Clannad Biographie
Clannad
Clannad sind heute die Quintessenz der World Music. "Landmarks" bestätigt die einmalige Fähigkeit von Clannad, angesagte Sounds mit heimatlichen Stilmitteln instinktiv und zeitgemäß zu kombinieren.
In einem Haus auf einem 33 Morgen großen Landgut am entlegenen Ballybetagh Wald, außerhalb von Dublin, entdeckten Maire und Ciaràn Brennan gemeinsam mit ihren Onkeln Noel und Pafraig Duggan die natürliche Schönheit, die sie umgab, und drückten diese Erfahrungen in den nachdenklichen und bewegenden Vocals des neuen Albums aus. Leadsängerin Máire Brennan sagt über die Aufnahmen: "Der Blick in den Ballybetagh-Wald war wirklich inspirierend und gab die Anstöße für eine Reihe von Songs".
Wie beim letzten Album "Lore" von 1996, das die Word Music-Charts anführte, sind die Songs von "Landmarks" repräsentativ für Clannads unnachahmliche Art, musikalisch Geschichten zu erzählen. In Englisch und Gälisch berichten die Songs von der irischen Landschaft, ihrer Geschichte und ihren Menschen. "In der Zeit als die Engländer das Land besetzt hatten, war es verboten direkt über Irland zu schreiben. Die Menschen mußten andere Wege finden und sangen bespielsweise über eine Frau, wenn sie ihre Heimat meinten", sagt Máire, "im Laufe der Jahre haben wir diese Form in unseren Stil übernommen. Das ist ein geheimnisvoller Weg Gefühle zu vermitteln und Emotionen zu beschreiben".
Diese Idee gab "Landmarks" den Titel. "Bei dem Song ,Loch Na Caillí‘ reden wir über einen See in Donegal", erklärt Máire, "über diese Dinge haben die Iren immer Lieder geschrieben. Ich glaube es gibt kaum einen Stein in Irland, der nicht besungen wurde. Der Unterschied ist, daß wir mit unseren Songs Bilder malen wollen. Es geht nicht so sehr darum, daß man eine Geschichte mit Versen und Chorussen erzählt, sondern vielmehr durch Gefühle und Emotionen ausdrückt".
"Bridge Of Tears" wurde von Noel geschrieben und beschreibt einen Ort, an dem sich Liebende voneinander verabschieden. "Diejenigen, die emigrierten oder aus Jobgründen nach England gehen mußten, haben sich auf der Brücke die Hände gegeben oder umarmt", sagt Máire und fügt hinzu: "Es ist ein ganz besonderer Platz".
Máire’s "Of This Land" bezieht sich auf die Geschichte Irlands und auf ihre Zukunft. "Es tut sich sehr viel Irland, um herauszufinden, wie wir alle in Frieden leben können", hofft sie. "Der Song beschreibt diese mißliche Lage. Wenn man darüber nachdenkt, wird einem klar, daß man immer Trauer in irischen Songs findet, aber auch viel Hoffnung. Ein Song kann melancholisch sein und gleichzeitig vermitteln, daß alles besser werden wird".
Mit "Landmarks" kehrt das Familienquartett zu den fundamendalsten Standpunkten ihres international respektierten Sounds zurück. Kundig produziert von Ciarán Brennan (außerdem einer der wichtigsten Songwriter der Gruppe), glänzen Clannad auf ihrem 16. Album mit so kraftvollen Titeln wie "Let Me See", "An Gleann" (mit einem sparsamen, melodischen Piano, das auf melancholische Gitarrenlinien trifft) und "A Mhuirnín Ó" (steht für flinke, fließende Rhythmen und ruft, angetrieben von einer Bodhrán, zum Tanz).
