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Curse Biographie

Curse

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Curse ist zurück. Das ist, was jetzt ist. „Mindestens Mindens Finest“ (rap.de) und einer der „innovativsten deutschen Rapper“ (MKZwo) hat sein neues Album „Innere Sicherheit“ mit allen äußeren Erfolgen veröffentlicht. Nach dem Debüterfolg „Feuerwasser“ und dem Top Ten-Album „Von Innen Nach Aussen“ kommt der verfluchte Verbalist jetzt mit seinem dritten Album. Und richtig: Aller guten Dinge sind drei. War das zweite Album schon ein gewaltiger, gewagter und gewinnender Schritt, dann ist das dritte ein Quantensprung. So reif, musikalisch, abwechslungsreich, mutig und innovativ klang Curse noch nie. Schon die erste Single „Hand hoch“, eine grandiose gospelige Gefühlssache, hob sich vom Einerlei ab und, auch via eines auf Sri Lanka abgedrehten Clips, in alle möglichen Rotationen. Single 2, der gemeinsame „Widerstand“ mit Gentleman, entpuppte sich während seines siebenwöchigen Chartaufenthalts sogar als echter Sommerhit.

Der Erfolg bestätigt das Gesamtkonzept von Curse und seiner „Inneren Sicherheit“. Die Texte: persönlich, poetisch, politisch. Die Musik: live und programmiert. Von besten Beats mit klassischen Querflöten („Ich versteh Dich“), entspanntem Klavier („Goldene Zeiten“ feat. Max) und kranken Computersounds („Rap Gesetze 11-20“) bis zum „Rocksong“ „Schocktherapie“ mit Ron von 4Lyn und dem abgefahrenen „Und was ist jetzt?“, einer Pianoballade, die bald im cineastischen Streicher Mix des legendären Larry Gold die Fronten klären wird. Die Produzenten: Von der „alten Riege“ mit Beatbolide Busy und Sieben über den Hamburger Ill Will, den Münchner Iman, die Kroaten Koolade, Dash und Dooks bis zu einem 24-jährigen Mindener „mit Beinamen Curse“. Die Gäste: Neben Max und Ron von 4Lyn auch der schon erwähnte Gentleman, die MCs Stress und Trauma („Gleichgewicht“), sowie last but not least die „Mindener Kosengos“ Italo Reno und Germany. Schon die ersten Töne des Openers „Alles wird besser“ überraschen angenehm. Zu den Posaunen von Ring Ding und dem dicken Beat von Sieben verkündet Curse: „Ladies and Gentlemen, willkommen zurück. Innere Sicherheit! Es fühlt sich sehr gut an wieder bei Euch zu sein!“ Die Botschaft ist positiv, persönlich und politisch. Der tiefsinnige und tiefstimmige MC macht gute Reime zum bösen Spiel. „Innere Sicherheit“ meint eben nicht nur die persönliche, sondern auch die (innen-) politische.

