Geri Halliwell Biographie
Geri Halliwell
Als im Mai 1998 eine 25jährige Frau ihren Job kündigte, machte das weltweit Schlagzeilen. "Ich stand auf der Spitze eines Berges und ich sprang ohne zu wissen, wo ich landen würde." So beschreibt Geri Halliwell ihren abrupten Abschied von den Spice Girls. "Alle erklärten mich für verrückt, aber ich musste gehen, musste wieder Boden unter den Füßen spüren."
Ursprünglich hatte Geri geplant, sich im September 1998 von den Spice Girls zu trennen. Sie hatte den anderen ihre Entscheidung bereits mitgeteilt: Sie hatte das Gefühl, mit der Band alles erreicht zu haben, was möglich war. Als der Terminkalender der Spice Girls im Mai ein Interview für den Sender ITN über Geris Angst vor Brustkrebs nicht zuließ, sah sie sich genötigt, ihre Prioritäten neu zu überdenken. Binnen Stunden stand ihr endgültiger Entschluss fest.
Die Spice Girls haben in puncto Girlpower neue Maßstäbe gesetzt: Ein einziges Album genügte, um die Mädchen aus dem Nichts auf den Gipfel der Popwelt zu katapultieren und zu einem der größten Phänomene der Popmusik der 90er Jahre zu machen. Sie landeten Hits rund um die Welt, die Plattenverkäufe erreichten ein enormes Ausmaß, sie drehten einen spektakulären Kinofilm und sie trafen Prince Charles und Nelson Mandela. Sie begegneten natürlich auch all ihren Helden des Pop und wurden dann sogar noch bekannter als die meisten ihrer Idole. Dies alles geschah so schnell, dass sie kaum Schlaf bekamen, geschweige denn Zeit gehabt hätten, über das, was mit ihnen geschah, großartig nachzudenken.
Es war höchste Zeit für Geri Halliwell, sich wieder auf sich zu besinnen, herauszufinden, wer sie eigentlich ist, wenn nicht gerade Ginger Spice. "An den Spice Girls ist nichts aufgesetzt, und Ginger ist ein Teil von mir, aber ich habe schon mit 18 Plateauschuhe getragen, und aus denen bin ich einfach herausgewachsen. Ich zog solche Klamotten privat nicht mehr an, ich schminkte mich immer weniger. Als ich die Band verließ, wollte ich das alles ablegen. Ich fühlte mich damals wie ein Ei in der Inkubationszeit."
Natürlich wurde Geri mit Angeboten für Filmrollen und TV-Shows überhäuft. Eine Zeitschrift bot ihr eine halbe Million Pfund für ihre Geschichte, aber sie ließ sich nicht drängen. Unterschlupf fand sie bei Michael'>George Michael, Abwechslung mit karitativen Aktionen. Um das Kapitel Ginger Spice endgültig abzuschließen, verkaufte sie ihre berühmten Bühnenoutfits und spendete den Erlös - 150.000 Pfund - der Sargant Cancer Care for Children, einer Organisation, die krebskranke Kinder betreut. Außerdem fuhr sie für Comic Relief nach Uganda und die UN ernannte sie zur Sonderbotschafterin. Dem zukünftigen britischen König Prince Charles durfte sie sogar ein Geburtstagsständchen singen.
Schließlich und endlich machte sie ein Album. Und zwar ein ziemlich gutes Album, in dem alle ihre Gegensätze enthalten sind. "Ich wollte eine sehr ehrliche Platte machen, eine Art Blaupause meiner selbst. Die Anweisung an die anderen Autoren war: gebt jedem einzelnen Song euer bestes, so als müßte ich nach dieser Platte sterben. Die Platte ist ein Spiegel meiner Persönlichkeit, wie eine emotionale Achterbahn, ein Wechselbad der Gefühle. Ich habe für die Platte alles gegeben, das war für mich fast wie eine Therapie."
Die Tochter einer Spanierin und eines schwedisch-englischen Vaters, der bereits 50 war, als Geri 1972 geboren wurde, bezeichnet sich selbst als Mischling. Als sie aufwuchs, hörte sie Madonna, Michael Jackson und Abba, sie wurde aber ebenso von der Musik und den Filmen beeinflusst, die ihr Vater liebte: Judy Garland, Marilyn Monroe, Shirley Bassey. All diese Quellen fließen zusammen in der Platte, die sie selbst als Kreuzung zwischen Julie Andrews und Johnny Rotten bezeichnet.
Kapriziös und quirlig, spaßig und ehrlich, glorios und schamlos poppig, so präsentiert sich das Album, auf dem eine großartige Ballade mit voller Orchestrierung ebenso Platz findet wie ein Hinduchor oder eine neunköpfige Brass Band, die mit New Orleans Jazz die erste Single "Look At Me" aufpeppt. Produziert wurde das Werk in Bristol von den Absolute Boys, zwei Seelenverwandten Geris, die bereits bei Spice Girls Produktionen eng mit Geri zusammengearbeitet hatten.
"Was immer ich tue, ich setze mich ganz dafür ein, mit Herz und Verstand, mit meiner ganzen Kraft. Ich wollte nicht die Spice Girls verlassen und sofort mit einer neuen Platte winken, deshalb habe ich gewartet. Ich wollte zu mir finden, mir über meine Zukunftspläne klar werden, Ordnung in die Sachen bringen."
Nach der Rückzugsphase ist Geri nun bereit, sich erneut ins pralle Popbizz zu stürzen: "Ich habe meine Wunden geleckt, getrauert, mich erneuert. Als Reaktion auf das bunte Leben als Ginger trug ich schwarz. Aber mit ‚Look At Me' werde ich mich mit einem großen Knall zurückmelden. Ich bin nervös, aber ich glaube, man muss seiner Angst die Stirn bieten. Ich will nicht als Großmutter zurückblicken und denken: ‚Hätte ich's doch bloß versucht'. Ich bin mit 26 viel zu jung, um in Rente zu gehen."
