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Ben Hamilton Biographie

Ben Hamilton

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Der amerikanische Schriftsteller John Irving sagte sinmal: "Literatur muss besser gemacht sein als das Leben". Eine Weisheit, wie sie nicht treffender auch das Wesen der Musik beschreiben koennte. Doch was ist, wenn das eigene Leben die besten Geschichten erzaehlt? Zu dieser raren Spezies Mensch gehoert der Singer-Songwriter Ben Hamilton.

Als Spross eines alten, englischen, aber ungluecklicherweise zudem auch verarmten Adelsgeschlecht in Oxford geboren, verdankt Ben Hamilton seine ersten musikalischen Einfluesse einer Kommune, der sich seine Eltern kurz nach seiner Geburt anschlossen. Bei dieser handelte es sich nicht um die uebliche abgekaute Oeko-Hippie-Kombination, sondern um die Mitglieder der britischen 70er-Jahre-Kultband "Traffic".

Bis zum Alter von drei Jahren residierte der kleine Hamilton dort gluecklich zwischen Grasschwaden und spontanen Rock-Jams, um dann von seinem exzentrischen Kuenstlervater, uebermannt von der Vision im Weichzeichner-Licht der Toscana grossformatige Religionsschinken zu malen, nach Florenz verschleppt zu werden. Dort zupfte Hamilton Junior in einem Florenzer Renaissance Pallazzo, umgeben von Puttenengeln und italienischen Deckenmalereien, seine ersten Akkorde auf der Gitarre.

Mit 14 machte Vater Hamilton dem freizuegigen Hippie-Daseins seines Sohnes ein brachiales Ende und versandte ihn kurzerhand zum Zwecke der Zucht und Ordnung-Erfahrung auf ein englisches Elite-Internat. Als der wenig anpassungsfaehige Sohnemann dann mit 17 von seinem Vater vor die Wahl "Australien oder Abi" gestellt wurde, entschied sich der wagemutige Jungspund Hamilton natuerlich für das Abenteuer Australien. Downunder ass er als Aushilfscowboy Bullenhoden am Spiess, arbeitete als Tuersteher in einem Stripclub im Rotlichtmilieus Sydneys und schrieb ganz nebenbei in dem abgeranzten Stundenhotel, in dem er sich eingemietet hatte, seine ersten eigenen Songs.

Aus akuter Geldnot kehrte er wenig spaeter nach Europa zurueck, um sich als reisender Strassenmusikant in London, Lisabon und Florenz seinen ersten Applaus und abends eine warme Mahlzeit zu verdienen.
In Florenz lockte die stimmgewaltige Sirene Ben Hamilton in einer Passantenunterfuehrung den Berliner Produzenten Stefan Fischer in sein Netz, der ihn daraufhin umgehend nach Berlin importierte.
Dort stiess der zu diesem Zeitpunkt schon fleissig selbst komponierende Hamilton auf die frisch erbluehte Elektroszene. Eine Konfrontation, die nicht nur in einer kurzen Zusammenarbeit mit dem Berliner Elektrofrickler Wolfgang Brodauf (Vistacolor) muendete, sondern auch nachhaltige Spuren in Hamiltons Songwriting hinterlassen sollte.

Doch auf nur einer Hochzeit tanzen, war dem Musikmaniac Hamilton nicht genug. So supportete er in Berlin renommierte Altstars wie Mark Eitzel und Songwriter Elliott Smith, war Frontsaenger der Berliner Band "Tracy", arbeitete an einem Bandprojekt mit seinem Bruder Gilles Allom in Australien und schrieb in jeder frei verbliebenen Minuten genug Songmaterial, um damit ohne weiteres drei Doppelalben plus Bonustracks zu fuellen.

Und wir ahnen es schon, an dieser Stelle ist diese filmreife Biographie eines jungen britischen Musikers natuerlich nicht zu Ende, denn irgendwann kaufte sich das musikalische Allroundtalent Hamilton einen Computer und beschloss, sein Glueck als Solokuenstler zu versuchen.

Aufmerksamen Naturen mag Hamiltons Werdegang schon verraten haben, was das Markenzeichen seiner Musik ist: Hamilton ist ein Einzelkaempfer. Ein "lonely rider". Einer, der sein Ding alleine durchzieht. Denn für nichts anderes steht Strassenmusik. Seine Songs sind direkt und lebensnah, aber nie eindimensional und seine raue Stimme ist die Klammer , die alles zusammenhaelt.
Obwohl Hamilton seinen klassischen Singer-Songwriter-Roots verpflichtet bleibt, ueberrascht er immer wieder durch bewussten Stilbruch mithilfe der unerschoepflichen Loop-Palette seines gecrackten "Reason".

Ben Hamiltons Songs sind gehaltvoll; nichts für Freunde der Konservenkost. Seine Texte bleiben poetisch unkonkret, zielen ab aufs Bauchgefuehl und entziehen sich der Schaltzentrale Kopf.
Der Hamilton Kosmos ist kein Ort für einen kurzen Zwischenstopp. Wer ihn einmal betreten hat, will ihn so schnell nicht wieder verlassen. Doch wozu auch? Zu erzaehlen hat Ben Hamilton ja schliesslich genug.
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