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Asian Dub Foundation Biographie

Asian Dub Foundation

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Mit jedem neuen Album und Konzert stehen die Initialen ADF für Integrität, politisches Engagement und die energiegeladene Fusion musikalischer Stile. Seit der Veröffentlichung des ersten Albums "Facts And Fiction" 1996 hat das Kollektiv - eine Bezeichnung die eigentlich besser passt als "Band" - eine rasante Entwicklung durchgemacht: von immer engagierteren Auftritten über das Aufgreifen sensibler Themen bis hin zur Einbindung neuer spannender Ebenen in ihr Soundspektrum. Die Laufbahn von ASIAN DUB FOUNDATION erinnert ein wenig an die Big Boys der britischen Rockszene "The Clash". Auch wenn sie mit ihrer früheren Arbeit es nicht geschafft haben, das ganz große Publikum zu erreichen, verbreiten die "Midi Warrors" (wie sie sich selbst gerne nennen) mittlerweile überall Enthusiasmus und sichern sich den Respekt vieler Menschen.

Mit den Auftritten ihres Soundsystems, bestehend aus Bassist und Lehrer Dr. Das, DJ und Bürgerrechts-Aktivist Pandit G und dem brillanten MC Deedar Zaman haben ASIAN DUB FOUNDATION 1993 den Grundstein für ihre multikulturelle Identität gelegt. Später kam Gitarist Chandrasonic und Programmierer-Wunderkind Sun J hinzu. Die Band entwickelte sich über Auftritte bei Anti-Rassismus-Konzerten zu einem der großen Herausforderer der britischen Musikszene, die noch immer von Britpop-Fieber regiert wurde. Alle Mitglieder von ASIAN DUB FOUNDATION sind Immigranten-Kinder, die in England geboren wurden und die ein offener Zugang zur Musikkultur eint. Von aktuellen Elektronic-Vibes und traditioneller östlicher Musik bis hin zu rebellischen Rhythmen von Punk-Rock und HipHop, allesamt Ausdrucksformen in ihrem täglichen Kampf für Respekt und Toleranz.

Ihr Charisma und soziales Bewusstsein hat bei vielen großen Namen der Musikbranche viel Anerkennung und Lob gefunden. Nach der Veröffentlichung ihres zweiten Albums "R.A.F.I."(1997) waren ADF mit Primal Scream auf Tour, kurz bevor sie als Support für ein David Bowie Konzert eingeladen wurden. Die Kampagne für die Freilassung von Satpal Ram (ein eingewanderter Arbeiter, der des Mordes für schuldig befunden wurde, weil er sich bei einem rassistischen Angriff selbst verteidigt hatte), rückte die Band ins Rampenlicht. ASIAN DUB FOUNDATION wurden eingeladen, um auf dem "Fuki Rock Festival" in Japan zu spielen, wo sie bereits eine große Fangemeinde hatten noch bevor sie mit den Beastie Boys auf Tour gingen. Nach der Veröffentlichung des dritten Albums "Community Music" (1999) kamen die Drummer Rocky Singh und Pritpal Rajput (der die Dohl spielt, eine traditionelle Panjabi Trommel) dazu, und die Band sicherte sich ihr Ansehen durch hoch energetische Live-Perfomances. Inspiriert durch die soziale Aussage von "Hass", ein Film von Mathieu Kassovitz über das Leben von drei Teenagern in den Vororten von Paris (Ghotika), haben ASIAN DUB FOUNDATION den Soundtrack neu geschrieben und bei der Aufführung des Films live gespielt. Doch der Auftritt, der alle am meisten bewegte, war am 31. März 2001 im Barbican in London, als Satpal Ram, der gerade ein Tag vorher frei gesprochen wurde, mit der Band auf der Bühne stand. Als Deedar sich entschied aufzuhören, hatten ADF die zwei MC's Aktar und Spex eingeladen, um die Band auf ihrem nächsten Abenteuer zu begleiten: die Aufnahmen zu ihrem vierten Album "Enemy of the Enemy" (2003).

