Blondie Biographie
Blondie
Amerikas großartigste Popband aller Zeiten, Blondie, ist zurück: Am 6. Oktober erscheint mit „The Curse Of Blondie“ das fantastische neue Album der Band. Es ist schlicht ein weiteres Blondie-Meisterwerk mit vierzehn kraftvollen neuen Songs – und ohne Zweifel das musikalisch abwechslungs-reichste und experimentellste Album der bisherigen Bandgeschichte. Und Blondie wäre nicht Blondie, wenn nicht einige gigantische Hits darauf lauerten, bereit, jeden Moment in die internationalen Charts zu detonieren. Darüber hinaus flirtet das Album mit der finsteren Welt des Horror-Films und trägt den augenzwinkernden Titel „The Curse Of Blondie“. Eigentlich ist ein ironischer Titel, aber lest selbst...
Einige sachdienliche Informationen vorab: Man sollte auf dem Zettel haben, dass die Band zwischen ihrem sechsten und siebten Album mal eben eine sechszehnjährige Pause einlegte. Vorausgegangen waren Zwistigkeiten innerhalb der Band, die auf dem Höhepunkt ihres unglaublichen Erfolges zum vorübergehenden Split führten. Chris, der Hauptgitarrist und Hitschreiber der Band, wäre fast an einer seltenen und geheimnisvollen Krankheit gestorben wäre. Die Mehrzahl der New-Wave- und Punk-Zeitgenossen der Band liegen mittlerweile unter der Erde oder fristen im Rentner-Paradies Florida ihr Dasein. „The Curse Of Blondie“ war unglaubliche vier (!) Jahre in der Mache - möglicherweise steckt im Albumtitel doch mehr Wahrheit, als man zunächst vermuten würde... „Es ist seit Jahren der Running Gag“, erzählt Deborah Harry, Sängerin, Songschreiberin und blondestes Mitglied der Band. „Jedesmal, wenn etwas Seltsames passiert ist, sagen wir: ‚Das ist der Blondie-Fluch‘. Viele Leute nehmen das ernst, aber eigentlich ist es albern.
Es ist ganz einfach ein Vincent-Price-Horrorfilm-artiger Titel. Ich denke, er bringt Glück.“ „Der Titel handelt davon, was für eine Nerverei das alles immer ist“, philosophiert Blondie-Gründer Chris Stein. „Alles ist ein Kampf. Aber ich denke, das ist nur zu unserem Besten. Man kann schließlich nicht bestreiten, dass die Ergebnisse exzellent sind.“ Der „Blondie-Fluch“? Es sei in diesem Zusammenhang auf die Mystik hingewiesen, die Debbies Schauspieler-Karriere von jeher begleitet: Sie spielte in dem fiesen Medien-Thriller „Videodrome“ unter der Regie von David Cronenberg und in dem unheilvollen „Six Ways To Sunday“ mit Norman Reedus. Und sie war die Muse von „Alien“-Erfinder H.R. Giger, der das Cover ihres ersten Solo-Album gestaltete. Chris seinerseits ist bekannt für seine Sammlung okkulter Artefakte berühmter Magier, bei denen Harry Potter vor Angst in die Hosen machen würde. „Der Fluch“ schlug bei diesem Album, das eigentlich bereits vor zwei Jahren hätte veröffentlicht werden sollen, erbarmungslos zu. Eigentümliche Dinge geschahen: Plötzlich waren die Tonbänder verschwunden. Aber mit „The Curse Of Blondie“ verhält es sich wie mit Zombies, Vampiren oder Schuppen – sie kommen immer wieder. Und jedes mal wenn sie wieder erscheinen, sind die wie neu: Frisch und revitalisiert.
„The Curse Of Blondie“ ist (mindestens) das insgesamt elfte Album der Band, wenn man „Best Ofs“ und Live-Alben mitzählt. Es ist das achte Studio-Album und mit vierzehn neuen Songs eines der musikalisch ambitioniertesten und überraschendsten ihren langen und faszinierenden Karriere.
