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Deep Purple Biographie

Deep Purple

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In einer Welt steten Wandels sowie unberechenbarer Trends und Moden gehören Purple'>Deep Purple zu den wenigen verlässlichen Konstanten der Musikgeschichte. Seit weit mehr als dreißig Jahren bereichern sie regelmäßig den Geist der Rockmusik mit neuen Alben, faszinierenden Tourneen und Aufsehen erregenden Projekten. Fünf Jahre nach ihrem bis dato letzten Studioalbum Abandon beziehungsweise drei Jahre nach der spektakulären Neuauflage des Concerto For Group And Orchestra präsentieren Deep Purple ihr neuestes Album Bananas, das von einer packenden Atmosphäre durchzogen ist und pure Spielfreude dokumentiert. "Es war in der Geschichte von Deep Purple schon immer so, dass nach einem eher schwierigen Album zumeist das jeweils nächste für uns einfacher war", sagt Bassist Roger Glover, Ur-Mitglied und organisatorischer Mittelpunkt der Band. "Purpendicular war seinerzeit so unglaublich leicht für uns zu realisieren, Abandon anschließend dagegen ziemlich mühsam. Nun, mit Bananas, musste es also eigentlich fast automatisch wieder leichter werden. Und zum Glück war es dann auch so."

Im Dezember des vergangenen Jahres trafen sich Deep Purple in Los Angeles, schrieben das Material des Albums innerhalb eines einzigen Monats und benötigten im Frühjahr 2003 nur knapp weitere vier Wochen, um es komplett aufzunehmen. Man hört den neuen Songs diese spontane und unverkrampfte Herangehensweise an. Deep Purple rocken auf Bananas wie aus einem Guss, zaubern wie scheinbar selbstverständlich ein ganzes Arsenal an eingängigen Melodien und virtuosen Instrumentalpassagen aus dem Ärmel. Da verzahnen sich Gesang, Gitarre, Bass, Orgel und Schlagzeug auf eine dermaßen enge und natürliche Weise miteinander, wie sie im Grunde genommen nur von Musikern erzielt werden kann, die sich seit Jahren kennen und deshalb blind verstehen. Dennoch ist Bananas das erste Album, das Deep Purple mit ihrem neuen Organisten Don Airey geschrieben und aufgenommen haben.

Airey spielte schon für Rainbow, Gary Moore oder auch Ozzy Osbourne und beerbt nun bei Deep Purple den legendären Jon Lord, der im vergangenen Jahr seinen Ausstieg bekannt gab, um sich neuen kreativen Herausforderungen zu stellen. Kein Abschied im Streit, sondern die wohl überlegte Entscheidung eines erfahrenen und überaus verdienten Musikers. "Vor drei Jahren realisierten wir mit Jon in der Londoner ´Royal Albert Hall` die Neuauflage seines legendären Concertos", erläutert Gitarrist Steve Morse die ersten Anfänge des Ablösungsprozesses. "Ein sehr erfolgreiches Unterfangen, das eine Welttournee nach sich zog und bei ihm den Wunsch weckte, sich stärker als in der Vergangenheit in dieser musikalischen Richtung zu engagieren. So etwas ist jedoch kaum möglich, wenn man fest in einer Band mit all ihren Verpflichtungen spielt. Er musste sich also zwangsläufig entscheiden, ob er weiter auf Tournee gehen oder sich verstärkt seinen klassischen Kompositionen widmen will. Wir respektieren seine Entscheidung und können sie nachvollziehen."

Für Deep Purples Neuzugang Don Airey wurde damit ein Traum wahr. "Schon vor einigen Jahren hatte ich den Gedanken: Ob ich wohl von Deep Purple gefragt werden würde, falls jemals Jon Lord aussteigt?" gesteht Airey. "Ich konnte es mir zwar nicht so richtig vorstellen, aber ich hoffte natürlich darauf. Dementsprechend groß war meine Freude, als sie mich tatsächlich in die Band holten." Mit dem Status des Gastmusikers wollen Deep Purple ihren neuen Organisten gar nicht erst belasten. Airey ist erklärtermaßen festes Bandmitglied, oder wie Glover es formuliert: "Deep Purple sind weiterhin eine Fünfmann-Band, daran hat sich nichts geändert. So wie all die Jahre zuvor mit Jon üblich wurde auch Don vom ersten Proben an ins Songwriting miteinbezogen."

