George Harrison Biographie
George Harrison
Die Welt trauert um George Harrison. Der 58-jährige Ex-Beatle erlag am Donnerstag, den 29. November 2001 in Los Angeles einem langen Krebsleiden. Der Leadgitarrist der berühmtesten Popband der Geschichte galt als "stiller" Beatle, aber gerade seine vornehme Zurückhaltung hat ihn auch so beliebt gemacht. Während Millionen von Beatles-Fans trauern und in Liverpool, London, New York und Los Angeles, überhaupt an allen Orten, wo die Fab Four ihre Spuren hinterlassen haben, Blumen und Kerzen niedergelegt wurden, äußerten sich die verbliebenen beiden Beatles Paul McCartney und Ringo Starr sowie John Lennons Witwe Yoko Ono tief betroffen und richteten George Harrisons Frau Olivia und deren gemeinsamen 23-jährigen Sohn Dhani ihre tiefe Anteilnahme aus. Englands Premier Tony Blair sprach das aus, was viele empfinden: "Menschen meiner Generation sind mit den Beatles aufgewachsen, sie waren ein Teil unseres Lebens. George Harrison war nicht nur ein großartiger Musiker und Künstler, sondern hat auch viel für wohltätige Zwecke getan. Er wird auf der ganzen Welt schmerzlich vermisst werden."
George Harrison wurde am 25. Februar 1943 in Liverpool geboren. Bereits mit 13 Jahren begann er Gitarre zu spielen und schloss sich zwei Jahre später The Quarrymen an, der Skiffle-Band seines Schulfreundes John Lennon, der auch Paul McCartney angehörte. Harrison war ein ehrgeiziger Autodidakt, der sich seine Gitarrenkenntnisse akribisch mittels Platten von Carl Perkins, Duane Eddy, Chet Atkins, Buddy Holly und Eddie Cochran aneignete. Als sich 1962 mit dem Schlagzeuger Ringo Starr die Beatles endgültig formierten, übernahm Harrison die Leadgitarre, stand aber als Songwriter von Anbeginn im Schatten des Autorenteams Lennon/McCartney, gleichwohl auch ihm mit "If I Needed Someone" (1965 auf "Rubber Soul") und "Taxman" (1966 auf "Revolver") schon früh eindrucksvolle Songs gelangen. Während der Dreharbeiten zum Beatles-Film "Help!" entdeckte Harrison 1965 zum ersten Mal die Sitar, und war so fasziniert von dem indischen Instrument, dass er wenig später nach Indien reiste, um sich von dem Sitarspieler Ravi Shankar in die Kunst dieses Instruments einweisen zu lassen. Seine Begegnung mit dem Maharishi Mahesh Yogi änderte sein Leben nachhaltig: Harrison konvertierte zum Hinduismus.
Zu den schönsten Kompositionen, die er für die Beatles schrieb, gehören zweifellos "While My Guitar Gently Weeps" (1968 auf "The Beatles"), das Paradebeispiel für sein lyrisch geprägtes Gitarrenspiel, "Here Comes The Sun" und "Something" (beide 1969 auf "Abbey Road"), der am häufigsten von anderen Künstlern interpretierte Song von George Harrison. "Something", von Frank Sinatra einst als schönstes Liebeslied aller Zeiten bezeichnet, war seinerzeit auch die erste A-Seite einer Single des sanft melancholischen Sängers der Fab Four. Als sich die Beatles auflösten, nahm George Harrison gemeinsam mit einer erstklassigen Besetzung und dem Produzenten Phil Spector das monumentale Dreifachalbum "All Things Must Pass" auf, das auch die international erfolgreiche Single "My Sweet Lord" enthielt. Der Song wurde nicht nur als erster Solo-Hit eines Beatle bekannt, sondern auch durch den Vorwurf des Plagiats: ein Gerichtsurteil beschied zu starke Ähnlichkeit mit "He's So Fine" von den Chiffons. "All Things Must Pass", dem ersten Triple-Album der Rockgeschichte, ließ Harrison ein weiteres Novum folgen: das erste Benefizkonzert.
"The Concert for Bangla Desh" fand zugunsten der durch Bürgerkrieg und Hunger leidenden Bevölkerung am 1. August 1971 im New Yorker Madison Square Garden statt. Zu der All-Star-Besetzung gehörten unter anderem Eric Clapton, Bob Dylan, Billy Preston, Leon Russell, Ravi Shankar und Ringo Starr. Allein durch das Konzert konnte der UNICEF ein Scheck über 250.000 Dollar überreicht werden - und auch durch den Erlös der Verkäufe des mit einem Grammy ausgezeichneten Triple-Albums wurden weitere Spendengelder gesammelt. Auch auf seinem nächsten Studioalbum, "Living In A Material World" aus dem Jahr 1973, gelang George Harrison mit "Give Me Love (Give Me Peace On Earth)" eine weitere markante Hymne für eine bessere Welt. Seine Solokarriere setzte er auf seinem eigenen Label Dark Horse bis weit in die Achtziger mit moderatem Erfolg fort, wobei "All Those Years Ago" (1981), eine innige Hommage an John Lennon nach dessen tragischem Tod, und das Album "Cloud Nine" (1987) besondere Erwähnung verdienen.
