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Hannes Orange Biographie

Hannes Orange

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Nein, natürlich heisst er nicht wirklich Orange. Diesen Spitznamen bekam Hannes einst von einer Freundin verpasst. Wegen seinem alten, grell leuchtenden DDR-Motorrad in eben dieser Farbe. Das ist längst Altmetall, doch der Name ist geblieben.

Die Story von Hannes Orange, 23, ist voll von diesen kleinen Zufällen und Umwegen. Immer wieder lief vieles anders als geplant, aber immer wieder war das gut so.

Ursprünglich begann Hannes mit Grunge. Mit Stuttgarter Kumpels spielte und sang er in mehreren Bands, bis ihm klar wurde, dass sein Ding doch etwas anderes, subtileres war, dass er künftig seine Songs alleine schreiben würde. Er entdeckte die Beatles, die Doors, America, vor allem aber Cat Stevens, Paul Simon und Co. „Hippie-Mucke“ lacht Hannes heute.

Im Sommer 1995 dann sollte ein Londonaufenthalt sein Englisch (also seine Texte) verbessern – statt dessen öffnete ihm dieser Aufenthalt die Augen: In der Muttersprache drückt man sich ehrlicher und eleganter aus.

Nach einer kurzen Zeit in Köln (inklusive nächtelanger Sessions mit Hiphoppern, die ihre Spuren hinterliessen) führte das Medizinstudium hannes nach Berlin. Das hierfür vorgeschriebene dreimonatige Praktikum leistete er auf der Karibik-Insel Dominika ab. An Stränden fernab der Heimat entstanden seine vielleicht mühelosesten, leichtesten Songs.

Heute studiert Hannes wieder in Stuttgart, hat seine alten Freunde für die Liveband reaktiviert. Seine Musik schreibt Hannes jedoch im Alleingang, privat. Die Urfassungen seiner Songs entstehen am Computer, Gitarre, Keyboards, Beats, Gesang. Hannes beschreibt die Stücke als „Selbstreflektionen, vielleicht wie ein Tagebuch. Abends sitzt man da, denkt über den Tag nach. Und das, was einem dann so durch den Kopf geht, die Stimmung – daraus entstehen die Songs.“

Das ist unaufdringlich, entspannt, unprätentiös und persönlich. Hannes gibt nicht vor, die Welt verbessern zu wollen oder einen Literaturnobelpreis im Auge zu haben. An erster Stelle stehen Stimmung und Sound, dann folgt die Gesangsmelodie, der sich der Text letztlich anzupassen hat. Die Lyrics werden von Hannes bewusst spielerisch und offen für eigene Interpretation gehalten. Gängige Coolness-Kriterien gelten für ihn nicht.

In welche Schublade wird das hineinpassen? Es ist nicht plakativ genug und auch zu clever, um blosser Pop zu sein. Er nimmt sich selbst aber auch nicht wichtig genug, um „Alternative“ zu sein, auch wenn sein Debütalbum von Blumfeld/Tocotronic/etc.-Produzent Chris von Rautenkranz gemischt wurde. “Ich nenne es mal Slackerbeatpop, wenn ihr wollt, klingt doch gut, oder?”

Hannes Orange macht feine Musik, die sich nicht anbiedert, sondern entdeckt werden will. In Zeiten der Marktschreier und Wichtigtuer einerseits und dem Trend zur betonten Belanglosigkeit andererseits ist das eine wohltuende, sympathische Abwechslung.
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