Blondie tauchten als eine der faszinierendsten Popbands aus der New Yorker New-Wave- und Punk-Szene auf. Sie verweigerten sich stets einer Kategorisierung, weil sie ausschließlich die Art von Musik schufen, die sie wirklich liebten. Sie sind verantwortlich für die ersten Reggae-, Rock/Disco- und HipHop-Welthits. Sie schrieben großartigen Hooklines und brillante, ironische Texte. Sie hatten die hippsten Klamotten und die coolsten Haare. Debbie bahnte sich den Weg vom Titel der Punk-Fanzines zum Titelstar nahezu aller Magazine weltweit.
Die Ur-Blondie-Formation wurde 1974 von Kunststudent und Gitarrist Chris Stein und Ex-Fokie, Ex-Max’s-Kansas-City-Kellnerin, Playboy-Bunny und Sängerin Debbie Harry aus der Taufe gehoben. Schlagzeuger Clem Burke und Keyboarder Jimmy Destri stießen ein Jahr später dazu. Die Band spielte in den Clubs in Downtown NewYork – „CBGB'‘, „Max’s Kansas City“ und „Mothers“. Sie scharten eine stetig anwachsende Anhängerschaft um sich und nahmen 1976 ihr Debütalbum „Blondie“ auf. Es wurde 1977 veröffentlicht und stieß allerseits auf große Gegenliebe. Nach einem kurzen, erfolgreichen Aufenthalt in Los Angeles tourte die Band als Support-Act von Iggy Pop und David Bowie. Im Sommer 1977 veröffentlichten sie ihr zweites Album „Plastic Letters“ und unternahmen eine Europa- und Asien-Tour. Im März 1978 kam die Single „Denis Denis“ bis auf Platz zwei der UK Charts. In diesem Sommer arbeitete die Band mit Produzent Mike Chapman, um ihre Radiotauglichkeit zu verbessern und das Album „Parallel Lines“ einzuspielen. Die Single „Picture This“ erreichte Platz zwölf in England und der Follow-Up „Hanging On The Telephone“ sogar Platz fünf. Gegen Ende des Jahres spielte Debbie in ihrem ersten Film mit: „Union City“.
1979 gelang Blondie dann mit „Heart Of Glass“ der erste US-Nummer-Eins-Hit, der in der Folge auch in England zum Millionseller wurde. Das Album verkaufte sich weltweit über zwanzig Millionen mal. Die vierte Single aus „Parallel Lines“ mit dem Titel „Sunday Girl“ erklomm abermals die Spitze der britischen Single-Charts. Im September 1979 erschien mit „Eat To The Beat“ das vierte Blondie-Album, das gleichzeitig als Longform-Video-Album auf den Markt kam. Bevor das Jahr sich dem Ende neigte, hatten Blondie mit „Dreaming“ bereits einen weiteren fetten UK-Hit in den Charts.
Im Februar 1980 waren sie wieder einmal zurück auf Platz eins in den englischen Single-Charts mit „Atomic“. Zwei Monate später gelang ihnen in Zusammenarbeit mit Disco-Pionier Giorgio Moroder und dem Song „Call Me“ (aus dem „American Gigolo“ Soundtrack) ihr zweiter US-Charttopper. „Eat To The Beat“ wurde mit Platin ausgezeichnet und Debbie trat in der „Muppet Show“ auf. Das fünfte Blondie-Album „Autoamerian“ erschien im Januar und die erste Single daraus, eine Coverversion des Paragons/John-Holt-Klassikers „The Tide Is High“, erreichte Platz eins den UK Singles Charts. Als erster Reggae-beeinflusstes Stück überhaupt schaffte es im März den Sprung auf Platz eins der US-Charts. Kurz nach ihrem Auftritt in der TV-Show „Solid Gold“ erhielt die Band solides Album-Platin. Im August veröffentlichte Debbie Harry ihr erstes Solo-Album „Koo Koo“, das von den Chic-Genies Nile Rodgers und Bernard Edwards produziert worden war. Das Cover wurde von dem Schweizer Künstler H.R. Giger („Necronomicon“) entworfen, der bereits 1973 mit seiner Gestaltung des Emerson, Lake and Palmer-Covers („Brain Salad Sugery“) für Furore gesorgt und für seine Arbeiten am Science-Fiction-Klassiker „Alien“ einen Oscar erhalten hatte.
