Gwen Stefani Biographie
Gwen Stefani
Im Jahr 2004 hat uns Gwen Stefani, sonst als Sängerin bei der wiederholt mit einem Grammy ausgezeichneten Band No Doubt aktiv, bereits mit dem Album „Love. Angel. Music. Baby.“ in ihre kreative Welt eingeladen. Das Ergebnis war umwerfend: Weltweit sieben Millionen verkaufte Alben, davon allein über 3,8 in den Vereinigten Staaten. Die Smash-Hits „Hollaback Girl“ (vier Wochen auf dem ersten Platz der Billboard-Hot-100 Charts), „Rich Girl“ (featuring Eve), „Cool“ (der Titel spricht Bände), „Luxurious“ und „What Are You Waiting For?“ (noch so ein Titel...). Eine (sofort) ausverkaufte Tour. Als sich Gwen dann irgendwann in den Kopf setzte, ein zweites Soloalbum aufzunehmen, hätten alle wohl vor allem mit einem gerechnet: Druck. Erwartungen. Und zwar nicht nur mit dem Druck, ein weiteres Bombenalbum vorzulegen. Denn auch die Erwartungen, die mit derartig umwerfendem Erfolg einhergehen, wollen stets auf ein Neues erfüllt werden. Wer so denkt, hat die Rechnung jedoch ohne die Wirtin gemacht. Denk noch mal nach.
Schließlich hat sich Gwen in ihrer bisherigen Karriere noch nie vorschreiben lassen, was sie zu tun (oder zu lassen) hat. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Sie vertraut stets auf ihre Intuition, auf ihre Integrität – und auf ihre zugleich eklektischen und tiefschürfenden Inspirationsquellen. „Ich schöpfe jede Menge Selbstvertrauen aus dieser Musik. Es ist ein sehr dankbarer Zeitvertreib, wenn man das so nennen kann“, berichtet sie eingangs. „Mir macht es einfach nur Spaß, wenn die Leute meinen Sound hören und etwas – was auch immer das sein mag! – für sich darin entdecken können. Wenn es dann endlich im Kasten ist, hoffe ich nur, dass meine Fans daran genauso viel Spaß haben werden wie ich.“
Der Titel von Gwens mit Spannung erwartetem zweiten Album lautet „The Sweet Escape“. Wie schon auf ihrem Vorgänger „Love. Angel. Music. Baby.“ tut sie wiederum das, was man von einer der größten Rock/Pop-Sängerinnen (genauer: einer der lässigsten und coolsten Frauen im Pop-Biz!) wünschen würde: Sie überschreitet Genregrenzen mit einer Leichtigkeit, die einem die schubladenförmigen Schuhe auszieht. Für ihr klangliches Abenteuer hat Gwen dieses Mal die Unterstützung der folgenden Visionäre bemüht: The Neptunes, Tony Kanal (von ihrer Band No Doubt), Akon, Swizz Beats, Sean Garrett und Tim Rice-Oxley von Keane. Wenn ein derartiges Line-Up nach einer deftigen Ansage klingt, dann ist auch das durchaus gewollt: „Die Dinge, die mich während der Arbeit an dieser Platte inspiriert haben, waren völlig andere als beim Vorgänger“, erklärt Gwen weiterhin. „Beim letzten Album hatte ich mir in den Kopf gesetzt, ein Dance-Album zu machen. Ich war zu der Zeit voll und ganz von den Achtzigern inspiriert, von denjenigen Sounds, mit denen ich aufgewachsen bin. Dieses Mal hatte ich ein ganz anderes Bauchgefühl – darum bin ich auch in eine ganz andere Richtung gegangen. Es sind z.B. viel mehr melodische Songs auf dem Album. Natürlich gibt es auch Beats zu hören, aber eben nicht nur tanzbare Beats! Insofern finde ich den Titel `The Sweet Escape´ [Die süße Flucht] perfekt, weil einen diese Musik tatsächlich entführt und man sich auf ganz besondere Weise in sie zurückziehen kann.“
Die zuckersüße Richtung, die Gwen dieses Mal eingeschlagen hat, wird bereits in der ersten Singleauskopplung von „The Sweet Escape“ offensichtlich: „Wind It Up“, einen von vier Tracks, den The Neptunes beisteuerten (die übrigens für den Vorgänger bereits den Beat zu „Hollaback Girl“ beigesteuert hatten). Mit „Wind It Up“ schafft Gwen sogar, das musikalische Niemandsland zwischen HipHop, einem deutlichen Schlagzeug-Part und dem „The Sound Of Music“-Musical/-Film zu betreten. Und dorthin hat sich vor ihr noch niemand gewagt...
