Du bist hier: Musik-Base » Bands » Interpreten mit B » Bertine Zetlitz » Biographie

Bertine Zetlitz Biographie

Bertine Zetlitz

Bertine-zetlitz_medium
"In meiner Musik trifft Peter Pan auf Alice im Wunderland. Die Musik klingt fröhlich, aber gleichzeitig dunkel und mystisch. Die skandinavische Seele scheint immer durch. Ich wollte eine Mischung von beidem, von der Leichtigkeit des Pop und meinen nordischen Wurzeln." Norwegen kann stolz sein auf Bertine Zetlitz. Nicht umsonst ist die im kühlen Space-Look auftretende Popdiva, die in ihrer Heimat einen Hit nach dem anderen in die Umlaufbahn schießt, mit drei norwegischen Grammys ausgezeichnet worden. "Sweet Injections", ihr letztes Album, belegte wochenlang Platz eins in den norwegischen Albumcharts und übersprang locker die Platinmarke. Gleichwohl deutete die strohblonde Sängerin aus Oslo bereits mit diesem in London aufgenommenen Werk ihre internationalen Ambitionen an, die auf ihrem nunmehr vierten Album "Rollerskating" noch stärker hervortreten. So dürfte Bertine Zetlitz außerhalb Skandinaviens nicht mehr lange ein Geheimtipp bleiben.

Die nordische Schönheit mit den stahlblauen Augen hat mit ihrer Mixtur aus abwechslungsreich arrangiertem Elektropop, klassischen Dancefloor-Sounds, modernen R&B-Ingredienzien und verführerischen Balladen eine Formel gefunden, die von Popfans in aller Welt verstanden wird. Songs wie der pulsierende Albumauftakt "Ah-Ah", das mit HipHop-Beats flirtende "Back Where I Belong" und die mit nostalgischer Disco-Coolness auftrumpfende Single "Fake Your Beauty" betören mit einem ganz eigenen Zauber, der auch auf jeder Tanzfläche seine Wirkung nicht verfehlt. Und besonders die kleinen, fast unmerklichen Akzente sorgen für zusätzliche wohlige Schauer: der elfenhaft verhuschte Gesang von "Candy", das auf Klavier, Stimme und Fingerschnippen reduzierte "Broken" oder etwa die melancholische Verträumtheit des Albumausklangs "If You Were Mine".

Die Künstlerin träumte schon früh von einer Musikerkarriere und schrieb bereits mit zwölf Jahren erste Songs. Nach einer klassischen Musikausbildung versuchte sie, inspiriert von Tracy Chapman und Annie Lennox, als Sängerin und Songwriterin Fuß zu fassen. Mit Erfolg: 1996 erhielt die 21-jährige mit der erfrischend klaren Stimme einen Plattenvertrag von EMI. 1998 veröffentlichte Bertine Zetlitz ihr Debütalbum "Morbid Late Night Show", für das sie gleich zwei norwegische Grammys kassierte. Zwei Jahre später schaffte sie mit dem von Tore Johansson (Cardigans) produzierten Album "Beautiful So Far" den endgültigen Durchbruch in ihrer Heimat. Auch in anderen Teilen der Welt wurde man auf die zierliche Sängerin aufmerksam. Sie erhielt eine Einladung zur Teilnahme an der Lilith- Fair-Tour durch Nordamerika, die mit Chrissie Hynde und Sheryl Crow hochkarätig besetzt war. Ein besseres Entree auf dem internationalen Parkett kann man sich kaum wünschen.

2003 erschien Bertine Zetlitz' bislang erfolgreichstes Album "Sweet Injections", dem nun mit "Rollerskating" ein künstlerisches Credo folgt, das auf genialische Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft. Tatsächlich schlagen die elf Songs einen Bogen von Madonna bis Giorgio Moroder, von Prince bis zu den Pet Shop Boys, und in manchen Momenten, etwa bei der jazzigen Pop-Eleganz von "If You Buy The Blue One" oder beim beherzten Groove des Titelstücks, fühlt man sich an Goldfrapp oder Saint Etienne erinnert. Bei all den möglichen Assoziationen tragen die Songs eindeutig die Handschrift von Bertine Zetlitz, die sich von ihren Lieblingsplatten von Prince bis Phoenix gerne inspirieren lässt, zumal es ihr erklärtes Ziel war, "ein Album aufzunehmen, das mich und meine Vorlieben widerspiegelt."

Wie "Sweet Injections" entstand auch "Rollerskating" in London. Im Gegensatz zum Vorgänger, an dem mit Howie B (Björk), Magnus Fiennes (All Saints), Yoad Nevo (Sophie Ellis-Bextor) und Richard X (Sugababes, Annie) gleich mehrere Top-Produzenten mitwirkten, setzte Bertine Zetlitz diesmal auf ihren Landsmann Fred Ball, der unter dem Namen Pleasure vor zwei Jahren mit einem eigenen Album reüssierte. "Als wir uns das erste Mal zusammensetzten, schrieben wir gleich drei Tage am Stück", erzählt Bertine rückblickend. "Am Ende hatten wir fünf Songs, die jetzt alle auf dem Album zu hören sind. Fred und ich sind gleich alt. Wir haben ähnliche musikalische Vorlieben und wollten beide packende Popsongs schreiben. Es kommt nur ganz selten vor, dass man sich mit jemandem auf Anhieb so gut versteht. So was passiert einem nur einmal im Leben. Eins ist klar: Wir werden auch in Zukunft noch öfter zusammenarbeiten."

Während der Aufnahmesession besuchte Brett Anderson das Studio in der Portobello Road. Der Sänger von Suede und The Tears, der mit Fred Ball an gleicher Stelle sein bislang noch unveröffentlichtes Soloalbum eingespielt hat, steuerte einige prägnante Gitarrenriffs zu dem atmosphärischen "Kiss Me Harder" bei. Zu den weiteren Mitwirkenden zählte die Backingband von Ed Harcourt: Gitarrist Leo Abrahams, Bassist Arnulf Lindner sowie Schlagzeuger Nick Yeatman. Hinzu kamen noch der Saxophonist Martin Slattery (Hefner, Joe Strummer) und der Sänger Kwame Ogoo, der auf dem Titelsong als Duettpartner von Bertine brilliert und auch zur ihrer aktuellen Liveband gehört, mit der sie derzeit auf zahlreichen Festivals in Norwegen gastiert.

Der Tourneeplan von Bertine Zetlitz reicht jetzt schon bis in den Oktober. Kein Wunder: Zwischen Kristiansand und Hammerfest ist "Rollerskating" mit über 80.000 verkauften Exemplaren schon längst ein Dauerbrenner. Aber auch anderenorts dürften Fans mitreißender Popmusik und unwiderstehlicher Clubhits an diesem Album nicht vorbeikommen, zumal Bertine Zetlitz' subtiles Spiel mit den Geheimnissen der Mittsommernachtsromantik wirkt wie ein nordisches Lichtspektakel am Firmament, dessen Faszination sich niemand entziehen kann.
Diese Seite speichern bei:   Diese Seite zu Favoriten.de hinzufügen   Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen  

Mehr Informationen zu Bertine Zetlitz



0 Kommentare zu Bertine Zetlitz Biographie

Es sind noch keine Kommentare vorhanden. :(