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Idlewild Biographie

Idlewild

Idlewild_medium
Idlewild:
Roddy Woomble - Gesang
Rod Jones - Gitarre
Bob Fairfoull - Bass
Colin Newton - Schlagzeug

Ihren Namen haben Idlewild dem ruhigen Treffpunkt aus dem Kinderbuch Anne of Green Gables entliehen, einer Lieblingslektüre des Sängers Roddy Woomble. Dabei ist in Reviews über Idlewild naturgemäß von 'ruhig' selten die Rede, gleichwohl man ihre Musik durchaus als Kulminationspunkt bezeichnen kann, an dem Punkleidenschaft, Popempfindsamkeit und schräge Texte aufeinander treffen und als gleichermaßen melodische wie dynamische Songs Gestalt annehmen. Dieses unschätzbare Talent spiegelt sich denn auch in dem Dutzend Songs von "100 Broken Windows", dem zweiten Longplayer von Idlewild.

Die vier jungen Burschen trafen sich im Dezember 1995 auf einer Party in Edinburgh und stellten fest, dass sie allesamt für Sonic Youth, Black Flag und klassischen Dischord Punk schwärmen. Wenn man dem noch die Stooges, REM und Nirvana hinzufügt, hat man eine ungefähre Ahnung von der Sorte Lärm, den sie zu veranstalten gedachten. Nachdem sie ein Jahr lang damit verbrachten, 'ziemlich schreckliche' Konzerte zu spielen, kamen die Dinge im März 1997 mit der selbstfinanzierten Single "Queen of the Troubled Teens" ins Rollen.

Dank Steve Lamacq, der sie in den Radio 1 Evening Sessions fortwährend durch den Äther jagte, wurde man bei Fierce Panda Records auf Idlewild aufmerksam. Flugs wurde das College geschmissen und im Dezember 1997 erschien die Single "Chandelier", der kurze Zeit später das Minialbum "Captain" auf Deceptive Records folgte. 1998 hypten selbst Magazine wie Elle oder Mizz die Newcomer-Band und die gesamte Musikpresse vergab für diese 'furiose Popexplosion mit punkigem Unterton' Bestnoten: 8 von 10 Punkten in der Times, 8 von 10 auch beim NME, 5 von 5 in der Music Week, 4 von 5 im Kerrang!. Das Jahr hatte wahrlich prima begonnen. Mittlerweile hatten Idlewild bei Food Records unterschrieben, aber erst stand noch eine Single bei Deceptive aus, die mit einem Auftritt bei den NME Brat Awards und einer ersten UK-Tournee kombiniert wurde. "Satan Polaroid", die betreffende Single, wurde von Kerrang! zur Single der Woche gekürt.

Waren die Plattenkritiken schon voll des Lobes, drehten sowohl Publikum als auch Kritiker bei den Livegigs vollends durch. "Ein erinnerungswürdiger Anblick und unauslöschlicher Radau", "die quirlige Vitalität, die von ihnen ausgeht, macht sie hypnotisch", wetteiferte die Presse im allgemeinen Jubel oder sie brachte es prosaisch auf den Punkt: "Natürlich sind Idlewild ganz einfach fantastisch". Der Kalender der Band war 1998 randvoll mit Konzertdaten - zwischendurch warfen die vier Tourmaniacs noch die eine oder andere Single auf den Markt.

Im April etwa erschien die erste Single bei Food, "A Film For The Future", gefolgt von "Everyone Says You're So Fragile", die im Juli erschien und beim NME Single der Woche wurde. Nebenbei traten sie mit ihren Labelkollegen von Blur auf verschiedenen Festivals und Konzerten auf. "I'm A Message" kündete die Erscheinung des ersten richtigen Albums an; "Hope Is Important" erschien im Oktober, als die Band gerade wieder auf Tour war - diesmal gemeinsam mit Ash. Der NME verkündete: "Hoffnung ist vielleicht wichtig, aber für Idlewild scheint eine fantastische Zukunft garantiert." Und der Melody Maker konterte: "Verwirrend, explosiv, aber vor allem, erfrischend. Oh Ihr Götter, ein nahezu perfektes Album."