Ihre Trennung von den Spice Girls kommentierte Geri mit den Worten: ‚I'll be back'. Ein Jahr später hat sie ihr Versprechen eingelöst mit einer Platte, die ihrem Naturell sehr nahe kommt: stark, warm, großherzig und ganz schön verschmitzt. Manche werden erstaunt feststellen, was für eine gute Stimme sie hat. Einige werden erstaunt sein, was für Songs sie schreiben kann. Aber niemand, der auch nur irgend etwas über das älteste der Spice Girls weiß, wird erstaunt sein darüber, dass Geri wirklich etwas zu sagen hat, und dass sie es laut sagt, mit Leidenschaft, Energie und Gusto. "Alles, was ich mache, soll besonders sein, soll Spaß machen und überwältigen. Ich werde nie durchschnittlich sein."
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Geraldine Estelle Halliwell wurde am 6. August 1972 in der 80 000-Einwohner-Stadt Watford nordwestlich von London geboren, wuchs ebendort auf und wurde mit Musik groß, wie Mädchen wie sie nun einmal mit Musik groß werden: Als junger Teenager spielte sie sich die Platten von Michael Jackson, Wham und Madonna vor, dazu tanzte sie vor dem Spiegel in ihrem Kinderzimmer. Trotzdem unterscheidet sich Geraldines heutiges Leben in einem entscheidenden Punkt von dem ihrer Altersgenossinnen: Die Platten, zu denen sich Mädchen vor ihren Kinderzimmer-Spiegeln bewegen, stammen mittlerweile von ihr. Und Geri Halliwells zweites Album "Scream If You Wanna Go Faster" macht deutlich, dass das auch noch eine gute Zeit so bleiben wird.
Mit ihrem Albumdebüt "Schizophonic" hatte sie es im Frühjahr 1999 allen gezeigt - all jenen nämlich, die ihr prophezeiten, dass mit dem Ende von Ginger Spice auch das Ende der Karriere von Geraldine Estelle Halliwell gekommen sei. Zuvor hatte sie das Spice-Kapitel ebenso souverän wie symbolträchtig für sich abgeschlossen: Sie verkaufte ihre legendären Bühnenoutfits für 150.000 Pfund und spendete den gesamten Betrag der Sargant Cancer Care for Children, einer Organisation, die krebskranke Kinder betreut. Anschließend ließ sie sich nicht auf eine der zahlreichen Angebote für Filmrollen und TV-Shows ein, sondern war weiter karitativ tätig und arbeitete in aller Seelenruhe an ihrem ersten eigenen Album. Schließlich wurde Geri Sonderbotschafterin der UN und legte mit "Schizophonic" ein grandioses Album vor, das nicht nur zum internationalen Verkaufsschlager wurde, sondern auch sehr persönlich eingefärbt war.
Ihr Buch "If Only" wurde zum Bestseller, ihr erstes Album schaffte in ihrer Heimat Großbritannien Doppelplatin, die erste Auskopplung platzierte sich dort auf Nummer zwei der Charts und die drei nachfolgenden Singles landeten allesamt auf Position eins. Kann man das noch toppen? Ja, Geri Halliwell kann - mit "Scream If You Wanna Go Faster"! Ein Album so berauschend und emotional abwechslungsreich wie eine Achterbahnfahrt, Pop im besten Sinne also. "Ich mochte immer Popmusik", bekennt Geri. "Pop war eine zeitlang ein Schimpfwort, aber Pop muss doch kein Schrott sein. Pop muss wirklich nicht seelenlos und herzlos sein. Es gibt doch auch Pop mit Seele, der das Herz höher schlagen lässt und voll mit Feuer und Energie ist."
Kann man Pop wunderbarer definieren? Wohl kaum. In einer Zeit, in der echte Popstars (und Containerbewohner fallen nun einmal nicht darunter) ein rares Gut sind, ist Geri Halliwell die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Denn sie weiß einfach instinktiv, was die Mädchen draußen auf der Straße hören wollen, schließlich war sie ja selbst mal eines. Trotzdem ist sie alles andere als naiv - sondern durch und durch eine Perfektionistin. Das erste Album war allenfalls ein Schnellschuss, "einfach um zu zeigen, dass ich das kann." "Scream If You Wanna Go Faster" ist da von anderem Kaliber: "Es gab einfach mehr kreative Dinge zu entdecken", so Geri. "Stimmlich traue ich mir mittlerweile viel mehr zu. Und ich habe akzeptiert, dass ich eine richtige Künstlerin bin - dass ich Popsongs schreiben kann, und das auch noch ziemlich gut." Das neue Album ist also substanzreicher, und deshalb war es nur selbstverständlich, dass ausschließlich bewährte Kräfte wie Rick Nowells (Sonique, Texas, Dido), Stephen Lipson (Pet Shop Boys, Ronan Keating) und Absolute (Turner'>Tina Turner, Spice Girls) für die auf hohem Niveau makellose Produktion verantwortlich zeichnen. Hinzu kamen hochrenommierte Kompositions- und Textpartner aus Europa und den USA. Trotzdem ist das Endprodukt durch und durch geprägt von Geri: Die Texte, die Musik, die Produktion, die Videos und sogar das Cover-Artwork kommunizieren unmissverständlich ihre starke Persönlichkeit.
