Hawksley Workman Biographie
Hawksley Workman
Inmitten von Kiefern und Pappeln, Ulmen und Birken liegt ein Haus. Nachbarn beobachten die Szenerie ebenso skeptisch wie verwundert. Das ständige Kommen und Gehen seltsam gekleideter Leute in ungewöhnlichen Limousinen. Der Gemeindeordnung zum Trotz türmt sich der Schnee langsam auf dem Briefkasten, und Grapefruit-Schalen liegen überall im Garten verstreut. Im Haus herrscht Aktivität...
Hawksley Workman sitzt in seinem selbstgebauten Studio. Abwechselnd bastelt er an Songs und sitzt am Aufnahmepult. Diese altehrwürdige Schule, die schon viele Jahrhunderte gesehen hat, scheint irgendwie das Bindeglied des turbulenten Studiotreibens zu sein, es zusammenzuhalten. Es sind die engagiertesten Arbeiten seit Jahren, die den inneren "Lover" und den "Fighter" mal im Kampf, mal in Eintracht zeigen. Das Wetter trägt sein Scherflein bei - der Keller steht unter Wasser, mal ist es so warm, dass die Wände schwitzen, dann so kalt, dass sie einfrieren - das Stimmen des Klaviers entwickelt sich zu einer nicht-enden-wollenden Herausforderung. Workman selbst hatte bewusst diese winterliche Isolation in ländlicher Abgeschiedenheit gewählt, um das Gesamtprojekt so einfach wie möglich gestalten zu können. Hier und dort dann unterstützt von eben den bereits oben erwähnten Mitverschwörern. "Eine", wie Hawksley sagt, "erfrischende, innovative Erfahrung". Stellte diese Arbeitsweise doch ein Novum in seinem kreativen Prozess dar. Fast wie eine Intimität, beängstigend und berauschend zugleich, inspiriert und behütet von Hawksleys "Muse" Isadora.
Bereits der Titel "lover/fighter" deutet auf den gespaltenen Inhalt hin, den Wechsel von Zwietracht und Harmonie. Der zu reifen begann, als die Texte zu den Songs "Anger As Beauty" und "The Future Language Of Slaves" entstanden, die das Fundament legten, um sich von dort aus zu einem homogenen Gesamtwerk weiter zu entwickeln.
"lover/fighter" ist frisch und neu, bleibt trotzdem den bewährten Qualitäten treu, die bereits die früheren Veröffentlichungen von Workman auszeichneten und so besonders machten. Aber Hawksley Workman scheut sich auch nicht vor künstlerisch-neuem Territorium. So gibt es sowohl seine "klassischen" Themen über verliebte Menschen und gebrochene Versprechen, über Whiskey, Loyalität, Treue, Pflicht, Gebete, Zigaretten, Lust und Schmerz als auch andere Motive: Die immateriellen Qualitäten der Liebe, die Ideale der Schönheit und der Wechsel der Jahreszeiten, das Verlangen und die Sehnsüchte um geistige Erneuerung.
Die Intention und die Energie des Albums wird in den ersten paar Takten offensichtlich: "We will still need a song to carry our hearts away". Mit virtuosem Fingerspitzengefühl erkennt Hawksley den allgegenwärtigen Durst nach Neuerung, den Wunsch nach Veränderung. Mal durch traurige, perlende Piano-Klänge realisiert, mal durch heftige, trotzige Drum-Beats getrieben, leidenschaftlich grollend oder beiläufig geflüstert. "lover/fighter" sucht nach Heilung für den Geist und benennt die Notwendigkeiten, sie zu finden.
Hawksley Workman, grandioser, begnadeter Poet und Produzent, beweist auf dem neuen Album einmal mehr auch sein multi-instrumentales Können, mit dem er fast alles selbst eingespielt hat. Diese variablen Fähigkeiten sind die Basis für die Texte, für die Freiheit seiner Improvisationen, für das Loslösen aus vorgegebenen Formen - die auch und gerade live immer wieder begeistern. Mit mannigfaltigen Möglichkeiten, die aus einem schier unerschöpflichen Fundus zu stammen scheinen. Risikoreich natürlich "live on stage", ohne eine Art von festgeschriebenem Drehbuch als Garantie dafür, dass der Gig stets klappt und nach bewährten, routinierten Kriterien verläuft. Improvisationen als nötige, kalkulierte Fehlerquelle bei dem Versuch, besondere Momente zu kreieren. Die den Künstler zwingen, sich bedingungslos auf sein Können zu verlassen, während das Publikum einbezogen und aufgerufen wird, sich einzubringen. Hawksley besitzt dieses Selbstvertrauen und setzt alles auf eine Karte. Erarbeitet sich so ehrlich und aufrichtig die Chance, den Hörer vom ersten Takt bis zum Verklingen des letzten Tons zu fesseln.
