Deftones Biographie
Deftones
Äußerste Energie, kompromisslose Sensibilität und der gesamte Impact von fünf Musikern, die keine Emotion und keine Regung zurücknehmen. Mit einem Sound, der einem ganzen Genre Bahn brach, aber doch keine Maßstäbe irgendeiner Kategorie erfüllt, sondern konsequent und unbeirrt seinen eigenen Weg geht. Mögen die Epigonen auch noch so reichlich sein, die DEFTONES sind einzigartig und unerreicht. Kein Metal, egal wie Nu auch immer, kein Punk, kein Hardrock, sondern ein Hybrid aus all dem - die DEFTONES folgen niemandem, sie gehen voran. Der Beweis heißt 'Deftones' und ist das vierte Album der Band aus Sacramento.
Vier Millionen Deftones-Alben in Acht Jahren fanden ihren Weg zu den Fans, drei Millionen Fans fanden den Weg in die Konzerte der DEFTONES. Dabei ließen sie sich Zeit: Jahrelang (seit der Gründung 1988) tourten DEFTONES mit Kombos wie Bad Brains, Korn, L7, Ozzy Osbourne und Quicksand, bevor sie 1995 ihr Debut Adrenaline auf einen hungrigen Markt warfen. 1997 folgte Around The Fur, ein pures DEFTONES-Album in voller Härte, das wie der Vorgänger von Terry Date (White Zombie, Soundgarden, Pantera) produziert wurde. Danach wurde der Sound aufgestockt: Als eine der ersten Bands aus dem harten Rockbereich nahmen DEFTONES einen festen Turntable/Keyboarder/Sample-Spezialisten in die Band auf: Frank Delgado sorgt seit White Pony (2000) für zusätzliche Soundfülle, die der Brachialgewalt der DEFTONES noch eine weitere Dimension verlieh. Die Entscheidung erwies sich als klug: White Pony erreichte in den USA locker Platinstatus und wurde mit einem Grammy bedacht, in Deutschland erreichte das Album Platz 11 und spuckte die Singles Change (In The House Of Flies) und Back To School aus.
Der überraschend direkte Titel 'Deftones' steht für den Kern dessen, was die DEFTONES auf dem Album abliefern: Einerseits solides DEFTONES-Material, das sie unverwechselbar macht und ihnen den großen Wiedererkennungswert verleiht, andererseits einen weiteren Schritt in die Abgründe des Soundmerging. Ein Track wie Hexagram attackiert den Hörnerv mit massiven Gitarrenfronten und einer aufgebrochenen Struktur, die ihre Wurzeln tief im Hardcore hat und weit in den endlosen Raum transparenter Texturen schleudert. Der Weg führt ins Gestrüpp, in die Kantigkeit emotionaler Tiefe, die sich in den heftigen Brüchen im Songaufbau auftut. Nicht viel anders Minerva, das zwar ein scheinbar durch und durch harmonisches Gefüge bildet, das allerdings von Vollbremsungen durchsetzt ist, die die Soundwalls durch plötzliche Momente der Ruhe in sich zusammenfallen lassen. Eine Achterbahn von Pulsierungen, die kaum einen Moment zum Luftholen aufkommen lässt. Nicht weniger massiv brechen Songs wie Good Morning Beautiful und Battleaxe hervor - ein ewiger Kreislauf zwischen Spannung und Entspannung, Kontraktion und Expansion, Stabilität und Zusammenbruch. Zeichen für die unerschöpfliche Kraft der DEFTONES.
Und in der Tat, nach monatelangem Touren litten die DEFTONES weniger an Erschöpfung als an Überhitzung: "Wir konnten nicht still sitzen," so Stephen. "Während wir auf Tour waren, war eine Menge kreativer Dampf entstanden. Das kann man nicht einfach abstellen. Wir versuchten uns zu entspannen und zu leben wie Normalbürger, aber es funktionierte nicht. Wir hatten vergessen, wie man das macht."
"Wir haben es drei Monate lang versucht," wirft Chino ein. "Dann packte uns die Langeweile, wir schrieben Songs und hingen in unserem Studio, The Spot, rum. Und wir wussten, dass da was am Entstehen war."
