Gemma Hayes Biographie
Gemma Hayes
Nehmen wir an, du wärst eine junge, aufstrebende Singer/Songwriterin. Schon immer hat man dir bestätigt, dass du Talent hast. Du selbst bist ebenfalls irgendwann davon überzeugt. Also beschließt du, es einfach mal zu versuchen. Gegen den ausdrücklichen Wunsch deiner Eltern schmeißt du die Uni, kündigst deinen langweiligen Job. Unterschreibst bei einem angesagten Plattenlabel und bringst ein paar EPs heraus. Die Kritiken sind positiv, die Verkaufszahlen sogar noch positiver. Deine Releases bestehen aus wunderschönen Songs - viel reifer, als man es angesichts deines Alters erwarten würde - und sind voller Magie. Ihnen gelingt das seltene Kunststück, szeneübergreifend auf einhellige Begeisterung zu stoßen. Du stellst fest, dass du alte wie junge Fans faszinierst. Es folgt die Mercury Music Prize-Nominierung und eine Auszeichnung als Beste Sängerin (Hotpress Irish Music Awards). Du tourst wie verrückt und alle deine Träume sind plötzlich Wirklichkeit geworden. Es ist unglaublich. Und dann setzt du dich eines Tages hin, willst dein zweites Album schreiben, und ... es funktioniert nicht! Zwei Jahre gehen ins Land, in denen du zu dem Schluss kommst: "Das war's. Wie soll es weitergehen? Was passiert, wenn du tatsächlich deine Inspiration verloren hast?"
"Wenn man von einer Tour zurückkehrt, packt einen manchmal der Blues", erklärt die 27-jährige Gemma Hayes aus Tipperary. "Deine Tage sind nicht mehr durchgeplant, du hast keine Ahnung, was du mit deinem Leben anfangen sollst. Dieses Gefühl hatte ich zwei Jahre lang. ‚Was mache ich nur? Ich kann nicht schreiben. Ich finde keine Ruhe.' Ich weiß nicht, was diesen Zustand ausgelöst hat. Ich weiß nur, dass ich überhaupt keine Musik mehr hören wollte. Das Radio habe ich gar nicht erst eingeschaltet. Es war als ob ich eine Überdosis Musik abbekommen hätte."
Dieses Phänomen ist natürlich keineswegs ungewöhnlich, es erwischt viele Musiker früher oder später einmal. Und wenn dein ganzes Leben aus Musik bestanden hat, angefangen mit deiner Kindheit in einem beengten Haus, sieben Geschwistern und den unterschiedlichsten musikalischen Vorlieben über zwei EPs - "4.35am" und "Work To A Calm" (beide 2001) - und das Debütalbum "Night On My Side" (2002) bis hin nervenaufreibenden Promo-Aktivitäten, dann kann man durchaus nachvollziehen, dass man eine Auszeit benötigt. Im letzten Sommer kapselte sich Gemma in einem entlegenen Teil Irlands von allem ab, was ihr vertraut war, und begann wieder zu schreiben. Und so kamen langsam aber sicher die Songs zurück. Als nächstes musste Gemma die richtigen Musiker finden und einen Ort, an dem sie ihr neues Material aufnehmen konnte. Sie entschied sich für Los Angeles. Was allerdings nicht bedeutet, dass sie ihren handgesponnenen Melodien einen glänzenden West Coast-Anstrich verpassen wollte: "Ich hatte gehört, dass es in L.A. eine unglaubliche Musikszene gibt, mit wirklich guten Musikern. Außerdem wollte ich die Stadt gern kennen lernen."
Gegen Ende des Sommers packte Gemma ihre Siebensachen und flog, bewaffnet mit ihrem neuen Material, nach Amerika. Sie traf Musiker, sie traf Produzenten. Es war eine dieser positiven Phasen, in denen alles möglich ist. Eines Nachts jammte sie mit Drummer Joey Waronker, der erwähnte, dass er Lisa Germanos Album Lullaby For Liquid Pig produziert hatte, eine von Gemmas Lieblingsplatten.
