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Gotthard Biographie

Gotthard

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Bassist Marc Lynn hält alphabetisch Rückschau auf 13 bewegte Gotthard-Jahre. Anfang: Den Bandnamen Gotthard gab es zum ersten Mal, als wir 1991 im Studio in Los Angeles waren. Ein aufregender und unvergesslicher Moment für eine Tessiner Band. Die ersten Schritte unternahmen wir als Krak, aber das zählt ja nicht für die Gotthard-Story.

BMG: Die Zusammenarbeit funktionierte von Anfang an. BMG war die erste Plattenfirma, die mit uns zusammen arbeiten wollte. Wir waren von Anfang an ein Winnerteam. Chris von Rohr: Unser Produzent der ersten Alben. Für die damalige Zeit war er der richtige Mann. Er hat uns viel gegeben, wir ihm aber auch.

Deutschland: Neben der Schweiz unser wichtigster Markt. Wir wurden in Deutschland von Anfang an ernst genommen und waren in den Top 20 der Albumcharts. Die Schweizer realisieren gar nicht richtig, dass wir jenseits des Rheins Erfolg haben, weil wir nicht in TV-Shows auftreten. Erfolg: Kommt automatisch, wenn Qualität und Leistung stimmen und eine Portion Charisma dazu kommt. Wir streben nicht um jeden Preis Erfolg an. Wichtig ist, dass die Fans mögen, was wir machen.

Freddy Scherer: Unser neuer Gitarrist. Ich habe mit ihm früher schon bei China gespielt, und Freddie kennt auch die Band seit langem. Eine ideale Lösung. Gotthard: Nach wie vor ein Traum, unser Leben. Gotthard ist unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Schweiss und Party.

Heaven: Unsere erste Goldsingle, wohl der grösste Gotthard-Hit. Wir spielen den Song auch heute noch extrem gerne live. Er gehört einfach ins Repertoire. International: Grosse und lange Tourneen in ganz Europa. Wir haben schon einige Märkte erobert, aber unser Ehrgeiz treibt uns weiter. Wir haben übrigens schon im Kreml gespielt und daraufhin eine Glückwunsch-Urkunde von Präsident Putin bekommen. Welche Ehre!

Japan: Eine völlig andere Welt, nicht nur in Sachen Musik. Crazy Fans! Ich begreife die japanische Kultur, aber verstehen kann ich sie immer noch nicht. Es ist toll, dort Erfolg zu haben. Konzerte: Das A und O. Platten einspielen ist in Ordnung, aber als richtiger Musiker lebst du für die Bühne. Eine perfekte Bühnenshow und dabei Emotionen rüberbringen: gibt es etwas Schöneres? Das erste Gotthard-Konzert fand übrigens 1992 im Rockcafé Biasca statt.

Love-Songs: Auch harte Rocker haben ein Herz und Gefühle. Wenn du auf Tournee bist und vielleicht einsam bist, sind die Gefühle extrem stark. So entstehen die grossen Love-Songs, auch bei uns. Montserrat Caballé: Eine grosse Ehre für uns, dass sie "One Life, One Soul" mit uns neu eingespielt hat. Seit ihrem Duett mit Freddie Mercury waren wir grosse Fans der Operndiva. "Nach Freddies Tod habe ich gedacht, dass es in diesem Geschäft keine Freundschaft mehr gibt. Ihr habt mich eines Besseren belehrt", hat sie uns einmal gesagt. Gibt es ein schöneres Kompliment?

Neider: Wo Erfolg ist, da ist auch Neid. Vor allem in der Schweiz, wo man sich den Erfolg nicht gönnt. Ich habe überhaupt kein Problem mit Neidern. Open Airs: Einfach genial, eine gigantische Grillparty im Freien, bei der man immer wieder gute Freunde und Bands trifft. Es ist aber auffallend, wie oft es während "Let It Rain" zu regnen beginnt...

Powerstimme: Steve Lee, ganz klar. Er hat eine einmalige und unverkennbare Stimme. Er könnte ein Superstar mit Starallüren sein, er ist aber Gott sei Dank immer bescheiden geblieben. Ein Teamplayer. Querelen: Streitigkeiten gibt es auch bei uns. Aber wir haben eine gesunde Streitkultur entwickelt, das war von Anfang an so. Nur so können wir als Band weiter kommen.

Radio: Hilft ganz klar, um an die Leute heranzukommen. Natürlich müssen wir punkto Singleauswahl Kompromisse eingehen. Am Anfang haben uns die Radios belächelt, heute freue ich mich aber jedes Mal auf Radio-Interviews, auch wenn sie ganz schön stressig sind. Superstars: Gibt es in der Schweiz überhaupt Superstars? Von diesen TV-Superstar-Sendungen halte ich gar nichts. Wir wollten nie Superstars werden, aber zu den 10 bekanntesten Stars zu gehören ist ganz schön.

Tessin: Dort ist die Gotthard-Zentrale, quasi das Herz der Band. Ich mag die Gegend, auch wenn sie aus musikalischer Hinsicht etwas wenig zu bieten hat. Etwas mehr Konkurrenz könnte nicht schaden. Unterwegs: Unterwegs sein ist wie eine Droge, von der man nach Tourende nur schwer wieder loskommt. Bei mir dauerts zehn Tage. Wenn du unterwegs bist, ist das Teamfeeling unheimlich wichtig.

Vier: Gotthard, die vier Asse im Kartenspiel. Die drei Musketiere und D'Artagnan, was in unserem Fall Steve wäre. Wir vier passen einfach perfekt zusammen. Wetter: Am Schlimmsten war es im Sommer 1999 in Locarno, als wir auf einem Schiff spielten. Es stürmte und regnete auf die Bühne, ausserdem haben uns Fans aus dem Wasser angespritzt. Das gab reichlich Wasserschaden.

X-mas Song: Eine Single, die wir für Telethon aufgenommen haben. Weihnachten ist das einzige Mal im Jahr, wo ich ungestört Zeit mit meiner Familie verbringen kann. Yellow Press: Sehr wichtig, auch wenn ich nicht immer glaube, was drin steht. Vor allem nicht, was über uns geschrieben wird! Auf uns haben die Boulevard-Medien zum Glück keinen Einfluss.

Zusatzmaterial: Auf der Very-Best-Of gibt es vier Zusatzsongs. "Fire & Ice" wurde für die Nachwuchsförderung der Swiss Hockey League aufgenommen und war bis jetzt nur in den Stadien erhältlich. "Inside Out" ist für einen Karatefilm gedacht, der noch nicht angelaufen ist. "What About Love" haben wir für "Human Zoo" geschrieben, aber nicht verwendet. Und "One Team One Spirit" ist die offizielle Hymne für die Olympiade in Athen von Swiss Olympics.
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