"Im Studio zu arbeiten ist für uns wie auf Tour zu sein," erklärt Abe Cunningham. "Wir haben denselben Fokus, dieselbe Energie. Es waren drei Jahre nach White Pony vergangen und wir standen unter großem Druck für den Nachfolger. Wir haben das ignoriert. Wir spürten, als es so weit war."
Im Sommer 2002 begannen die Aufnahmen im The Spot, wieder gemeinsam mit Producer Terry Date, der auch die bisherigen DEFTONES-Alben zu Monolithen der Soundwalls werden ließ.
Vor den DEFTONES liegen nun weitere Monate, die sie auf Tour verbringen werden. Unter anderem wird man sie dabei auf den Rock am Ring / Rock im Park-Festivals vom 6. - 8. Juni erleben können. Eine Zeit, der sie hochmotiviert entgegenblicken: "Wir sind eine Band. Wir essen, schlafen und spielen gemeinsam. Und die Leute sind auf der ganzen Welt gleich. Die Musik ist in jeder Sprache dieselbe. Es ist immer und überall dieselbe Party. Nur manchmal ist der Weg weiter..."
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Sie sind zurück, definitiv und unüberhörbar: DEFTONES.
Mit einem Album, das weiter geht als alle vorhergehenden DEFTONES-Alben. Das mit aufwühlenden Reflektionen und der unbändigen Wut eines manisch-depressiven Patienten explodiert, der seine Medikamente verweigert. „Wir wollten wissen, wie weit wir uns selbst bringen können,“ erklärt Drummer Abe Cunningham. „Das Album hat nicht den Wechsel aus heavy und leicht zum Thema, sondern das gesamte Spektrum unseres Sounds.“ Saturday Night Wrist: eine massive Wand aus Gitarren und Rhythmus, die Dich von der ersten Sekunde bis zum letzten Takt gefangen nimmt, einsaugt und nicht wieder los lässt.
Ein Monument aus allem, was den Rock definiert: Hard-, Heavy-, Metal-, Punk-, Psychedelia-, Classic-, Alternative-, Elektronik - was immer Du willst. Zusammengeschweißt vom Willen der Band, das Bestmögliche zu erreichen. „Jeder von uns hat sich darauf konzentriert, so viel zu bringen, wie er auf seinem Gebiet kann,“ so Gitarrist Stephen Carpenter. „Und gemeinsam haben wir alles zu einem Ganzen zusammengebracht.“
Doch Saturday Night Wrist ist nicht nur beseelt vom Willen zum Experiment und zur Innovation, es besitzt ebenso unentrinnbare Hooks, die keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass eines schon immer zu den Grundfesten der DEFTONES gehörte: Starke und emotionsgeladene Songs, die Dich beim Herz packen. So funktioniert die erste Single Hole In The Earth wie ein unvergesslicher Soundtrack zu einem schlechten Traum, der durch eine Wand von markerschütternden Feedbacks dringt und aus dessen Meer von Sounds sich ätherische Vocals und Gitarrenlinien erheben. Den Weg bereitend für ein ganzes Album voller sonischer Spektakel und emotionaler Sensationen.
„Unser letztes Album war sehr rau und brutal,“ so Bassist Chi Cheng, dessen treibende Stabilität der Musik einen Anker gibt. „Ich fand das sehr cool, keine Frage, aber Saturday Night Wrist hat wesentlich mehr Dynamik. Es ist für uns eine Rückkehr zu den frühen Tagen.“ Chino Moreno, dessen Stimme auf dem Album von schmerzerfüllter Flucht bis zu aggressiver Drohung reicht, und dessen kryptische Texte sich zwischen rasendem Angriff und verzweifelter Kapitulation bewegen, stimmt der Einschätzung seiner Bandkollegen vorbehaltlos zu: „Das ist das dynamischste Album, das wir je aufgenommen haben. Es gibt sanftere Momente, es gibt brutalere Momente, aber es ist sehr rund geworden. Die Songs haben einen engen Zusammenhalt, und daher klingt das Album, als hätte es Grenzen eingerissen. Wir waren sehr kreativ, und wollte uns nicht wiederholen, sondern neue Wege finden.“
Dabei war die Entstehung des Albums durchaus von Konflikten begleitet, und es sah lange so aus, als würde es nie fertig werden. Vom Beginn an, als die DEFTONES im Jahr 2003 in Sacramento mit der Arbeit an Saturday Night Wrist begannen, lagen dunkle Schatten über dem Übungsraum. Auseinandersetzungen, Sorgen, persönliche Schwierigkeiten und unerfüllbare Verpflichtungen lassen die Fertigstellung des Werks im Nachhinein wie ein Wunder wirken.