Im Jahr 1982 kam es zu großen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Band, es gelang ihnen aber noch, ein gemeinsames Album zu produzieren: „The Hunter“. Die Single „Island Of Lost Souls“ sollte der letzte US-Hit der Band werden. Mittlerweile wurde Chris von einer seltenen und oft tödlich verlaufenden Krankheit befallen, und die Band brach auseinander. Debbie wirkte in der Folgezeit in zahlreichen Filmen und Theaterstücken mit und veröffentlichte in den verschiedensten Konstellationen Musik. In den vergangenen Jahren tourte sie u.a. als Sängerin der Jazz Passengers. Jimmy ließ für eine Weile das Musikbusiness hinter sich, um sich seiner Familie zu widmen und Bauunternehmer zu werden. Chris produzierte in New York mehrere Bands. Clem machte Aufnahmen und Tourneen mit verschiedenen internationalen Top-Acts verschiedenster Genres (u.a. Eurythmics, Ramones, Bob Dylan, Pete Townshend).
Sechszehn Jahre später waren die Bandmitglieder nach wie vor getrennt, aber wie durch ein Wunder sprachen sie noch miteinander. Die Freundschaft war nach wie vor intakt. Die Tür war nicht zugeschlagen, sondern lediglich angelehnt. Einer Anfrage folge leistend tat sich die Band für ein Konzert wieder zusammen und hatte dabei viel Spaß. Zudem stellte man fest, dass die Chemie zwischen den Musikern immer noch stimmte. Also entschloss man sich, gemeinsam neue Stücke zu schreiben. Das funktionierte dermaßen gut, dass man sich offiziell reformierte und ein neues Album mit dem Titel „No Exit“ einspielte. Das siebte Blondie-Sudioalbum wurde von Craig Leon produziert (der auch seinerzeit die Debütsingle „X-Offender“ produziert hatte) und Richard Gottherer, der bei der Produktion des Blondie-Debütalbums assistiert hatte.
„No Exit“ war für viele eine faustdicke Überraschung - es klang, als hätte sich die Band nie getrennt. Es war kein typischen, schlampig daherproduziertes, erzwungenes Comeback. Es war eine perfekte und topmoderne Weiterentwicklung von Blondie – eine großartige Zusammenstellung makelloser Popsongs. Die Markezeichen waren immer noch vorhanden: Der perfekte, treibende Beat; Debbies unverkennbare Stimme - verführerisch, soulful aber ironisch; atmosphärische Keyboards, manchmal abgefahren, manchmal spooky; und großartig ausgearbeitete Gitarren-Melodien. Es war eine vielversprechende Rückkehr, gekrönt mit dem Welthit „Maria“, der zurecht in vierzehn Ländern die Nummer-Eins-Position eroberte. Das Album verkaufte sich weltweit mehr als zwei Millionen mal und die Band absolvierte im Anschluss zwei Tourneen durch die USA, England und Europa. Doch so kraftvoll und frisch es auch klang, so handelte es sich bei „No Exit“ möglicherweise lediglich um eine lockere Aufwärmrunde für „The Curse Of Blondie“.