Schon der mächtige Opener und Titelsong "Scream If You Wanna Go Faster" macht klar: Hier steckt in jedem Vers Geri Halliwell pur. "Der Titel fiel mir ein, bevor ich den Song hatte", so Geri. "Er kam mir einfach in den Kopf - so etwas passiert mir andauernd. Es geht darum, wie man seine Stimmung ändert, einen Adrenalinkick bekommt. Wir jagen ja alle einer Sache nach, von der wir denken, dass sie uns befriedigt; ganz gleich, ob das nun Sex, Shopping, schnelle Autos oder was auch immer ist.(...) Zugleich wird hier eines der Themen des Albums eingeführt: Das Kind in dir, die kreative Persönlichkeit, die in jedem von uns steckt. Ich bin so ein großes Kind. Jeder von uns ist eins. und das will ich nicht verlieren."
"Shake Your Booty, Cutie" hat Geri zusammen mit Gregg Alexander von den New Radicals geschrieben - die Melodie stammt von Gregg, der Refrain von Geri. "Als ich den Text schrieb, bin ich immer wieder in meinem Garten auf- und abgegangen. Ich neige dazu, Phrasen aus verschiedenen Zusammenhängen zusammenzufügen, ohne im ersten Augenblick wahrzunehmen, wo sie herkommen. Die Zeile 'Shut up and dance' habe ich zum Beispiel von einer Dancefloor-Platte. 'I'm Mr. Big, baby can you dig?' ist von "Sex In The City" von Mr. Big. Dann gibt's da einen Rap, der sehr an Wham erinnert und den George Michael noch nicht gehört hat. Ich denke aber, er wird sich nicht darüber aufregen."
Der nächste Track "Calling" ist für Geri der stärkste Track auf dem gesamten Album. Den melodisch reichhaltigen Song hat sie mit Peter Vetesse geschrieben. "Es geht ums Verlangen...eine Romanze, denke ich. Ich bin sowieso ein großer Romantiker. Ich war auf Ibiza, schaute hoch zum Mond und dachte, gerade jetzt schaut irgendwo noch irgendjemand anderes zum Mond, und dieser Mensch ist mein Seeleverwandter, mit dem gleichen Wollen und Verlangen." Der nächste Song ist weniger romantisch, kommt dafür aber direkt zur Sache: "Feels Like Sex" ist ein nicht uninteressanter Gestaltungsvorschlag fürs Liebesleben. Und der Refrain sagt eigentlich alles: "If the mood is rude, then you've got the right attitude/ you better get down, you don't have to get undressed/ just because it feels like sex."
Dann wird's wieder durch und durch romantisch: "Circles Round The Moon" ist ein Mainstream-Liebeslied im besten Sinne - der poetische Text ist inspiriert von Geris Harry-Potter-Lektüre. "Love Is The Only Light" geht indes nicht weniger ans Herz: "Das habe ich mit Jorgen Elofsson in meiner Küche geschrieben. Dieses kleine Mädchen wollte einen 'Star' treffen - mich -, doch ich fühlte mich, als träfe ich einen Engel. Sie sah aus wie Audrey Hepburn, und sie wartete auf eine Herz- und Lungentransplantation. Ich schrieb den Song, als ich sie ein paarmal getroffen hatte, sie inspirierte mich durch ihre Kraft. Sie strahlte Heiterkeit aus. Dann starb sie, und ich war erschüttert."
"Strength Of A Woman" schrieb Geri im Fond eines Taxis in Los Angeles. Um einen sixtiesorientierten Sound zu erreichen, arbeitete sie mit Rick Nowells zusammen, doch der Text handelt vom konkreten Leben heutiger Frauen - zum Beispiel die zweite Strophe: "Hey girl I remember you, you're not alone because I feel it too/ We're running out of heroes, a good guy's hard to find/ Mr. Perfect Wonderful is not on my mind." Und auch in "Don't Call Me Baby" geht es um die Selbstfindung in der Realität - Geri schrieb den bittersüßen Song im Oktober 2000 als eine Art Abrechnung mit den in ihrem bisherigen Leben erlittenen Schmerzen. Für einen starken Kontrast sorgt dann gleich darauf "Lovey Dovey Stuff": Ein einfacher, aber sofort greifender Popsong mit Reggae-Touch, eigentlich der prototypische Hit für den kommenden Sommer.
Apropos Hit: Der nächste Track "It's Raining Man" wurde bereits vorab ausgekoppelt und stürmt im Vereinten Königreich schon jetzt die Charts. Zudem wurde Geris lebhafte Interpretation des Weather Girls-Klassikers als Theme-Song für die in England mit Spannung erwartete Verfilmung von Helen Fieldings Bestseller "Jones'>Bridget Jones Diary" ausgewählt - da kann also kaum mehr was schief gehen! Der nächste Albumtrack "It's Heaven It's Hell (Being Geri Halliwell)" ist dann eine amüsante Abrechnung mit dem Starsein, über die sich Robbie Williams, so Geri, schon köstlich amüsiert hat: "Have a drink - alcoholic./ Grab your coat - shopaholic./ Have a bite - anorexic./ Intelligent? I'm dyslexic./ Feeling happy - could be gay./ Maybe, not today./ So you think you want to be famous, so you think you want to drive my car./Don't you know you've got to be shameless if you want to be a star?/15 minutes show me what you're made off/ 15 minutes what are you afraid of?/ 15 minutes I'll show you the trade-off/ It's heaven, it's hell being Geri Halliwell." Das Album klingt schließlich aus mit "I Was Made That Way" - Geri hat diesen Song ausdrücklich an ihr Publikum adressiert und gibt hier sehr ehrlich Auskunft über sich selbst.
Auf "Scream If You Wanna Go Faster" trifft man nicht die Geri der Boulevardzeitungskolumnen, sondern die vielschichtige Persönlichkeit der echten Geraldine Estelle Halliwell. Sie ist mal spielerisch, mal romantisch, mal nachdenklich, mal egozentrisch und nicht selten widersprüchlich. Doch bei all dem bleibt sie immer sympathisch und vor allem ehrlich. Vielleicht auch deshalb, weil sie instinktiv weiß, dass echter Pop nicht nur in den Medien stattfindet. Sondern auch vor den Spiegeln in den Schlafzimmern ungezählter Teenager-Mädchen.