"Er sagte: ‚Vermutlich suchst du einen bekannten, angesagten Produzenten, und deine Plattenfirma will bestimmt einen großen Namen, aber du sollst wissen, dass ich deine Platte gerne mit dir produzieren würde.' Ich dachte mir: ‚das klingt spannend!'"
Der Gedanke an eine Zusammenarbeit war eine große Herausforderung. Doch wer sollte auf dem Album mitspielen? Joey hatte eine Idee: Gemma sollte eine Liste mit allen Musikern, die sie bewunderte, zusammenstellen und sie einfach anrufen. Und so kam es, dass Josh Klinghoffer, bekannt für seine sensationelle Gitarrenarbeit für PJ Harvey, an Bord kam. Cedric LeMoyne, Remy Zeros Bassist mit den Gummifingern, war ebenfalls mit von der Partie. Genau wie Roger Manning jr., der Beck mit zusätzlichen Keyboard-Vibes unterstützt. In der ersten Hälfte des Jahres 2005 arbeitete das Team in einem kleinen, unspektakulären, preiswerten Studio in L.A. Für den Mix zog Gemma in die Cello Studios um, bekannt durch unter anderem Pet Sounds, Frank Sinatra und The Mammas And The Papas.
Und wie ist diese neue Platte im Vergleich zu "Night On My Side" nach der langen Wartezeit ausgefallen? Unverwechselbar Gemma Hayes, wie sollte es anders sein. Ihre strahlend schönen Melodien, ihre unglaubliche Stimme sind da. Ihre bemerkenswerte Fähigkeit, die Lücke zwischen dem Krach von My Bloody Valentine und der Ruhe von Joni Mitchell zu füllen, ist ebenfalls unverkennbar. Und ihr mantra-artiger Umgang mit der Wahrheit pulsiert immer noch im Herzen dieses Albums. Das Resultat klingt noch selbstsicherer, noch reifer. "Ich glaube, dieses Mal scheint meine Persönlichkeit noch stärker durch", verkündet Gemma. "Was ich zu sagen habe, ist eindeutiger. Während es beim Debüt um Selbstfindung und erste Erfahrungen ging, weiß ich jetzt, wer ich bin."
Einfach weitermachen ist genau das, was Gemma Hayes heute tut. Sie hat sich verloren, wieder gefunden, ist nach LA gezogen, hat eine brillante Band um sich versammelt, eine nicht minder brillante Platte aufgenommen und alle Höhen und Tiefen bravourös gemeistert. Dabei ist sie gerade einmal 27. "Es war harte Arbeit, aber ich hatte viel Spaß dabei", meint sie. "Ich habe erreicht, was ich schon immer erreichen wollte. Ein Album mit Songs, die mir etwas bedeuten."
Und wir können euch versichern, dass sie auch euch schon sehr bald etwas bedeuten werden. Auf manche Dinge lohnt es sich eben zu warten.
"Wenn man von einer Tour zurückkehrt, packt einen manchmal der Blues", erklärt die 27-jährige Gemma Hayes aus Tipperary. "Deine Tage sind nicht mehr durchgeplant, du hast keine Ahnung, was du mit deinem Leben anfangen sollst. Dieses Gefühl hatte ich zwei Jahre lang. ‚Was mache ich nur? Ich kann nicht schreiben. Ich finde keine Ruhe.' Ich weiß nicht, was diesen Zustand ausgelöst hat. Ich weiß nur, dass ich überhaupt keine Musik mehr hören wollte. Das Radio habe ich gar nicht erst eingeschaltet. Es war als ob ich eine Überdosis Musik abbekommen hätte."