Das Album beginnt mit „Shakedown“ einem R&B/HipHop-beeinflusster Track, der von Debbie und Chris geschrieben wurde. „Der Rap ist eines der besten Sachen, die Debbie je gemacht hat“, erklärt Chris, und das will was schließlich heißen: Immerhin war es ihr gelungen, den ersten HipHop-Nummer-Eins-Hit („Rapture“, 1981) aller Zeiten zu landen. Der Text ist fantastisch und der Vortrag mindestens ebenso tight wie der des anderen blonden Rappers aus Michigan. „Ich wollte einen Song bei den ‚Sopranos‘ (erfolgreiche US-Fernsehserie) unterbringen und dachte mir, sie würden es mögen, wenn ich einen Pro-Jersey-Rap machen würde“, erklärt Debbie. „Außerdem stamme ich aus New Jersey - also dachte ich, das bin ich mir irgendwie schuldig. Ich komme aus Hawthorne.“ Die erste Single „Good Boys“ wurde von Kevin Griffin (Sänger/Gitarrist der Band Better Than Ezra) und Debbie geschrieben, ein klassischer Blondie-Up-Tempo-Song mit einer Hookline, die Dir die Schuhe auszieht. Das Video wurde von Jonas Ackerlund inszeniert, Regisseur des Films „Spun“, in dem Debbie mitspielte. Erstmals seit „Call Me“ führte „Good Boys“ Blondie mit Oscar-Preisträger Giogio Moroder („Flashdance“, „Top Gun“ etc.) zusammen: Gemeinsam entstand ein schnittiger Disco-Pop-Smash mit schickem Retro-Flair. Einen weiteren Mix der Single steuerte die New Yorker Electro-Legende Arthur Baker („Planet Rock“, New Order etc.) bei.
„The Curse Of Blondie“ besticht gleichsam durch seine Fülle und Vielseitigkeit, als auch durch starke Songs. Von potentiellen Chart-Pop-Smashs wie dem ansteckenden „Hello Joe“, das Joey Ramone gewidmet ist, bis hin zu einer Auswahl an schrulligen und charmanten Auflügen in benachbarte musikalische Gefilde: Die Adaption eines traditionellen Okinawanschen Folksongs „Magic (Asadoya Yunta)“ bis hin zur kosmischen, Free-Jazz-esken Ballade „Desire Brings Me Back“, die an den Blondie-Standard „Coutious Lip“ (vom 1978er-Album „Plastic Letters“). Tip: Die jazzige Ballade „Songs Of Love“ könnte der heimliche Hit des Albums werden.
Und Blondie rockt. Mehr denn je zuvor. „Last One In The World“ beschwört apokalyptische Metal-Visionen herauf, die selbst Ozzy erblassen ließe. „Rules For Living“, geschrieben von Jimmy Destri, demonstriert dagegen einmal mehr Blondies unerreichte Leichtigkeit im Umgang mit harten Sounds. Und es gibt noch so viele andere hübsche Dinge zu entdecken: Das verspielte „Background Melody“, bei dem Debbies Stimme über einen coolen Dubgroove purzelt. Oder „The Tingler“: Der Song – benannt nach dem gleichnamigen Horrorfilm – zeigt der Welt einmal mehr, was wirkliche „Catchyness“ bedeutet.
Die Digitaltechnik erlaubte der Band, aufzunehmen, wann immer sie wollte – manchmal im Keller von Chris‘ Wohnung – ein Umstand, der zum kreativen, Freestyle-esken Flair des Albums beigetragen haben könnte. Ebenso wie „No Exit“ wurde auch „The Curse Of Blondie“ von Craig Leon co-produziert. Ob er seinen Beitrag zum „Fluch“ geleistet hat, ist nicht ganz klar. „Definitiv“, behauptet jedenfalls Chris, „Craig sieht aus wie eine unheimliche Kreatur. Er sieht aus wie Peter Lorre. Er ist faszinierend. Die Wissenschaft sollte sich seiner annehmen.“
„The Curse Of Blondie“ zeigt, dass sie Band nichts von ihrer Fähigkeit verloren hat. In der Tat hat die Band ihre Skills sogar noch weiter verfeinert und spielt besser denn je. Debbie ist zu recht stolz auf die Band: „Die Jungs sind wirklich fantastisch. Ich meine, sie waren schon immer gute Musiker und Songwriter, aber ich glaube, jetzt kann man sagen: Sie sind komplett.“ Möglicherweise wird „The Curse Of Blondie“ letzten Endes zum Anfang einer neuen Glücksträhne. „Ich denke, es ist unser bestes Album“, sagt Debbie. Und zum ersten Mal hört man nicht den leisesten Hauch von Ironie in ihrer Stimme.