Diese Freiheit und Offenheit ist ein wichtiges Kriterium des brandneuen Albums, das spontane, einzigartige Schnappschüsse festzuhalten vermag. Wahrhaft und nicht wiederholbar, durch die Einmaligkeit des Augenblicks entstehend und lebendig werdend. Momente, die nicht zu planen sind - und nicht nach Belieben abzurufen. "Viel der heutigen Unterhaltungs-Branche, die wir erleben, ist nicht echt, ist verfälscht und ohne Leben", beschreibt Hawksley. "lover/fighter" vollbringt es überzeugend, hierzu einen echten Gegenpol zu kreieren.
Gerade ein Künstler wie Workman, der sich so authentisch einbringt und verwirklicht, ist natürlich auch stets mit Fehldeutungen und Missinterpretationen konfrontiert. Wie beispielsweise all die entstandenen Mythen um seine frühen, selbstgeschriebenen Biographien. Mythen von Menschen verbreitet, die entweder nicht in der Lage waren, Phantasie und Realität zu unterscheiden, oder solchen, die versuchten, seine Person als Kunstperson hinter einer Verkleidung zu interpretieren. Für ihn sind diese Fehlinterpretationen eine Quelle einer Frustration, die er aber in Kauf nimmt: "Was ich mache, mache ich aufrichtig und ehrlich. Ich erfinde nichts, ich übertreibe nicht - ich bin ganz einfach ich. Das wird von einigen Leuten manchmal falsch ausgelegt werden - aber ich bin authentisch, ich weiß, wer ich bin und was mich als Person, was mein Wesen ausmacht."
Die Zeit seit Workmans Durchbruch mit dem Album "(Last Night We Were) The Delicious Wolves" (2001) war von fast ununterbrochener Aktivität gekennzeichnet. Im Herbst des gleichen Jahres zog Workman für ein knappes Jahr nach Paris, und mit den folgenden, in Europa veröffentlichten Alben tauchte er in die neue Kultur ein, die ihn beeinflusste und weitere Aspekte seiner Kunst ans Tageslicht beförderte. Die europäische Presse stimmte wahre Lobeshymnen auf ihn an, als er mit Stars wie David Bowie, Patti Smith, New Order, The Cure, Marianne Faithfull und Noir Désir tourte. Er arbeitete mit dem französischen Superstar Johnny Hallyday zusammen und schrieb einen Song für dessen Album, "À la vie, à la mort". Hawksley kollaborierte ebenfalls mit dem Techno-Künstler Tommy Hools und der französischen Indie-Rock-Band Aston Villa. Und er fand so ganz nebenbei - wie auch immer - die Zeit, um ein Mini-Album zu veröffentlichen, "Almost A Full Moon", das der Familie, dem Winter und der Gemeinschaft gewidmet war.
Im Frühling 2002 wurde ihm in seiner Heimat eine besondere Ehre zuteil - in der Kategorie "Best New Solo Artist" bekam er den Juno-Award verliehen, sein "Jealous Of Your Cigarette" wurde als "Best Video" ausgezeichnet. Während der Fußball-WM lieferte Workmans Bearbeitung des Beatles-Klassikers "Revolution" den Soundtrack zu einem Werbe-Clip mit dem französischen Fußball-Star Zinedine Zidane in der Hauptrolle. Hawksley kehrte später wieder nach Kanada zurück, um an dem Soundtrack zu "Stormy Weather" mitzuarbeiten, dem er seinen Track "I've Got The World On A String" beisteuerte. Weiterhin war er bei einem bisher unveröffentlichten Film mit Mary Margaret O'Hara mit von der Partie, in dem er einen Geist spielt. Und in seiner Eigenschaft als A&R-Mann seines eigenen Labels, Isadora Records, hat Hawksley auch seinen ersten Act gesignt: Serena Ryder.
"lover/fighter" zettelt einen fragilen, vorsichtigen Aufstand an, wie Workman bestätigt: "Es geht um eine Revolution für die Wahrheit und die Schönheit, die Aufrichtigkeit und die Rechtschaffenheit. Es ist ein Aufruf, für all das zu kämpfen, was uns und unsere Welt so wundervoll, einzigartig und besonders macht." Es ist ein Appell zum Kampf gegen Vorurteile und die entstellten "Wirklichkeiten" unserer heutigen Zeit. Eine Rebellion mit Namen "lover/fighter", wozu Hawksley Workman den Zuhörer einlädt, ihn teilhaben lässt und mit ihm darüber kommuniziert...