Stark beeinflusst von den großen weltpolitischen Ereignissen (die Öffnung der europäischen Grenzen und den 11. September) offenbarte dieses Album auch die Fähigkeit des großen Produzenten im Bereich des britischem Dub Adrian Sherwood (Chef des On-U Sound Labels). Außerdem hatten ASIAN DUB FOUNDATION auf ihrem Album noch einen unerwarteten Gastkünstler eingeladen: Sinead O´Connor, die das Thema von häuslicher Gewalt für das Lied "1,000 Mirrors" eingebracht hat. Ed O`Brien, der Gitarrist von Radiohead, war bei der zweiten Session dabei und so kam es, dass die zwei Bands zusammen eine Europa Tour starteten. Im August 2003 begleiteten ADF den französischen Aktivisten José Bové bei seiner Anti- Globalisierungs-Tour durch die Larzac Region in Frankreich. Mit "Keep Banging on the Walls" wurde zu dieser Zeit ebenfalls eine ihrer besten Live-Perfomances auf DVD und CD veröffentlicht.

Um nicht für immer und ewig auf ihrem charakteristischen Sound, der sich im Bandnamen widerspiegelt, reduziert zu bleiben, haben ASIAN DUB FOUNDATION entschlossen, sich sozusagen "neu zu erfinden" und eine Anzahl neuer Mitglieder in ihr Team einzubinden. Ghetto Priest (ein Künstler des On-U Labels) war der Erste Neueinsteiger und gab den Songs auf "Tank" eine neue Ausrichtung. Der stetige Einfluss von Priest rief den genialen Sänger Horace Andy aus Jamaica auf den Plan, ein großartiger Kontrast zu dem eher Hip Hop-lastigen Spex. Durch die Zusammenarbeit mit Ben Watkins (Komponist des Soundtracks zur Matrix Trilogie und Mitglied von Juno Reactor) und Adam Wren (Leftfield's Sound Engineer) haben ADF eine mehr elektronische Richtung eingeschlagen, wie gleich der unwiderstehliche Dance-Rhythmus des Album Openers (und erste Single) "Fly Over" zeigt. Allein dieser Song fasst all das zusammen, was die Besonderheit von ASIAN DUB FOUNDATION ausmacht: Musik zu machen, die den Geist UND Körper bewegt durch Schaffung von Bewusstsein für die Probleme unserer Zeit auf der Tanzfläche. Klingt etwas abgehoben, aber das ist nun mal die Philosophie dieser Band.

Wie der Titel schon andeutet ist "Tank" ein Album, das in einer Zeit der Kriege entstanden ist. Der Song "Oil" beschäftigt sich mit der Abhängigkeit von ökonomischen Interessen aller beteiligten Länder; "Take Back the Power" ist ein Anprangern des Machtmissbrauchs von Diktatoren; "Warring Dohl" bezieht sich auf die Situation in Pakistan und Bangladesh, während "The Round Up" eher wie eine generell finstere Warnung klingt: "Wenn du den Trommelmarsch hörst / weißt du, dass deine Zeit bald gekommen ist". Genau wie beim letzten Album sprechen ADF in den Texten ganz offen ihre Meinung aus, wobei die geballte Energie das Ganze davon abhält, zum Dogma zu verkommen. Auf "Tank" zeigt das Kollektiv erneut seine Offenheit für neue Sounds: Mad Mike von Detroit Underground Resistance (gegründet mit Jeff Mills), ein weiterer großer Name im Land der Integrität, spielt bei "Powerlines" mit, während bei "Tomorrow Begins Today" originale Reggae-Klänge zum Zuge kommen. "Melody 7", das instrumentale Abschlusslied des Albums, erinnert an die Arbeit der Band zu dem Soundtrack für "Hass", die sie zu La Bataille d`Alger (ein Film der aufgrund seiner politischen Aussage 1965 verboten wurde) wieder aufgenommen haben. Das Ganze ist aktueller denn je, denn das Pentagon hat den Film 2003 im Rahmen ihres Krieges gegen die irakischen Rebellen angeschaut.