Der Song „Wind It Up“ wurde erstmalig im Jahr 2005 aufgenommen – allerdings in einem gänzlich anderen Kontext: Gwen war nämlich gerade auf der Suche nach einem Song für eine Fashion-Show, in deren Rahmen sie die neue Kollektion ihrer eigenen Firma L.A.M.B. vorstellen wollte. Sie nahm also den Neptunes-Beat und fragte einen Freund, ob er ihn nicht mit (dem Soundtrack von) „The Sound of Music“ kombinieren könne, als Mash-Up. Gwen dazu: „Ich hatte schon immer davon geträumt: Den Soundtrack von `The Sound of Music´ – einer meiner absoluten Lieblingsfilme, inklusive einer der größten Inspirationsquellen: Julie Andrews! – zu benutzen und daraus einen Song zu kreieren. Schließlich habe ich in meinen Songs schon unzählige Mal auf diesen Film Anspielungen gemacht! Dieser Film hat irgendetwas, das mich unglaublich stark berührt. Und zwar schon immer. Insofern hatte ich diese Idee schon seit geraumer Zeit im Hinterkopf, und dann dachte ich mir nur, `Mensch, einen Beat unter `The Sound of Music´ legen – das ist es!´ Natürlich klang die Idee zunächst auch ein wenig lächerlich. Als ich dann aber die Kombination hörte, konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten. Ich weiß, das klingt vielleicht bescheuert, aber es war einfach unfassbar, so gut, so ..neu und einzigartig! Außerdem kamen mir beim ersten Anhören noch weitere Ideen, so dass ich die Kombination gegen Pharrells Willen durchsetzte,“ lacht sie heute. „Noch krasser ist natürlich, dass der Song nun auch noch als erste Single veröffentlicht wird! Unglaublich eigentlich, diese Geschichte.“ Eine ähnlich spannende Geschichte war dabei ihr Zusammentreffen mit einem Gleichgesinnten: „Was zwischen mir und Pharrell abgeht, das ist schon seltsam. Weißt du, wir sind eigentlich völlig unterschiedlich, und trotzdem haben wir so viele Gemeinsamkeiten, dass man fast schon Gänsehaut bekommen könnte. Echt schräg. Wir inspirieren uns gegenseitig, und zwar auf ganz seltsame Art und Weise. Jedes Mal, wenn wir zusammen arbeiten, treffen wir uns genau in der Mitte. Es kommt dabei die perfekte Mischung heraus.“
Noch weiter aus dem Fenster hat sich Gwen jedoch gelehnt, als sie Akon ins Boot holte, momentan einer der gefragtesten Sänger/Produzenten im Rap-Game. Der „Junge“ aus dem Senegal und das Orange-County-Girl haben gemeinsam den unglaublich fluffig-leichten Titel-Track aufgenommen des neuen Albums aufgenommen. Mit einem Bein im Girl-Pop der Sechziger, mit dem anderen im HipHop nach der Jahrtausendwende, ist „The Sweet Escape“ einer der beeindruckendsten Songs des Albums, wenn Gwen und Akon (wie schon mit Pharrell geschehen) am selben klanglichen Strang ziehen und das Beste aus sich herausholen. Laut Gwen handelt es sich bei diesem Stück um „eine absolute Überraschung. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so einen Song aufnehmen würde!“ Es war Jimmy Iovine, seines Zeichens Vorsitzender von Interscope Geffen A&M Records, der das Zusammentreffen der beiden eingefädelt hatte. Gwen berichtet weiterhin: „Diverse Leute kamen bei mir an und erwähnten seinen Namen, `Hey, du musst einfach mit Akon arbeiten!´ Andauernd! Also sagte ich irgendwann zu, um zu sehen, was an diesem ganzen Gerede dran war. Schließlich sagte ich die geplante Session jedoch in letzter Minute wieder ab, weil ich vollkommen am Ende war – ich war müde, und schließlich habe ich auch noch ein Baby... Eines Tages ruft Jimmy bei mir an und sagt, `Alles andere in deinem Leben kannst du absagen – kein Problem. Aber tu mir einen Gefallen: Nimm dieses Session wahr! Du musst einfach mit Akon arbeiten.´ Also sagte ich nur, `Okay, bin schon auf dem Weg.´“