Hatte 1998 mit einer ausverkauften Show in London und einer umjubelten Japantournee einen krönenden Abschluss gefunden, begann für Idlewild auch das Jahr 1999 mit einem spektakulären Konzertereignis: Gemeinsam mit Unkle gingen sie auf NME Carling Premier Tour. Mit der Single "When I Argue I See Shapes" erreichte die Band zudem erstmals die Top Twenty. Nach einigen Konzerten mit Placebo und einer Europatour mit den Manic Street Preachers machten sich Idlewild langsam aber sicher an die Arbeit für ein neues Album. Im Sommer gaben sie schnell noch ein paar grandiose Festivalauftritte und bei der Eröffnung des schottischen Parlaments spielten sie mit Garbage in den Princess Street Gardens in Edinburgh.

Die erste vorab erscheinende Single - "Little Discourage" - wurde bei diesen Konzerten bereits vorgestellt. Von Kerrang! zur Single der Woche gekürt und von den Fans in die Charts gehievt, hatten Idlewild das Video zu "Little Discourage" auf den Orkney Inseln gedreht, wo sie auch das Auftaktkonzert zu ihrer nächsten UK-Tournee gaben. Der NME schickte einen Spion zum Konzert, dessen Warnung "Orkneyianer! Sperrt eure Papageientaucher ein!" natürlich zu spät kam. Die Tour endete mit einem triumphalen und sehr verschwitzten Konzert in Londons Astoria.

Ende des Jahres 1999 reiste die Band nach Chicago, um ein halbes Dutzend Konzerte in den Staaten zu spielen und neue Songs aufzunehmen, den letzten Schliff verpassten sie ihnen dann zu Hause. "100 Broken Windows" haben Idlewild zwischen Mai und November des letzten Jahres aufgenommen, und zwar in vier Ländern: Schottland, England, Wales und den USA. Produziert wurde es von Dave Eringa (Manic Street Preachers) und Bob Weston (Sebadoh). Für Idlewild beginnt jetzt die heiße Phase ihres nächsten großen Karrieresprungs. Die Single "Actually It's Darkness" wird in England für Ende März erwartet, das neue Album erscheint fast zur gleichen Zeit auch bei uns.

"100 Broken Windows" strahlt die belebende Energie und spritzige Bissigkeit des Vorgängers aus, die Harmonien und Texte wirken jedoch wesentlich ausgereifter. Neben Verweisen auf die Geschichte finden sich hier auch liebevolle Erinnerungen an längst vergangene Zeiten, wie sie auch bei dem von den Orkney Inseln stammenden Schriftsteller George Mackay Brown auftauchen, der einen besonderen Einfluß auf die Texte von Woomble ausübt: "Die Songs handeln von den Ideen, Meinungen, Gedanken und der Unzufriedenheit von vier 23jährigen Schotten, die im Jahr 2000 leben. Schließlich kann man nur über das schreiben, was man kennt und weiß."
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Seit der Gründung im Dezember 1995 auf einer Party in Edinburgh hat sich die schottische Band Idlewild Schritt für Schritt nach oben gearbeitet. Was als Punkband mit der Attitüde zorniger junger Männer begann, entwickelte sich zu einer der besten britischen Rockbands unserer Tage. Inzwischen genießen die Schotten auch in den USA Kultstatus und viele junge britische Bands nennen sie als wichtige Vorbilder. Was kaum wundert, denn auf das Schreiben von Songs, die brillant Wut und Leidenschaft, Lärm und Melodie verbinden, verstehen sich Sänger Roddy Woomble und Gitarrist Rod Jones in der Tat hervorragend. Dieses Talent spiegelt sich denn auch auf dem vierten Studioalbum, "Warnings/Promises", das die Band nicht nur musikalisch, sondern auch personell verändert präsentiert.