„Ich glaube, uns hat einfach das Leben dazwischen gefunkt,“ zuckt Carpenter die Schultern. „Wir hatten alle mit unserem individuellen Scheiß zu tun und es gab eine Menge Chaos, aber es hat sich zum Guten gewendet. Es brachte uns an den Punkt, an dem wir jetzt stehen, und wir sind stärker als je zuvor.“
Die ersten Songs für Saturday Night Wrist entstanden bereits, nachdem die DEFTONES ihre Tour 2003 abgeschlossen hatten. Sie hingen erst im bandeigenen Studio ab und zogen dann in Hoffnung auf einen kreativen Funken in ein Haus nach Malibu, wo Incubus seinerzeit „Mornig View“ aufgenommen hatten. Dort nahmen sie ein paar Demos auf und sprachen mit verschiedenen Produzenten, bevor sie Bob Ezrin engagierten, der von Pink Floyd bis Kiss fast jede wichtige Band im Studio hatte.
„Wir haben bislang immer mit Terry Date gearbeitet, der ein guter Freund von uns geworden ist. Aber wir wollten diesmal mit jemand anderem ins Studio, weil wir spürten, dass wir einen Tritt in den Arsch brauchten,“ erläutert Cunningham. „Wir hätten einen Versuch mit Terry starten können, aber wir kennen uns einfach zu lange. Bob dagegen holte das Beste aus uns heraus.“
In Connecticut ging es an die Aufnahmen mit Ezrin, aber obwohl es viele inspirierende Momente gab, stieß die Band auf eine kreative Blockade, die an den Kräften zehrte und zeitraubend war. Der Frust wurde noch stärker, als es Zeit für Chinos Vocals wurde. Die Gesangsaufnahmen waren noch nicht abgeschlossen, als Chino mit anderweitigen Verpflichtungen auf Tour ging. Das dauerte vier Monate, in denen die Moral der Restband auf den Nullpunkt sank. Ezrin schickte die Jungs nach Sacramento zurück, um ohne ihn weiter an den Songs zu arbeiten, aber ohne ihren Sänger gab es nicht viel, was sie tun konnten. Als Moreno dann zurückkehrte, wusste niemand, wie es eigentlich weitergehen sollte. „Ich hatte zwar nicht das Gefühl, dass wir uns auflösen würden, aber mir war klar, dass wir einige ernsthafte Entscheidungen darüber fällen mussten, was wir eigentlich wollten,“ erzählt Carpenter. „Ich war sauer und alle waren unsicher, was passieren würde.“
So setzte das Management ein Meeting mit der Band an, um reinen Tisch zu machen. In einem Hotel in Los Angeles diskutierten die Bandmitglieder ihre Probleme und überlegten, wie sie die Hindernisse aus dem Weg räumen könnten, die ihnen den Weg versperrten. „Es hätte wirklich Streit geben können, aber zum Glück gab es keinen,“ so Cunningham. „Niemand zeigt mit dem Finger auf einen anderen. Wir waren fünf Männer, die miteinander sprachen, und man konnte die Liebe zwischen uns förmlich im Raum fühlen. Es war ein großer Moment, in dem wir entschieden, dass wir an diesem Punkt weitermachen wollten.“
Von nun an erfasste die DEFTONES ein produktiver Overdrive. Moreno arbeitete mit Shaun Lopez daran, die Vocals fertig zu bekommen, und die Band führte die Song-Arrangements zügig zu einem Abschluss. „Wir kamen an dem Punkt zusammen, als Chino sich wieder auf das konzentrierte, was er zu tun hatte,“ betont Programmer / Keyboarder / DJ Frank Delgado. „Die Sache ist doch die: Du kannst Kreativität nicht beschleunigen, und alles braucht nun mal so lange, wie es eben braucht." Damit war die Band dort, wo sie einmal angefangen hatte. Der Weg zu einem grandiosen Album war frei: Saturday Night Wrist.