Gesagt, getan – und nur fünf Minuten nach ihrer Begrüßung (wobei Akon auch Gwens Sohn Kingston begrüßen durfte) machten sich die beiden an die Arbeit. „Er hatte unglaublich viele Tracks im Gepäck. Jeder einzelne war ein Traum. Im Vorfeld hatte ich noch gedacht, dass ich wahrscheinlich ankommen würde und ich mir dann einen Song geben müsste, der nichts mit mir zu tun hat. Und dann kam Akon mit seinem Repertoire – ich war sofort baff. Schließlich nahmen wir also diesen Song, den Titelsong auf, und alles war perfekt.“
Doch Akon war nicht der einzige Überraschungsgast auf Gwens zweitem Album. Ein anderer, ebenfalls recht unerwarteter Kollaborateur war Tim Rice-Oxley von der Band Keane. Gemeinsam schrieben die beiden Labelkollegen den Song „Early Winter“ (wie passend!). Schon während der Aufnahmen zum „Love. Angel. Music. Baby.“-Album hatte Gwen Pläne für eine derartige Zusammenarbeit geschmiedet; heute sagt sie jedoch, dass es sich damals „irgendwie nicht richtig“ anfühlte. Und zwei Jahre später redet sie so: „Ich wollte unbedingt eine Ballade auf dem Album haben. Ich wollte einen Song wie `Eyes Without A Face´ von Billy Idol schreiben. Oder ein `Killing Me Softly´, oder vielleicht auch `Time After Time´ von Cyndi Lauper. Mir fehlte einfach ein zutiefst emotionaler Song auf dem Album. Ein Song, der unterstreicht, dass ich auf diesem Album einen anderen Aspekt meiner Persönlichkeit präsentieren will. Aus diesem Grund kontaktierte ich schließlich Tim. Da er zuvor nur mit seiner Band Keane geschrieben hatte, war die Arbeit noch spannender. Das Resultat ist genau das, was ich mir erhofft hatte: wunderschön und sofort süchtigmachend. Es war ein absoluter Glücksgriff, die Sache mit Tim.“
Für den Song „4 A.M.“ tat sich Gwen schließlich wieder mit einem alten Bekannten zusammen: dem No Doubt-Bassisten Tony Kanal. Ihre gemeinsame R&B-Nummer entstand, als Gwen von ihrer Tour zurückkehrte und (wieder einmal) die Füße nicht stillhalten konnte. „Ich dachte mir, dass ich einfach gleich loslege. Einfach ein paar Songs schreiben, das war der Plan. Allerdings war ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht bereit, mit neuen Leuten zu arbeiten, denn das kann manchmal ganz schön aufreibend sein. Also rief ich Tony an, und er sagte nur, `Na klar. Komm vorbei.´“ Nach zwei Wochen landeten die beiden jedoch in einer kreativen Sackgasse. „Ich sagte mir also, Okay, jetzt mal ganz langsam. Schließlich hatte ich mir folgendes vorgenommen: Ich versuche es einfach, und wenn’s keinen Spaß macht oder nicht funkt, dann komme ich zurück auf meine Couch, schaue fern und esse so viel wie möglich – und genieße meine Schwangerschaft! In Ruhe! Ohne Verpflichtungen! Und so kam es dann auch.“ Nach besagter TV- und Essenspause traf sie sich erneut mit Tony und hörte sich die inzwischen schon eine Weile zurückliegenden Aufnahmen an. Unter ihnen war auch der Song „4 A.M.“. Als Gwen ihn mit dem nötigen Abstand (und gestilltem Appetit) noch einmal hörte, erkannte sie erst, was für einen großen Wurf sie da aufgenommen hatten. Also legten Gwen und Tony noch einmal Hand an und stellten den Song fertig. Das Resultat ist, in Gwens Worten, „wahrscheinlich mein Lieblingssong auf dem Album.“