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In Zeiten, in denen echte Popstars rar gesät sind, gehört Geri zu den wenigen, die diesen Titel wirklich verdienen. Sie war ein Fünftel der Spice Girls - einer der größten Pop-Gruppen aller Zeiten - und ist nun eine erfolgreiche Solokünstlerin. Am 25 Juli veröffentlich Geri Halliwell ihr inzwischen drittes Studioalbum "Passion".
Nach Geris eigener Aussage ist "Passion" ein Beweis dafür, wie sehr sie sich als Sängerin und Songwriterin weiter entwickelt hat. Das Album enthält mehrere Songs, die schon einige Jahre alt sind, daneben aber auch andere jüngeren Datums. Natürlich strotzt das Album erneut vor typischen "Geri-Momenten", doch neue Songs wie "Feel The Fear" und "Don´t Get Any Better" offenbaren eine persönlichere, erwachsenere Seite im unverwechselbarem Pop-Sound der inzwischen 33-Jährigen.
Für Geri Halliwell bedeutet "Passion" auch den Versuch, für sich als Musikerin "herauszufinden, was ich bin und was ich nicht bin." Das Resultat dieser Bemühungen beschreibt das Ex-Spice Girl als "Album, das mich als Songwriterin in einer Übergangsphase ablichtet."
Geraldine Estelle Halliwells - so Geris bürgerlicher Name - musikalische Ausbildung bestand darin, vor dem Spiegel ihres Kinderzimmers zu Madonna-Platten zu tanzen. Geri hörte Abba, Michael Jackson und Wham!, aber auch die Songs alter Showgrößen wie Judy Garland, Marilyn Monroe und Shirley Bassey, die sie in der Plattensammlung ihres Vaters fand. Geri liebte diese Musik aus ganzem Herzen. "Mit den Spice Girls habe ich meinen Hochschulabschluss in Sachen Pop gemacht und nun kommt es mir so vor, als ob ich meine Doktorarbeit schreibe," sagt sie lachend.
1998 veröffentlichte Geri ihr erstes Solo-Album "Schizophonic", welches in kürzester Zeit Doppelplatin-, letzlich sogar Dreifachplatin-Status erreichte. Das Album enthielt mit "Mi Chico Latino, "Lift Me Up" und "Bag It Up" drei UK-Nr.Eins-Hits und war in ganz Europa ein Riesenerfolg.
Nachdem Geri das Jahr 2000 damit verbrachte, ihr zweites Album aufzunehmen, stürmte sie im Folgejahr erneut die internationale Pop-Bühne. Im April 2000 eroberte ihre Single "It's Raining Men" auf Anhieb die Spitze der britischen Charts. Es war Geris elfte Nr.Eins, ein Rekord, der bis zum heutigen Tag von keiner anderen Künstlerin in Großbritannien erreicht wurde. "It´s Raining Men", ausgekoppelt aus dem Soundtrack zum Film "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück", wurde ein weltweiter Hit, erreichte in unzähligen Ländern die Top Five und verkaufte sich letztlich über 1,8 Millionen mal.
Im Sommer 2001 wurde Geris zweites Album "Scream If You Wanna Go Faster" veröffentlicht, auf dem Geri mit einigen der erfolgreichsten Produzenten im Popgeschäft, darunter Steve Lipson and Rick Nowels, zusammenarbeitete. Mit "Scream If You Wanna Go Faster" und "Calling" enthielt das Album weitere Top Ten-Singles.
"Passion" ist nun Geris bis dato ambitioniertestes und rundestes Album, ein Platte voller anspruchsvoller Pop-Hymnen und herzerweichender Balladen. Thematisch beschäftigt sich das Album mit den Extremen menschlicher Gefühle, von Leidenschaft über Liebe bis hin zu Angst, und zeigt auf eindrucksvolle und künstlerisch überzeugende Weise, wie sehr Geri in den Jahren als Sängerin und Songwriterin gereift ist.
"Die Platte enthält deutlich mehr Balladen als meine früheren Alben, was wohl daher rührt, dass ich inzwischen ein wenig erwachsener geworden bin und daher einfach auch mal andere Dinge ausprobieren wollte", erklärt Geri. "Eines meiner Lieblingsstücke auf dem Album ist "Passion", das ich zusammen mit Peter Vettese aufgenommen habe. Ich liebe Jazz, und ich habe großen Spaß daran, dass auch stimmlich zum Ausdruck zu bringen."
Für Geri ist "Passion" ein Ausdruck ihrer Liebe zur Musik, wobei die stilistische Bandbreite von verführerischen Songs wie "Ride It" und "Surrender Your Groove" über Feuerzeug-Hymnen wie "So I Give Up on Love" bis hin zu so persönlichen und intimen Nummern wie "Feel The Fear" und "Love Never Loved Me" reicht.
Geri war an allen Songs des Albums als Co-Autorin beteiligt, Hilfe erhielt sie dabei von einer Reihe ausgesuchter Komponisten und Produzenten wie etwa Guy Chambers (u.a. Diana Ross, Kylie Minogue, Robbie Williams), Steve Powers (u.a. Tom Jones, Kylie Minogue, Blur) und Absolute, der mit Geri an den Tracks "Don´t Get Any Better" und "Feel The Fear" arbeitete. Korpi und Blackwell (u.a. Dannii Minogue) produzierten die Single "Desire" sowie das ansteckende "Surrender Your Groove".
Geris bisheriger Erfolg verdient ohne Zweifel das Prädikat "phänomenal". Als Solo-Künstlerin hat sie zwei mit Mehrfach-Platin bedachte Alben veröffentlicht, dazu kommen vier Nr.Eins-Singles. Wenn man diese zu den Hitsingles addiert, die Geri bereits mit den Spice Girls hatte, dann hält Geri Halliwell den Rekord als die Künstlerin mit den meisten Nr.Eins-Singles in Großbritannien aller Zeiten!