Der Kern der Gruppe wurde bei diesem Album mit Musikern ergänzt, die aus der Familie kommen, und bereits lange Jahre mit Clannad kooperieren: Der Keyboarder Ian Parker ist schon mehr als zehn Jahre ein musikalischer Partner, der schottische Gitarrist und Komponist Ian Melrose, Gitarrist Anto Drennan, Schlagzeuger Paul Moran, ein ständiger Begleiter seit 1982; Piper John McSherry, Sopransaxophonist Mel Collins, ein Clannad-Vertrauter und Tourneeveteran, und Deirdre Brennan mit der Bodhrán. "Es war tatsächlich eine sehr familiäre Atmosphäre", sagt Máire über die Stimmung in dieser Crew aus Freunden und Musikern.
"Landmarks" wurde im vergangenen Jahr in einem Zeitraum von sechs Monaten aufgenommen und spiegelt die entspannte Gangart bei der Realisierung deutlich wieder. "Wir haben im Sommer drei Wochen Pause gemacht und dann hier und da zwei Wochen. Das Programm war nicht sonderlich streng", erinnert sich Máire. "Es ist schön so ein Album zu machen, und ich glaube, das hört man auch. Wenn man in einer lockeren Atmosphäre arbeitet, dann ist alles möglich. Jeder hat seinen musikalischen Anteil, und jeder hat an der gemeinsam Arbeit Spaß gehabt. Und so etwas nach so vielen Jahren zu erfahren, ist wirklich toll".
Bereits mit Beginn ihrer erstaunlichen Karriere symbolisierten Clannad die Verflechtung von Tradition und Moderne, von Vergangenheit und Gegenwart, und erzielten damit hinreißende, frische und bewegende Resultate. Ergebnisse, die sich auch kommerziell sehen lassen konnten. Seit ihrer Top 10-Premiere ("Theme From Harry’s Game") gelangen Clannad Singlehits wie "In A Lifetime" oder das Remake des Judy Collins-Klassikers "Both Sides Now" mit Paul Young als Gaststar. Noch besser liest sich die Albumbilanz, dank der Bestseller "Legend", "Macalla", "Past Present", "ANAM", "Banba" und zuletzt "Lore". Die aktuelle Produktion "Landmarks" wird diese eindrucksvolle Serie fortsetzen.
Clannad sind in der Tat die wahren Neuerer der irischen Folkmusik. Sie gaben sich nie mit dem bloßen Interpretieren zufrieden, sondern transportierten traditionelles Liedgut über risikofreudige Arrangements in die Neuzeit. Das notwendige Basismaterial sammelten Clannad auf den kleinen Inseln in der irischen See, deren Bewohner nur selten mit der englischen Sprache in Berührung kamen. Das schwer verständliche Gälisch und die teilweise mehrere hundert Jahre alten Lieder begründeten die exotische Anziehungskraft von Clannad. Und sie erklären zum Teil den großen Erfolg der Gruppe aus Donegal, Irland. Der andere Teil geht auf das Konto der überragenden instrumentalen Fähigkeiten der Musiker, der fremdartig wirkenden Gesänge und der selbstbewußten, stets fesselnden Bühnenpräsentation.
Wie die meisten Teenager wurden die Mitglieder von Clannad anfangs von den angesagten Popcharts beeinflußt und spielten bei örtlichen Tanzveranstaltungen Songs von den Beach Boys, Stones und Joni Mitchell nach. Bald traten sie regelmäßig in der Bar "Leo’s Tavern" auf, die dem Vater der Brennans, dem ehemaligen Bandleader Lee O. Brennan, gehörte. Sein Einfluß und die Anregungen seiner Frau Baba, einer Lehrerin und Chorleiterin, schufen eine ideale Balance, die Clannad ermutigten, die Volksmusik ihrer Heimat zu entdecken.
Im Gälischen steht der Bandname für 'Familie'. Genauer gesagt handelt es sich um die Abkürzung von ‘an clann as Donbar‘ - eine Familie aus dem Umland der Stadt Dore. Der Clan bestand bei seiner Gründung 1970 aus Ciarán und Pol Brennan, sowie deren Onkel Noel und Padráig O. Duggan. 1976 kam die eingeheiratete Maire hinzu. "Leo’s Tavern" stand in Gweedore, an der Westküste Irlands. Von dort aus organisierten Clannad in den frühen 70er Jahren ihre Gastspiele bei irischen Folk-Festivals. Zuerst reagierten die Puristen des Genres verschreckt und ablehnend auf das wundersame Bündnis aus alt und neu, doch nach und nach, und mit Hilfe von vier inzwischen gesuchten Alben, erlangten Clannad bis 1977 immerhin den Status eines gefragten Geheimtips.