Jedes der bisherigen vier DEFTONES-Alben erreichte Gold oder Platin in den USA und alle zusammen verkauften sich weltweit vier Millionen Mal. Seit Carpenter, Moreno und Cunningham im Jahr 1988 mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Metal-Riffs und HipHop-Beats zusammen gekommen waren, klangen sie anders als alle anderen Bands. Und im Laufe der Jahre schmiedeten sie ihren Stil, der heute unverwechselbar und einmalig ist.
Nachdem sie wechselnde Besetzungen am Bass hatten, stießen DEFTONES auf Cheng und nahmen ein Demo mit vier Songs auf, das ihnen einen Deal mit dem Madonna-Label Maverick einbrachte. 1995 kam ihr erstes Album Adrenaline, das ihren Namen in der Rockszene sofort groß machte. Tourneen mit Ozzy Osbourne, L7 und Korn verbreiteten den DEFTONES-Virus und sie wurden zu den Vorreitern einer neuen großen Bewegung im Rock.
Delgado kam zum 1997er Album Around The Fur zu den DEFTONES, mit dem sie ihren ersten Mainstream-Erfolg verbuchen konnten. Songs wie My Own Summer (Shove It) und Be Quiet And Drive (Far Away) erhielten regelmäßiges Airplay im US-Radio und auf MTV. DEFTONES festigten ihren Ruf als Band, die so künstlerisch ausgefeilt wie heavy ist. So heavy, dass sie sich beim Ozzfest 1999 vor einer strengen Metalcrowd erfolgreich mit Slayer, Rob Zombie und Black Sabbath messen konnten.
Im Juni 2000 kam White Pony, das auf Platz 3 in die Billboard-Charts ging. Mit seinen ungewöhnlichen Einflüssen von 80er Euro-Pop bis Metal und purer Atmosphäre erhielt es sogar einen Grammy in der Sparte „Best Metal Vocal Performance“.
So wie White Pony die Band als verletzliches Kollektiv zeigte, so sehr bewiesen sie mit Deftones 2003, dass sie immer noch die Gewalt einer wütenden und angepissten Armee besaßen. Das Album, das u.a. den Hit Minerva enthielt, ging auf Platz 2 der Billboard-Charts und wurde mit einer Platzierung auf 8 das erste Top-10-DEFTONES-Album in Deutschland. Im selben Jahr ging es auf die „Summer Sanitarium-Tour“, die auch Metallica und Linkin Park im Line-Up hatte. 2005 kam dann die Rarity-Retrospektive Rarities & Covers, die ebenfalls in die deutschen Charts ging.
