend, aufrichtig und echt – und Journalisten wie Musikfans überzeugt.

Im Jahre 2000 veröffentlichte Anastacia ihr Debütabum „Not That Kind“ und war damit europaweit äußerst erfolgreich. Mit ihrem zweiten Album, „Freak Of Nature“, bestätigte sie 2002 ihren Ausnahmestatus. In den vergangenen vier Jahren fanden ihre Alben mehr als zehn Millionen Käufer und die Künstlerin wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Die Fans lieben die zierliche Person mit der gigantischen Stimme, denn sie ist sympathisch, ehrlich, laut, fröhlich und auf dem Boden geblieben. Und dann schien im Januar 2003 für einen kurzen Moment alles zum Stillstand zu kommen: Anastacia bestätigte, dass sie an Brustkrebs erkrankt war. Aber sie beschloss, nicht auf das zu verzichten, was ihr am meisten bedeutete: Die Musik. Kurz vor ihrer Operation im Februar 2003 filmte sie in New York noch „Love Is A Crime“ für den „Chicago“-Soundtrack. In den folgenden Monaten weinte und lachte sie, sie kämpfte, sie sang – und sie schrieb. Sie wollte stark sein für sich, die Fans und die Musik. Und sie meisterte diese schwierige Situation.

Im September 2003 ging Anastacia mit den Grammy-Preisträgern Glen Ballard (u.a. Alanis Morrissette, Dave Matthews Band), Dallas Austin (u.a. TLC, Pink, Monica, Boyz II Men, Madonna) und Dave Stewart ins Studio und machte sich auf eine, wie sie selbst sagt; “nicht ganz einfache, kreative Reise”. „Sprock Music“ nennt Anastacia ihren Stil (eine Mischung aus Soul, Pop und Rock) und herauskam schließlich ihr drittes Studioalbum mit dem Titel „Anastacia“. Obwohl ihre Ärzte sie warnten, dass die Behandlung anstrengend werden würde, fühlte sich Anastacia für die Aufnahmen gewappnet – anfangs. „Die Erfahrung war unschön“, sagt sie. „Ich sehe immer die positiven Seiten des Lebens, aber diese Platte zu machen war wirklich anstrengend. Mein Arzt sagte mir, ich würde mich müde fühlen, aber so etwas habe ich nicht erwartet. Ich konnte mich kaum konzentrieren. Ich habe eine Strophe geschrieben und dann fand ich keinen Refrain; dann hatte ich den Refrain und plötzlich fehlte mir die Bridge. Ich konnte nicht sprechen, nicht denken, war total daneben. Ich litt unter Schlaflosigkeit. Es war wirklich hart.“

Am Ende hat es Anastacia geschafft und in sechs Monaten ein großartiges Album aufgenommen. Die zwölf Songs auf „Anastacia“ basieren auf existenziellen Erfahrungen und Emotionen einer reifen und brillanten Songschreiberin. Anastacias Stimme klingt kraftvoll und einzigartig wie immer. „Ich wollte eine Platte machen, die rockiger klingt und das hat ziemlich gut funktioniert. Dieser extrovertierte Ansatz steht in einem interessanten Kontrast zu den Texten, die sehr persönlich und nach innen gekehrt sind.“ Natürlich lässt sich in jedem Stück ein Bezug herstellen zu der Kräfte zehrenden Zeit, die Anastacia in den vergangenen Monaten durchlebt hat. Zu hören etwa bei der straighten Rocknummer „Time“, in der Leidenschaft und dem Ideenreichtum der Gesangsparts von „Left Outside Alone“ und „Sick-n-Tired“ oder in der rührenden und aufwühlenden Aufrichtigkeit von „Heavy On My Heart“. „Mir war klar, dass dieses Album unglaublich persönlich werden wird”, sagt Anastacia. „Ich wollte in meinen Texten und Melodien authentisch sein – und trotzdem eine positive Botschaft vermitteln. Ich muss das Leben einfach durch einen rosarote Brille sehen, auch wenn mein Blick, wie in den vergangenen Monaten, empfindlich getrübt wird.“

Die Arbeit an ihrem neuen Album war zweifellos eine schmerzhafte Herausforderung für Anastacia, doch in ihrem unumstößlichen Optimismus sieht sie ihre Krankheit sogar als kreative Chance. „Kunst ist am besten, wenn Leid mit im Spiel ist. Es ist doch eine Tatsache, dass einige der größten Schriftsteller, Dichter und Musiker ihre besten Werke unter seelischem Druck geschaffen haben. Ich schätze, irgendwann sehe ich das vielleicht auch anders, aber im Augenblick bin ich fest entschlossen, die Dinge genau so für mich zu interpretieren.“

Anastacia hat ihr Innerstes gezeigt – und ist jetzt gespannt auf die Reaktionen ihrer Fans. „Ich habe diese Platte für sie gemacht und möchte sie mit ihnen teilen. Ich hoffe, die Fans nehmen das Album gut auf. Es ist so, als ob man jemandem sein dunkelstes Geheimnis zeigt und hofft, dass man geliebt und verstanden wird. Wenn die Fans mich immer noch mögen, dann weiß ich, das alles okay ist.“

Songs zu schreiben ist immer eine Herausforderung – und manchmal ist es härter als gewöhnlich. Anastacia ist es gelungen, ihr persönliches Schicksal in grandiosen Songs zu verarbeiten. Und ihr drittes, selbstbetiteltes Album ist vielleicht gerade deshalb ihr bestes. Es bedarf keiner weiteren Erklärung. „Anastacia“ ist mitreißend, anrührend, aufrichtig und echt.
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