Fünf ausverkaufte Konzerte im Club "Bottom Line", vor der großen irischen Gemeinde in New York, verhalfen Clannad zum Durchbruch über die heimatlichen Grenzen hinaus. Zwischen 1979 und 1982 verstärkte Lee Brennans Tochter Eithne Ni die Gruppe. Sie war an zwei Studioproduktionen beteiligt und machte nach ihrem Abschied von Clannad als Enya Karriere als Solistin. Clannad ihrerseits schafften den Durchbruch im November 1982 mit dem Soundtrack zu "Harry's Game", einer zweiteiligen Fernsehproduktion über die nordirische I.R.A. Die Titelmelodie erreichte den fünften Platz der englischen Charts und wurde rund 300.000 Mal verkauft. Der Brennan-Clan wurde zudem für die beste Themamusik zu einer Radio- oder TV-Sendung mit dem begehrten Ivor Nello Award ausgezeichnet. Der Song war Bestandteil des Albums "Magical Ring", mit dem Clannad ihr einzigartiges Konzept aus atmosphärischer, stimmungsvoller Musik und außergewöhnlichen Kompositionen überzeugend dokumentierten.
1984 beschäftigten sich Clannad mit der Musik zur 26teiligen Fernsehserie "Robin Of Sherwood". Eine Auswahl der Songs wurde auf der Top 20-LP "Legend" veröffentlicht. Die Gruppe erhielt für den "besten Soundtrack des Jahres" Anfang 1985 den British Academy Award und realisierte kurz darauf ihr 86er Album "Macella" (Gälisch für Echo). Die Platte enthielt mit "In A Lifetime" ein Duett von Máire Brennan und Bono, ohne daß auf dem Cover auf den U 2-Sänger besonders hingewiesen wurde. Die irischen Rocker waren der "keltischen Folkinstitution" (New Musical Express) ohnehin eng verbunden und ließen über viele Jahre jedes ihrer Konzerte mit "Theme From Harry's Game" ausklingen.
Nordamerikanische Studiocracks wie Russ Kunkel und Greg Ladanyi und Prominenz wie Bruce Hornsby, John Perry von Aerosmith und John David Souther halfen Clannad bei "Sirius" souverän, eine Brücke zwischen Folküberlieferungen und taufrischem Pop zu schlagen. Nach fast zweijähriger Pause traten Clannad im Februar 1988 eine Welttournee an. Sie spielten grundsätzlich vor ausverkauften Häusern und gaben zum Abschluß anläßlich der Jahrtausendfeier von Dublin sieben umjubelte Konzerte. Die Brüder Ciarán und Pol spannten anschließend in ihrem Geburtsort aus und arbeiteten in aller Ruhe an der Musik zu drei Folgen der BBC-Serie "The Atlantic Realm".
Ab 1990 überließ der bisherige Hauptkomponist Pol O. Brennan die künstlerische Leitung seinem Bruder Ciarán. Clannad forschten bei "ANAM" noch intensiver nach ihren musikalischen Ursprüngen. Gälische Überlieferungen und sparsame Popeinflüsse hielten sich die Waage und repräsentierten nun eine zeitlose, stilistisch weltoffene Formation, die sich keinen, noch so verlockenden Sachzwängen bedingungslos unterordnete, sondern souverän und jederzeit eigenverantwortlich ihren Sound verfolgte. Neben Ciarán stand Máire Brennan im Mittelpunkt eines nicht zu kopierenden Stils, der 1993 bei "Banba" (Gälisch für Irland) einen neuen Höhepunkt erreichte. Clannad markierten einmal mehr die gelungene Synthese aus sehr unterschiedlichen, normalerweise sich widersprechenden musikalischen Ansätzen.