Mit Saturday Night Wrist haben die DEFTONES nun die Ausgewogenheit zwischen der Brutalität von Deftones und der Vielfalt von White Pony gefunden. Siehe etwa das kompromisslose Dahinrasen von Mein im Kontrast mit der weiblichen Stream-of-Consciousness-Lyrik bei Pink Cellophone oder die majestätische Härte von Rats. Xerces vereinigt subtile Keyboard-Lines mit großräumigen Gitarren zu einer schweren Soundscape von Erinnerung und Verlust, Rapture dagegen bietet ein Inferno aufwühlender Akkorde, chaotischer Beats und markerschütternder Schreie. Alles zusammen führt zu einer Intensität, die selbst für ein DEFTONES-Album ungwöhnlich stark ist
Offenbar haben sich die Disharmonien der vergangenen 12 Monate aufgelöst, und stattdessen erlebt man die DEFTONES stärker, motivierter und kompositorisch smarter denn je. „Wir kommen jetzt sehr gut miteinander aus,“ bestätigt Cheng. „Jeder hat seine Sachen in Ordnung gebracht und geht nun einen geraden Weg. Die bisherigen Shows waren unglaublich. Ich weiß nicht, was sich uns jetzt noch in den Weg stellen sollte.“
Vier Millionen Deftones-Alben in Acht Jahren fanden ihren Weg zu den Fans, drei Millionen Fans fanden den Weg in die Konzerte der DEFTONES. Dabei ließen sie sich Zeit: Jahrelang (seit der Gründung 1988) tourten DEFTONES mit Kombos wie Bad Brains, Korn, L7, Ozzy Osbourne und Quicksand, bevor sie 1995 ihr Debut Adrenaline auf einen hungrigen Markt warfen. 1997 folgte Around The Fur, ein pures DEFTONES-Album in voller Härte, das wie der Vorgänger von Terry Date (White Zombie, Soundgarden, Pantera) produziert wurde. Danach wurde der Sound aufgestockt: Als eine der ersten Bands aus dem harten Rockbereich nahmen DEFTONES einen festen Turntable/Keyboarder/Sample-Spezialisten in die Band auf: Frank Delgado sorgt seit White Pony (2000) für zusätzliche Soundfülle, die der Brachialgewalt der DEFTONES noch eine weitere Dimension verlieh. Die Entscheidung erwies sich als klug: White Pony erreichte in den USA locker Platinstatus und wurde mit einem Grammy bedacht, in Deutschland erreichte das Album Platz 11 und spuckte die Singles Change (In The House Of Flies) und Back To School aus.
Der überraschend direkte Titel 'Deftones' steht für den Kern dessen, was die DEFTONES auf dem Album abliefern: Einerseits solides DEFTONES-Material, das sie unverwechselbar macht und ihnen den großen Wiedererkennungswert verleiht, andererseits einen weiteren Schritt in die Abgründe des Soundmerging. Ein Track wie Hexagram attackiert den Hörnerv mit massiven Gitarrenfronten und einer aufgebrochenen Struktur, die ihre Wurzeln tief im Hardcore hat und weit in den endlosen Raum transparenter Texturen schleudert. Der Weg führt ins Gestrüpp, in die Kantigkeit emotionaler Tiefe, die sich in den heftigen Brüchen im Songaufbau auftut. Nicht viel anders Minerva, das zwar ein scheinbar durch und durch harmonisches Gefüge bildet, das allerdings von Vollbremsungen durchsetzt ist, die die Soundwalls durch plötzliche Momente der Ruhe in sich zusammenfallen lassen. Eine Achterbahn von Pulsierungen, die kaum einen Moment zum Luftholen aufkommen lässt. Nicht weniger massiv brechen Songs wie Good Morning Beautiful und Battleaxe hervor - ein ewiger Kreislauf zwischen Spannung und Entspannung, Kontraktion und Expansion, Stabilität und Zusammenbruch. Zeichen für die unerschöpfliche Kraft der DEFTONES.
Und in der Tat, nach monatelangem Touren litten die DEFTONES weniger an Erschöpfung als an Überhitzung: "Wir konnten nicht still sitzen," so Stephen. "Während wir auf Tour waren, war eine Menge kreativer Dampf entstanden. Das kann man nicht einfach abstellen. Wir versuchten uns zu entspannen und zu leben wie Normalbürger, aber es funktionierte nicht. Wir hatten vergessen, wie man das macht."
"Wir haben es drei Monate lang versucht," wirft Chino ein. "Dann packte uns die Langeweile, wir schrieben Songs und hingen in unserem Studio, The Spot, rum. Und wir wussten, dass da was am Entstehen war."
"Im Studio zu arbeiten ist für uns wie auf Tour zu sein," erklärt Abe Cunningham. "Wir haben denselben Fokus, dieselbe Energie. Es waren drei Jahre nach White Pony vergangen und wir standen unter großem Druck für den Nachfolger. Wir haben das ignoriert. Wir spürten, als es so weit war."
