Hevia Biographie
Hevia
Asturien, das gebirgige Küstengebiet an der nordspanischen Atlantikküste, ist die Heimat des José Angel Hevia Velasco, der unter dem einfachen Kürzel Hevia in den letzten Jahren eine erstaunliche internationale Karriere gemacht hat. Erstaunlich, weil er mit einem Instrument angetreten ist, das fest mit der keltischen Geschichte verbunden ist und das man gemeinhin mit schottischem und irischem Folk assoziiert: der Dudelsack, in Asturien bzw. in der im Westen gelegenen autonomen Region Galizien, Gaita genannt.
Gleich mit seinem ersten Album "Tierra de Nadie" ("Niemandsland"), erschienen 1998, gelang dem virtuosen Dudelsackspieler und Flötist zunächst in Spanien und dann europa- und weltweit der Durchbruch. Mehr als 1,5 Millionen Exemplare gingen über die Ladentheken. In Deutschland erreichte das Debüt eine Top 20 Platzierung in den Media Control Charts. Die Single-Auskopplung "Busindre Reel" avancierte zum gern gehörten Hit. Und die Konzertreisen, die Hevia und seine Bagpipe-Band kreuz und quer um den Globus führten, sorgten überall für ausverkaufte Hallen und restlos begeisterte Zuhörer. Spätestens seit dem nicht minder erfolgreichen, in verschiedenenen Ländern Europas mit unterschiedlichsten Ensembles eingespielten zweiten Album "The Other Side" hat Hevia auch die letzten Skeptiker und Folk-Puristen von der universalen Brillanz seiner Musik und seines Instrumentes überzeugt. Keltische Wurzeln finden sich eben nicht nur in Irland und Schottland, sondern auch in Wales, der Bretagne, auf der Isle Of Man, in Italien, Griechenland und im Norden Spaniens. Und auch der Dudelsack ist in Europa weit verbreitet. Man kennt ihn in Schottland als Highland bzw. Northumbrian Pipes, in Irland als Uillean Pipes, in den Abruzzen als Zampogna und in Deutschland als Sackpfeife. Aber erst unter den Händen eines Künstlers wie Hevia, der nicht ohne Grund der "Jimi Hendrix des Dudelsacks" genannt wird, erblüht die Gaita als zeitgemäßer Klangerzeuger. Wenn dazu noch mit großer künstlerischer Neugier Einflüsse aus dem gesamten keltischen Spektrum mit Elementen aus Indien und Arabien sowie einem kräftigen Schuss Pop verbunden werden, entsteht eine Musik von unwiderstehlicher Anziehungskraft.
Das wird bei Hevias drittem Album mit dem programmatischen Titel "Étnico Ma Non Troppo" ("Ethnisch aber nicht zu viel") erneut deutlich. Vom klassischen asturischen Charme des Eröffnungsstücks "Taramundi 130", veredelt durch die Gesangskunst von Mari Luz Cristóbal, über die ausgelassene Feierstimmung einer Tanzkonkurrenz zwischen zwei Dörfern, musikalisch evoziert in "Pericote", bis zum opulent orchestrierten Finale "Entremediu" unter Mitwirkung von Ramon Prada, auf dessen Symphonie "La Noche Celta" (nach einem Buch von Juan Noriega) das wunderschöne, atmosphärische "El Torques" basiert, zeigt Hevia einmal mehr sein unglaubliches Talent als Komponist, Musiker und Klangzauberer zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
"Carretera D'Avilés" lockt mit verführerischen Orientdüften. "San Xuan", aufgenommen mit Unterstützung der Tenores de Bitti aus Sardinien, erzählt mit einer hymnischen Melodie die tausendjährige Geschichte des gleichnamigen Ortes. "Pasu Pasucais" beschwört die sinnliche Melancholie eines langsamen Tanzes zu Schalmei und Tambourin. Die schwungvollen Reels "La Carriola" und "Tirador" (zwei Hommagen, erstere an einen legendären, notorisch überfüllten Transportbus, letztere an den in den 50er Jahren berühmten Radrennfahrer Tony Tirador) erinnern an Billy Whelans Kompositionen für "Riverdance", und die vertrauten keltischen Harmonien des Titelstücks böten die passende Soundkulisse für Filme wie "Braveheart" oder "Highlander".
Es ist die geniale Symbiose von Wohlbekanntem und Neuartigem, die Hevias musikalische Kreationen so einzigartig macht. "Étnico Ma Non Troppo" verbindet Ingredienzien verschiedenster Herkunft zum klischeefreien Kulturengemenge, wobei das Titelstück mit seinen zahlreichen mehr oder minder exotischen Instrumenten Hevias Mission, "ethnisch aber nicht zu viel", perfekt widerspiegelt. Ob Gaita, Flöte, Harfe, Gitarre, Bodhran, Akkordeon oder Streicher, die Mischung stimmt, wirkt nie beliebig, immer spannungsreich und erfrischend zeitlos.