Fassen wir zusammen: Erfolg. Eine glückliche Ehe. Ein Kind. Hört man sich „The Sweet Escape“ an, wird man einer Künstlerin begegnen, die die positiven Gefühle (die Liebe!) aus ihrem direkten Umfeld ohne großartig zu filtern auf Platte bannen kann. Eine Frau, die besagte Emotionen auch stets in ihren Live-Shows mit einfließen lässt. Es verwundert demnach kaum, dass „The Sweet Escape“ Gwens wichtigstem „Projekt“ gewidmet ist: Kingston, ihrem Baby. „Ich möchte, dass er später an solchen Dingen sehen kann, wie unglaublich wichtig er mir ist. Er ist das süßeste Ding auf der ganzen Welt. Man kann das gar nicht in Worte fassen.“
Diese emotionalen Bande sind es auch, die – gepaart mit Gwens genereller Lebensfreude – die Quintessenz von „The Sweet Escape“ ausmachen. Egal, ob es sich nun um nachdrückliche und basslastige Nummern oder gediegene Balladen handelt: Man hört, dass Gwen Stefani glücklich ist und vor Energie förmlich zerberstet. Ein Glück, dass sie dieses Gefühl mit uns teilen will. „Sicher arbeitet man auch ganz schön hart an der Musik. Sie ist ein Kanal, in dem man sämtliche Gefühle und Stimmungen artikulieren kann – das kann verdammt schwer sein, aber auch wahnsinnig gut. Mehr noch: Es lässt einen nicht los, dieses Gefühl. Und wenn man dann fertig ist, alles eingetütet hat und die Resultate dem Rest der Menschheit präsentieren will... dann ist es ein ganz direktes Statement über deine Persönlichkeit. Über deine Gefühlswelt. In der Musik kann ich zeigen, wer ich bin, ohne mich dabei allein auf Worte verlassen zu müssen. Nur die Musik zählt.“
Schließlich hat sich Gwen in ihrer bisherigen Karriere noch nie vorschreiben lassen, was sie zu tun (oder zu lassen) hat. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Sie vertraut stets auf ihre Intuition, auf ihre Integrität – und auf ihre zugleich eklektischen und tiefschürfenden Inspirationsquellen. „Ich schöpfe jede Menge Selbstvertrauen aus dieser Musik. Es ist ein sehr dankbarer Zeitvertreib, wenn man das so nennen kann“, berichtet sie eingangs. „Mir macht es einfach nur Spaß, wenn die Leute meinen Sound hören und etwas – was auch immer das sein mag! – für sich darin entdecken können. Wenn es dann endlich im Kasten ist, hoffe ich nur, dass meine Fans daran genauso viel Spaß haben werden wie ich.“
Der Titel von Gwens mit Spannung erwartetem zweiten Album lautet „The Sweet Escape“. Wie schon auf ihrem Vorgänger „Love. Angel. Music. Baby.“ tut sie wiederum das, was man von einer der größten Rock/Pop-Sängerinnen (genauer: einer der lässigsten und coolsten Frauen im Pop-Biz!) wünschen würde: Sie überschreitet Genregrenzen mit einer Leichtigkeit, die einem die schubladenförmigen Schuhe auszieht. Für ihr klangliches Abenteuer hat Gwen dieses Mal die Unterstützung der folgenden Visionäre bemüht: The Neptunes, Tony Kanal (von ihrer Band No Doubt), Akon, Swizz Beats, Sean Garrett und Tim Rice-Oxley von Keane. Wenn ein derartiges Line-Up nach einer deftigen Ansage