Haven Biographie
Haven
Wir schreiben das Frühjahr 2003. Gary Briggs (Gesang/Gitarre), Iwan Gronow (Bass), Jack Mitchell (Schlagzeug) und Nat Watson (Gitarre) finden sich in den Londoner RAK Studios ein, um den Nachfolger ihres mit 150.000 verkauften Exemplaren äusserst erfolgreichen Debütalbums "Between The Senses" zu produzieren. Mit ihrem Erstling voller handgeschliffener Juwelen und Momenten elektrifizierender Schönheit, hat sich das britische Quartett die Messlatte hoch gelegt. Doch beflügelt von ihrer ersten Amerika Tour gingen Haven voller Selbstvertrauen in die Sessions.
"Amerika hat einen großen Eindruck auf uns gemacht. Wir hatten einige ziemlich schräge Erlebnisse", erinnert sich Briggs an die Tour. "Wir wussten nicht, wie eine ziemlich englisch klingende, sanft-melodische Band da drüben ankommen würde, doch das waren ohne Frage die besten Konzerte, die wir bisher gespielt haben - das Troubadour in LA auszuverkaufen, war ein unglaublicher Moment für uns, und wir haben wirklich sehr sehr gutes Feedback bekommen. Ich glaube, das war für uns alle der Wendepunkt: als wir merkten, wir können die ganze verdammte Welt erobern."
Die Tour ging nicht ohne kleinere und größere Blessuren ab - mörderische Rausschmeißer, bizarre Parties und Gronows Jagd nach einer zahnärztlichen Notoperation zu später Stunde, um zu verhindern, dass sein eingedrückter Weisheitszahn seinen ganzen Kiefer zerschmettert. Angestachelt durch die Abenteuer in Übersee war es an der Zeit das zweite Album zu formen. Mit dabei waren Dave Eringa in London und Langzeit-Kollaborateur Johnny Marr, mit dem sie später in Manchester aufnehmen würden. Doch die Sessions wurden abrupt und außerplanmäßig unterbrochen, als Nat Watson einer seltenen Krankheit zum Opfer fiel.
"Eines morgens wachte Nat auf und konnte sein Gesicht nicht mehr bewegen und auch das Sprechen fiel ihm schwer", erklärt Briggs. "Zunächst dachte er, er hätte vielleicht die ganze Nacht ungünstig gelegen, aber es ging nicht weg. Er flippte total aus."
Die Diagnose lautete Bell's Palsy (Bells Lähmung) - ein vom Stress hervorgerufener Zustand, der ihn daran hinderte, die Muskeln in seinem Gesicht zu bewegen. Als Watson sich schützend hinter einer Sonnenbrille verbarg und nicht fähig war, sein rechtes Auge zu schließen, war klar, dass Haven trotz ihrer grossartigen Fortschritte einen Gang zurückschalten mussten. Für Watson begann eine lange Erholungsphase. "Als Nat krank wurde, ließen wir alle Aktivitäten ruhen, während er sich erholte", sagt Briggs.
Erst im Spätherbst besserte sich Watsons Zustand und die Band nahm ihre Arbeit mit Marr in den Clear Studios in Manchester auf, um das einmal in London Begonnene zu Ende zu führen - auch wenn Watson heute immer noch unter den Lähmungserscheinungen leidet.
Havens "All For A Reason" betiteltes zweites Album ist ein seelenvolles und kraftvolles Werk. Die Songs zieht es zu den emotionalen Extremen, sie erforschen atemlos Gefühle. Das erste Stück "Change Direction", ein imposanter, kraftvoller Gitarrenpopsong erinnert uns daran, dass diese Welt dort draussen noch so viele Möglichkeiten für uns bietet, während einem das intensive "What Love Is" ins Herz sticht. "Liebe ist das aggressivste Gefühl von allen", erklärt Briggs den Antrieb des Stücks. "Ganz egal, wie es sich bemerkbar macht, wenn du verliebt bist, it kicks the fuck out of you. Das ist so gewaltig. Da gibt's kein Halten mehr."
