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Frank Sinatra Biographie

Frank Sinatra

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Der größte Entertainer der Welt ist für immer von der Bühne getreten. Frank Sinatra starb am 14. Mai 1998 in seiner Wahlheimatstadt Los Angeles. Seine Songs, seine Filme, seine einzigartige Stimme werden unvergessen bleiben. Mehr als sechs Jahrzehnte lang prägte die Ikone des amerikanischen Traums das internationale Showbusiness. Sinatra spielte bis kurz vor Vollendung seines 80. Lebensjahres Platten ein; zuletzt erschien das Duett-Album "Duets II" sowie, zur Feier seines 80. Geburtstags, "Sinatra 80th - Live" und die Best-Of-Zusammenstellung "Sinatra 80th - All The Best". Auf deutschen Bühnen war er letztmals im Frühsommer 1993 zu sehen.

Francis Albert Sinatra wurde am 12. Dezember 1915 als Sohn sizilianischer Einwanderer in Hoboken, New Jersey geboren. Er wuchs in besitzlosen Verhältnissen auf: Der Vater ernährte die Familie unter anderem als Preisboxer und Feuerwehrmann. Mit neun Jahren mußte auch Frank seinen Teil zum Familienunterhalt beitragen. Schon früh lernte er, sich auch unter rauhen Bedingungen durchzuschlagen - unter anderem, wie sein Vater, als Boxer. Der Schüler war Mitglied der Schulkapelle, später verdiente er sich ein Zubrot mit kleineren Artikeln für den regionalen "Jersey Observer". Seinen ursprünglichen Berufswunsch, Journalist zu werden, gab er schließlich zugunsten einer Gesangskarriere auf.

Frank Sinatra hat glanzvolle Triumphe erlebt und ausgekostet wie kaum ein zweiter nach ihm. Der Sänger, Schauspieler und Entertainer blieb allerdings auch von Niederlagen nicht verschont, selbst dann nicht, als er die ersten phänomenalen Erfolge schon gefeiert hatte. Zum Beispiel 1952: Plattenvertrag gekündigt, Fernsehshow abgesetzt, weit und breit nicht die winzigste Rolle in Sicht. Kaum ein Jahr später war Frankieboy wieder die Nummer eins, brillierte als Maggio in "Verdammt in alle Ewigkeit" (belohnt mit einem Oskar) und außerdem als Interpret bei Aufnahmen für seinen neuen Plattenvertragspartner Capitol. Mehrfach hat er dieses Auf und Ab erlebt und gemeistert, und die Kern/Fields-Komposition "Pick Yourself Up" schien ihm deshalb ganz besonders auf den Leib geschrieben: "And when my face is on the ground/ I pick myself up/ Dust myself of/ And start all over again".

1935 ging der gerade Zwanzigjährige erstmals auf große Tour. Die Formation, der er damals angehörte, hieß The Hoboken Four. Gewiß, der Name des Quartetts deutete an, daß man damals stolz war, aus dem Umland und nicht etwa aus New York selbst zu kommen - aber es war bis zu seinem Tod auch der unverkennbare New Jersey-Akzent, mit dem sich Sinatra bis zum Schluß nachdrücklich in den amerikanischen Alltag eingeschrieben hat. 1939 vom Harry James Orchestra als Gesangssolist verpflichtet, erhielt er sein Honorar schon ein Jahr später von Tommy Dorsey, damals einer der wichtigsten Orchesterleiter der Welt. Es war die entscheidende Prägephase für den überaus talentierten Sinatra. Dynamik, Phrasierung und Stil, so meinte er, habe er vor allem bei Dorsey gelernt. Der Höhepunkt dieser Zusammenarbeit hieß "I'll Never Smile Again" und wurde in den USA zum Nummer-1-Hit.

1943 unterschrieb Sinatra seinen ersten Plattenvertrag als Solist. Schon im folgenden Jahr brachte er die erste Massenhysterie der Popkultur zustande: Während eines Konzerts im Paramount Theatre brach am New Yorker Times Square der Verkehr zusammen. Damals hatten sich bereits über 40 Millionen Sinatra-Fans in 2000 Fanclubs organisiert. Der Vertrag mit Columbia lief bis Ende 1952, 281 Songs werden in dieser Zeit produziert. Dann wechselte er zu Capitol, wo er in den folgenden Jahren mit den Top-Orchestern von Nelson Riddle, Billy May und Gordon Jenkins zusammenarbeiten sollte. "Young At Heart" war der erste in einer langen Reihe von Top-Hits, die auch in der wenig später beginnenden Rock'n'Roll-Ära nicht abreißen sollte. Zeitströmungen haben ihn selten beeinflußt. Er aber drückte ihnen stets seinen Stempel auf, nahm Epochen mitunter vorweg: Sinatra war bereits Popstar, als dieser Begriff noch gar nicht existierte.

1971 gab er sein Abschiedskonzert in Los Angeles. Zwei Jahre später allerdings überraschte der Großmeister sein Publikum mit dem Comeback-Album "Ol' Blue Eyes Is Back", und auch in den nächsten zwei Jahrzehnten sollte das rauchige Timbre von "The Voice" mit Regelmäßigkeit zu vernehmen sein. Die Ehrungen prasselten jetzt nahezu ohne Unterlaß auf ihn hinab. Man ernannte ihn 1975 zum Ehrenbürger von Chicago und ein Jahr später zum Ehrendoktor der Universität Nebraska.

Zwar hatte Sinatra schon früh Songs von Bob Dylan, Joni Mitchell und den Beatles im Repertoire. Doch aus seiner Abneigung gegen Rockmusik machte er zunächst keinen Hehl. Natürlich, in den sechziger Jahren beruhte der Zwist auf Gegenseitigkeit. Drei Jahrzehnte später, 1993, erhielt Sinatra jedoch den "MTV Lifetime Achievement Award", und heute gibt es keinen Rockmusiker von Rang, der nicht die grundsätzliche Coolness der Pop-Ikone Sinatra anerkennt und bewundert. So meinte Bono von U2: "Rock'n'Roll people love Frank Sinatra because Frank Sinatra has got what we want: swagger and attitude. He's big on attitude ... serious attitude ... bad attitude. Frank's the chairman of the bad. Rock'n'Roll plays at being tough, but this guy's, well, he's the boss of the bosses. The Man. The Big Bang of Pop. I'm not gonna mess with him - are you?"

Keiner wagte sich mit ihm zu messen, nahezu jeder wird ihn missen. Denn Frank Sinatra war die letzte große Konstante im zunehmend schneller werdenden Auf und Ab der Popkultur. Mit welcher musikalischen Mode ihn der Weltenlauf auch immer konfrontierte - Sinatra behandelte sie stets nach derselben Maxime, und die hieß "I Did It My Way". Gerade heute, wo individuelle Accessoires so leicht zu kaufen und Individualität schwerer denn je in die Tat umzusetzen ist, wird das Einzigartige von Sinatras Haltung deutlich: Er war nicht jedermann willfährig, gab seinem Publikum aber immer nur das Beste. Mit seinem Tod endet nicht nur eine der dauerhaftesten Erfolgsgeschichten des Showbusiness, es endet eine Epoche.
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