klingt, dann ist auch das durchaus gewollt: „Die Dinge, die mich während der Arbeit an dieser Platte inspiriert haben, waren völlig andere als beim Vorgänger“, erklärt Gwen weiterhin. „Beim letzten Album hatte ich mir in den Kopf gesetzt, ein Dance-Album zu machen. Ich war zu der Zeit voll und ganz von den Achtzigern inspiriert, von denjenigen Sounds, mit denen ich aufgewachsen bin. Dieses Mal hatte ich ein ganz anderes Bauchgefühl – darum bin ich auch in eine ganz andere Richtung gegangen. Es sind z.B. viel mehr melodische Songs auf dem Album. Natürlich gibt es auch Beats zu hören, aber eben nicht nur tanzbare Beats! Insofern finde ich den Titel `The Sweet Escape´ [Die süße Flucht] perfekt, weil einen diese Musik tatsächlich entführt und man sich auf ganz besondere Weise in sie zurückziehen kann.“
Die zuckersüße Richtung, die Gwen dieses Mal eingeschlagen hat, wird bereits in der ersten Singleauskopplung von „The Sweet Escape“ offensichtlich: „Wind It Up“, einen von vier Tracks, den The Neptunes beisteuerten (die übrigens für den Vorgänger bereits den Beat zu „Hollaback Girl“ beigesteuert hatten). Mit „Wind It Up“ schafft Gwen sogar, das musikalische Niemandsland zwischen HipHop, einem deutlichen Schlagzeug-Part und dem „The Sound Of Music“-Musical/-Film zu betreten. Und dorthin hat sich vor ihr noch niemand gewagt...
Der Song „Wind It Up“ wurde erstmalig im Jahr 2005 aufgenommen – allerdings in einem gänzlich anderen Kontext: Gwen war nämlich gerade auf der Suche nach einem Song für eine Fashion-Show, in deren Rahmen sie die neue Kollektion ihrer eigenen Firma L.A.M.B. vorstellen wollte. Sie nahm also den Neptunes-Beat und fragte einen Freund, ob er ihn nicht mit (dem Soundtrack von) „The Sound of Music“ kombinieren könne, als Mash-Up. Gwen dazu: „Ich hatte schon immer davon geträumt: Den Soundtrack von `The Sound of Music´ – einer meiner absoluten Lieblingsfilme, inklusive einer der größten Inspirationsquellen: Julie Andrews! – zu benutzen und daraus einen Song zu kreieren. Schließlich habe ich in meinen Songs schon unzählige Mal auf diesen Film Anspielungen gemacht! Dieser Film hat irgendetwas, das mich unglaublich stark berührt. Und zwar schon immer. Insofern hatte ich diese Idee schon seit geraumer Zeit im Hinterkopf, und dann dachte ich mir nur, `Mensch, einen Beat unter `The Sound of Music´ legen – das ist es!´ Natürlich klang die Idee zunächst auch ein wenig lächerlich. Als ich dann aber die Kombination hörte, konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten. Ich weiß, das klingt vielleicht bescheuert, aber es war einfach unfassbar, so gut, so ..neu und einzigartig! Außerdem kamen mir beim ersten Anhören noch weitere Ideen, so dass ich die Kombination gegen Pharrells Willen durchsetzte,“ lacht sie heute. „Noch krasser ist natürlich, dass der Song nun auch noch als erste Single veröffentlicht wird! Unglaublich eigentlich, diese Geschichte.“ Eine ähnlich spannende Geschichte war dabei ihr Zusammentreffen mit einem Gleichgesinnten: „Was zwischen mir und Pharrell abgeht, das ist schon seltsam. Weißt du, wir sind eigentlich völlig unterschiedlich, und trotzdem haben wir so viele Gemeinsamkeiten, dass man fast schon Gänsehaut bekommen könnte. Echt schräg. Wir inspirieren uns gegenseitig, und zwar auf ganz seltsame Art und Weise. Jedes Mal, wenn wir zusammen arbeiten, treffen wir uns genau in der Mitte. Es kommt dabei die perfekte Mischung heraus.“