Einige sachdienliche Informationen vorab: Man sollte auf dem Zettel haben, dass die Band zwischen ihrem sechsten und siebten Album mal eben eine sechszehnjährige Pause einlegte. Vorausgegangen waren Zwistigkeiten innerhalb der Band, die auf dem Höhepunkt ihres unglaublichen Erfolges zum vorübergehenden Split führten. Chris, der Hauptgitarrist und Hitschreiber der Band, wäre fast an einer seltenen und geheimnisvollen Krankheit gestorben wäre. Die Mehrzahl der New-Wave- und Punk-Zeitgenossen der Band liegen mittlerweile unter der Erde oder fristen im Rentner-Paradies Florida ihr Dasein. „The Curse Of Blondie“ war unglaubliche vier (!) Jahre in der Mache - möglicherweise steckt im Albumtitel doch mehr Wahrheit, als man zunächst vermuten würde... „Es ist seit Jahren der Running Gag“, erzählt Deborah Harry, Sängerin, Songschreiberin und blondestes Mitglied der Band. „Jedesmal, wenn etwas Seltsames passiert ist, sagen wir: ‚Das ist der Blondie-Fluch‘. Viele Leute nehmen das ernst, aber eigentlich ist es albern.
Es ist ganz einfach ein Vincent-Price-Horrorfilm-artiger Titel. Ich denke, er bringt Glück.“ „Der Titel handelt davon, was für eine Nerverei das alles immer ist“, philosophiert Blondie-Gründer Chris Stein. „Alles ist ein Kampf. Aber ich denke, das ist nur zu unserem Besten. Man kann schließlich nicht bestreiten, dass die Ergebnisse exzellent sind.“ Der „Blondie-Fluch“? Es sei in diesem Zusammenhang auf die Mystik hingewiesen, die Debbies Schauspieler-Karriere von jeher begleitet: Sie spielte in dem fiesen Medien-Thriller „Videodrome“ unter der Regie von David Cronenberg und in dem unheilvollen „Six Ways To Sunday“ mit Norman Reedus. Und sie war die Muse von „Alien“-Erfinder H.R. Giger, der das Cover ihres ersten Solo-Album gestaltete. Chris seinerseits ist bekannt für seine Sammlung okkulter Artefakte berühmter Magier, bei denen Harry Potter vor Angst in die Hosen machen würde. „Der Fluch“ schlug bei diesem Album, das eigentlich bereits vor zwei Jahren hätte veröffentlicht werden sollen, erbarmungslos zu. Eigentümliche Dinge geschahen: Plötzlich waren die Tonbänder verschwunden. Aber mit „The Curse Of Blondie“ verhält es sich wie mit Zombies, Vampiren oder Schuppen – sie kommen immer wieder. Und jedes mal wenn sie wieder erscheinen, sind die wie neu: Frisch und revitalisiert.
„The Curse Of Blondie“ ist (mindestens) das insgesamt elfte Album der Band, wenn man „Best Ofs“ und Live-Alben mitzählt. Es ist das achte Studio-Album und mit vierzehn neuen Songs eines der musikalisch ambitioniertesten und überraschendsten ihren langen und faszinierenden Karriere.
Blondie tauchten als eine der faszinierendsten Popbands aus der New Yorker New-Wave- und Punk-Szene auf. Sie verweigerten sich stets einer Kategorisierung, weil sie ausschließlich die Art von Musik schufen, die sie wirklich liebten. Sie sind verantwortlich für die ersten Reggae-, Rock/Disco- und HipHop-Welthits. Sie schrieben großartigen Hooklines und brillante, ironische Texte. Sie hatten die hippsten Klamotten und die coolsten Haare. Debbie bahnte sich den Weg vom Titel der Punk-Fanzines zum Titelstar nahezu aller Magazine weltweit.