Hawksley Workman sitzt in seinem selbstgebauten Studio. Abwechselnd bastelt er an Songs und sitzt am Aufnahmepult. Diese altehrwürdige Schule, die schon viele Jahrhunderte gesehen hat, scheint irgendwie das Bindeglied des turbulenten Studiotreibens zu sein, es zusammenzuhalten. Es sind die engagiertesten Arbeiten seit Jahren, die den inneren "Lover" und den "Fighter" mal im Kampf, mal in Eintracht zeigen. Das Wetter trägt sein Scherflein bei - der Keller steht unter Wasser, mal ist es so warm, dass die Wände schwitzen, dann so kalt, dass sie einfrieren - das Stimmen des Klaviers entwickelt sich zu einer nicht-enden-wollenden Herausforderung. Workman selbst hatte bewusst diese winterliche Isolation in ländlicher Abgeschiedenheit gewählt, um das Gesamtprojekt so einfach wie möglich gestalten zu können. Hier und dort dann unterstützt von eben den bereits oben erwähnten Mitverschwörern. "Eine", wie Hawksley sagt, "erfrischende, innovative Erfahrung". Stellte diese Arbeitsweise doch ein Novum in seinem kreativen Prozess dar. Fast wie eine Intimität, beängstigend und berauschend zugleich, inspiriert und behütet von Hawksleys "Muse" Isadora.
Bereits der Titel "lover/fighter" deutet auf den gespaltenen Inhalt hin, den Wechsel von Zwietracht und Harmonie. Der zu reifen begann, als die Texte zu den Songs "Anger As Beauty" und "The Future Language Of Slaves" entstanden, die das Fundament legten, um sich von dort aus zu einem homogenen Gesamtwerk weiter zu entwickeln.
"lover/fighter" ist frisch und neu, bleibt trotzdem den bewährten Qualitäten treu, die bereits die früheren Veröffentlichungen von Workman auszeichneten und so besonders machten. Aber Hawksley Workman scheut sich auch nicht vor künstlerisch-neuem Territorium. So gibt es sowohl seine "klassischen" Themen über verliebte Menschen und gebrochene Versprechen, über Whiskey, Loyalität, Treue, Pflicht, Gebete, Zigaretten, Lust und Schmerz als auch andere Motive: Die immateriellen Qualitäten der Liebe, die Ideale der Schönheit und der Wechsel der Jahreszeiten, das Verlangen und die Sehnsüchte um geistige Erneuerung.
Die Intention und die Energie des Albums wird in den ersten paar Takten offensichtlich: "We will still need a song to carry our hearts away". Mit virtuosem Fingerspitzengefühl erkennt Hawksley den allgegenwärtigen Durst nach Neuerung, den Wunsch nach Veränderung. Mal durch traurige, perlende Piano-Klänge realisiert, mal durch heftige, trotzige Drum-Beats getrieben, leidenschaftlich grollend oder beiläufig geflüstert. "lover/fighter" sucht nach Heilung für den Geist und benennt die Notwendigkeiten, sie zu finden.
Hawksley Workman, grandioser, begnadeter Poet und Produzent, beweist auf dem neuen Album einmal mehr auch sein multi-instrumentales Können, mit dem er fast alles selbst eingespielt hat. Diese variablen Fähigkeiten sind die Basis für die Texte, für die Freiheit seiner Improvisationen, für das Loslösen aus vorgegebenen Formen - die auch und gerade live immer wieder begeistern. Mit mannigfaltigen Möglichkeiten, die aus einem schier unerschöpflichen Fundus zu stammen scheinen. Risikoreich natürlich "live on stage", ohne eine Art von festgeschriebenem Drehbuch als Garantie dafür, dass der Gig stets klappt und nach bewährten, routinierten Kriterien verläuft. Improvisationen als nötige, kalkulierte Fehlerquelle bei dem Versuch, besondere Momente zu kreieren. Die den Künstler zwingen, sich bedingungslos auf sein Können zu verlassen, während das Publikum einbezogen und aufgerufen wird, sich einzubringen. Hawksley besitzt dieses Selbstvertrauen und setzt alles auf eine Karte. Erarbeitet sich so ehrlich und aufrichtig die Chance, den Hörer vom ersten Takt bis zum Verklingen des letzten Tons zu fesseln.