1978 stieg George Harrison ins Filmgeschäft ein und gründete die Produktionsfirma Handmade Films. Er produzierte unter anderem die Monty Python Filme "Das Leben des Brian" und "Time Bandits", und stand gelegentlich auch selbst vor der Kamera, unter anderem in Monty Pythons Beatles-Parodie "The Rutles: All You Need Is Cash". 1988 rief Harrison gemeinsam mit Bob Dylan, Tom Petty, Jeff Lynne und Roy Orbison die Traveling Wilburys ins Leben, ein Star-Ensemble, deren erstes gemeinsames Album gleich mit einem Grammy ausgezeichnet wurde. Roy Orbison starb jedoch kurz nach der Veröffentlichung und so legte die Band nur noch ein einziges Album nach. Sein letztes großes Konzert gab George Harrison 1991 mit Unterstützung von Eric Clapton und dessen Band. Danach zog sich Harrison mehr und mehr ins Privatleben zurück, wirkte jedoch Mitte der Neunziger an der Video-Dokumentation und CD-Trilogie "The Beatles Anthology" gemeinsam mit Paul McCartney und Ringo Starr aktiv mit und erfüllte mit der Single "Free As A Bird" die Sehnsucht vieler Fans nach einer Beatles-Reunion für einen kleinen aber nachhaltigen Moment. Wie populär die Musik der Beatles noch immer ist, zeigte im letzten Jahr der Millionseller "1", der weltweit die Charts anführte und mit dem eine neue Generation von Fans die Songs des Liverpooler Quartetts entdeckte.
Nachdem bereits 1997 bei George Harrison Krebs diagnostiziert worden war, ereilte ihn 1999 ein weiterer schwerer Schicksalsschlag. Auf seinem Landsitz Henley bei London war er von einem offensichtlich geistesgestörten Einbrecher mehrmals niedergestochen worden und überlebte nur durch das beherzte Eingreifen seiner Ehefrau Olivia. Im Frühjahr musste er erneut wegen Krebs behandelt werden. Nun starb George Harrison an den Folgen eines nicht mehr operablen Hirntumors. George Harrison hinterließ nicht nur unvergessliche Songs, sondern auch eine Botschaft, in der sein Lebensmotto zum Ausdruck kommt. Seine Familie gab dazu folgendes Statement ab: "Er hat diese Welt verlassen, wie er in ihr gelebt hat, bewusst über Gott, angstfrei vor dem Tod und in Frieden mit sich selbst, umgeben von seiner Familie und Freunden. Er hat oft gesagt: 'Alles kann warten, nur die Suche nach Gott nicht, also liebet einander'." Seine Asche wird nach Indien überführt werden, wo er nicht nur die treibende spirituelle Kraft seines Lebens entdeckte, sondern auch die Kunst des Sitarspiels erlernte, die er in John Lennons zärtlichem Song "Norwegian Wood" erstmals verewigte. George Harrison mag nicht mehr unter uns sein, seine musikalische Handschrift wird uns jedoch auf immer begleiten.
George Harrison wurde am 25. Februar 1943 in Liverpool geboren. Bereits mit 13 Jahren begann er Gitarre zu spielen und schloss sich zwei Jahre später The Quarrymen an, der Skiffle-Band seines Schulfreundes John Lennon, der auch Paul McCartney angehörte. Harrison war ein ehrgeiziger Autodidakt, der sich seine Gitarrenkenntnisse akribisch mittels Platten von Carl Perkins, Duane Eddy, Chet Atkins, Buddy Holly und Eddie Cochran aneignete. Als sich 1962 mit dem Schlagzeuger Ringo Starr die Beatles endgültig formierten, übernahm Harrison die Leadgitarre, stand aber als Songwriter von Anbeginn im Schatten des Autorenteams Lennon/McCartney, gleichwohl auch ihm mit "If I Needed Someone" (1965 auf "Rubber Soul") und "Taxman" (1966 auf "Revolver") schon früh eindrucksvolle Songs gelangen. Während der Dreharbeiten zum Beatles-Film "Help!" entdeckte Harrison 1965 zum ersten Mal die Sitar, und war so fasziniert von dem indischen Instrument, dass er wenig später nach Indien reiste, um sich von dem Sitarspieler Ravi Shankar in die Kunst dieses Instruments einweisen zu lassen. Seine Begegnung mit dem Maharishi Mahesh Yogi änderte sein Leben nachhaltig: Harrison konvertierte zum Hinduismus.