Das ist bezeichnend für den Geist, der das Album antreibt und dem natürlich auch Johnny Marr nicht widerstehen konnte. Da blieb er nicht an den Reglern sitzen, er spielte auch mit und schrieb mit Briggs sogar zwei Songs: das melodische "The First Time" und "Have No Fear". Unterdessen zeigt die elektrische Intensität der gewaltigen Riffs des Schlussstücks "Getaway", dass Watson weit davon entfernt ist, aufzugeben. "Nat hat einen sehr eigenen Gitarrensound", sagt Briggs, "und den kannst du die ganzen Platte hindurch verfolgen."
"All For A Reason" ist eine beeindruckende und kohärente Sammlung von Songs, die nicht nur Havens momentanen Zustand widerspiegeln, sondern der Band auch weitere Türen öffnen sollte. Der Albumtitel ist dabei Programm: "Wir wollten einen Titel, der dort weitermacht, wo ,Between The Senses' aufhörte, der aber gleichzeitig unsere momentane Sitaution beschreibt, und dieser tut das'", sagt Briggs. "Ich glaube als Band sind wir uns näher als jemals zuvor, wir haben eine Menge Selbstvertrauen gewonnen."
Das ist ein Gefühl, dem Watson sofort zustimmt. "Wir haben im Moment alle das Gleiche im Kopf", sagt er über Haven. "Es wäre unmöglich für uns, in unterschiedliche Richtungen aufzubrechen. Was passiert ist, ist bei allen mit der gleichen Einstellung aufgenommen worden, und ich glaube, das kann man auf dem neuen Album hören."
Das ist der Sound von Stärke, von Unverwüstlichkeit, von Schönheit - aber vor allem ist es ein Album, das eine gefestigte Rock'n'Roll Band einfängt, die sich mit dem Leben arrangiert hat und den Mut und ihren Weg gefunden hat, weiterzumachen. Das ist der Sound von Haven, wie sie einen großen Schritt vorangehen. "Hoffentlich werden die Leute von diesem Album den Eindruck bekommen, dass wir uns immer noch weiterbewegen", folgert Briggs aus "All For A Reason". "Wir gehen immer noch irgendwohin. Wohin, liegt ganz bei uns, es ist aufregend und unbekannt, aber wir sind definitiv auf unserem Weg."
"Amerika hat einen großen Eindruck auf uns gemacht. Wir hatten einige ziemlich schräge Erlebnisse", erinnert sich Briggs an die Tour. "Wir wussten nicht, wie eine ziemlich englisch klingende, sanft-melodische Band da drüben ankommen würde, doch das waren ohne Frage die besten Konzerte, die wir bisher gespielt haben - das Troubadour in LA auszuverkaufen, war ein unglaublicher Moment für uns, und wir haben wirklich sehr sehr gutes Feedback bekommen. Ich glaube, das war für uns alle der Wendepunkt: als wir merkten, wir können die ganze verdammte Welt erobern."
Die Tour ging nicht ohne kleinere und größere Blessuren ab - mörderische Rausschmeißer, bizarre Parties und Gronows Jagd nach einer zahnärztlichen Notoperation zu später Stunde, um zu verhindern, dass sein eingedrückter Weisheitszahn seinen ganzen Kiefer zerschmettert. Angestachelt durch die Abenteuer in Übersee war es an der Zeit das zweite Album zu formen. Mit dabei waren Dave Eringa in London und Langzeit-Kollaborateur Johnny Marr, mit dem sie später in Manchester aufnehmen würden. Doch die Sessions wurden abrupt und außerplanmäßig unterbrochen, als Nat Watson einer seltenen Krankheit zum Opfer fiel.
"Eines morgens wachte Nat auf und konnte sein Gesicht nicht mehr bewegen und auch das Sprechen fiel ihm schwer", erklärt Briggs. "Zunächst dachte er, er hätte vielleicht die ganze Nacht ungünstig gelegen, aber es ging nicht weg. Er flippte total aus."
