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I Muvrini Biographie

I Muvrini

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Sie sind nicht so weltberühmt wie Napoleon Bonaparte und auch nicht so schön wie Laetitia Casta. Aber wenn es um Musik geht, dann sind die Brüder Jean-François und Alain Bernardini und ihre vielköpfige Gruppe I Muvrini zweifellos die bekanntesten Botschafter Korsikas. Ihnen ist es zu verdanken, dass das wegen seiner atemberaubenden Landschaft, stolzen Bevölkerung und der wilden Schafe (Mouflons = I Muvrini) legendäre Eiland kein weißer Fleck auf der musikalischen Landkarte Europas mehr ist.

Das Erfolgsgeheimnis der vor über zwanzig Jahren gegründeten und heute in Frankreich, Kanada und Deutschland gefeierten und von Künstlern wie Sting, Lou Reed, Veronique Sanson und Jaques Dutronc verehrten Band ist eine höchst eigenwillige Kombination verschiedenster musikalischer Zutaten. Am Anfang standen die traditionellen, polyphonen Gesänge und Lieder der zu Frankreich gehörenden Mittelmeerinsel. Diese "Paghjellas", die die Brüder von ihrem Vater Ghjulio, einem bekannten Dichter und Sänger, bereits als Kinder gelernt hatten, wurden seit dem Debüt "TI RINGRAZIANU" auf mehr als einem Dutzend Alben mit Streichern, Gitarren, Keyboards, Akkordeons, Perkussion, Dudelsäcken, Drehleier, Kora und moderner Elektronik ständig verfeinert und um vielfältigste Elemente aus Pop, Jazz, Klassik und Folklore zu einem Klanguniversum erweitert, das dem wahren Sinn des Wortes Weltmusik erstaunlich nahe kommt. Mittlerweile gehört sogar ein Handorgelspieler aus Madagaskar zur Band.

Den vorläufigen Höhepunkt dieser Melange markiert das 17. Album "Umani", mit dem I Muvrini nach ihrem hochgelobten letzten Studiowerk "Leia" und der formidablen Retrospektive "A Strada" ihren multikulturellen Weg konsequent fortsetzen. Die archaischen Wurzeln korsischer Kultur bilden in "Aspettami" den Ausgangspunkt einer musikalischen Entdeckungsreise rund um das Mittelmeer mit diversen reizvollen Landgängen. Nahtlos gehen sinnlich italienische Weisen in frankophile Chansons über, wechseln spanische Gypsy-Klänge ("Vogliu") mit elegischer Kammermusik ("Un sognu pe campa") und sakrale Klagelieder ("E u tempu va") mit anmutigen Popsongs ("Erein eta Joan"). Sanft wiegender Reggae ("Rifa lu mondu") taucht ebenso auf wie keltische Melodien ("Diteli"), nordafrikanische Motive ("I belli ghjorni") und magische Soundscapes ("Baiá").

Besonders eindrucksvoll gelingt die Verschmelzung der Kulturen in der hymnischen Ode an die Freiheit "Jalalabad". Die Stimmen des französischen Rappers MC Solaar, der afghanischen Sängerinnen Zarina und Manila Fazel und der beiden Bernardinis lösen sich ab, umspielen und verbinden sich zu einer neuen faszinierenden Einheit. Überhaupt glänzt "Umani" durch eine ganze Reihe illustrer Gäste, darunter der Schweizer Sänger und Songschmied Stephan Eicher (mit dem die Band noch vor kurzem gemeinsam auf Tournee war), die spanische Diva Luz Casal und der baskische Chor Oldarra. Für das Cover-Artwork zeichnet der katalanische Maler Antoni Tàpies verantwortlich.

Die Vielfalt der Musik spiegelt sich auch in den verwendeten Sprachen und Texten. I Muvrini singen in korsisch, französisch, italienisch, katalanisch, bretonisch, baskisch und diversen lokalen Dialekten von Romantik und Liebe ("Di quale si l`amore"), von Hoffnung auf Veränderung der Welt ("Rifa lu mondu") und dem unerschütterlichen Glauben an die Menschlichkeit ("Umani"). Gerade die humanistische Botschaft und die Neugierde auf kulturelle Abenteuer jenseits aller stilistischen Grenzen machen "Umani" zum bislang facettenreichsten, weltoffensten und zugänglichsten Album von I Muvrini. Damit sind die Korsen, die bei ihren heimischen Tourneen in schöner Regelmäßigkeit vor einem guten Drittel der Inselbevölkerung spielen, bestens gewappnet, auch die geographischen Grenzen ihres Erfolgs wieder ein wenig weiter zu stecken.
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