Glashaus Biographie
Glashaus
Es ist stärker geworden, das Glas, aus dem dieses Haus gebaut ist. Tighter, doch bei aller Stabilität nicht weniger transparent als zuvor. Dass das GLASHAUS, welches Cassandra Steen, Moses Pelham und Martin Haas um ihre musikalische Seele gebaut haben, weder durch stechende Blicke noch neidvolle Steinwürfe jemals zum Einstürzen gebracht werden könnte, stand von Anfang an außer Frage. Selten zuvor gelang es einem Debütalbum, jene Aura der Gewissheit zu verströmen, dass man es hier mit etwas ganz Großem zu tun hat. Mit etwas derart Großem, dass es den Horizont aller Beteiligten - Künstler wie Publikum - übersteigt.
Es mag nicht überraschen, dass Moses Pelham immer wieder auf die Vokabel "Wunder" zurückgreifen muss, will er beschreiben, was da mit GLASHAUS passiert ist und immer noch passiert - als könne er es selbst noch nicht ganz begreifen. War es Schicksal, dass man mit Cassandra Steen eines der größten deutschen Gesangstalente entdeckt hat? Was hat es zu bedeuten, dass die Arbeit am ursprünglich geplanten Soloalbum der Sängerin sich langsam, aber unaufhaltsam zum Projekt GLASHAUS morphte? Und wie kommt es, dass aus einem Projekt eine Band, eine funktionierende Einheit, wachsen konnte? Zumindest zu einem Teil dieser Fragen finden sich Antworten.
Pelham und Haas suchen den magischen Klang und provozieren diesen. "Kein Weg daran vorbei". Doch anstatt sich reißbrettartig ein Konzept zusammenzukonstruieren, experimentieren sie lieber, um immer wieder auf ihr Innerstes zu stoßen. Es sind die Dinge, die du gerade erlebst, die Dinge, die momentan wichtig in deinem Leben sind, die in ihrer Summe einen Rahmen vorgeben. Aber das ist auch schon der einzige gemeinsame Nenner aller Tracks; GLASHAUS-Alben sind keine Konzept-Alben. Und doch dominieren auch auf "GLASHAUS II (Jah Sound System)", diesem zweiten GLASHAUS-Longplayer, wieder die zentralen Themen Leid, Trost, Hoffnung und Erlösung - vielleicht dieses Mal mit mehr Hoffnung.
Denn es gilt, gegen das - eigene wie das kollektive - Leid anzukämpfen. Der Track "Land in Sicht" gibt die Richtung vor: "Gib mir den härtesten Test und ich werde es jetzt feierlich untermauern was es heisst, dass Glaube Berge versetzt". Aus dem Wissen um die Stärke, Leid ertragen zu können, schöpft man Kraft - dies ist der Motor, der nicht nur Moses Pelham vorantreibt. Die Haltung, die der Mensch dem, was er erlebt, gegenüber einnimmt, entscheidet darüber, wie er aus der Sache herausgeht. Diese Haltung mit Optimismus und Hoffnung zu speisen ist das Anliegen der GLASHAUS'schen Lyrik. Wobei Pelham nichts ferner liegt als mit dem Finger auf jemanden zu deuten und zu sagen "du sollst". Im Gegenteil: Oft ist der Adressat seiner Worte, wie er erklärt, er selbst. Cassandra legt er jene Zeilen in den Mund, von denen er sich wünscht, dass jemand sie zu ihm sagen würde. Geht es nicht im Leben grundsätzlich darum, uns Informationen, die wir bereits in uns tragen, aufs Neue vor Augen zu führen, um sie uns wirklich zugänglich zu machen? GLASHAUS als Selbsttherapie? Auch. Jedoch nur eine unter vielen Arten, dieses Phänomen zu begreifen.
Ja, es ist tatsächlich stärker geworden, das Glas, aus dem dieses Haus gebaut ist. Waren Cassandra Steen, Moses Pelham und Martin Haas zu Beginn der Arbeiten am Debütalbum einander noch relativ fremd (Moses kannte Cassandra gerade mal 12 Stunden, Martin ganze 30 Minuten, als der Track "Solange" aufgenommen wurde), sollte sich dies innerhalb der weiteren Geschichte von GLASHAUS grundlegend ändern. Unzählige Live-Shows - unzählige "kleine Schlachten" - schweißten die drei unwiderruflich zusammen und so lernte man die jeweiligen Stärken des anderen erst richtig kennen - bis sich schließlich aus den "Blues Brothers 2001" die "Blues Brothers 2002", das "Jah Sound System" entwickelten. Heute hat jeder seine Rolle gefunden, der Anzug, der anfangs vielleicht noch etwas steif den Körper kleidete, sitzt jetzt wie angegossen.
Selbstsicherheit durch Selbsterkenntnis - das hört man aus jedem Ton auf "GLASHAUS II (Jah Sound System)" heraus. Cassandra stellt ihr Ausnahmetalent in einfühlsam-ruhigen wie intensiv-kraftvollen Passagen erneut eindrucksvoll unter Beweis, hat jedoch an Ausdruckskraft noch um ein Vielfaches hinzugewonnen. Die Hingabe, mit der sie den Chorus im überragenden Track "Bald (und wir sind frei)" (der ersten Auskopplung aus dem Album) transportiert, scheint einfach nicht irdischen Ursprungs sein zu können, um mit derartiger Wucht in die Herzen der Hörer zu treffen. Aber auch kompositorisch ist das Produzentenduo Pelham/Haas noch einen Schritt weiter gegangen. Ob nun jene die zart gehauchte Stimme Cassandras wirkungsvoll kontrastierende Bassdrum in "In Liebe" oder die virtuosen Scratches in "Flutlicht", oft weht - nicht zuletzt dank der stärkeren Einbindung von DJ Release - ein manchmal rauer Wind über dem neuen GLASHAUS, das jedoch stets auf dem soliden Fundament von soulful und deep arrangierten Instrumentals ruht.
