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Bell Book and Candle Biographie

Bell Book and Candle

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- Am Anfang war der Hit -
Gleich mit der ersten Single-Veröffentlichung einen Hit zu landen, wirft einen erst einmal ziemlich aus der Spur. „Rescue Me“ war mehr als das, das war ein Mega-Hit, der eine weltweite Erfolgsspur durch 20 Länder nach sich zog. Gold, Dreifachgold, Platin, Top-Positionen überall in den Charts für die Single und das nachfolgende Debut-Album „Read My Sign“. Die Jahre 1997 und 1998 sind für „Bell, Book + Candle“ eine emotionale Achterbahn. Anfangs ungläubiges Staunen über unglaubliche Erfolge, die Branche schmeichelte den stolzen Musikerseelen, der Erfolg streichelte die adrenalingeweiteten Nervenbahnen und vor lauter Jubel und Freude kriegten die drei gar nicht so richtig mit, wann die Sache anfing, kalt unter die Haut zu kriechen.

- Die Kehrseite der Medaille -
Die Marketingmaschinerie lief noch auf vollen Touren, und klar, der Bankdirektor fing an, eilfertig zu grüßen, wenn sie in die Schalterhalle kamen. Aber die Verlesung der Chartpositionen von irgendwo in der Welt wurde zur wöchentlichen Reporting-Routine. Das Kofferpacken war nicht mehr von Vorfreude auf Reisen in unbekannte Städte begleitet, sondern von der Hektik, den frühen Red-Eye-Jet kriegen zu müssen. Wie sehr ihnen privates Leben fehlen würde, die Familien und ihre Entscheidungsfreiheit, was man mit dem Tag anfangen könnte, stellten sie nach 3 Monaten Promoreise ohne einen einzigen freien Tag fest. Das Schlimmste aber war, keine Zeit mehr zu haben, um gemeinsam neue Musik zu machen. Man stand zwar dauernd irgendwo auf einer Bühne, aber das war Chartbedienung. Die Kreativität war auf der langen Strecke geblieben. Einmal wieder ins Studio, ohne Erfolgsdruck, ohne dass einem ständig jemand auf den Füßen herumstand und in eine Richtung wies, die nicht die ihre war. Vor die Gretchenfrage ihrer Plattenfirma gestellt, ob sie künftig Single-Hitlieferanten sein oder sich etwa auf zeitraubende Albumarbeit fokussieren wollten, entschieden sie sich für Letzteres und riskierten den Support ihrer damaligen Plattenfirma.

- Zwei Schritt zurück und dann nach vorn -
Das danach veröffentlichte Album „Longing“ war noch ein Kompromiss. Aber die nächsten CDs „The Tube“ und „Prime Time“ zogen durchaus zufrieden stellende Erfolge nach sich. Zumindest die Band war mit dem Erfolg zufrieden, die Medien und ihr Publikum waren es auch, aber Label und Plattenfirma verglichen immer nur mit dem kommerziellen Ergebnis der ersten CD. Bell, Book + Candle hatten die Nase voll und zogen die Konsequenz. Sie suchten sich ein neues Umfeld, in dem sie entspannt und vertrauensvoll arbeiten konnten.

- Weiter geht’s mit der E-Klasse -
Sie richten sich ein eigenes Studio ein, in dem sie Tun und Lassen können, wann und was sie wollen. Sie agieren jetzt unter einem eigenen, gemeinsamen Labeldach (multirecords), nehmen das Marketing in eigene Hände und haben sich ein Experten-Team zusammengestellt, das den Enthusiasmus für ihre Musik teilt und sie mit Erfahrung und Engagement unterstützt.