Ursprünglich hatte Geri geplant, sich im September 1998 von den Spice Girls zu trennen. Sie hatte den anderen ihre Entscheidung bereits mitgeteilt: Sie hatte das Gefühl, mit der Band alles erreicht zu haben, was möglich war. Als der Terminkalender der Spice Girls im Mai ein Interview für den Sender ITN über Geris Angst vor Brustkrebs nicht zuließ, sah sie sich genötigt, ihre Prioritäten neu zu überdenken. Binnen Stunden stand ihr endgültiger Entschluss fest.
Die Spice Girls haben in puncto Girlpower neue Maßstäbe gesetzt: Ein einziges Album genügte, um die Mädchen aus dem Nichts auf den Gipfel der Popwelt zu katapultieren und zu einem der größten Phänomene der Popmusik der 90er Jahre zu machen. Sie landeten Hits rund um die Welt, die Plattenverkäufe erreichten ein enormes Ausmaß, sie drehten einen spektakulären Kinofilm und sie trafen Prince Charles und Nelson Mandela. Sie begegneten natürlich auch all ihren Helden des Pop und wurden dann sogar noch bekannter als die meisten ihrer Idole. Dies alles geschah so schnell, dass sie kaum Schlaf bekamen, geschweige denn Zeit gehabt hätten, über das, was mit ihnen geschah, großartig nachzudenken.
Es war höchste Zeit für Geri Halliwell, sich wieder auf sich zu besinnen, herauszufinden, wer sie eigentlich ist, wenn nicht gerade Ginger Spice. "An den Spice Girls ist nichts aufgesetzt, und Ginger ist ein Teil von mir, aber ich habe schon mit 18 Plateauschuhe getragen, und aus denen bin ich einfach herausgewachsen. Ich zog solche Klamotten privat nicht mehr an, ich schminkte mich immer weniger. Als ich die Band verließ, wollte ich das alles ablegen. Ich fühlte mich damals wie ein Ei in der Inkubationszeit."
Natürlich wurde Geri mit Angeboten für Filmrollen und TV-Shows überhäuft. Eine Zeitschrift bot ihr eine halbe Million Pfund für ihre Geschichte, aber sie ließ sich nicht drängen. Unterschlupf fand sie bei Michael'>George Michael, Abwechslung mit karitativen Aktionen. Um das Kapitel Ginger Spice endgültig abzuschließen, verkaufte sie ihre berühmten Bühnenoutfits und spendete den Erlös - 150.000 Pfund - der Sargant Cancer Care for Children, einer Organisation, die krebskranke Kinder betreut. Außerdem fuhr sie für Comic Relief nach Uganda und die UN ernannte sie zur Sonderbotschafterin. Dem zukünftigen britischen König Prince Charles durfte sie sogar ein Geburtstagsständchen singen.
Schließlich und endlich machte sie ein Album. Und zwar ein ziemlich gutes Album, in dem alle ihre Gegensätze enthalten sind. "Ich wollte eine sehr ehrliche Platte machen, eine Art Blaupause meiner selbst. Die Anweisung an die anderen Autoren war: gebt jedem einzelnen Song euer bestes, so als müßte ich nach dieser Platte sterben. Die Platte ist ein Spiegel meiner Persönlichkeit, wie eine emotionale Achterbahn, ein Wechselbad der Gefühle. Ich habe für die Platte alles gegeben, das war für mich fast wie eine Therapie."
Die Tochter einer Spanierin und eines schwedisch-englischen Vaters, der bereits 50 war, als Geri 1972 geboren wurde, bezeichnet sich selbst als Mischling. Als sie aufwuchs, hörte sie Madonna, Michael Jackson und Abba, sie wurde aber ebenso von der Musik und den Filmen beeinflusst, die ihr Vater liebte: Judy Garland, Marilyn Monroe, Shirley Bassey. All diese Quellen fließen zusammen in der Platte, die sie selbst als Kreuzung zwischen Julie Andrews und Johnny Rotten bezeichnet.
Kapriziös und quirlig, spaßig und ehrlich, glorios und schamlos poppig, so präsentiert sich das Album, auf dem eine großartige Ballade mit voller Orchestrierung ebenso Platz findet wie ein Hinduchor oder eine neunköpfige Brass Band, die mit New Orleans Jazz die erste Single "Look At Me" aufpeppt. Produziert wurde das Werk in Bristol von den Absolute Boys, zwei Seelenverwandten Geris, die bereits bei Spice Girls Produktionen eng mit Geri zusammengearbeitet hatten.
"Was immer ich tue, ich setze mich ganz dafür ein, mit Herz und Verstand, mit meiner ganzen Kraft. Ich wollte nicht die Spice Girls verlassen und sofort mit einer neuen Platte winken, deshalb habe ich gewartet. Ich wollte zu mir finden, mir über meine Zukunftspläne klar werden, Ordnung in die Sachen bringen."
Nach der Rückzugsphase ist Geri nun bereit, sich erneut ins pralle Popbizz zu stürzen: "Ich habe meine Wunden geleckt, getrauert, mich erneuert. Als Reaktion auf das bunte Leben als Ginger trug ich schwarz. Aber mit ‚Look At Me' werde ich mich mit einem großen Knall zurückmelden. Ich bin nervös, aber ich glaube, man muss seiner Angst die Stirn bieten. Ich will nicht als Großmutter zurückblicken und denken: ‚Hätte ich's doch bloß versucht'. Ich bin mit 26 viel zu jung, um in Rente zu gehen."
