Hurt Biographie
Hurt
In den USA werden Hurt bereits als eine der wichtigsten Entdeckungen des Jahres gefeiert und von Kritikern in einem Atemzug mit Tool genannt. So wohlgemeint der Vergleich auch sein mag, trifft er doch nur auf einen Song des Debütalbums "Vol.1" zu: auf das fiebrige, düster und bedrohliche "Rapture". Zwar ist es unüberhörbar, dass Hurt ein ähnliches Gefühl für dunkle Stimmungen und epische Soundgemälde entwickeln wie Tool und nicht weniger komplex klingen, gleichwohl finden sich auf "Vol.1" noch ganz andere Inspirationsquellen.
Es gibt Passagen in "Overdose", die an Radioheads "Paranoid Android" erinnern. Das Intro von "Falls Apart" zitiert "A Forest" von The Cure. "Cold Inside" zeigt Parallelen zur akustischen Seite von Pearl Jam. Nirvana haben auch Spuren hinterlassen, etwa in "Dirty". Und dass klassische Musik im Leben des Sängers, Songschreibers, Gitarristen und Violinisten J. Loren eine wichtige Rolle spielt - er nennt Vivaldi seinen wichtigsten Einfluss - zeigt sich deutlich in den verschwenderischen Streicher-Arrangements, die zum Teil auf Samples aus dem Archiv der Wiener Symphoniker basieren.
Aus der Verbindung dieser verschiedenen Einflüsse, zu denen in "Danse Russe" auch Pop-Elemente und in "Unkind" wuchtiger Heavy Rock hinzukommen, haben Hurt einen ungemein individualistischen Sound geschaffen, wie man ihn wahrlich nicht alle Tage zu hören bekommt. Mehr noch: "Vol.1" ist ein Meisterwerk, das zwischen metallischer Härte, sensibler Akustikmusik und opulenter Symphonik viel Raum bietet für enorme Stimmungs-schwankungen. Melancholie, Trauer, Wut, Sinnlichkeit, Katharsis - vom aufwendig inszenierten Opener "Shallow" bis zum weitschweifig angelegten Finale "House Carpenter" spielen Hurt genialisch auf der Klaviatur der Gefühle. Ständige Tempowechsel, auftrumpfende Power-Riffs, sanfte Akustikgitarren, Melodien von gleißender Schönheit, erbarmungsloser Lärm und peitschende Grooves sowie ein Ausnahmesänger, der mühelos zwischen Flüstern und Schreien mäandert sind die Ingredienzien eines Albums von majestätischer Kraft. Die phantasievollen Texte mit geheimnisvollen Visionen und Geschichten runden das Bild einer äußerst kreativen und ambitionierten Gruppe ab, die alle Voraussetzungen mitbringt, eine wirklich große Rockband zu werden.
Dabei fand der heute 24-jährige Loren erst sehr spät zur Rockmusik. Er wuchs in einem strengen Elternhaus im ländlichen Virginia mit einer recht einseitigen Diät aus Religion, Gospel und klassischer Musik auf. Als Kind lernte er klassische Violine und beherrschte als Teenager bereits jedes Saiteninstrument. Oft spielte er, wie er es selbst ausdrückt, "zum Schwoof" auf. Nur Rockmusik war ausdrücklich verboten. Tatsächlich hörte er gar keinen Rock bis zu einem denkwürdigen Tag in den 90ern. "Ich war zu Gast bei einem Freund", erinnert sich J. "Wir schauten Fernsehen und in irgendeiner Sendung lief ?Jeremy' von Pearl Jam. Ich war auf der Stelle hin und weg. Bis dato hatte mich nur klassische Musik so stark emotional berührt."
Er begann eigene Songs zu schreiben und versuchte mit ständig wechselnden Musikern seine Ideen umzusetzen - und das immer unter dem Bandnamen Hurt, denn nach seinem eigenen Gefühl passte kein anderes Wort besser zu seiner Musik. Leider stimmte nie die Chemie innerhalb der Band. "Irgendwann war ich so frustriert, dass ich mit der Musik aufhören wollte", erzählt der Sänger, der sein Geld als Berater diverser Technologiefirmen verdiente. "Doch dann entschied ich mich, es noch einmal zu versuchen." Er nahm ein paar Demos auf und schickte sie an diverse Produzenten und Companys. Vier Monate später saß J. Loren in einem Flugzeug nach Los Angeles, um dort einen Schlagzeuger zu treffen, mit dem er ein paar Aufnahmen einspielen sollte.