1996 folgte "Lore" (Gälisch für Wissen) und setzte sich quasi aus dem Stand an die Spitze der World Music Charts von Billboard. "Lore" wurde von einer dichten, mystischen Atmosphäre geprägt und bestätigte Clannads beharrliche, aber undogmatische Fortsetzung der lebendigen und neugierigen Experimente außerhalb jeder Folkkonvention.
Die Musiker der Grünen Insel schöpfen seit Jahrhunderten aus der mythenreichen Vergangenheit ihrer Heimat. Aber kein irischer Musiker gibt sich mit dem schlichten Zitieren alter Klänge zufrieden. Alle haben den Anspruch, Fortschritt durch die Integration der Überlieferungen zu entwerfen. Irische Musik ist immer Gefühl und Leidenschaft, Leiden und Hoffen, Tragik und Mut. Es ist ein Spiel der Geschichte, der Insel und ihres Volkes. Und es ist immer ein Rückblick mit stolzem Antlitz in Richtung Zukunft. Clannad verfolgen diesen Weg wie keine andere irische Band auf faszinierende Weise und sprechen damit Anhänger unterschiedlichster musikalischer Fraktionen und Generationen an. "Landmarks" ist erneut die Bestätigung dafür, daß sie auf dem richtigen Kurs liegen.
"Landmarks" entwirft betörende Landschaften von überirdischer Schönheit und Ruhe, zeichnet friedliche, facettenreiche Bilder und hebt musikalische Barrieren gänzlich konfliktfrei auf. Clannad spielen unbeirrt mit den Elementen und Stimmungen und entziehen sich nach wie vor jeglichem Schubladendenken. Die zehn neuen Songs von "Landmarks" klingen melancholisch und euphorisch, nachdenklich und optimistisch, entrückt und körperlich. Gleichwohl beziehen sie sich beharrlich auf das umfassende kulturelle Erbe Irlands und sind doch nie antiquiert oder rückständig. Clannad forcieren mit "Landmarks" einmal mehr ihre Entwicklung und untermauern ihre Ausnahmestellung nicht nur in der Folkwelt.
In einem Haus auf einem 33 Morgen großen Landgut am entlegenen Ballybetagh Wald, außerhalb von Dublin, entdeckten Maire und Ciaràn Brennan gemeinsam mit ihren Onkeln Noel und Pafraig Duggan die natürliche Schönheit, die sie umgab, und drückten diese Erfahrungen in den nachdenklichen und bewegenden Vocals des neuen Albums aus. Leadsängerin Máire Brennan sagt über die Aufnahmen: "Der Blick in den Ballybetagh-Wald war wirklich inspirierend und gab die Anstöße für eine Reihe von Songs".
Wie beim letzten Album "Lore" von 1996, das die Word Music-Charts anführte, sind die Songs von "Landmarks" repräsentativ für Clannads unnachahmliche Art, musikalisch Geschichten zu erzählen. In Englisch und Gälisch berichten die Songs von der irischen Landschaft, ihrer Geschichte und ihren Menschen. "In der Zeit als die Engländer das Land besetzt hatten, war es verboten direkt über Irland zu schreiben. Die Menschen mußten andere Wege finden und sangen bespielsweise über eine Frau, wenn sie ihre Heimat meinten", sagt Máire, "im Laufe der Jahre haben wir diese Form in unseren Stil übernommen. Das ist ein geheimnisvoller Weg Gefühle zu vermitteln und Emotionen zu beschreiben".
Diese Idee gab "Landmarks" den Titel. "Bei dem Song ,Loch Na Caillí‘ reden wir über einen See in Donegal", erklärt Máire, "über diese Dinge haben die Iren immer Lieder geschrieben. Ich glaube es gibt kaum einen Stein in Irland, der nicht besungen wurde. Der Unterschied ist, daß wir mit unseren Songs Bilder malen wollen. Es geht nicht so sehr darum, daß man eine Geschichte mit Versen und Chorussen erzählt, sondern vielmehr durch Gefühle und Emotionen ausdrückt".