Dieses Phänomen ist natürlich keineswegs ungewöhnlich, es erwischt viele Musiker früher oder später einmal. Und wenn dein ganzes Leben aus Musik bestanden hat, angefangen mit deiner Kindheit in einem beengten Haus, sieben Geschwistern und den unterschiedlichsten musikalischen Vorlieben über zwei EPs - "4.35am" und "Work To A Calm" (beide 2001) - und das Debütalbum "Night On My Side" (2002) bis hin nervenaufreibenden Promo-Aktivitäten, dann kann man durchaus nachvollziehen, dass man eine Auszeit benötigt. Im letzten Sommer kapselte sich Gemma in einem entlegenen Teil Irlands von allem ab, was ihr vertraut war, und begann wieder zu schreiben. Und so kamen langsam aber sicher die Songs zurück. Als nächstes musste Gemma die richtigen Musiker finden und einen Ort, an dem sie ihr neues Material aufnehmen konnte. Sie entschied sich für Los Angeles. Was allerdings nicht bedeutet, dass sie ihren handgesponnenen Melodien einen glänzenden West Coast-Anstrich verpassen wollte: "Ich hatte gehört, dass es in L.A. eine unglaubliche Musikszene gibt, mit wirklich guten Musikern. Außerdem wollte ich die Stadt gern kennen lernen."
Gegen Ende des Sommers packte Gemma ihre Siebensachen und flog, bewaffnet mit ihrem neuen Material, nach Amerika. Sie traf Musiker, sie traf Produzenten. Es war eine dieser positiven Phasen, in denen alles möglich ist. Eines Nachts jammte sie mit Drummer Joey Waronker, der erwähnte, dass er Lisa Germanos Album Lullaby For Liquid Pig produziert hatte, eine von Gemmas Lieblingsplatten.
"Er sagte: ‚Vermutlich suchst du einen bekannten, angesagten Produzenten, und deine Plattenfirma will bestimmt einen großen Namen, aber du sollst wissen, dass ich deine Platte gerne mit dir produzieren würde.' Ich dachte mir: ‚das klingt spannend!'"
Der Gedanke an eine Zusammenarbeit war eine große Herausforderung. Doch wer sollte auf dem Album mitspielen? Joey hatte eine Idee: Gemma sollte eine Liste mit allen Musikern, die sie bewunderte, zusammenstellen und sie einfach anrufen. Und so kam es, dass Josh Klinghoffer, bekannt für seine sensationelle Gitarrenarbeit für PJ Harvey, an Bord kam. Cedric LeMoyne, Remy Zeros Bassist mit den Gummifingern, war ebenfalls mit von der Partie. Genau wie Roger Manning jr., der Beck mit zusätzlichen Keyboard-Vibes unterstützt. In der ersten Hälfte des Jahres 2005 arbeitete das Team in einem kleinen, unspektakulären, preiswerten Studio in L.A. Für den Mix zog Gemma in die Cello Studios um, bekannt durch unter anderem Pet Sounds, Frank Sinatra und The Mammas And The Papas.
Und wie ist diese neue Platte im Vergleich zu "Night On My Side" nach der langen Wartezeit ausgefallen? Unverwechselbar Gemma Hayes, wie sollte es anders sein. Ihre strahlend schönen Melodien, ihre unglaubliche Stimme sind da. Ihre bemerkenswerte Fähigkeit, die Lücke zwischen dem Krach von My Bloody Valentine und der Ruhe von Joni Mitchell zu füllen, ist ebenfalls unverkennbar. Und ihr mantra-artiger Umgang mit der Wahrheit pulsiert immer noch im Herzen dieses Albums. Das Resultat klingt noch selbstsicherer, noch reifer. "Ich glaube, dieses Mal scheint meine Persönlichkeit noch stärker durch", verkündet Gemma. "Was ich zu sagen habe, ist eindeutiger. Während es beim Debüt um Selbstfindung und erste Erfahrungen ging, weiß ich jetzt, wer ich bin."
Einfach weitermachen ist genau das, was Gemma Hayes heute tut. Sie hat sich verloren, wieder gefunden, ist nach LA gezogen, hat eine brillante Band um sich versammelt, eine nicht minder brillante Platte aufgenommen und alle Höhen und Tiefen bravourös gemeistert. Dabei ist sie gerade einmal 27. "Es war harte Arbeit, aber ich hatte viel Spaß dabei", meint sie. "Ich habe erreicht, was ich schon immer erreichen wollte. Ein Album mit Songs, die mir etwas bedeuten."
Und wir können euch versichern, dass sie auch euch schon sehr bald etwas bedeuten werden. Auf manche Dinge lohnt es sich eben zu warten.