Der junge Drummer war Evan Johns, Spross einer Musiker- und Produzenten-Dynastie aus Hollywood. Sein Vater, Andy Johns, arbeitete als Tontechniker und Produzent für Led Zeppelin, die Rolling Stones, Joni Mitchell, Television, Rod Stewart, Free und viele andere. Sein Onkel, Glyn Johns, war Produzent von The Who, Kinks, Eagles und Eric Clapton und sein Vetter, Ethan Johns, betreute Produktionen von Emmylou Harris, Ryan Adams, Kings Of Leon und Rufus Wainwright. "Während meiner Schulzeit gingen Musiker bei uns zuhause aus und ein", berichtet Evan. "Einige Mitglieder von Van Halen und Cinderella waren bei uns zum Dinner und fuhren mit uns in die Ferien. Bereits als Kind verbrachte ich viel Zeit im Studio. Das Schlagzeug war für mich das Coolste. Als ich fünf Jahre alt wurde, schenkte mein Vater meinem Bruder und mir ein Kinder-Schlagzeug. Als ich anfing zu spielen, meinte mein Vater, ich hätte kein Talent. Aber nach einer Weile kam er zu dem Schluss, dass ich doch nicht so schlecht wäre und weitermachen sollte. Dieses Lob trieb mich an. Nach der Schule übte ich jeden Tag vier Stunden."
Noch bevor Evan ins Teenageralter kam, trommelte er schon in diversen Bands. "Ich spielte mit 30- bis 40-jährigen Musikern. Bei den Auftritten musste ich bis zum Konzertbeginn immer außerhalb der Clubs warten, da ich in meinem Alter noch nicht rein durfte. Anschließend holte mich meine Mom immer ab und fuhr mit mir nach Hause, denn am nächsten Tag musste ich ja wieder zur Schule."
Um seine Spielweise zu verfeinern, konzentrierte er sich während der Highschool auf Jazz. Nach dem Schulabschluss spielte er nichtsdestotrotz zunächst in einer ganzen Reihe von Hard`n´Heavy-Bands, bis ihm ein Freund seines Vaters eines Tages eine CD mit Songs von J. Loren vorspielte. "Er sagte zu mir, das wäre großartige Musik. Ich solle bloß nicht auf das Schlagzeug achten, sondern nur auf den Sänger. Meinem Vater gefielen die Songs auch und er empfahl seinem Freund: ?Wenn Du einen Schlagzeuger suchst, der den Sänger adäquat begleiten kann, solltest Du es mit meinem Sohn probieren.'"
"Vor unserem Treffen", erzählt Evan weiter, "hatte ich J. nur einmal am Telefon gesprochen. Als ich ihm dann gegenüberstand, dachte ich zunächst, was ist das denn für ein seltsamer, obskurer Typ. Aber als wir zu spielen begannen, war gleich alles perfekt. Und danach zeigte sich ganz schnell, dass J. auch ein Herz aus Gold hat."
In kurzer Zeit häuften sie so viele Ideen und Songs an, dass sie, als sie ein paar Monate später mit dem Produzenten Eric Greedy (Smashing Pumpkins, Alejandro Escovedo) ins Studio gingen, gleich zwei komplette Alben für Capitol aufnahmen, von denen das erste den sinnigen Titel: "Vol. 1" trägt. Unterstützt wurden sie bei den Aufnahmen von dem ehemaligen Bassisten von Beck, Justin Meldal. Inzwischen sind Hurt ein Quartett, da zwei Musiker aus New Jersey, der Gitarrist Paul Spatola und der Bassist Joshua Ansley, zur Band gestoßen sind.
In dieser Besetzung haben Hurt in kurzer Zeit auf Tourneen unter anderen mit Staind und Three Days Grace einen hervorragenden Ruf als exzellenter Live-Act erspielt. Seit in den USA das Debüt "Vol. 1" erschienen ist, genießen Hurt eine stetig wachsende Aufmerksamkeit, die keinen Zweifel lässt, dass sich viele Menschen mit ihren musikalischen Visionen identifizieren können. Und es braucht wahrlich keine prophetische Gabe, um vorherzusagen, dass die ungeheure Intensität der elf Songs von "Vol.1" auch hierzulande ihre magnetische Wirkung auf Anhänger anspruchsvoller Rockmusik nicht verfehlen wird.