Es mag nicht überraschen, dass Moses Pelham immer wieder auf die Vokabel "Wunder" zurückgreifen muss, will er beschreiben, was da mit GLASHAUS passiert ist und immer noch passiert - als könne er es selbst noch nicht ganz begreifen. War es Schicksal, dass man mit Cassandra Steen eines der größten deutschen Gesangstalente entdeckt hat? Was hat es zu bedeuten, dass die Arbeit am ursprünglich geplanten Soloalbum der Sängerin sich langsam, aber unaufhaltsam zum Projekt GLASHAUS morphte? Und wie kommt es, dass aus einem Projekt eine Band, eine funktionierende Einheit, wachsen konnte? Zumindest zu einem Teil dieser Fragen finden sich Antworten.
Pelham und Haas suchen den magischen Klang und provozieren diesen. "Kein Weg daran vorbei". Doch anstatt sich reißbrettartig ein Konzept zusammenzukonstruieren, experimentieren sie lieber, um immer wieder auf ihr Innerstes zu stoßen. Es sind die Dinge, die du gerade erlebst, die Dinge, die momentan wichtig in deinem Leben sind, die in ihrer Summe einen Rahmen vorgeben. Aber das ist auch schon der einzige gemeinsame Nenner aller Tracks; GLASHAUS-Alben sind keine Konzept-Alben. Und doch dominieren auch auf "GLASHAUS II (Jah Sound System)", diesem zweiten GLASHAUS-Longplayer, wieder die zentralen Themen Leid, Trost, Hoffnung und Erlösung - vielleicht dieses Mal mit mehr Hoffnung.
Denn es gilt, gegen das - eigene wie das kollektive - Leid anzukämpfen. Der Track "Land in Sicht" gibt die Richtung vor: "Gib mir den härtesten Test und ich werde es jetzt feierlich untermauern was es heisst, dass Glaube Berge versetzt". Aus dem Wissen um die Stärke, Leid ertragen zu können, schöpft man Kraft - dies ist der Motor, der nicht nur Moses Pelham vorantreibt. Die Haltung, die der Mensch dem, was er erlebt, gegenüber einnimmt, entscheidet darüber, wie er aus der Sache herausgeht. Diese Haltung mit Optimismus und Hoffnung zu speisen ist das Anliegen der GLASHAUS'schen Lyrik. Wobei Pelham nichts ferner liegt als mit dem Finger auf jemanden zu deuten und zu sagen "du sollst". Im Gegenteil: Oft ist der Adressat seiner Worte, wie er erklärt, er selbst. Cassandra legt er jene Zeilen in den Mund, von denen er sich wünscht, dass jemand sie zu ihm sagen würde. Geht es nicht im Leben grundsätzlich darum, uns Informationen, die wir bereits in uns tragen, aufs Neue vor Augen zu führen, um sie uns wirklich zugänglich zu machen? GLASHAUS als Selbsttherapie? Auch. Jedoch nur eine unter vielen Arten, dieses Phänomen zu begreifen.
Ja, es ist tatsächlich stärker geworden, das Glas, aus dem dieses Haus gebaut ist. Waren Cassandra Steen, Moses Pelham und Martin Haas zu Beginn der Arbeiten am Debütalbum einander noch relativ fremd (Moses kannte Cassandra gerade mal 12 Stunden, Martin ganze 30 Minuten, als der Track "Solange" aufgenommen wurde), sollte sich dies innerhalb der weiteren Geschichte von GLASHAUS grundlegend ändern. Unzählige Live-Shows - unzählige "kleine Schlachten" - schweißten die drei unwiderruflich zusammen und so lernte man die jeweiligen Stärken des anderen erst richtig kennen - bis sich schließlich aus den "Blues Brothers 2001" die "Blues Brothers 2002", das "Jah Sound System" entwickelten. Heute hat jeder seine Rolle gefunden, der Anzug, der anfangs vielleicht noch etwas steif den Körper kleidete, sitzt jetzt wie angegossen.
Selbstsicherheit durch Selbsterkenntnis - das hört man aus jedem Ton auf "GLASHAUS II (Jah Sound System)" heraus. Cassandra stellt ihr Ausnahmetalent in einfühlsam-ruhigen wie intensiv-kraftvollen Passagen erneut eindrucksvoll unter Beweis, hat jedoch an Ausdruckskraft noch um ein Vielfaches hinzugewonnen. Die Hingabe, mit der sie den Chorus im überragenden Track "Bald (und wir sind frei)" (der ersten Auskopplung aus dem Album) transportiert, scheint einfach nicht irdischen Ursprungs sein zu können, um mit derartiger Wucht in die Herzen der Hörer zu treffen. Aber auch kompositorisch ist das Produzentenduo Pelham/Haas noch einen Schritt weiter gegangen. Ob nun jene die zart gehauchte Stimme Cassandras wirkungsvoll kontrastierende Bassdrum in "In Liebe" oder die virtuosen Scratches in "Flutlicht", oft weht - nicht zuletzt dank der stärkeren Einbindung von DJ Release - ein manchmal rauer Wind über dem neuen GLASHAUS, das jedoch stets auf dem soliden Fundament von soulful und deep arrangierten Instrumentals ruht.
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