Die Diagnose lautete Bell's Palsy (Bells Lähmung) - ein vom Stress hervorgerufener Zustand, der ihn daran hinderte, die Muskeln in seinem Gesicht zu bewegen. Als Watson sich schützend hinter einer Sonnenbrille verbarg und nicht fähig war, sein rechtes Auge zu schließen, war klar, dass Haven trotz ihrer grossartigen Fortschritte einen Gang zurückschalten mussten. Für Watson begann eine lange Erholungsphase. "Als Nat krank wurde, ließen wir alle Aktivitäten ruhen, während er sich erholte", sagt Briggs.
Erst im Spätherbst besserte sich Watsons Zustand und die Band nahm ihre Arbeit mit Marr in den Clear Studios in Manchester auf, um das einmal in London Begonnene zu Ende zu führen - auch wenn Watson heute immer noch unter den Lähmungserscheinungen leidet.
Havens "All For A Reason" betiteltes zweites Album ist ein seelenvolles und kraftvolles Werk. Die Songs zieht es zu den emotionalen Extremen, sie erforschen atemlos Gefühle. Das erste Stück "Change Direction", ein imposanter, kraftvoller Gitarrenpopsong erinnert uns daran, dass diese Welt dort draussen noch so viele Möglichkeiten für uns bietet, während einem das intensive "What Love Is" ins Herz sticht. "Liebe ist das aggressivste Gefühl von allen", erklärt Briggs den Antrieb des Stücks. "Ganz egal, wie es sich bemerkbar macht, wenn du verliebt bist, it kicks the fuck out of you. Das ist so gewaltig. Da gibt's kein Halten mehr."
Das ist bezeichnend für den Geist, der das Album antreibt und dem natürlich auch Johnny Marr nicht widerstehen konnte. Da blieb er nicht an den Reglern sitzen, er spielte auch mit und schrieb mit Briggs sogar zwei Songs: das melodische "The First Time" und "Have No Fear". Unterdessen zeigt die elektrische Intensität der gewaltigen Riffs des Schlussstücks "Getaway", dass Watson weit davon entfernt ist, aufzugeben. "Nat hat einen sehr eigenen Gitarrensound", sagt Briggs, "und den kannst du die ganzen Platte hindurch verfolgen."
"All For A Reason" ist eine beeindruckende und kohärente Sammlung von Songs, die nicht nur Havens momentanen Zustand widerspiegeln, sondern der Band auch weitere Türen öffnen sollte. Der Albumtitel ist dabei Programm: "Wir wollten einen Titel, der dort weitermacht, wo ,Between The Senses' aufhörte, der aber gleichzeitig unsere momentane Sitaution beschreibt, und dieser tut das'", sagt Briggs. "Ich glaube als Band sind wir uns näher als jemals zuvor, wir haben eine Menge Selbstvertrauen gewonnen."
Das ist ein Gefühl, dem Watson sofort zustimmt. "Wir haben im Moment alle das Gleiche im Kopf", sagt er über Haven. "Es wäre unmöglich für uns, in unterschiedliche Richtungen aufzubrechen. Was passiert ist, ist bei allen mit der gleichen Einstellung aufgenommen worden, und ich glaube, das kann man auf dem neuen Album hören."
Das ist der Sound von Stärke, von Unverwüstlichkeit, von Schönheit - aber vor allem ist es ein Album, das eine gefestigte Rock'n'Roll Band einfängt, die sich mit dem Leben arrangiert hat und den Mut und ihren Weg gefunden hat, weiterzumachen. Das ist der Sound von Haven, wie sie einen großen Schritt vorangehen. "Hoffentlich werden die Leute von diesem Album den Eindruck bekommen, dass wir uns immer noch weiterbewegen", folgert Briggs aus "All For A Reason". "Wir gehen immer noch irgendwohin. Wohin, liegt ganz bei uns, es ist aufregend und unbekannt, aber wir sind definitiv auf unserem Weg."