Es gibt Passagen in "Overdose", die an Radioheads "Paranoid Android" erinnern. Das Intro von "Falls Apart" zitiert "A Forest" von The Cure. "Cold Inside" zeigt Parallelen zur akustischen Seite von Pearl Jam. Nirvana haben auch Spuren hinterlassen, etwa in "Dirty". Und dass klassische Musik im Leben des Sängers, Songschreibers, Gitarristen und Violinisten J. Loren eine wichtige Rolle spielt - er nennt Vivaldi seinen wichtigsten Einfluss - zeigt sich deutlich in den verschwenderischen Streicher-Arrangements, die zum Teil auf Samples aus dem Archiv der Wiener Symphoniker basieren.
Aus der Verbindung dieser verschiedenen Einflüsse, zu denen in "Danse Russe" auch Pop-Elemente und in "Unkind" wuchtiger Heavy Rock hinzukommen, haben Hurt einen ungemein individualistischen Sound geschaffen, wie man ihn wahrlich nicht alle Tage zu hören bekommt. Mehr noch: "Vol.1" ist ein Meisterwerk, das zwischen metallischer Härte, sensibler Akustikmusik und opulenter Symphonik viel Raum bietet für enorme Stimmungs-schwankungen. Melancholie, Trauer, Wut, Sinnlichkeit, Katharsis - vom aufwendig inszenierten Opener "Shallow" bis zum weitschweifig angelegten Finale "House Carpenter" spielen Hurt genialisch auf der Klaviatur der Gefühle. Ständige Tempowechsel, auftrumpfende Power-Riffs, sanfte Akustikgitarren, Melodien von gleißender Schönheit, erbarmungsloser Lärm und peitschende Grooves sowie ein Ausnahmesänger, der mühelos zwischen Flüstern und Schreien mäandert sind die Ingredienzien eines Albums von majestätischer Kraft. Die phantasievollen Texte mit geheimnisvollen Visionen und Geschichten runden das Bild einer äußerst kreativen und ambitionierten Gruppe ab, die alle Voraussetzungen mitbringt, eine wirklich große Rockband zu werden.
Dabei fand der heute 24-jährige Loren erst sehr spät zur Rockmusik. Er wuchs in einem strengen Elternhaus im ländlichen Virginia mit einer recht einseitigen Diät aus Religion, Gospel und klassischer Musik auf. Als Kind lernte er klassische Violine und beherrschte als Teenager bereits jedes Saiteninstrument. Oft spielte er, wie er es selbst ausdrückt, "zum Schwoof" auf. Nur Rockmusik war ausdrücklich verboten. Tatsächlich hörte er gar keinen Rock bis zu einem denkwürdigen Tag in den 90ern. "Ich war zu Gast bei einem Freund", erinnert sich J. "Wir schauten Fernsehen und in irgendeiner Sendung lief ?Jeremy' von Pearl Jam. Ich war auf der Stelle hin und weg. Bis dato hatte mich nur klassische Musik so stark emotional berührt."
Er begann eigene Songs zu schreiben und versuchte mit ständig wechselnden Musikern seine Ideen umzusetzen - und das immer unter dem Bandnamen Hurt, denn nach seinem eigenen Gefühl passte kein anderes Wort besser zu seiner Musik. Leider stimmte nie die Chemie innerhalb der Band. "Irgendwann war ich so frustriert, dass ich mit der Musik aufhören wollte", erzählt der Sänger, der sein Geld als Berater diverser Technologiefirmen verdiente. "Doch dann entschied ich mich, es noch einmal zu versuchen." Er nahm ein paar Demos auf und schickte sie an diverse Produzenten und Companys. Vier Monate später saß J. Loren in einem Flugzeug nach Los Angeles, um dort einen Schlagzeuger zu treffen, mit dem er ein paar Aufnahmen einspielen sollte.