- Jana Groß, die Frontfrau -
Erotische Voodooprinzessin im sinnverwirrenden Schneewittchenlook:
Ihre eindringliche, markante Stimme besticht mit charakteristischem, sexy Überkick. Das ist nebenbei kein bewusstes Stilmittel, das kommt einfach von selbst. Sie ist offen, direkt und traut sich was, man ahnt aber eine dunkle, geheimnisvolle Seite in ihr. Hat früher als Tresenfee in der Gecco-Bar, der absoluten In-Bar am Berliner Ku’damm, tief in verlorene und verlassene Seelen geschaut und sich inspirieren lassen für ihre verwunschenen Lyrics über desolate Emotionen. Ob in Romanen oder Filmen oder tiefgehenden Gesprächen – sie speichert die sentimentalen oder dramatischen Gefühle, die aus Liebesbeziehungen, Tod oder Abschied resultieren. Eine auf Anhieb faszinierende Melodienskizze oder Songidee von Andy und Henne sind dann der Auslöser für Worte und Zeilen, die sich wie selbstverständlich zusammenfügen zu dem Minuten-Konzentrat aus großen Gefühlen und kleinen Storyboards, die einen guten Pop-Song ausmachen, der nachklingt und der sich nicht allzu schnell abhören soll. Sie schreibt in Englisch, weil ihr die ganze Welt offen steht. Grenzen, Schubladen oder Sprachtrends sind nicht ihre Sache.

- Hendrik Röder, Bass -
Vollblutmusiker mit abgeschlossenem Fernstudium an der Händel Hochschule in Halle. Das war damals Voraussetzung für ein Musikerdasein – vielleicht die beste von allen Vorschriften jener Zeit. Wirkt in verschiedenen Bandprojekten mit, lässt sich inspirieren mit der Rockmusik der 70-er Jahre. Fungiert innerhalb des Trios als Emulgator von Andys musikalischen Layouts und Janas Textideen. Poliert, feilt, bis der Groove stimmt.

- Andy Birr ,Gitarre, Schlagzeug -
Bilderbuch-Musiker, seitdem ihm Stiefel passen. Immer ein wenig übernächtigt und zerknautscht. Studium an der Hanns Eisler Musikhochschule Berlin. Erprobte sich in diversen Bands, war mit Nina Hagen im Studio und gehörte zur Band von Lucilectric bevor Bell Book + Candle zur Passion wurden. Steht latent unter Kreativitätsschub und hat immer neue Ideen. Nach ihm dürfte eine Produktion nie zum Abschluss kommen.

- Bell Book & Candle -
Als die Musiker Andy Birr und Henne Röder im Jahr 1987 in einer Bar die schöne Jana Groß kennen lernten und feststellten, dass sie nicht nur eine magische Ausstrahlung hat, sondern auch über eine tolle, unverwechselbare Stimme verfügt, war das die Sternstunde einer neuen Band. Jana hatte keine Lust auf einen regulären Job mit Chef und Personalakte und für die Gen-gesteuerten Männer gab es sowieso nur ein Ziel: Musik. Die musikalische und menschliche Übereinstimmung passte. Alles wurde gut und alles ist noch heute gut, über alle ups und downs eines Musikerlebens hinweg. Alle drei waren – und sind - Träumer, ihre Phantasie kennt keine Grenzen. Die realen Grenzen hatten sie sowieso für sich ausgeblendet. Schon während der Schulzeit waren Henne und Andy überzeugt, eines Tages mit ihrer Musik weltberühmt zu werden. Und Jana überlegte sich schon am ersten Probentag im Studio, was sie dereinst zur Goldverleihung anziehen würde.

Bell, Book* & Candle waren die drei Hilfsmittel, mit denen im Mittelalter verirrten Seelen der Teufel ausgetrieben wurde. Der Begriff stammt aus einem Buch über Hexenmacht und Teufelswerk von John William Van Druten. In der Hitchcock-Ära gab es auch einen Bell, Book + Candle-Film von Richard Quine. Der deutsche Titel verlor dabei etwas an Magie: „Meine Braut ist übersinnlich“, aber die kühl-sinnliche Kim Novak glich das wieder aus.
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