Noch weiter aus dem Fenster hat sich Gwen jedoch gelehnt, als sie Akon ins Boot holte, momentan einer der gefragtesten Sänger/Produzenten im Rap-Game. Der „Junge“ aus dem Senegal und das Orange-County-Girl haben gemeinsam den unglaublich fluffig-leichten Titel-Track aufgenommen des neuen Albums aufgenommen. Mit einem Bein im Girl-Pop der Sechziger, mit dem anderen im HipHop nach der Jahrtausendwende, ist „The Sweet Escape“ einer der beeindruckendsten Songs des Albums, wenn Gwen und Akon (wie schon mit Pharrell geschehen) am selben klanglichen Strang ziehen und das Beste aus sich herausholen. Laut Gwen handelt es sich bei diesem Stück um „eine absolute Überraschung. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so einen Song aufnehmen würde!“ Es war Jimmy Iovine, seines Zeichens Vorsitzender von Interscope Geffen A&M Records, der das Zusammentreffen der beiden eingefädelt hatte. Gwen berichtet weiterhin: „Diverse Leute kamen bei mir an und erwähnten seinen Namen, `Hey, du musst einfach mit Akon arbeiten!´ Andauernd! Also sagte ich irgendwann zu, um zu sehen, was an diesem ganzen Gerede dran war. Schließlich sagte ich die geplante Session jedoch in letzter Minute wieder ab, weil ich vollkommen am Ende war – ich war müde, und schließlich habe ich auch noch ein Baby... Eines Tages ruft Jimmy bei mir an und sagt, `Alles andere in deinem Leben kannst du absagen – kein Problem. Aber tu mir einen Gefallen: Nimm dieses Session wahr! Du musst einfach mit Akon arbeiten.´ Also sagte ich nur, `Okay, bin schon auf dem Weg.´“
Gesagt, getan – und nur fünf Minuten nach ihrer Begrüßung (wobei Akon auch Gwens Sohn Kingston begrüßen durfte) machten sich die beiden an die Arbeit. „Er hatte unglaublich viele Tracks im Gepäck. Jeder einzelne war ein Traum. Im Vorfeld hatte ich noch gedacht, dass ich wahrscheinlich ankommen würde und ich mir dann einen Song geben müsste, der nichts mit mir zu tun hat. Und dann kam Akon mit seinem Repertoire – ich war sofort baff. Schließlich nahmen wir also diesen Song, den Titelsong auf, und alles war perfekt.“
Doch Akon war nicht der einzige Überraschungsgast auf Gwens zweitem Album. Ein anderer, ebenfalls recht unerwarteter Kollaborateur war Tim Rice-Oxley von der Band Keane. Gemeinsam schrieben die beiden Labelkollegen den Song „Early Winter“ (wie passend!). Schon während der Aufnahmen zum „Love. Angel. Music. Baby.“-Album hatte Gwen Pläne für eine derartige Zusammenarbeit geschmiedet; heute sagt sie jedoch, dass es sich damals „irgendwie nicht richtig“ anfühlte. Und zwei Jahre später redet sie so: „Ich wollte unbedingt eine Ballade auf dem Album haben. Ich wollte einen Song wie `Eyes Without A Face´ von Billy Idol schreiben. Oder ein `Killing Me Softly´, oder vielleicht auch `Time After Time´ von Cyndi Lauper. Mir fehlte einfach ein zutiefst emotionaler Song auf dem Album. Ein Song, der unterstreicht, dass ich auf diesem Album einen anderen Aspekt meiner Persönlichkeit präsentieren will. Aus diesem Grund kontaktierte ich schließlich Tim. Da er zuvor nur mit seiner Band Keane geschrieben hatte, war die Arbeit noch spannender. Das Resultat ist genau das, was ich mir erhofft hatte: wunderschön und sofort süchtigmachend. Es war ein absoluter Glücksgriff, die Sache mit Tim.“