"Bridge Of Tears" wurde von Noel geschrieben und beschreibt einen Ort, an dem sich Liebende voneinander verabschieden. "Diejenigen, die emigrierten oder aus Jobgründen nach England gehen mußten, haben sich auf der Brücke die Hände gegeben oder umarmt", sagt Máire und fügt hinzu: "Es ist ein ganz besonderer Platz".
Máire’s "Of This Land" bezieht sich auf die Geschichte Irlands und auf ihre Zukunft. "Es tut sich sehr viel Irland, um herauszufinden, wie wir alle in Frieden leben können", hofft sie. "Der Song beschreibt diese mißliche Lage. Wenn man darüber nachdenkt, wird einem klar, daß man immer Trauer in irischen Songs findet, aber auch viel Hoffnung. Ein Song kann melancholisch sein und gleichzeitig vermitteln, daß alles besser werden wird".
Mit "Landmarks" kehrt das Familienquartett zu den fundamendalsten Standpunkten ihres international respektierten Sounds zurück. Kundig produziert von Ciarán Brennan (außerdem einer der wichtigsten Songwriter der Gruppe), glänzen Clannad auf ihrem 16. Album mit so kraftvollen Titeln wie "Let Me See", "An Gleann" (mit einem sparsamen, melodischen Piano, das auf melancholische Gitarrenlinien trifft) und "A Mhuirnín Ó" (steht für flinke, fließende Rhythmen und ruft, angetrieben von einer Bodhrán, zum Tanz).
Der Kern der Gruppe wurde bei diesem Album mit Musikern ergänzt, die aus der Familie kommen, und bereits lange Jahre mit Clannad kooperieren: Der Keyboarder Ian Parker ist schon mehr als zehn Jahre ein musikalischer Partner, der schottische Gitarrist und Komponist Ian Melrose, Gitarrist Anto Drennan, Schlagzeuger Paul Moran, ein ständiger Begleiter seit 1982; Piper John McSherry, Sopransaxophonist Mel Collins, ein Clannad-Vertrauter und Tourneeveteran, und Deirdre Brennan mit der Bodhrán. "Es war tatsächlich eine sehr familiäre Atmosphäre", sagt Máire über die Stimmung in dieser Crew aus Freunden und Musikern.
"Landmarks" wurde im vergangenen Jahr in einem Zeitraum von sechs Monaten aufgenommen und spiegelt die entspannte Gangart bei der Realisierung deutlich wieder. "Wir haben im Sommer drei Wochen Pause gemacht und dann hier und da zwei Wochen. Das Programm war nicht sonderlich streng", erinnert sich Máire. "Es ist schön so ein Album zu machen, und ich glaube, das hört man auch. Wenn man in einer lockeren Atmosphäre arbeitet, dann ist alles möglich. Jeder hat seinen musikalischen Anteil, und jeder hat an der gemeinsam Arbeit Spaß gehabt. Und so etwas nach so vielen Jahren zu erfahren, ist wirklich toll".
Bereits mit Beginn ihrer erstaunlichen Karriere symbolisierten Clannad die Verflechtung von Tradition und Moderne, von Vergangenheit und Gegenwart, und erzielten damit hinreißende, frische und bewegende Resultate. Ergebnisse, die sich auch kommerziell sehen lassen konnten. Seit ihrer Top 10-Premiere ("Theme From Harry’s Game") gelangen Clannad Singlehits wie "In A Lifetime" oder das Remake des Judy Collins-Klassikers "Both Sides Now" mit Paul Young als Gaststar. Noch besser liest sich die Albumbilanz, dank der Bestseller "Legend", "Macalla", "Past Present", "ANAM", "Banba" und zuletzt "Lore". Die aktuelle Produktion "Landmarks" wird diese eindrucksvolle Serie fortsetzen.