„Bei jedem meiner Alben kristallisiert sich erst nach einer gewissen Zeit heraus, wie es wird“, erzählte Curse kurz vor der Veröffentlichung des neuen Albums bei einer Tasse feinstem grünen Tee in seiner neuen Wohnung in Minden. (Experten merken: Curse brüht getrocknete Kräuter auf, statt sie abzufackeln. Und nach Berlin umgezogen ist er auch nicht.) Dann erklärte er: „Seit etwa einem Jahr lerne ich „Shinkendo“ und „Iaido“ (japanischer Schwertkampf). Als ich neulich für die DVD zum Album mit meinem Sensei ein Schwert geschmiedet habe, habe ich gemerkt, dass es da viele Parallelen zu einer Albumproduktion gibt. Es gibt einen klaren Prozess. Aber während dieses Prozesses merkt man erst, was sich da entwickelt. Wenn man das Schwert nachher in der Hand hält, sieht es ganz anders aus, als man es sich vorgestellt hat. Trotzdem ist es genau das Ding, das durch diesen Prozess entstanden ist. So ist das mit einem Album auch. Irgendwann kommt der Punkt, wo ich merke: Okay, in die Richtung geht es. Dann ist die Vision da. Und ab dann arbeite ich gezielt auf diese Vision hin.“ Beim neuen Album stand sogar der Titel schon früh fest- eigentlich eher ungewöhnlich für Curse. „Der Hauptaspekt ist die Personenbezogene innere Sicherheit“, sagt er. „Ich weiß, was ich machen will, was ich hören will und was mir Spaß macht. Und dass ich es jetzt nicht irgendwelchen Leuten recht machen muss, sondern einfach darauf schaue, was für ein Album ich gerne von mir hören möchte.“ Er pausiert für einen Moment und erinnert sich dann an die kurze Phase im Sommer 2001, als er sich fest vorgenommen hatte, ein Partyalbum aufzunehmen. „Aber ich wollte dann doch nicht wirklich ein Partyalbum von mir hören“, sagt er kopfschüttelnd. „Außerdem kriege ich am Tag 10-15 E-mails und die Leute schreiben halt nicht: „Hey, wenn ich in den Club gehe, hör‘ ich deine Songs.“ Sondern die schreiben, dass ihnen meine Songs was sagen, wenn es um deren persönliche, private Probleme geht. Da hab ich gemerkt, dass das auch viel mehr das ist, was ich eigentlich machen will.“ Dieser Mut zur inneren Sicherheit hat schließlich auch die Produktionsweise beeinflusst. „Es war mir wichtig, meine Vision auch musikalisch umzusetzen, in gewisser Weise „musikalischer“ zu werden“, erzählt Curse. „Als Alex Auer, der Gitarrist von Xavier, ins Studio kam und den Track zu „Hand Hoch“ hörte, fielen ihm sofort tausend Sachen dazu ein. Früher bin ich eigentlich nie so auf E-Gitarre abgefahren. Aber als ich diesen Typen bei einem Fernsehauftritt, den ich mit Xavier zusammen gemacht habe, gehört habe, bin ich ausgeflippt! Da war mir klar: Ich will nicht irgendeine Gitarre haben, sondern ich will den Typen. Am Anfang gab es da nur diesen zerrissenen, hochgepitchten Loop. Jetzt ist Alex‘ Gitarre das tragende Element, weil er auch die Chords unterstützt hat. Anschließend haben wir noch Orgel und Bass dazu gespielt, dann sogar das Rhodes noch mal verändert. Irgendwann hatten wir 70 Spuren und haben vier Tage zum Mischen gebraucht. Dann kam noch der Gospelchor von Vanessa Mason aus Berlin dazu! Es ist unglaublich schön, so was zu erleben.“

Natürlich liegt dem musikalischen MC, der auf seinem dritten Album teilweise sogar selbst die Hooks singt („Alles wird besser“), nach wie vor alles am Inhalt. Er sagt zwar: „Manchmal denkt man sich auch: Ich weiß schon, warum ich das hier alles mache und es ist auch eine geile Sache. Aber checken das die Leute?“ Dabei weiß er genau: „„Innere Sicherheit“ ist definitiv das erste Cursealbum, das overall eigentlich auch politisch ist.“ Und genau das ist etwas, wogegen er sich früher oft gewehrt hat. „Ich meinte immer: „Ich mache nichts politisches, vergesst es! Ich hab „Licht und Schatten“ und „Warum nicht“, das reicht.“ Aber auf dem neuen Album ist der Tonus schon, obwohl ich dieses Wort hasse, aber irgendwie ist er „sozialkritisch“. In der heutigen Zeit ist es doch so: Alle sind schlecht drauf, alles ist teurer geworden, die Leute haben keinen Bock mehr, verlieren ihren Job, die ganze Musikindustrie heult ´rum, die Fans stehen nicht mehr auf deutschen Hip Hop – nichts geht mehr! Ich will gerade in so einer Zeit positive Musik machen! Deswegen ist das neue Album eben auch vom Gesamtding eigentlich sehr positiv. Es ist nicht so in sich gekehrt, wie „Von Innen Nach Aussen“, sondern eher eine positive Sache. Und das bedeutet auch, dass „Innere Sicherheit“ auch auf diesen politischen Aspekt bezogen ist: Außen Chaos, aber im Inneren Sicherheit.“