Das alles liegt natürlich auch an Hevias speziellem Handwerkszeug, einem selbst entwickelten elektronischen Dudelsack, auf dem er, ohne das Instrument wechseln zu müssen, die verschiedensten Sounds erzeugen kann, selbst Dreiklänge von Dudelsack, Flöte und Violine. Doch trotz aller Technik inklusive des Einsatzes von Samples und Dance-Rhythmen klingt Hevias "Celtic-Worldpop" nie künstlich. Bei allem Ehrgeiz, das Instrument, das in Spanien einst von Schäfern auf der Weide gespielt wurde, von seinem konservativen Ruf zu befreien, hat der heute 36-jährige aus dem Ort Villaviciosa nie das kulturelle Erbe seiner Ahnen aus den Augen verloren. Seit er als Vierjähriger zum ersten Mal einen Dudelsack sah, ist er dem Instrument rettungslos verfallen. Mit zehn Jahren begann er mit dem Gaita-Unterricht. Acht Jahre später, 1985, gründete er bereits eine eigene Dudelsackschule, wirkte im "Rat der Dudelsackspieler" an der Universität von Oviedo mit und leitete so genannte Bandas - Gaita-Ensembles, zusammengesetzt aus mehr als 20 Instrumentalisten, die sich weniger an der eigenen asturischen Tradition als vielmehr an schottischen Vorbildern orientierten. Aus diesen Anfängen entstand in Asturien ab Mitte der 80er Jahre eine regelrechte Gaita-Begeisterung. Mittlerweile gibt es über 3000 aktive Dudelsackspieler und fast 40 Bandas, von denen Hevia immerhin fünf selbst geleitet hat.
Neben den Bandas gründete der umtriebige Vollblutmusiker, der auch noch Zeit für einen Hochschulabschluss in spanischer Philologie fand, 1986 die erste asturische Folkband, die einen Dudelsack benutzte. Zuvor kannte man die Gaita nur als Solo-Instrument oder im Ensemble mit vielen anderen "Pipes". Das erforderte indes eine besondere Anpassung an die anderen Instrumente (Akkordeon, Geige, Flöte), was letztendlich zur Entwicklung von Hevias elektronischem Dudelsack führte, an dessen Verbesserung er ständig weiter arbeitet. Den vorläufigen Höhepunkt seiner Tüftelei kann man auf dem neuen Album "Étnico Ma Non Troppo" hören, das wie die Quintessenz seines bisherigen Schaffens erscheint. Mit diesem Meisterwerk aus purer Lebenslust und akustischem Balsam für gestresste Seelen gelingt Hevia einmal mehr die Neu-Definition der keltischen Musiktradition seines Landes. Selten zuvor klang die Liaison von Pop und Folk glücklicher.
Gleich mit seinem ersten Album "Tierra de Nadie" ("Niemandsland"), erschienen 1998, gelang dem virtuosen Dudelsackspieler und Flötist zunächst in Spanien und dann europa- und weltweit der Durchbruch. Mehr als 1,5 Millionen Exemplare gingen über die Ladentheken. In Deutschland erreichte das Debüt eine Top 20 Platzierung in den Media Control Charts. Die Single-Auskopplung "Busindre Reel" avancierte zum gern gehörten Hit. Und die Konzertreisen, die Hevia und seine Bagpipe-Band kreuz und quer um den Globus führten, sorgten überall für ausverkaufte Hallen und restlos begeisterte Zuhörer. Spätestens seit dem nicht minder erfolgreichen, in verschiedenenen Ländern Europas mit unterschiedlichsten Ensembles eingespielten zweiten Album "The Other Side" hat Hevia auch die letzten Skeptiker und Folk-Puristen von der universalen Brillanz seiner Musik und seines Instrumentes überzeugt. Keltische Wurzeln finden sich eben nicht nur in Irland und Schottland, sondern auch in Wales, der Bretagne, auf der Isle Of Man, in Italien, Griechenland und im Norden Spaniens. Und auch der Dudelsack ist in Europa weit verbreitet. Man kennt ihn in Schottland als Highland bzw. Northumbrian Pipes, in Irland als Uillean Pipes, in den Abruzzen als Zampogna und in Deutschland als Sackpfeife. Aber erst unter den Händen eines Künstlers wie Hevia, der nicht ohne Grund der "Jimi Hendrix des Dudelsacks" genannt wird, erblüht die Gaita als zeitgemäßer Klangerzeuger. Wenn dazu noch mit großer künstlerischer Neugier Einflüsse aus dem gesamten keltischen Spektrum mit Elementen aus Indien und Arabien sowie einem kräftigen Schuss Pop verbunden werden, entsteht eine Musik von unwiderstehlicher Anziehungskraft.
