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Caecilie Norby Biographie

Caecilie Norby

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Wenn Jazz-Experten über die kreativen Zentren des Jazz diskutieren, fällt nicht automatisch der Name Dänemark. Nichtsdestotrotz fanden in den letzten Jahren diverse Veröffentlichungen von Künstlern aus dem kleinen skandinavischen Land weltweit ein breites Publikum. Auch Cæcilie Norby hat sich mit zwei Alben ("Cæcilie Norby", 1995, "My Corner Of The Sky", 1996) außerhalb ihrer Heimat als moderne Jazz-Sängerin der neunziger Jahre etabliert. Kritiker und Publikum in Europa, Japan und USA zeigten sich begeistert von ihrem beeindruckenden Vokaltalent zwischen lyrischen Phrasierungen, souliger Intonation und raffiniertem Scat-Gesang und der Wahl des stilübergreifenden Songmaterials. Bravourös interpretierte sie sowohl Jazz-Standards als auch Pop-Klassiker von David Bowie, Sting und Burt Bacharach.

Mit ihrem dritten Blue Note-Album "Queen Of Bad Excuses" wagt die zierliche Sängerin nun einen großen Schritt nach vorne. Statt weiterhin ihre facettenreiche Stimme in den Dienst von Kompositionen anderer zu stellen, hat sie diesmal alle Songs selbst geschrieben. Und nicht nur das: Cæcilie Norby zeichnet auch zusammen mit ihrem langjährigen musikalischen Partner, dem dänischen Bassisten Lars Danielsson, für die Produktion und die Arrangements verantwortlich.

"Ursprünglich war es nicht meine Absicht, die ganze Verantwortung von der Begleichung der Taxirechnungen bis zu den Bläser-Arrangements selbst zu tragen", erzählt die Sängerin. "Aber als ich die Melodien und Texte auf dem Papier hatte und die ersten 4-Spur Demos fertig waren, erschien es mir unmöglich, irgendjemand Außenstehendem zu erklären, wie er meine Ideen umsetzen sollte. Deshalb übernahm ich selbst den ganzen Produktionsprozess."

Das Ergebnis gibt ihrer Entscheidung recht. Ganz nach dem Motto: "Gegensätze ziehen sich an" kreiert Cæcilie Norby geschmackvolle Fusionen diverser Stil-Elemente, vereint Eleganz und Virtuosität und verknüpft nostalgische Jazz-Traditionen mit exquisiten Melodien und kühnen Lautmalereien, die wie geschaffen sind für vokalistische Höhenflüge. Angefangen von den sanften Bossa-Wellen des Album Openers "Cuban Cigars" über den beherzten Swing von "Milkman" und das rhythmisch verschachtelte "Thick Blue Glass" bis zum zarten Balladen-Ausklang "Our Day Will Come" zeigt die Künstlerin, dass sie Jazz-, Rock-, Soul- und Pop-Hörer gleichermaßen anzusprechen versteht. Das spiegelt sich auch in der Produktion des Albums wieder, die Arbeitsmethoden aus Rock und Jazz kombiniert. Zu den bereits vorhandenen mit Synthesizer, Gesang, Piano, Bass und Cello in einem kleinen Studio im schwedischen Göteburg aufgenommenen Demo-Tracks spielten die Gastmusiker, darunter John Scofield (Gitarre), Ben Besiakov (Piano) und Billy Hart (Schlagzeug), in den Focus Recording Studios in Kopenhagen ihre Parts live ein.

Cæcilie Norby ist zwar erst 34 Jahre alt, aber sie war schon Mitglied so vieler verschiedener Bands, dass ihre Erfahrungen für drei oder vier Sängerinnen in jedem Genre ausreichen würden. Aufgewachsen mit klassischer Musik - ihr Vater Erik Norby ist ein renommierter Komponist, ihre Mutter Solveig Lumholt Opernsängerin - lernte sie zunächst klassischen Gesang auf dem Sankt-Annæ-Gymnasium und besuchte später die Musikhochschule. Doch mit 18 verließ sie den eingeschlagenen Pfad und gründete die Funk-Band Street Beat. Ein Jahr später sang sie in der Jazz-Funk-Formation Frontline. 1985 startete ihre langjährige Kollaboration mit der Sängerin Nina Forsberg bei der in Dänemark populären Rock-Gruppe One Two.

Seit Anfang der 90er Jahre hat Cæcilie Norby in Zusammenarbeit mit einer ganzen Anzahl profilierter Jazz-Musiker und mit ihrem eigenen Quartett einen persönlichen Stil gefunden, den man wohl am besten als populäre Interpretation des Jazz umschreiben kann. Von der Kritik wird sie oft und gerne mit der jungen Nancy Wilson verglichen, mit der sie sich auch wirklich verbunden fühlt. "Ich war immer ein großer Fan von ihr, schon deshalb, weil im Hause meiner Eltern eines ihrer Alben die einzige moderne Musik war, die ich hören konnte. Als ich etwa 20 war entdeckte ich dann Gospel und die Musik von Aretha Franklin, Dinah Washington, Al Jarreau und Ella Fitzgerald."

Diese Einflüsse kann man auch auf "Queen Of Bad Excuses" entdecken. Besonders bei den intimen Balladen "Fly", "Newborn Broken" und "Everyone Beneath The Sun" dreht Cæcilie Norby die Zeit um einige Jahrzehnte zurück. Zu transparenter Besetzung öffnet sie mit dem zarten Schmelz ihrer Stimme eine verschwiegene Nische in einer kleinen Bar irgendwo im Chicago der 50er Jahre.

"Es ist ein fantastisches Gefühl meine eigene Songs zu singen", bekennt Cæcilie Norby selbstbewußt. "Bedeutet es doch, dass ich nicht mehr nur die Emotionen anderen Menschen interpretiere. Ich glaube, ich bin jetzt auf dem richtigen Weg, alle verschiedenen Ausdrucksformen und stilistischen Elemente, die ich mag, auszureizen."
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