Im Sommer 2002 begannen die Aufnahmen im The Spot, wieder gemeinsam mit Producer Terry Date, der auch die bisherigen DEFTONES-Alben zu Monolithen der Soundwalls werden ließ.
Vor den DEFTONES liegen nun weitere Monate, die sie auf Tour verbringen werden. Unter anderem wird man sie dabei auf den Rock am Ring / Rock im Park-Festivals vom 6. - 8. Juni erleben können. Eine Zeit, der sie hochmotiviert entgegenblicken: "Wir sind eine Band. Wir essen, schlafen und spielen gemeinsam. Und die Leute sind auf der ganzen Welt gleich. Die Musik ist in jeder Sprache dieselbe. Es ist immer und überall dieselbe Party. Nur manchmal ist der Weg weiter..."
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Sie sind zurück, definitiv und unüberhörbar: DEFTONES.
Mit einem Album, das weiter geht als alle vorhergehenden DEFTONES-Alben. Das mit aufwühlenden Reflektionen und der unbändigen Wut eines manisch-depressiven Patienten explodiert, der seine Medikamente verweigert. „Wir wollten wissen, wie weit wir uns selbst bringen können,“ erklärt Drummer Abe Cunningham. „Das Album hat nicht den Wechsel aus heavy und leicht zum Thema, sondern das gesamte Spektrum unseres Sounds.“ Saturday Night Wrist: eine massive Wand aus Gitarren und Rhythmus, die Dich von der ersten Sekunde bis zum letzten Takt gefangen nimmt, einsaugt und nicht wieder los lässt.
Ein Monument aus allem, was den Rock definiert: Hard-, Heavy-, Metal-, Punk-, Psychedelia-, Classic-, Alternative-, Elektronik - was immer Du willst. Zusammengeschweißt vom Willen der Band, das Bestmögliche zu erreichen. „Jeder von uns hat sich darauf konzentriert, so viel zu bringen, wie er auf seinem Gebiet kann,“ so Gitarrist Stephen Carpenter. „Und gemeinsam haben wir alles zu einem Ganzen zusammengebracht.“
Doch Saturday Night Wrist ist nicht nur beseelt vom Willen zum Experiment und zur Innovation, es besitzt ebenso unentrinnbare Hooks, die keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass eines schon immer zu den Grundfesten der DEFTONES gehörte: Starke und emotionsgeladene Songs, die Dich beim Herz packen. So funktioniert die erste Single Hole In The Earth wie ein unvergesslicher Soundtrack zu einem schlechten Traum, der durch eine Wand von markerschütternden Feedbacks dringt und aus dessen Meer von Sounds sich ätherische Vocals und Gitarrenlinien erheben. Den Weg bereitend für ein ganzes Album voller sonischer Spektakel und emotionaler Sensationen.
„Unser letztes Album war sehr rau und brutal,“ so Bassist Chi Cheng, dessen treibende Stabilität der Musik einen Anker gibt. „Ich fand das sehr cool, keine Frage, aber Saturday Night Wrist hat wesentlich mehr Dynamik. Es ist für uns eine Rückkehr zu den frühen Tagen.“ Chino Moreno, dessen Stimme auf dem Album von schmerzerfüllter Flucht bis zu aggressiver Drohung reicht, und dessen kryptische Texte sich zwischen rasendem Angriff und verzweifelter Kapitulation bewegen, stimmt der Einschätzung seiner Bandkollegen vorbehaltlos zu: „Das ist das dynamischste Album, das wir je aufgenommen haben. Es gibt sanftere Momente, es gibt brutalere Momente, aber es ist sehr rund geworden. Die Songs haben einen engen Zusammenhalt, und daher klingt das Album, als hätte es Grenzen eingerissen. Wir waren sehr kreativ, und wollte uns nicht wiederholen, sondern neue Wege finden.“
Dabei war die Entstehung des Albums durchaus von Konflikten begleitet, und es sah lange so aus, als würde es nie fertig werden. Vom Beginn an, als die DEFTONES im Jahr 2003 in Sacramento mit der Arbeit an Saturday Night Wrist begannen, lagen dunkle Schatten über dem Übungsraum. Auseinandersetzungen, Sorgen, persönliche Schwierigkeiten und unerfüllbare Verpflichtungen lassen die Fertigstellung des Werks im Nachhinein wie ein Wunder wirken.