Ihre Trennung von den Spice Girls kommentierte Geri mit den Worten: ‚I'll be back'. Ein Jahr später hat sie ihr Versprechen eingelöst mit einer Platte, die ihrem Naturell sehr nahe kommt: stark, warm, großherzig und ganz schön verschmitzt. Manche werden erstaunt feststellen, was für eine gute Stimme sie hat. Einige werden erstaunt sein, was für Songs sie schreiben kann. Aber niemand, der auch nur irgend etwas über das älteste der Spice Girls weiß, wird erstaunt sein darüber, dass Geri wirklich etwas zu sagen hat, und dass sie es laut sagt, mit Leidenschaft, Energie und Gusto. "Alles, was ich mache, soll besonders sein, soll Spaß machen und überwältigen. Ich werde nie durchschnittlich sein."
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Geraldine Estelle Halliwell wurde am 6. August 1972 in der 80 000-Einwohner-Stadt Watford nordwestlich von London geboren, wuchs ebendort auf und wurde mit Musik groß, wie Mädchen wie sie nun einmal mit Musik groß werden: Als junger Teenager spielte sie sich die Platten von Michael Jackson, Wham und Madonna vor, dazu tanzte sie vor dem Spiegel in ihrem Kinderzimmer. Trotzdem unterscheidet sich Geraldines heutiges Leben in einem entscheidenden Punkt von dem ihrer Altersgenossinnen: Die Platten, zu denen sich Mädchen vor ihren Kinderzimmer-Spiegeln bewegen, stammen mittlerweile von ihr. Und Geri Halliwells zweites Album "Scream If You Wanna Go Faster" macht deutlich, dass das auch noch eine gute Zeit so bleiben wird.
Mit ihrem Albumdebüt "Schizophonic" hatte sie es im Frühjahr 1999 allen gezeigt - all jenen nämlich, die ihr prophezeiten, dass mit dem Ende von Ginger Spice auch das Ende der Karriere von Geraldine Estelle Halliwell gekommen sei. Zuvor hatte sie das Spice-Kapitel ebenso souverän wie symbolträchtig für sich abgeschlossen: Sie verkaufte ihre legendären Bühnenoutfits für 150.000 Pfund und spendete den gesamten Betrag der Sargant Cancer Care for Children, einer Organisation, die krebskranke Kinder betreut. Anschließend ließ sie sich nicht auf eine der zahlreichen Angebote für Filmrollen und TV-Shows ein, sondern war weiter karitativ tätig und arbeitete in aller Seelenruhe an ihrem ersten eigenen Album. Schließlich wurde Geri Sonderbotschafterin der UN und legte mit "Schizophonic" ein grandioses Album vor, das nicht nur zum internationalen Verkaufsschlager wurde, sondern auch sehr persönlich eingefärbt war.
Ihr Buch "If Only" wurde zum Bestseller, ihr erstes Album schaffte in ihrer Heimat Großbritannien Doppelplatin, die erste Auskopplung platzierte sich dort auf Nummer zwei der Charts und die drei nachfolgenden Singles landeten allesamt auf Position eins. Kann man das noch toppen? Ja, Geri Halliwell kann - mit "Scream If You Wanna Go Faster"! Ein Album so berauschend und emotional abwechslungsreich wie eine Achterbahnfahrt, Pop im besten Sinne also. "Ich mochte immer Popmusik", bekennt Geri. "Pop war eine zeitlang ein Schimpfwort, aber Pop muss doch kein Schrott sein. Pop muss wirklich nicht seelenlos und herzlos sein. Es gibt doch auch Pop mit Seele, der das Herz höher schlagen lässt und voll mit Feuer und Energie ist."
Kann man Pop wunderbarer definieren? Wohl kaum. In einer Zeit, in der echte Popstars (und Containerbewohner fallen nun einmal nicht darunter) ein rares Gut sind, ist Geri Halliwell die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Denn sie weiß einfach instinktiv, was die Mädchen draußen auf der Straße hören wollen, schließlich war sie ja selbst mal eines. Trotzdem ist sie alles andere als naiv - sondern durch und durch eine Perfektionistin. Das erste Album war allenfalls ein Schnellschuss, "einfach um zu zeigen, dass ich das kann." "Scream If You Wanna Go Faster" ist da von anderem Kaliber: "Es gab einfach mehr kreative Dinge zu entdecken", so Geri. "Stimmlich traue ich mir mittlerweile viel mehr zu. Und ich habe akzeptiert, dass ich eine richtige Künstlerin bin - dass ich Popsongs schreiben kann, und das auch noch ziemlich gut." Das neue Album ist also substanzreicher, und deshalb war es nur selbstverständlich, dass ausschließlich bewährte Kräfte wie Rick Nowells (Sonique, Texas, Dido), Stephen Lipson (Pet Shop Boys, Ronan Keating) und Absolute (Turner'>Tina Turner, Spice Girls) für die auf hohem Niveau makellose Produktion verantwortlich zeichnen. Hinzu kamen hochrenommierte Kompositions- und Textpartner aus Europa und den USA. Trotzdem ist das Endprodukt durch und durch geprägt von Geri: Die Texte, die Musik, die Produktion, die Videos und sogar das Cover-Artwork kommunizieren unmissverständlich ihre starke Persönlichkeit.
Schon der mächtige Opener und Titelsong "Scream If You Wanna Go Faster" macht klar: Hier steckt in jedem Vers Geri Halliwell pur. "Der Titel fiel mir ein, bevor ich den Song hatte", so Geri. "Er kam mir einfach in den Kopf - so etwas passiert mir andauernd. Es geht darum, wie man seine Stimmung ändert, einen Adrenalinkick bekommt. Wir jagen ja alle einer Sache nach, von der wir denken, dass sie uns befriedigt; ganz gleich, ob das nun Sex, Shopping, schnelle Autos oder was auch immer ist.(...) Zugleich wird hier eines der Themen des Albums eingeführt: Das Kind in dir, die kreative Persönlichkeit, die in jedem von uns steckt. Ich bin so ein großes Kind. Jeder von uns ist eins. und das will ich nicht verlieren."