Für den Song „4 A.M.“ tat sich Gwen schließlich wieder mit einem alten Bekannten zusammen: dem No Doubt-Bassisten Tony Kanal. Ihre gemeinsame R&B-Nummer entstand, als Gwen von ihrer Tour zurückkehrte und (wieder einmal) die Füße nicht stillhalten konnte. „Ich dachte mir, dass ich einfach gleich loslege. Einfach ein paar Songs schreiben, das war der Plan. Allerdings war ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht bereit, mit neuen Leuten zu arbeiten, denn das kann manchmal ganz schön aufreibend sein. Also rief ich Tony an, und er sagte nur, `Na klar. Komm vorbei.´“ Nach zwei Wochen landeten die beiden jedoch in einer kreativen Sackgasse. „Ich sagte mir also, Okay, jetzt mal ganz langsam. Schließlich hatte ich mir folgendes vorgenommen: Ich versuche es einfach, und wenn’s keinen Spaß macht oder nicht funkt, dann komme ich zurück auf meine Couch, schaue fern und esse so viel wie möglich – und genieße meine Schwangerschaft! In Ruhe! Ohne Verpflichtungen! Und so kam es dann auch.“ Nach besagter TV- und Essenspause traf sie sich erneut mit Tony und hörte sich die inzwischen schon eine Weile zurückliegenden Aufnahmen an. Unter ihnen war auch der Song „4 A.M.“. Als Gwen ihn mit dem nötigen Abstand (und gestilltem Appetit) noch einmal hörte, erkannte sie erst, was für einen großen Wurf sie da aufgenommen hatten. Also legten Gwen und Tony noch einmal Hand an und stellten den Song fertig. Das Resultat ist, in Gwens Worten, „wahrscheinlich mein Lieblingssong auf dem Album.“
Fassen wir zusammen: Erfolg. Eine glückliche Ehe. Ein Kind. Hört man sich „The Sweet Escape“ an, wird man einer Künstlerin begegnen, die die positiven Gefühle (die Liebe!) aus ihrem direkten Umfeld ohne großartig zu filtern auf Platte bannen kann. Eine Frau, die besagte Emotionen auch stets in ihren Live-Shows mit einfließen lässt. Es verwundert demnach kaum, dass „The Sweet Escape“ Gwens wichtigstem „Projekt“ gewidmet ist: Kingston, ihrem Baby. „Ich möchte, dass er später an solchen Dingen sehen kann, wie unglaublich wichtig er mir ist. Er ist das süßeste Ding auf der ganzen Welt. Man kann das gar nicht in Worte fassen.“
Diese emotionalen Bande sind es auch, die – gepaart mit Gwens genereller Lebensfreude – die Quintessenz von „The Sweet Escape“ ausmachen. Egal, ob es sich nun um nachdrückliche und basslastige Nummern oder gediegene Balladen handelt: Man hört, dass Gwen Stefani glücklich ist und vor Energie förmlich zerberstet. Ein Glück, dass sie dieses Gefühl mit uns teilen will. „Sicher arbeitet man auch ganz schön hart an der Musik. Sie ist ein Kanal, in dem man sämtliche Gefühle und Stimmungen artikulieren kann – das kann verdammt schwer sein, aber auch wahnsinnig gut. Mehr noch: Es lässt einen nicht los, dieses Gefühl. Und wenn man dann fertig ist, alles eingetütet hat und die Resultate dem Rest der Menschheit präsentieren will... dann ist es ein ganz direktes Statement über deine Persönlichkeit. Über deine Gefühlswelt. In der Musik kann ich zeigen, wer ich bin, ohne mich dabei allein auf Worte verlassen zu müssen. Nur die Musik zählt.“
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