Zu den schönsten Kompositionen, die er für die Beatles schrieb, gehören zweifellos "While My Guitar Gently Weeps" (1968 auf "The Beatles"), das Paradebeispiel für sein lyrisch geprägtes Gitarrenspiel, "Here Comes The Sun" und "Something" (beide 1969 auf "Abbey Road"), der am häufigsten von anderen Künstlern interpretierte Song von George Harrison. "Something", von Frank Sinatra einst als schönstes Liebeslied aller Zeiten bezeichnet, war seinerzeit auch die erste A-Seite einer Single des sanft melancholischen Sängers der Fab Four. Als sich die Beatles auflösten, nahm George Harrison gemeinsam mit einer erstklassigen Besetzung und dem Produzenten Phil Spector das monumentale Dreifachalbum "All Things Must Pass" auf, das auch die international erfolgreiche Single "My Sweet Lord" enthielt. Der Song wurde nicht nur als erster Solo-Hit eines Beatle bekannt, sondern auch durch den Vorwurf des Plagiats: ein Gerichtsurteil beschied zu starke Ähnlichkeit mit "He's So Fine" von den Chiffons. "All Things Must Pass", dem ersten Triple-Album der Rockgeschichte, ließ Harrison ein weiteres Novum folgen: das erste Benefizkonzert.
"The Concert for Bangla Desh" fand zugunsten der durch Bürgerkrieg und Hunger leidenden Bevölkerung am 1. August 1971 im New Yorker Madison Square Garden statt. Zu der All-Star-Besetzung gehörten unter anderem Eric Clapton, Bob Dylan, Billy Preston, Leon Russell, Ravi Shankar und Ringo Starr. Allein durch das Konzert konnte der UNICEF ein Scheck über 250.000 Dollar überreicht werden - und auch durch den Erlös der Verkäufe des mit einem Grammy ausgezeichneten Triple-Albums wurden weitere Spendengelder gesammelt. Auch auf seinem nächsten Studioalbum, "Living In A Material World" aus dem Jahr 1973, gelang George Harrison mit "Give Me Love (Give Me Peace On Earth)" eine weitere markante Hymne für eine bessere Welt. Seine Solokarriere setzte er auf seinem eigenen Label Dark Horse bis weit in die Achtziger mit moderatem Erfolg fort, wobei "All Those Years Ago" (1981), eine innige Hommage an John Lennon nach dessen tragischem Tod, und das Album "Cloud Nine" (1987) besondere Erwähnung verdienen.
1978 stieg George Harrison ins Filmgeschäft ein und gründete die Produktionsfirma Handmade Films. Er produzierte unter anderem die Monty Python Filme "Das Leben des Brian" und "Time Bandits", und stand gelegentlich auch selbst vor der Kamera, unter anderem in Monty Pythons Beatles-Parodie "The Rutles: All You Need Is Cash". 1988 rief Harrison gemeinsam mit Bob Dylan, Tom Petty, Jeff Lynne und Roy Orbison die Traveling Wilburys ins Leben, ein Star-Ensemble, deren erstes gemeinsames Album gleich mit einem Grammy ausgezeichnet wurde. Roy Orbison starb jedoch kurz nach der Veröffentlichung und so legte die Band nur noch ein einziges Album nach. Sein letztes großes Konzert gab George Harrison 1991 mit Unterstützung von Eric Clapton und dessen Band. Danach zog sich Harrison mehr und mehr ins Privatleben zurück, wirkte jedoch Mitte der Neunziger an der Video-Dokumentation und CD-Trilogie "The Beatles Anthology" gemeinsam mit Paul McCartney und Ringo Starr aktiv mit und erfüllte mit der Single "Free As A Bird" die Sehnsucht vieler Fans nach einer Beatles-Reunion für einen kleinen aber nachhaltigen Moment. Wie populär die Musik der Beatles noch immer ist, zeigte im letzten Jahr der Millionseller "1", der weltweit die Charts anführte und mit dem eine neue Generation von Fans die Songs des Liverpooler Quartetts entdeckte.
Nachdem bereits 1997 bei George Harrison Krebs diagnostiziert worden war, ereilte ihn 1999 ein weiterer schwerer Schicksalsschlag. Auf seinem Landsitz Henley bei London war er von einem offensichtlich geistesgestörten Einbrecher mehrmals niedergestochen worden und überlebte nur durch das beherzte Eingreifen seiner Ehefrau Olivia. Im Frühjahr musste er erneut wegen Krebs behandelt werden. Nun starb George Harrison an den Folgen eines nicht mehr operablen Hirntumors. George Harrison hinterließ nicht nur unvergessliche Songs, sondern auch eine Botschaft, in der sein Lebensmotto zum Ausdruck kommt. Seine Familie gab dazu folgendes Statement ab: "Er hat diese Welt verlassen, wie er in ihr gelebt hat, bewusst über Gott, angstfrei vor dem Tod und in Frieden mit sich selbst, umgeben von seiner Familie und Freunden. Er hat oft gesagt: 'Alles kann warten, nur die Suche nach Gott nicht, also liebet einander'." Seine Asche wird nach Indien überführt werden, wo er nicht nur die treibende spirituelle Kraft seines Lebens entdeckte, sondern auch die Kunst des Sitarspiels erlernte, die er in John Lennons zärtlichem Song "Norwegian Wood" erstmals verewigte. George Harrison mag nicht mehr unter uns sein, seine musikalische Handschrift wird uns jedoch auf immer begleiten.
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