Die Ur-Blondie-Formation wurde 1974 von Kunststudent und Gitarrist Chris Stein und Ex-Fokie, Ex-Max’s-Kansas-City-Kellnerin, Playboy-Bunny und Sängerin Debbie Harry aus der Taufe gehoben. Schlagzeuger Clem Burke und Keyboarder Jimmy Destri stießen ein Jahr später dazu. Die Band spielte in den Clubs in Downtown NewYork – „CBGB'‘, „Max’s Kansas City“ und „Mothers“. Sie scharten eine stetig anwachsende Anhängerschaft um sich und nahmen 1976 ihr Debütalbum „Blondie“ auf. Es wurde 1977 veröffentlicht und stieß allerseits auf große Gegenliebe. Nach einem kurzen, erfolgreichen Aufenthalt in Los Angeles tourte die Band als Support-Act von Iggy Pop und David Bowie. Im Sommer 1977 veröffentlichten sie ihr zweites Album „Plastic Letters“ und unternahmen eine Europa- und Asien-Tour. Im März 1978 kam die Single „Denis Denis“ bis auf Platz zwei der UK Charts. In diesem Sommer arbeitete die Band mit Produzent Mike Chapman, um ihre Radiotauglichkeit zu verbessern und das Album „Parallel Lines“ einzuspielen. Die Single „Picture This“ erreichte Platz zwölf in England und der Follow-Up „Hanging On The Telephone“ sogar Platz fünf. Gegen Ende des Jahres spielte Debbie in ihrem ersten Film mit: „Union City“.
1979 gelang Blondie dann mit „Heart Of Glass“ der erste US-Nummer-Eins-Hit, der in der Folge auch in England zum Millionseller wurde. Das Album verkaufte sich weltweit über zwanzig Millionen mal. Die vierte Single aus „Parallel Lines“ mit dem Titel „Sunday Girl“ erklomm abermals die Spitze der britischen Single-Charts. Im September 1979 erschien mit „Eat To The Beat“ das vierte Blondie-Album, das gleichzeitig als Longform-Video-Album auf den Markt kam. Bevor das Jahr sich dem Ende neigte, hatten Blondie mit „Dreaming“ bereits einen weiteren fetten UK-Hit in den Charts.
Im Februar 1980 waren sie wieder einmal zurück auf Platz eins in den englischen Single-Charts mit „Atomic“. Zwei Monate später gelang ihnen in Zusammenarbeit mit Disco-Pionier Giorgio Moroder und dem Song „Call Me“ (aus dem „American Gigolo“ Soundtrack) ihr zweiter US-Charttopper. „Eat To The Beat“ wurde mit Platin ausgezeichnet und Debbie trat in der „Muppet Show“ auf. Das fünfte Blondie-Album „Autoamerian“ erschien im Januar und die erste Single daraus, eine Coverversion des Paragons/John-Holt-Klassikers „The Tide Is High“, erreichte Platz eins den UK Singles Charts. Als erster Reggae-beeinflusstes Stück überhaupt schaffte es im März den Sprung auf Platz eins der US-Charts. Kurz nach ihrem Auftritt in der TV-Show „Solid Gold“ erhielt die Band solides Album-Platin. Im August veröffentlichte Debbie Harry ihr erstes Solo-Album „Koo Koo“, das von den Chic-Genies Nile Rodgers und Bernard Edwards produziert worden war. Das Cover wurde von dem Schweizer Künstler H.R. Giger („Necronomicon“) entworfen, der bereits 1973 mit seiner Gestaltung des Emerson, Lake and Palmer-Covers („Brain Salad Sugery“) für Furore gesorgt und für seine Arbeiten am Science-Fiction-Klassiker „Alien“ einen Oscar erhalten hatte.