„Ich glaube, uns hat einfach das Leben dazwischen gefunkt,“ zuckt Carpenter die Schultern. „Wir hatten alle mit unserem individuellen Scheiß zu tun und es gab eine Menge Chaos, aber es hat sich zum Guten gewendet. Es brachte uns an den Punkt, an dem wir jetzt stehen, und wir sind stärker als je zuvor.“
Die ersten Songs für Saturday Night Wrist entstanden bereits, nachdem die DEFTONES ihre Tour 2003 abgeschlossen hatten. Sie hingen erst im bandeigenen Studio ab und zogen dann in Hoffnung auf einen kreativen Funken in ein Haus nach Malibu, wo Incubus seinerzeit „Mornig View“ aufgenommen hatten. Dort nahmen sie ein paar Demos auf und sprachen mit verschiedenen Produzenten, bevor sie Bob Ezrin engagierten, der von Pink Floyd bis Kiss fast jede wichtige Band im Studio hatte.
„Wir haben bislang immer mit Terry Date gearbeitet, der ein guter Freund von uns geworden ist. Aber wir wollten diesmal mit jemand anderem ins Studio, weil wir spürten, dass wir einen Tritt in den Arsch brauchten,“ erläutert Cunningham. „Wir hätten einen Versuch mit Terry starten können, aber wir kennen uns einfach zu lange. Bob dagegen holte das Beste aus uns heraus.“
In Connecticut ging es an die Aufnahmen mit Ezrin, aber obwohl es viele inspirierende Momente gab, stieß die Band auf eine kreative Blockade, die an den Kräften zehrte und zeitraubend war. Der Frust wurde noch stärker, als es Zeit für Chinos Vocals wurde. Die Gesangsaufnahmen waren noch nicht abgeschlossen, als Chino mit anderweitigen Verpflichtungen auf Tour ging. Das dauerte vier Monate, in denen die Moral der Restband auf den Nullpunkt sank. Ezrin schickte die Jungs nach Sacramento zurück, um ohne ihn weiter an den Songs zu arbeiten, aber ohne ihren Sänger gab es nicht viel, was sie tun konnten. Als Moreno dann zurückkehrte, wusste niemand, wie es eigentlich weitergehen sollte. „Ich hatte zwar nicht das Gefühl, dass wir uns auflösen würden, aber mir war klar, dass wir einige ernsthafte Entscheidungen darüber fällen mussten, was wir eigentlich wollten,“ erzählt Carpenter. „Ich war sauer und alle waren unsicher, was passieren würde.“
So setzte das Management ein Meeting mit der Band an, um reinen Tisch zu machen. In einem Hotel in Los Angeles diskutierten die Bandmitglieder ihre Probleme und überlegten, wie sie die Hindernisse aus dem Weg räumen könnten, die ihnen den Weg versperrten. „Es hätte wirklich Streit geben können, aber zum Glück gab es keinen,“ so Cunningham. „Niemand zeigt mit dem Finger auf einen anderen. Wir waren fünf Männer, die miteinander sprachen, und man konnte die Liebe zwischen uns förmlich im Raum fühlen. Es war ein großer Moment, in dem wir entschieden, dass wir an diesem Punkt weitermachen wollten.“
Von nun an erfasste die DEFTONES ein produktiver Overdrive. Moreno arbeitete mit Shaun Lopez daran, die Vocals fertig zu bekommen, und die Band führte die Song-Arrangements zügig zu einem Abschluss. „Wir kamen an dem Punkt zusammen, als Chino sich wieder auf das konzentrierte, was er zu tun hatte,“ betont Programmer / Keyboarder / DJ Frank Delgado. „Die Sache ist doch die: Du kannst Kreativität nicht beschleunigen, und alles braucht nun mal so lange, wie es eben braucht." Damit war die Band dort, wo sie einmal angefangen hatte. Der Weg zu einem grandiosen Album war frei: Saturday Night Wrist.