Das wird bei Hevias drittem Album mit dem programmatischen Titel "Étnico Ma Non Troppo" ("Ethnisch aber nicht zu viel") erneut deutlich. Vom klassischen asturischen Charme des Eröffnungsstücks "Taramundi 130", veredelt durch die Gesangskunst von Mari Luz Cristóbal, über die ausgelassene Feierstimmung einer Tanzkonkurrenz zwischen zwei Dörfern, musikalisch evoziert in "Pericote", bis zum opulent orchestrierten Finale "Entremediu" unter Mitwirkung von Ramon Prada, auf dessen Symphonie "La Noche Celta" (nach einem Buch von Juan Noriega) das wunderschöne, atmosphärische "El Torques" basiert, zeigt Hevia einmal mehr sein unglaubliches Talent als Komponist, Musiker und Klangzauberer zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
"Carretera D'Avilés" lockt mit verführerischen Orientdüften. "San Xuan", aufgenommen mit Unterstützung der Tenores de Bitti aus Sardinien, erzählt mit einer hymnischen Melodie die tausendjährige Geschichte des gleichnamigen Ortes. "Pasu Pasucais" beschwört die sinnliche Melancholie eines langsamen Tanzes zu Schalmei und Tambourin. Die schwungvollen Reels "La Carriola" und "Tirador" (zwei Hommagen, erstere an einen legendären, notorisch überfüllten Transportbus, letztere an den in den 50er Jahren berühmten Radrennfahrer Tony Tirador) erinnern an Billy Whelans Kompositionen für "Riverdance", und die vertrauten keltischen Harmonien des Titelstücks böten die passende Soundkulisse für Filme wie "Braveheart" oder "Highlander".
Es ist die geniale Symbiose von Wohlbekanntem und Neuartigem, die Hevias musikalische Kreationen so einzigartig macht. "Étnico Ma Non Troppo" verbindet Ingredienzien verschiedenster Herkunft zum klischeefreien Kulturengemenge, wobei das Titelstück mit seinen zahlreichen mehr oder minder exotischen Instrumenten Hevias Mission, "ethnisch aber nicht zu viel", perfekt widerspiegelt. Ob Gaita, Flöte, Harfe, Gitarre, Bodhran, Akkordeon oder Streicher, die Mischung stimmt, wirkt nie beliebig, immer spannungsreich und erfrischend zeitlos.
Das alles liegt natürlich auch an Hevias speziellem Handwerkszeug, einem selbst entwickelten elektronischen Dudelsack, auf dem er, ohne das Instrument wechseln zu müssen, die verschiedensten Sounds erzeugen kann, selbst Dreiklänge von Dudelsack, Flöte und Violine. Doch trotz aller Technik inklusive des Einsatzes von Samples und Dance-Rhythmen klingt Hevias "Celtic-Worldpop" nie künstlich. Bei allem Ehrgeiz, das Instrument, das in Spanien einst von Schäfern auf der Weide gespielt wurde, von seinem konservativen Ruf zu befreien, hat der heute 36-jährige aus dem Ort Villaviciosa nie das kulturelle Erbe seiner Ahnen aus den Augen verloren. Seit er als Vierjähriger zum ersten Mal einen Dudelsack sah, ist er dem Instrument rettungslos verfallen. Mit zehn Jahren begann er mit dem Gaita-Unterricht. Acht Jahre später, 1985, gründete er bereits eine eigene Dudelsackschule, wirkte im "Rat der Dudelsackspieler" an der Universität von Oviedo mit und leitete so genannte Bandas - Gaita-Ensembles, zusammengesetzt aus mehr als 20 Instrumentalisten, die sich weniger an der eigenen asturischen Tradition als vielmehr an schottischen Vorbildern orientierten. Aus diesen Anfängen entstand in Asturien ab Mitte der 80er Jahre eine regelrechte Gaita-Begeisterung. Mittlerweile gibt es über 3000 aktive Dudelsackspieler und fast 40 Bandas, von denen Hevia immerhin fünf selbst geleitet hat.
Neben den Bandas gründete der umtriebige Vollblutmusiker, der auch noch Zeit für einen Hochschulabschluss in spanischer Philologie fand, 1986 die erste asturische Folkband, die einen Dudelsack benutzte. Zuvor kannte man die Gaita nur als Solo-Instrument oder im Ensemble mit vielen anderen "Pipes". Das erforderte indes eine besondere Anpassung an die anderen Instrumente (Akkordeon, Geige, Flöte), was letztendlich zur Entwicklung von Hevias elektronischem Dudelsack führte, an dessen Verbesserung er ständig weiter arbeitet. Den vorläufigen Höhepunkt seiner Tüftelei kann man auf dem neuen Album "Étnico Ma Non Troppo" hören, das wie die Quintessenz seines bisherigen Schaffens erscheint. Mit diesem Meisterwerk aus purer Lebenslust und akustischem Balsam für gestresste Seelen gelingt Hevia einmal mehr die Neu-Definition der keltischen Musiktradition seines Landes. Selten zuvor klang die Liaison von Pop und Folk glücklicher.