Im Jahr 1982 kam es zu großen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Band, es gelang ihnen aber noch, ein gemeinsames Album zu produzieren: „The Hunter“. Die Single „Island Of Lost Souls“ sollte der letzte US-Hit der Band werden. Mittlerweile wurde Chris von einer seltenen und oft tödlich verlaufenden Krankheit befallen, und die Band brach auseinander. Debbie wirkte in der Folgezeit in zahlreichen Filmen und Theaterstücken mit und veröffentlichte in den verschiedensten Konstellationen Musik. In den vergangenen Jahren tourte sie u.a. als Sängerin der Jazz Passengers. Jimmy ließ für eine Weile das Musikbusiness hinter sich, um sich seiner Familie zu widmen und Bauunternehmer zu werden. Chris produzierte in New York mehrere Bands. Clem machte Aufnahmen und Tourneen mit verschiedenen internationalen Top-Acts verschiedenster Genres (u.a. Eurythmics, Ramones, Bob Dylan, Pete Townshend).
Sechszehn Jahre später waren die Bandmitglieder nach wie vor getrennt, aber wie durch ein Wunder sprachen sie noch miteinander. Die Freundschaft war nach wie vor intakt. Die Tür war nicht zugeschlagen, sondern lediglich angelehnt. Einer Anfrage folge leistend tat sich die Band für ein Konzert wieder zusammen und hatte dabei viel Spaß. Zudem stellte man fest, dass die Chemie zwischen den Musikern immer noch stimmte. Also entschloss man sich, gemeinsam neue Stücke zu schreiben. Das funktionierte dermaßen gut, dass man sich offiziell reformierte und ein neues Album mit dem Titel „No Exit“ einspielte. Das siebte Blondie-Sudioalbum wurde von Craig Leon produziert (der auch seinerzeit die Debütsingle „X-Offender“ produziert hatte) und Richard Gottherer, der bei der Produktion des Blondie-Debütalbums assistiert hatte.
„No Exit“ war für viele eine faustdicke Überraschung - es klang, als hätte sich die Band nie getrennt. Es war kein typischen, schlampig daherproduziertes, erzwungenes Comeback. Es war eine perfekte und topmoderne Weiterentwicklung von Blondie – eine großartige Zusammenstellung makelloser Popsongs. Die Markezeichen waren immer noch vorhanden: Der perfekte, treibende Beat; Debbies unverkennbare Stimme - verführerisch, soulful aber ironisch; atmosphärische Keyboards, manchmal abgefahren, manchmal spooky; und großartig ausgearbeitete Gitarren-Melodien. Es war eine vielversprechende Rückkehr, gekrönt mit dem Welthit „Maria“, der zurecht in vierzehn Ländern die Nummer-Eins-Position eroberte. Das Album verkaufte sich weltweit mehr als zwei Millionen mal und die Band absolvierte im Anschluss zwei Tourneen durch die USA, England und Europa. Doch so kraftvoll und frisch es auch klang, so handelte es sich bei „No Exit“ möglicherweise lediglich um eine lockere Aufwärmrunde für „The Curse Of Blondie“.
Das Album beginnt mit „Shakedown“ einem R&B/HipHop-beeinflusster Track, der von Debbie und Chris geschrieben wurde. „Der Rap ist eines der besten Sachen, die Debbie je gemacht hat“, erklärt Chris, und das will was schließlich heißen: Immerhin war es ihr gelungen, den ersten HipHop-Nummer-Eins-Hit („Rapture“, 1981) aller Zeiten zu landen. Der Text ist fantastisch und der Vortrag mindestens ebenso tight wie der des anderen blonden Rappers aus Michigan. „Ich wollte einen Song bei den ‚Sopranos‘ (erfolgreiche US-Fernsehserie) unterbringen und dachte mir, sie würden es mögen, wenn ich einen Pro-Jersey-Rap machen würde“, erklärt Debbie. „Außerdem stamme ich aus New Jersey - also dachte ich, das bin ich mir irgendwie schuldig. Ich komme aus Hawthorne.“ Die erste Single „Good Boys“ wurde von Kevin Griffin (Sänger/Gitarrist der Band Better Than Ezra) und Debbie geschrieben, ein klassischer Blondie-Up-Tempo-Song mit einer Hookline, die Dir die Schuhe auszieht. Das Video wurde von Jonas Ackerlund inszeniert, Regisseur des Films „Spun“, in dem Debbie mitspielte. Erstmals seit „Call Me“ führte „Good Boys“ Blondie mit Oscar-Preisträger Giogio Moroder („Flashdance“, „Top Gun“ etc.) zusammen: Gemeinsam entstand ein schnittiger Disco-Pop-Smash mit schickem Retro-Flair. Einen weiteren Mix der Single steuerte die New Yorker Electro-Legende Arthur Baker („Planet Rock“, New Order etc.) bei.