"Shake Your Booty, Cutie" hat Geri zusammen mit Gregg Alexander von den New Radicals geschrieben - die Melodie stammt von Gregg, der Refrain von Geri. "Als ich den Text schrieb, bin ich immer wieder in meinem Garten auf- und abgegangen. Ich neige dazu, Phrasen aus verschiedenen Zusammenhängen zusammenzufügen, ohne im ersten Augenblick wahrzunehmen, wo sie herkommen. Die Zeile 'Shut up and dance' habe ich zum Beispiel von einer Dancefloor-Platte. 'I'm Mr. Big, baby can you dig?' ist von "Sex In The City" von Mr. Big. Dann gibt's da einen Rap, der sehr an Wham erinnert und den George Michael noch nicht gehört hat. Ich denke aber, er wird sich nicht darüber aufregen."
Der nächste Track "Calling" ist für Geri der stärkste Track auf dem gesamten Album. Den melodisch reichhaltigen Song hat sie mit Peter Vetesse geschrieben. "Es geht ums Verlangen...eine Romanze, denke ich. Ich bin sowieso ein großer Romantiker. Ich war auf Ibiza, schaute hoch zum Mond und dachte, gerade jetzt schaut irgendwo noch irgendjemand anderes zum Mond, und dieser Mensch ist mein Seeleverwandter, mit dem gleichen Wollen und Verlangen." Der nächste Song ist weniger romantisch, kommt dafür aber direkt zur Sache: "Feels Like Sex" ist ein nicht uninteressanter Gestaltungsvorschlag fürs Liebesleben. Und der Refrain sagt eigentlich alles: "If the mood is rude, then you've got the right attitude/ you better get down, you don't have to get undressed/ just because it feels like sex."
Dann wird's wieder durch und durch romantisch: "Circles Round The Moon" ist ein Mainstream-Liebeslied im besten Sinne - der poetische Text ist inspiriert von Geris Harry-Potter-Lektüre. "Love Is The Only Light" geht indes nicht weniger ans Herz: "Das habe ich mit Jorgen Elofsson in meiner Küche geschrieben. Dieses kleine Mädchen wollte einen 'Star' treffen - mich -, doch ich fühlte mich, als träfe ich einen Engel. Sie sah aus wie Audrey Hepburn, und sie wartete auf eine Herz- und Lungentransplantation. Ich schrieb den Song, als ich sie ein paarmal getroffen hatte, sie inspirierte mich durch ihre Kraft. Sie strahlte Heiterkeit aus. Dann starb sie, und ich war erschüttert."
"Strength Of A Woman" schrieb Geri im Fond eines Taxis in Los Angeles. Um einen sixtiesorientierten Sound zu erreichen, arbeitete sie mit Rick Nowells zusammen, doch der Text handelt vom konkreten Leben heutiger Frauen - zum Beispiel die zweite Strophe: "Hey girl I remember you, you're not alone because I feel it too/ We're running out of heroes, a good guy's hard to find/ Mr. Perfect Wonderful is not on my mind." Und auch in "Don't Call Me Baby" geht es um die Selbstfindung in der Realität - Geri schrieb den bittersüßen Song im Oktober 2000 als eine Art Abrechnung mit den in ihrem bisherigen Leben erlittenen Schmerzen. Für einen starken Kontrast sorgt dann gleich darauf "Lovey Dovey Stuff": Ein einfacher, aber sofort greifender Popsong mit Reggae-Touch, eigentlich der prototypische Hit für den kommenden Sommer.
Apropos Hit: Der nächste Track "It's Raining Man" wurde bereits vorab ausgekoppelt und stürmt im Vereinten Königreich schon jetzt die Charts. Zudem wurde Geris lebhafte Interpretation des Weather Girls-Klassikers als Theme-Song für die in England mit Spannung erwartete Verfilmung von Helen Fieldings Bestseller "Jones'>Bridget Jones Diary" ausgewählt - da kann also kaum mehr was schief gehen! Der nächste Albumtrack "It's Heaven It's Hell (Being Geri Halliwell)" ist dann eine amüsante Abrechnung mit dem Starsein, über die sich Robbie Williams, so Geri, schon köstlich amüsiert hat: "Have a drink - alcoholic./ Grab your coat - shopaholic./ Have a bite - anorexic./ Intelligent? I'm dyslexic./ Feeling happy - could be gay./ Maybe, not today./ So you think you want to be famous, so you think you want to drive my car./Don't you know you've got to be shameless if you want to be a star?/15 minutes show me what you're made off/ 15 minutes what are you afraid of?/ 15 minutes I'll show you the trade-off/ It's heaven, it's hell being Geri Halliwell." Das Album klingt schließlich aus mit "I Was Made That Way" - Geri hat diesen Song ausdrücklich an ihr Publikum adressiert und gibt hier sehr ehrlich Auskunft über sich selbst.
Auf "Scream If You Wanna Go Faster" trifft man nicht die Geri der Boulevardzeitungskolumnen, sondern die vielschichtige Persönlichkeit der echten Geraldine Estelle Halliwell. Sie ist mal spielerisch, mal romantisch, mal nachdenklich, mal egozentrisch und nicht selten widersprüchlich. Doch bei all dem bleibt sie immer sympathisch und vor allem ehrlich. Vielleicht auch deshalb, weil sie instinktiv weiß, dass echter Pop nicht nur in den Medien stattfindet. Sondern auch vor den Spiegeln in den Schlafzimmern ungezählter Teenager-Mädchen.