Jedes der bisherigen vier DEFTONES-Alben erreichte Gold oder Platin in den USA und alle zusammen verkauften sich weltweit vier Millionen Mal. Seit Carpenter, Moreno und Cunningham im Jahr 1988 mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Metal-Riffs und HipHop-Beats zusammen gekommen waren, klangen sie anders als alle anderen Bands. Und im Laufe der Jahre schmiedeten sie ihren Stil, der heute unverwechselbar und einmalig ist.
Nachdem sie wechselnde Besetzungen am Bass hatten, stießen DEFTONES auf Cheng und nahmen ein Demo mit vier Songs auf, das ihnen einen Deal mit dem Madonna-Label Maverick einbrachte. 1995 kam ihr erstes Album Adrenaline, das ihren Namen in der Rockszene sofort groß machte. Tourneen mit Ozzy Osbourne, L7 und Korn verbreiteten den DEFTONES-Virus und sie wurden zu den Vorreitern einer neuen großen Bewegung im Rock.
Delgado kam zum 1997er Album Around The Fur zu den DEFTONES, mit dem sie ihren ersten Mainstream-Erfolg verbuchen konnten. Songs wie My Own Summer (Shove It) und Be Quiet And Drive (Far Away) erhielten regelmäßiges Airplay im US-Radio und auf MTV. DEFTONES festigten ihren Ruf als Band, die so künstlerisch ausgefeilt wie heavy ist. So heavy, dass sie sich beim Ozzfest 1999 vor einer strengen Metalcrowd erfolgreich mit Slayer, Rob Zombie und Black Sabbath messen konnten.
Im Juni 2000 kam White Pony, das auf Platz 3 in die Billboard-Charts ging. Mit seinen ungewöhnlichen Einflüssen von 80er Euro-Pop bis Metal und purer Atmosphäre erhielt es sogar einen Grammy in der Sparte „Best Metal Vocal Performance“.
So wie White Pony die Band als verletzliches Kollektiv zeigte, so sehr bewiesen sie mit Deftones 2003, dass sie immer noch die Gewalt einer wütenden und angepissten Armee besaßen. Das Album, das u.a. den Hit Minerva enthielt, ging auf Platz 2 der Billboard-Charts und wurde mit einer Platzierung auf 8 das erste Top-10-DEFTONES-Album in Deutschland. Im selben Jahr ging es auf die „Summer Sanitarium-Tour“, die auch Metallica und Linkin Park im Line-Up hatte. 2005 kam dann die Rarity-Retrospektive Rarities & Covers, die ebenfalls in die deutschen Charts ging.
Mit Saturday Night Wrist haben die DEFTONES nun die Ausgewogenheit zwischen der Brutalität von Deftones und der Vielfalt von White Pony gefunden. Siehe etwa das kompromisslose Dahinrasen von Mein im Kontrast mit der weiblichen Stream-of-Consciousness-Lyrik bei Pink Cellophone oder die majestätische Härte von Rats. Xerces vereinigt subtile Keyboard-Lines mit großräumigen Gitarren zu einer schweren Soundscape von Erinnerung und Verlust, Rapture dagegen bietet ein Inferno aufwühlender Akkorde, chaotischer Beats und markerschütternder Schreie. Alles zusammen führt zu einer Intensität, die selbst für ein DEFTONES-Album ungwöhnlich stark ist
Offenbar haben sich die Disharmonien der vergangenen 12 Monate aufgelöst, und stattdessen erlebt man die DEFTONES stärker, motivierter und kompositorisch smarter denn je. „Wir kommen jetzt sehr gut miteinander aus,“ bestätigt Cheng. „Jeder hat seine Sachen in Ordnung gebracht und geht nun einen geraden Weg. Die bisherigen Shows waren unglaublich. Ich weiß nicht, was sich uns jetzt noch in den Weg stellen sollte.“
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