Nach einer großen Anzahl von Konzerten in England und dem Abschluss ihrer Arbeit am Album "Tank" planen ASIAN DUB FOUNDATION bereits ein neues Projekt. Das englische National Theatre hat dem Kollektiv den Auftrag gegeben, eine Oper über das Leben des Herrschers von Lybien, Colonel Gadaffi zu schreiben und performen. Dieses Projekt stellt eine große Herausforderung für die Band dar, die dafür sicherlich die richtige Wahl war. Außerdem haben sich ADF kürzlich mit Chuck D, dem Gewissen von Public Enemy, für drei explosive Tracks zusammengetan (inklusive zwei Remixe von "Black Steel" und "Fight the Power"), die wahrscheinlich auf dem "Open-Disc" Menü exklusiv für die Käufer des Albums angeboten werden. Nach mehr als zehn Jahren intensiven Engagements an der politischen und musikalischen Front beweist auch das neue Album "Tank", dass Musik immer noch eines der besten Mittel zur Massenmobilisierung darstellt: der Effekt ist unwiderruflich und die Wirkung setzt sofort ein, nämlich die Gleichheit aller zumindest auf der Tanzfläche zu erreichen.
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Es begann alles 1993 mit einer Organisation namens "Community Music", based in London, wo ein Bassist namens Dr. Das Unterricht in "Music technology" gab. Dr. Das schloss sich mit einem seiner Schüler, dem Rapper Deeder Zaman und einem Demonstranten, dem DJ Pandit G zusammen, um das ADF Soundsystem zu gründen. Ihr Ziel: das Performen von Anti Rassismus Konzerten. ADF vergrößerten sich ein Jahr später mit dem Dazukommen von Gitarist Chandrasonic. Die Ankunft von Sun-J 1995 (einem militantem Radikalen) komplettierte die Gruppe.

Facts and Fictions, ihr erstes Album (released 1995 durch Nation Records), erschien quasi unbemerkt in einem Land, das stark von Retro Pop Gitarren infiziert war. Zu dieser Zeit hatten Asiaten in Britannien noch keine wirklich Akzeptanz gefunden. Auf der anderen Seite des Kanals jedoch, begegnete man der Band mit einer starken Begeisterung. ADF wurden schnell zu einer Instanz in Sachen Live Performance, vor allem in Frankreich wo ihr zweites Opus, R.A.F.I., 1997 veröffentlicht wurde. Rafi's Revenge, eine neue Version von R.A.F.I., die länger und re-recorded war und die nahm die Energie aus den Live Erfahrungen der Band mitnahm, kam im darauffolgenden Jahr raus.

Durch eine gemeinsame Tour im Sommer 1997 durch England mit Primal Scream wurden die britischen Medien auf ADF aufmerksam. Beide Bands arbeiteten an der gemeinsamen Single "Free Satpal Ram" einem Stück über die Lebensbedingungen und die vielen Ungerechtigkeiten mit denen Asiaten im Vereinigten Königreich zu kämpfen hatten.

ADF tourten 1998 ausgiebig, betonten dabei Ihre Stärke als Bühnenband und zogen ein immenses Publikum an verschiedenster Klassen an. ADF performten bei zahlreichen britischen und kontinentaleuropäischen Festivals, ebenso wie auf dem Fuji Rock Festival in Japan. Zu Ihrer großen Überraschung wurden sie auch in den Vereinigten Staaten enthusiastisch empfangen, wo sie als Vorband der Beastie Boys auftraten.

Asian Dub Foundations bewundernswerter Kampf gegen die Verurteilung asiatischer Musik, wie auch der asiatischen Bevölkerung im Allgemeinen wurde im Dezember 1998 mit der Verleihung "BBC Asian Award For Music" geehrt.

Dank diesen Awards erhielt ADF Spenden des "London Arts Board", mit denen sie Ihr Programm ADF Education (ADFED) unterstützen konnten, ein Lernprogramm, mit dem man jungen Menschen die Technologie der Musik beibringen konnten. ADFED ist mittlerweile eine unabhängige Organisation, die mehrere Musikworkshops in London leitet.

Im Frühling 1999 startete die erste USA & Kanada Tour der ADF. Als Opener war die japanische Band Audio Active dabei. Diese "Asian Invasion"-Tour war ein gigantischer Erfolg, ein Grossteil der Konzerte war ausverkauft. Im März 2000 veröffentlichten ADF dann ihr drittes Album "Community Music".
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