Clannad sind in der Tat die wahren Neuerer der irischen Folkmusik. Sie gaben sich nie mit dem bloßen Interpretieren zufrieden, sondern transportierten traditionelles Liedgut über risikofreudige Arrangements in die Neuzeit. Das notwendige Basismaterial sammelten Clannad auf den kleinen Inseln in der irischen See, deren Bewohner nur selten mit der englischen Sprache in Berührung kamen. Das schwer verständliche Gälisch und die teilweise mehrere hundert Jahre alten Lieder begründeten die exotische Anziehungskraft von Clannad. Und sie erklären zum Teil den großen Erfolg der Gruppe aus Donegal, Irland. Der andere Teil geht auf das Konto der überragenden instrumentalen Fähigkeiten der Musiker, der fremdartig wirkenden Gesänge und der selbstbewußten, stets fesselnden Bühnenpräsentation.
Wie die meisten Teenager wurden die Mitglieder von Clannad anfangs von den angesagten Popcharts beeinflußt und spielten bei örtlichen Tanzveranstaltungen Songs von den Beach Boys, Stones und Joni Mitchell nach. Bald traten sie regelmäßig in der Bar "Leo’s Tavern" auf, die dem Vater der Brennans, dem ehemaligen Bandleader Lee O. Brennan, gehörte. Sein Einfluß und die Anregungen seiner Frau Baba, einer Lehrerin und Chorleiterin, schufen eine ideale Balance, die Clannad ermutigten, die Volksmusik ihrer Heimat zu entdecken.
Im Gälischen steht der Bandname für 'Familie'. Genauer gesagt handelt es sich um die Abkürzung von ‘an clann as Donbar‘ - eine Familie aus dem Umland der Stadt Dore. Der Clan bestand bei seiner Gründung 1970 aus Ciarán und Pol Brennan, sowie deren Onkel Noel und Padráig O. Duggan. 1976 kam die eingeheiratete Maire hinzu. "Leo’s Tavern" stand in Gweedore, an der Westküste Irlands. Von dort aus organisierten Clannad in den frühen 70er Jahren ihre Gastspiele bei irischen Folk-Festivals. Zuerst reagierten die Puristen des Genres verschreckt und ablehnend auf das wundersame Bündnis aus alt und neu, doch nach und nach, und mit Hilfe von vier inzwischen gesuchten Alben, erlangten Clannad bis 1977 immerhin den Status eines gefragten Geheimtips.
Fünf ausverkaufte Konzerte im Club "Bottom Line", vor der großen irischen Gemeinde in New York, verhalfen Clannad zum Durchbruch über die heimatlichen Grenzen hinaus. Zwischen 1979 und 1982 verstärkte Lee Brennans Tochter Eithne Ni die Gruppe. Sie war an zwei Studioproduktionen beteiligt und machte nach ihrem Abschied von Clannad als Enya Karriere als Solistin. Clannad ihrerseits schafften den Durchbruch im November 1982 mit dem Soundtrack zu "Harry's Game", einer zweiteiligen Fernsehproduktion über die nordirische I.R.A. Die Titelmelodie erreichte den fünften Platz der englischen Charts und wurde rund 300.000 Mal verkauft. Der Brennan-Clan wurde zudem für die beste Themamusik zu einer Radio- oder TV-Sendung mit dem begehrten Ivor Nello Award ausgezeichnet. Der Song war Bestandteil des Albums "Magical Ring", mit dem Clannad ihr einzigartiges Konzept aus atmosphärischer, stimmungsvoller Musik und außergewöhnlichen Kompositionen überzeugend dokumentierten.
1984 beschäftigten sich Clannad mit der Musik zur 26teiligen Fernsehserie "Robin Of Sherwood". Eine Auswahl der Songs wurde auf der Top 20-LP "Legend" veröffentlicht. Die Gruppe erhielt für den "besten Soundtrack des Jahres" Anfang 1985 den British Academy Award und realisierte kurz darauf ihr 86er Album "Macella" (Gälisch für Echo). Die Platte enthielt mit "In A Lifetime" ein Duett von Máire Brennan und Bono, ohne daß auf dem Cover auf den U 2-Sänger besonders hingewiesen wurde. Die irischen Rocker waren der "keltischen Folkinstitution" (New Musical Express) ohnehin eng verbunden und ließen über viele Jahre jedes ihrer Konzerte mit "Theme From Harry's Game" ausklingen.