Diese Freiheit und Offenheit ist ein wichtiges Kriterium des brandneuen Albums, das spontane, einzigartige Schnappschüsse festzuhalten vermag. Wahrhaft und nicht wiederholbar, durch die Einmaligkeit des Augenblicks entstehend und lebendig werdend. Momente, die nicht zu planen sind - und nicht nach Belieben abzurufen. "Viel der heutigen Unterhaltungs-Branche, die wir erleben, ist nicht echt, ist verfälscht und ohne Leben", beschreibt Hawksley. "lover/fighter" vollbringt es überzeugend, hierzu einen echten Gegenpol zu kreieren.
Gerade ein Künstler wie Workman, der sich so authentisch einbringt und verwirklicht, ist natürlich auch stets mit Fehldeutungen und Missinterpretationen konfrontiert. Wie beispielsweise all die entstandenen Mythen um seine frühen, selbstgeschriebenen Biographien. Mythen von Menschen verbreitet, die entweder nicht in der Lage waren, Phantasie und Realität zu unterscheiden, oder solchen, die versuchten, seine Person als Kunstperson hinter einer Verkleidung zu interpretieren. Für ihn sind diese Fehlinterpretationen eine Quelle einer Frustration, die er aber in Kauf nimmt: "Was ich mache, mache ich aufrichtig und ehrlich. Ich erfinde nichts, ich übertreibe nicht - ich bin ganz einfach ich. Das wird von einigen Leuten manchmal falsch ausgelegt werden - aber ich bin authentisch, ich weiß, wer ich bin und was mich als Person, was mein Wesen ausmacht."
Die Zeit seit Workmans Durchbruch mit dem Album "(Last Night We Were) The Delicious Wolves" (2001) war von fast ununterbrochener Aktivität gekennzeichnet. Im Herbst des gleichen Jahres zog Workman für ein knappes Jahr nach Paris, und mit den folgenden, in Europa veröffentlichten Alben tauchte er in die neue Kultur ein, die ihn beeinflusste und weitere Aspekte seiner Kunst ans Tageslicht beförderte. Die europäische Presse stimmte wahre Lobeshymnen auf ihn an, als er mit Stars wie David Bowie, Patti Smith, New Order, The Cure, Marianne Faithfull und Noir Désir tourte. Er arbeitete mit dem französischen Superstar Johnny Hallyday zusammen und schrieb einen Song für dessen Album, "À la vie, à la mort". Hawksley kollaborierte ebenfalls mit dem Techno-Künstler Tommy Hools und der französischen Indie-Rock-Band Aston Villa. Und er fand so ganz nebenbei - wie auch immer - die Zeit, um ein Mini-Album zu veröffentlichen, "Almost A Full Moon", das der Familie, dem Winter und der Gemeinschaft gewidmet war.
Im Frühling 2002 wurde ihm in seiner Heimat eine besondere Ehre zuteil - in der Kategorie "Best New Solo Artist" bekam er den Juno-Award verliehen, sein "Jealous Of Your Cigarette" wurde als "Best Video" ausgezeichnet. Während der Fußball-WM lieferte Workmans Bearbeitung des Beatles-Klassikers "Revolution" den Soundtrack zu einem Werbe-Clip mit dem französischen Fußball-Star Zinedine Zidane in der Hauptrolle. Hawksley kehrte später wieder nach Kanada zurück, um an dem Soundtrack zu "Stormy Weather" mitzuarbeiten, dem er seinen Track "I've Got The World On A String" beisteuerte. Weiterhin war er bei einem bisher unveröffentlichten Film mit Mary Margaret O'Hara mit von der Partie, in dem er einen Geist spielt. Und in seiner Eigenschaft als A&R-Mann seines eigenen Labels, Isadora Records, hat Hawksley auch seinen ersten Act gesignt: Serena Ryder.
"lover/fighter" zettelt einen fragilen, vorsichtigen Aufstand an, wie Workman bestätigt: "Es geht um eine Revolution für die Wahrheit und die Schönheit, die Aufrichtigkeit und die Rechtschaffenheit. Es ist ein Aufruf, für all das zu kämpfen, was uns und unsere Welt so wundervoll, einzigartig und besonders macht." Es ist ein Appell zum Kampf gegen Vorurteile und die entstellten "Wirklichkeiten" unserer heutigen Zeit. Eine Rebellion mit Namen "lover/fighter", wozu Hawksley Workman den Zuhörer einlädt, ihn teilhaben lässt und mit ihm darüber kommuniziert...
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