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Fear Factory Biographie

Fear Factory

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Normüberquerungen, Scheuklappenboykott, Kompromisslosigkeit - drei Dinge, die von jeher zu Fear Factory gehören wie das Spielzeug zum Überraschungsei. Apropos Überraschungen, auch dieser Terminus ist stets präsent, geht es um das Credo der Los-Angeles-Mannen, denn seit ihrer Gründung 1990 hat die Band immer aufs Neue beeindruckende Statements in Sachen musikalischer Oppulenz und Unberechenbarkeit setzen können. Von den lawinenartigen Death-Metal-Eruptionen der Anfangstage bis hin zu gegenwärtigen Industrial-gefütterten Gitarren-Vulkanen der futuristischen Art, Fear Factory vermochten es stets, den Adrenalinspiegel in die Höhe zu jagen.

"Archetype" macht da keine Ausnahme. Auch auf seinem fünften Studio-Album führt uns das Quartett den brillanten Industrial-Metal-Hammer vor und vereint aufs gelungenste die ungestüme Art eines speienden Vulkans mit subtil strömender Fragilität. Ein Jekyll & Hyde-Hybrid der spannendsten Art, heavy marschierende Riffs, ultratight rasantes Drumming und wummernder Bass treiben ein munteres Achterbahnspielchen mit knackiger Melodik und Burton's voluminösen, zwischen geshoutet und clean variierenden Vocals.
„Beim Aufschlagen des Wortes 'Archetype' stellst du fest, dass damit das Prototyp-Modell gemeint ist, von dem Kopien gemacht werden”, so Frontmann Burton über die Titel-Bedeutung. „Fear Factory haben so eine Rolle auf irgendeine Weise, und der Titel soll ein definierender Moment für uns sein.“

Es war Mitte 2002 als der 2003 nach New York umgezogene Burton das Gefühl hatte, mit der Psyche von Fear Factory würde etwas nicht mehr stimmen. „Wenn dein Auto ein komisches Geräusch macht, weißt du, dass es irgendwann vielleicht im Eimer ist, und du musst dem vorbeugen. Ein Teil unserer Maschine lief ebenso nicht mehr richtig, und die Karosserie wurde für renovierende Maßnahmen erst einmal brach gelegt. Mit dem neuen Album kündigen wir unseren Neueröffnung an.”
Die Neueröffnung hält indes Veränderungen parat. Die Wege von Langzeit-Gitarrist Dino Cazares und dem Rest der Band trennten sich, und Christian Olde Wolbers, bis dato FF-Bassist, trat nunmehr an seine Stelle. Den vakanten Job am Bass vergab man an Byron Stroud, ex- Strapping Young Lad, mit dem man lange Zeit bereits befreundet war.

Das in den Rumbo-Recorders-Studios (Los Angeles) aufgenommene, von der Band selbst produzierte Werk trägt die Signatur und Attitüde klassischer Fear-Factory-Hymnenhaftigkeit, aber auf eine frische Art, und ohne die Vergangenheit stumpf zu wiederholen.
Wir bevorzugen es nach wie vor, Songs zu schreiben, ohne auf irgendwelche Trends oder Radiotauglichkeitsformeln zu schielen“, erklärt der in Texas aufgewachsene Sänger. Es geht aber nicht nur darum, heavy zu sein, es geht darum, richtige und gute Songs zu schreiben. Unsere Fans möchten Material hören, was nach Fear Factory schmeckt, und ich denke, wir haben einen knackigen, passionierten Sound hinbekommen.“

Hat sich die von George Orwell, Aldous Huxleys's "Brave New World" und Filmen wie "Blade Runner", "Terminator" oder auch "Matrix" inspirierte Crew bereits in der Vergangenheit mit dem Thema "Mensch vs. Maschine/Maschinenstaat" beschäftigt und adäquate Soundtracks zu einer technologisierten, bedrückenden Welt geliefert, trifft man in Hinblick auf den Fünftling auf nicht minder kritische, globale Inhalte.
„Ich war all die Jahre für unsere Texte verantwortlich“, so Bell, „und irgendwo ist Fear Factory dadurch die Geschichte meines Lebens. Unsere Songs enthüllen, welche Wirkung Geschehnisse und Menschen auf mich hatten, und wie ich verschiedene Aspekte der Welt betrachte. Dieses Album unterscheidet sich da nicht, es reflektiert, was in den vergangenen zwei Jahren mit der Band passiert ist und was generell auf diesem Planeten los war.
So geht es beispielsweise in ‚Slave Labor' darum, wie ich den Großteil der Musikindustrie generell beurteile, in ‚Cyber Waste' um Leute in Chat-Rooms, die nichts als Scheiße labern, wenn sie von nichts eine Ahnung haben, ‚Corporate Cloning' erzählt von all den Firmen, die etwas Unreales kreieren wollen, ‚Human Shield' von menschlichen Schutzschildern, vor allem in Bezug auf den Irak-Krieg, wo sie dort als solche versuchen sollten, den Krieg zu stoppen. Das ganze Album handelt im Grunde vom modernen Leben.“

Mit „Archetype“ beweisen Fear Factory einmal mehr, dass sie mehr als nur eine Band sind – sie sind eine Institution.
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