Curse‘ neuer Weg ist die logische Konsequenz all dessen, was der 24-jährige bisher gemacht und was ihn dabei ausgemacht hat. Die Summe der Erfahrungen, die er bei der Arbeit an seinen beiden Alben, auf Tour oder im Studio mit Xavier Naidoo oder RZA gesammelt hat. Erlebnisse, durch die er die nötige „Innere Sicherheit“ gewonnen hat, über Themen wie die politische „Innere Sicherheit“ zu reimen. Engagierter und emotionaler geht’s nicht. Nach einem kurzen japanischen Abstecher, wo im Juni tatsächlich unter dem Namen „Vom Feinsten“ ein aus den besten Titeln der Alben „Feuerwasser“ und „Von Innen Nach Aussen“ zusammengestelltes erstes Album eines deutschsprachigen MC überhaupt veröffentlicht wurde, nach einer Tour und 18. Festivalauftritten mit seiner 5köpfigen Band, nach Nominierungen zur „EinsLive Krone“ und für den „Viva Comet“, erscheint „Und was ist jetzt?“, die dritte Single. Die als Pianoballade mit Punkabbruch produzierte Herzenssache sollte ursprünglich schon mit Streichern versehen werden. Es kam nicht dazu, warum auch immer. Dass sie auch ohne Streicher funktioniert, zeigen die endlosen Gästebucheinträge auf Curses Homepage. Als dann allerdings Thomas M. Stein, Chef von Curses neuer Plattenfirma BMG, meinte: „Supernummer, aber ich könnte mir dazu auch gut Streicher vorstellen!“, war man schnell wieder beim Originalkonzept. Für die Streicherarrangements und deren Umsetzung konnte man, und das ist eher eine große, als eine kleine Sensation, keinen Geringeren als Larry Gold, eine lebende Legende des alten und neuen „Philly Sound“, gewinnen. Der Veteran, der als Cellist von MFSB schon mit den O’Jays, Patti Labelle oder Teddy Pendergrass arbeitete und seit geraumer Zeit Produktionen für The Roots, Musiq Soulchild, Jill Scott oder Timbaland mit Streichern veredelt, unterbrach seine Arbeit am neuen Janet Jackson-Album für eine angemessen ausführliche „Larry Gold String Version“ von „Und was ist jetzt?“. „Ich habe es sehr genossen an diesem Remix zu arbeiten“, meint „Don Cello“. „Der Track war Hip Hop mit einem klassischen Touch. Und es liegen viel Dynamik und Drama in der Story. Außerdem ist das Klavier perfekt geeignet für Streicher.“ Tatsächlich folgen die vier Geiger, zwei Bratschen und das Cello dieses live im „The Studio“ in Philadelphia eingespielten Arrangements, der dramatischen Dynamik von Curse‘ Flow. Das Resultat sind 4 Minuten 15 hinreißend wegweisenden Audio-Kinos. Dass der Respekt bei dieser Arbeit auf beiden Seiten liegt, zeigt auch einer der exklusiven Bonus- Tracks der neuen Curse-Single. Gemeinsam mit Vanessa Mason, die ja mit ihrem Gospel-Chor schon auf „Hand Hoch“ zu hören ist, nahm Curse einen neuen Text zu einem Instrumental auf, das Larry Gold gemeinsam mit Kamal Grey von The Roots für Floetry auf seinem bald erscheinenden Soloalbum „Larry Gold presents Don Cello and Friends“ (BBE/Rapster) produziert hatte. Der neue Song wird, auf gemeinsamen Wunsch von Larry Gold und Curse, im Rahmen der jeweiligen Veröffentlichungen parallel eingesetzt. Nicht nur wegen all dieser Entwicklungen, stellt sich die Frage „Und was ist jetzt?“ zumindest im Bezug auf Curse und seine Karriere nicht. Kein Zweifel: Curse ist zurück.
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