„The Curse Of Blondie“ besticht gleichsam durch seine Fülle und Vielseitigkeit, als auch durch starke Songs. Von potentiellen Chart-Pop-Smashs wie dem ansteckenden „Hello Joe“, das Joey Ramone gewidmet ist, bis hin zu einer Auswahl an schrulligen und charmanten Auflügen in benachbarte musikalische Gefilde: Die Adaption eines traditionellen Okinawanschen Folksongs „Magic (Asadoya Yunta)“ bis hin zur kosmischen, Free-Jazz-esken Ballade „Desire Brings Me Back“, die an den Blondie-Standard „Coutious Lip“ (vom 1978er-Album „Plastic Letters“). Tip: Die jazzige Ballade „Songs Of Love“ könnte der heimliche Hit des Albums werden.
Und Blondie rockt. Mehr denn je zuvor. „Last One In The World“ beschwört apokalyptische Metal-Visionen herauf, die selbst Ozzy erblassen ließe. „Rules For Living“, geschrieben von Jimmy Destri, demonstriert dagegen einmal mehr Blondies unerreichte Leichtigkeit im Umgang mit harten Sounds. Und es gibt noch so viele andere hübsche Dinge zu entdecken: Das verspielte „Background Melody“, bei dem Debbies Stimme über einen coolen Dubgroove purzelt. Oder „The Tingler“: Der Song – benannt nach dem gleichnamigen Horrorfilm – zeigt der Welt einmal mehr, was wirkliche „Catchyness“ bedeutet.
Die Digitaltechnik erlaubte der Band, aufzunehmen, wann immer sie wollte – manchmal im Keller von Chris‘ Wohnung – ein Umstand, der zum kreativen, Freestyle-esken Flair des Albums beigetragen haben könnte. Ebenso wie „No Exit“ wurde auch „The Curse Of Blondie“ von Craig Leon co-produziert. Ob er seinen Beitrag zum „Fluch“ geleistet hat, ist nicht ganz klar. „Definitiv“, behauptet jedenfalls Chris, „Craig sieht aus wie eine unheimliche Kreatur. Er sieht aus wie Peter Lorre. Er ist faszinierend. Die Wissenschaft sollte sich seiner annehmen.“
„The Curse Of Blondie“ zeigt, dass sie Band nichts von ihrer Fähigkeit verloren hat. In der Tat hat die Band ihre Skills sogar noch weiter verfeinert und spielt besser denn je. Debbie ist zu recht stolz auf die Band: „Die Jungs sind wirklich fantastisch. Ich meine, sie waren schon immer gute Musiker und Songwriter, aber ich glaube, jetzt kann man sagen: Sie sind komplett.“ Möglicherweise wird „The Curse Of Blondie“ letzten Endes zum Anfang einer neuen Glücksträhne. „Ich denke, es ist unser bestes Album“, sagt Debbie. Und zum ersten Mal hört man nicht den leisesten Hauch von Ironie in ihrer Stimme.
Mehr Informationen zu Blondie
Blondie Portrait
Blondie Diskographie
Blondie Biographie
Blondie
Steckbrief
Blondie News
Blondie Bildergalerie
Blondie Songtexte