Der junge Drummer war Evan Johns, Spross einer Musiker- und Produzenten-Dynastie aus Hollywood. Sein Vater, Andy Johns, arbeitete als Tontechniker und Produzent für Led Zeppelin, die Rolling Stones, Joni Mitchell, Television, Rod Stewart, Free und viele andere. Sein Onkel, Glyn Johns, war Produzent von The Who, Kinks, Eagles und Eric Clapton und sein Vetter, Ethan Johns, betreute Produktionen von Emmylou Harris, Ryan Adams, Kings Of Leon und Rufus Wainwright. "Während meiner Schulzeit gingen Musiker bei uns zuhause aus und ein", berichtet Evan. "Einige Mitglieder von Van Halen und Cinderella waren bei uns zum Dinner und fuhren mit uns in die Ferien. Bereits als Kind verbrachte ich viel Zeit im Studio. Das Schlagzeug war für mich das Coolste. Als ich fünf Jahre alt wurde, schenkte mein Vater meinem Bruder und mir ein Kinder-Schlagzeug. Als ich anfing zu spielen, meinte mein Vater, ich hätte kein Talent. Aber nach einer Weile kam er zu dem Schluss, dass ich doch nicht so schlecht wäre und weitermachen sollte. Dieses Lob trieb mich an. Nach der Schule übte ich jeden Tag vier Stunden."
Noch bevor Evan ins Teenageralter kam, trommelte er schon in diversen Bands. "Ich spielte mit 30- bis 40-jährigen Musikern. Bei den Auftritten musste ich bis zum Konzertbeginn immer außerhalb der Clubs warten, da ich in meinem Alter noch nicht rein durfte. Anschließend holte mich meine Mom immer ab und fuhr mit mir nach Hause, denn am nächsten Tag musste ich ja wieder zur Schule."
Um seine Spielweise zu verfeinern, konzentrierte er sich während der Highschool auf Jazz. Nach dem Schulabschluss spielte er nichtsdestotrotz zunächst in einer ganzen Reihe von Hard`n´Heavy-Bands, bis ihm ein Freund seines Vaters eines Tages eine CD mit Songs von J. Loren vorspielte. "Er sagte zu mir, das wäre großartige Musik. Ich solle bloß nicht auf das Schlagzeug achten, sondern nur auf den Sänger. Meinem Vater gefielen die Songs auch und er empfahl seinem Freund: ?Wenn Du einen Schlagzeuger suchst, der den Sänger adäquat begleiten kann, solltest Du es mit meinem Sohn probieren.'"
"Vor unserem Treffen", erzählt Evan weiter, "hatte ich J. nur einmal am Telefon gesprochen. Als ich ihm dann gegenüberstand, dachte ich zunächst, was ist das denn für ein seltsamer, obskurer Typ. Aber als wir zu spielen begannen, war gleich alles perfekt. Und danach zeigte sich ganz schnell, dass J. auch ein Herz aus Gold hat."
In kurzer Zeit häuften sie so viele Ideen und Songs an, dass sie, als sie ein paar Monate später mit dem Produzenten Eric Greedy (Smashing Pumpkins, Alejandro Escovedo) ins Studio gingen, gleich zwei komplette Alben für Capitol aufnahmen, von denen das erste den sinnigen Titel: "Vol. 1" trägt. Unterstützt wurden sie bei den Aufnahmen von dem ehemaligen Bassisten von Beck, Justin Meldal. Inzwischen sind Hurt ein Quartett, da zwei Musiker aus New Jersey, der Gitarrist Paul Spatola und der Bassist Joshua Ansley, zur Band gestoßen sind.
In dieser Besetzung haben Hurt in kurzer Zeit auf Tourneen unter anderen mit Staind und Three Days Grace einen hervorragenden Ruf als exzellenter Live-Act erspielt. Seit in den USA das Debüt "Vol. 1" erschienen ist, genießen Hurt eine stetig wachsende Aufmerksamkeit, die keinen Zweifel lässt, dass sich viele Menschen mit ihren musikalischen Visionen identifizieren können. Und es braucht wahrlich keine prophetische Gabe, um vorherzusagen, dass die ungeheure Intensität der elf Songs von "Vol.1" auch hierzulande ihre magnetische Wirkung auf Anhänger anspruchsvoller Rockmusik nicht verfehlen wird.