Neben erhebenden Rocksongs wie ´House Of Pain`, ´Sun Goes Down`, ´Razzle Dazzle` oder ´I´ve Got Your Number` präsentieren Deep Purple auf Bananas mit ´Haunted` eine einfühlsame Ballade als erste Singleauskopplung. Ein Song wie eine warme Meeresbrise, der zudem im Studio den angemessenen klangtechnischen Rahmen erhielt: "Die Basis eines jeden Songs ist natürlich die Grundidee, die Struktur", erläutert Glover die Stärken des Stückes. "Aber Produzent Michael Bradford, mit dem wir zum ersten Mal gearbeitet haben, brachte einige tolle Ideen zu ´Haunted` ein. Er holte Beth Hart als Background-Sängerin ins Studio sowie ein Streicher-Ensemble unter der Leitung von Paul Buckmaster, der unter anderem auch schon für Elton John gearbeitet hat." Noch vor seiner Veröffentlichung präsentierten Deep Purple im Rahmen ihrer Deutschland-Tour im Juni 2003 einem begeisterten Publikum diesen Song, der ohne Zweifel in die lange Reihe der Klassiker einziehen wird.

Eine ganz besonders ergreifende und tragische Geschichte verbirgt sich hinter dem finalen Stück ´Contact Lost`, in dem Deep Purple ihr Entsetzen über den Absturz der Raumfähre ´Columbia` im Februar 2003 zum Ausdruck bringen. Noch einen Tag vor der Tragödie gab es einen direkten Kontakt der Musiker zu den Astronauten, die ihrerseits kurz zuvor ein Deep Purple-Konzert in Houston, Texas besucht hatten. In fast täglichen Emails erkundigten sich die Bandmitglieder während des gesamten Fluges immer wieder über den aktuellen Stand der Dinge an Bord des Space-Shuttles und erfuhren dabei, dass die Besatzung auch der Musik von Deep Purple lauschte während sie die faszinierende Aussicht aus der Raumkapsel auf unseren Planeten genoss. ´Contact Lost` wurde unmittelbar nach den schicksalhaften Ereignissen in der ´Columbia während ihrer missglückten Rückkehr zur Erde geschrieben.

Und zu guter letzt: Der Albumtitel. So profan er klingen mag - so profan ist er eigentlich auch gemeint. Bananas, ein Wort mit vielen Assoziationsmöglichkeiten aber einer banalen (hoppla!) Geschichte dahinter. "Alles begann mit einem kleinen Witz", verrät Glover. "Ich sah vor etwa drei Jahren in der Zeitung das Photo eines Mannes, der schwer daran zu schaffen hatte eine riesige Bananenstaude vorn auf sein Fahrrad zu hieven. Ich sagte zu Ian Gillan: ´Schau Ian, hier haben wir den kommenden Albumtitel. Wir nennen es Bananas.` Ian schaute gar nicht richtig hin und antwortete nur beiläufig: ´Großartige Idee`. Seine Begeisterung war natürlich ironisch gemeint, aber irgendwie blieb dieser Gedanke in unseren Köpfen. Gerade auch deshalb, weil das Wort ´Bananas` plakativ ist und die Leute sich darüber unterhalten können, welche Bedeutung es wohl hat. Natürlich kann man eine Menge Philosophisches oder was auch immer hinein interpretieren. Und ich bin mir sicher, dass Ian dem Begriff auch garantiert eine tiefgründige politische Bedeutung zumessen würde. Aber eigentlich ist es nur ein Wort, nicht mehr."

Deep Purple anno 2003, bestehend aus Ian Gillan (Gesang), Roger Glover (Bass), Ian Paice (Schlagzeug), Steve Morse (Gitarre) und Don Airey (Orgel), zeichnet wie alle vorherigen Besetzungen vor allem eines aus: ihr intuitives Gefühl für kraftvolle Rocksongs und ihr ganz eigener unverwechselbarer Sound. Oft kopiert, nie erreicht, und tatsächlich nur in dieser Band zu finden." "Die Leute fragen häufig danach, was unserer Meinung nach den typische Deep Purple-Stil ausmacht", sagt Glover. "Ich kann es nicht beantworten, ich kann nur sagen: Typisch sind nicht etwa bestimmte Songs oder Sounds, sondern die Art, wie wir sie spielen. Wir haben großartige Einzelkönner in der Band, und so entsteht aus dem Zusammenspiel eine ganz bestimmte Chemie, die man weder erklären noch genau rekapitulieren kann." Bananas ist sein Zeuge!
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