Nordamerikanische Studiocracks wie Russ Kunkel und Greg Ladanyi und Prominenz wie Bruce Hornsby, John Perry von Aerosmith und John David Souther halfen Clannad bei "Sirius" souverän, eine Brücke zwischen Folküberlieferungen und taufrischem Pop zu schlagen. Nach fast zweijähriger Pause traten Clannad im Februar 1988 eine Welttournee an. Sie spielten grundsätzlich vor ausverkauften Häusern und gaben zum Abschluß anläßlich der Jahrtausendfeier von Dublin sieben umjubelte Konzerte. Die Brüder Ciarán und Pol spannten anschließend in ihrem Geburtsort aus und arbeiteten in aller Ruhe an der Musik zu drei Folgen der BBC-Serie "The Atlantic Realm".
Ab 1990 überließ der bisherige Hauptkomponist Pol O. Brennan die künstlerische Leitung seinem Bruder Ciarán. Clannad forschten bei "ANAM" noch intensiver nach ihren musikalischen Ursprüngen. Gälische Überlieferungen und sparsame Popeinflüsse hielten sich die Waage und repräsentierten nun eine zeitlose, stilistisch weltoffene Formation, die sich keinen, noch so verlockenden Sachzwängen bedingungslos unterordnete, sondern souverän und jederzeit eigenverantwortlich ihren Sound verfolgte. Neben Ciarán stand Máire Brennan im Mittelpunkt eines nicht zu kopierenden Stils, der 1993 bei "Banba" (Gälisch für Irland) einen neuen Höhepunkt erreichte. Clannad markierten einmal mehr die gelungene Synthese aus sehr unterschiedlichen, normalerweise sich widersprechenden musikalischen Ansätzen.
1996 folgte "Lore" (Gälisch für Wissen) und setzte sich quasi aus dem Stand an die Spitze der World Music Charts von Billboard. "Lore" wurde von einer dichten, mystischen Atmosphäre geprägt und bestätigte Clannads beharrliche, aber undogmatische Fortsetzung der lebendigen und neugierigen Experimente außerhalb jeder Folkkonvention.
Die Musiker der Grünen Insel schöpfen seit Jahrhunderten aus der mythenreichen Vergangenheit ihrer Heimat. Aber kein irischer Musiker gibt sich mit dem schlichten Zitieren alter Klänge zufrieden. Alle haben den Anspruch, Fortschritt durch die Integration der Überlieferungen zu entwerfen. Irische Musik ist immer Gefühl und Leidenschaft, Leiden und Hoffen, Tragik und Mut. Es ist ein Spiel der Geschichte, der Insel und ihres Volkes. Und es ist immer ein Rückblick mit stolzem Antlitz in Richtung Zukunft. Clannad verfolgen diesen Weg wie keine andere irische Band auf faszinierende Weise und sprechen damit Anhänger unterschiedlichster musikalischer Fraktionen und Generationen an. "Landmarks" ist erneut die Bestätigung dafür, daß sie auf dem richtigen Kurs liegen.
"Landmarks" entwirft betörende Landschaften von überirdischer Schönheit und Ruhe, zeichnet friedliche, facettenreiche Bilder und hebt musikalische Barrieren gänzlich konfliktfrei auf. Clannad spielen unbeirrt mit den Elementen und Stimmungen und entziehen sich nach wie vor jeglichem Schubladendenken. Die zehn neuen Songs von "Landmarks" klingen melancholisch und euphorisch, nachdenklich und optimistisch, entrückt und körperlich. Gleichwohl beziehen sie sich beharrlich auf das umfassende kulturelle Erbe Irlands und sind doch nie antiquiert oder rückständig. Clannad forcieren mit "Landmarks" einmal mehr ihre Entwicklung und untermauern ihre Ausnahmestellung nicht nur in der Folkwelt.
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