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In Zeiten, in denen echte Popstars rar gesät sind, gehört Geri zu den wenigen, die diesen Titel wirklich verdienen. Sie war ein Fünftel der Spice Girls - einer der größten Pop-Gruppen aller Zeiten - und ist nun eine erfolgreiche Solokünstlerin. Am 25 Juli veröffentlich Geri Halliwell ihr inzwischen drittes Studioalbum "Passion".
Nach Geris eigener Aussage ist "Passion" ein Beweis dafür, wie sehr sie sich als Sängerin und Songwriterin weiter entwickelt hat. Das Album enthält mehrere Songs, die schon einige Jahre alt sind, daneben aber auch andere jüngeren Datums. Natürlich strotzt das Album erneut vor typischen "Geri-Momenten", doch neue Songs wie "Feel The Fear" und "Don´t Get Any Better" offenbaren eine persönlichere, erwachsenere Seite im unverwechselbarem Pop-Sound der inzwischen 33-Jährigen.
Für Geri Halliwell bedeutet "Passion" auch den Versuch, für sich als Musikerin "herauszufinden, was ich bin und was ich nicht bin." Das Resultat dieser Bemühungen beschreibt das Ex-Spice Girl als "Album, das mich als Songwriterin in einer Übergangsphase ablichtet."
Geraldine Estelle Halliwells - so Geris bürgerlicher Name - musikalische Ausbildung bestand darin, vor dem Spiegel ihres Kinderzimmers zu Madonna-Platten zu tanzen. Geri hörte Abba, Michael Jackson und Wham!, aber auch die Songs alter Showgrößen wie Judy Garland, Marilyn Monroe und Shirley Bassey, die sie in der Plattensammlung ihres Vaters fand. Geri liebte diese Musik aus ganzem Herzen. "Mit den Spice Girls habe ich meinen Hochschulabschluss in Sachen Pop gemacht und nun kommt es mir so vor, als ob ich meine Doktorarbeit schreibe," sagt sie lachend.
1998 veröffentlichte Geri ihr erstes Solo-Album "Schizophonic", welches in kürzester Zeit Doppelplatin-, letzlich sogar Dreifachplatin-Status erreichte. Das Album enthielt mit "Mi Chico Latino, "Lift Me Up" und "Bag It Up" drei UK-Nr.Eins-Hits und war in ganz Europa ein Riesenerfolg.
Nachdem Geri das Jahr 2000 damit verbrachte, ihr zweites Album aufzunehmen, stürmte sie im Folgejahr erneut die internationale Pop-Bühne. Im April 2000 eroberte ihre Single "It's Raining Men" auf Anhieb die Spitze der britischen Charts. Es war Geris elfte Nr.Eins, ein Rekord, der bis zum heutigen Tag von keiner anderen Künstlerin in Großbritannien erreicht wurde. "It´s Raining Men", ausgekoppelt aus dem Soundtrack zum Film "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück", wurde ein weltweiter Hit, erreichte in unzähligen Ländern die Top Five und verkaufte sich letztlich über 1,8 Millionen mal.
Im Sommer 2001 wurde Geris zweites Album "Scream If You Wanna Go Faster" veröffentlicht, auf dem Geri mit einigen der erfolgreichsten Produzenten im Popgeschäft, darunter Steve Lipson and Rick Nowels, zusammenarbeitete. Mit "Scream If You Wanna Go Faster" und "Calling" enthielt das Album weitere Top Ten-Singles.
"Passion" ist nun Geris bis dato ambitioniertestes und rundestes Album, ein Platte voller anspruchsvoller Pop-Hymnen und herzerweichender Balladen. Thematisch beschäftigt sich das Album mit den Extremen menschlicher Gefühle, von Leidenschaft über Liebe bis hin zu Angst, und zeigt auf eindrucksvolle und künstlerisch überzeugende Weise, wie sehr Geri in den Jahren als Sängerin und Songwriterin gereift ist.
"Die Platte enthält deutlich mehr Balladen als meine früheren Alben, was wohl daher rührt, dass ich inzwischen ein wenig erwachsener geworden bin und daher einfach auch mal andere Dinge ausprobieren wollte", erklärt Geri. "Eines meiner Lieblingsstücke auf dem Album ist "Passion", das ich zusammen mit Peter Vettese aufgenommen habe. Ich liebe Jazz, und ich habe großen Spaß daran, dass auch stimmlich zum Ausdruck zu bringen."
Für Geri ist "Passion" ein Ausdruck ihrer Liebe zur Musik, wobei die stilistische Bandbreite von verführerischen Songs wie "Ride It" und "Surrender Your Groove" über Feuerzeug-Hymnen wie "So I Give Up on Love" bis hin zu so persönlichen und intimen Nummern wie "Feel The Fear" und "Love Never Loved Me" reicht.
Geri war an allen Songs des Albums als Co-Autorin beteiligt, Hilfe erhielt sie dabei von einer Reihe ausgesuchter Komponisten und Produzenten wie etwa Guy Chambers (u.a. Diana Ross, Kylie Minogue, Robbie Williams), Steve Powers (u.a. Tom Jones, Kylie Minogue, Blur) und Absolute, der mit Geri an den Tracks "Don´t Get Any Better" und "Feel The Fear" arbeitete. Korpi und Blackwell (u.a. Dannii Minogue) produzierten die Single "Desire" sowie das ansteckende "Surrender Your Groove".
Geris bisheriger Erfolg verdient ohne Zweifel das Prädikat "phänomenal". Als Solo-Künstlerin hat sie zwei mit Mehrfach-Platin bedachte Alben veröffentlicht, dazu kommen vier Nr.Eins-Singles. Wenn man diese zu den Hitsingles addiert, die Geri bereits mit den Spice Girls hatte, dann hält Geri Halliwell den Rekord als die Künstlerin mit den meisten Nr.Eins-Singles in Großbritannien aller Zeiten!
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