Bis die Arbeiten am neuen Album in Angriff genommen werden konnten, durchlebten Idlewild eine turbulente Zeit. Während der letzten Europatournee Ende 2002 verließ Bob Fairfoull die Gruppe. Glücklicherweise fand sich in dem irischen Bassisten Gavin Fox (Ex-Turn) rasch adäquater Ersatz. Des Weiteren entschied sich die Band, als zweiten Gitarristen Allan Stewart fest zu engagieren. Bislang hatte Roddy Woombles ehemaliger Hausmitbewohner diese Aufgabe nur als Gast auf der Bühne übernommen.

Nach einer mehrwöchigen Tournee durch die USA inklusive einiger Stadionkonzerte mit Pearl Jam kehrten Idlewild im Herbst 2003 nach Schottland zurück. Die Abgeschiedenheit der Highlands, die für konzentrierte Studioaufnahmen optimale Bedingungen schuf, bildete einen scharfen Kontrast zu New York, wo sich Roddy Woomble mittlerweile niedergelassen hatte. Und im Gegensatz zu den früheren Alben, bei denen Roddy Woomble und Rod Jones federführend komponierten, waren diesmal alle Musiker am Songwriting-Prozess beteiligt. Insbesondere die neuen Bandmitglieder sorgten dabei für frischen Wind. Gavin Fox ist nämlich nicht nur ein versierter Bassist, sondern auch ein guter Sänger, was erstmalig dreistimmige Vokalharmonien erlaubte. Auch beim Gitarrensound boten sich ganz neue Möglichkeiten. Während Rod früher immer mehrere Gitarrenspuren übereinander schichtete, entwickelte er nun im Zusammenspiel mit Allan Stewart auch im Studio eine Dynamik, wie man sie bislang nur von den Konzerten der Band kannte.

Natürlich hat sich die musikalische Handschrift der Gruppe dadurch nicht komplett geändert. Gleichwohl klingen Idlewild jetzt spürbar reifer und stilistisch vielfältiger. Das gilt sowohl für die Folk- und Country-inspirierten "Welcome Home" und "Disconnected", als auch für den kantigen Rock von "Too Long Awake", den wuchtigen Psycho-Blues "I Want A Warning" und das majestätisch lärmende "The Space Between All Things". Songs, bei denen die Band einmal mehr ihre wahre Meisterschaft in der Kombination von Punk-Energie und Pop-Sensibilität offenbart.

Für die finale Umsetzung der Songideen reisten Idlewild im Mai 2004 nach Los Angeles, wo sie mit dem Produzenten Tony Hoffer (Supergrass, Beck, Turin Brakes), wie sie selbst sagen, zwischen Margaritas, mexikanischem Bier, Barbecues, Swimmingpool und konzentrierter Studioarbeit den besten Sommer ihres Lebens verbrachten. Trotz eines sanft melancholischen Untertons hört man diese Leichtigkeit den zwölf Songs an, die es nach einem intensiven Auswahlverfahren auf das Album geschafft haben. Darunter befindet sich mit dem reizvollen, mehrstimmig intonierten "I Understand It" auch ein Song, den Idlewild mit ihrem Stammproduzenten Dave Eringa (Manic Street Preachers) bereits Anfang 2004 eingespielt hatten. Auch dieser im kalten Europa entstandene Track fügt sich harmonisch in das stimmige Album ein.

"Warnings/Promises" ist der Nachfolger von "The Remote Part", das der Band im Herbst 2002 endlich den wohlverdienten Durchbruch bescherte. Das Album erreichte ohne Umwege Platz drei der britischen Charts und wurde von Fans und Kritikern gleichermaßen als der bis dato beste Longplayer der Gruppe bewertet. Auch wenn man es angesichts der Qualität von "The Remote Part" kaum für möglich hält, haben Idlewild sich mit "Warnings/Promises" erneut selbst übertroffen. Von der euphorischen Single "Love Steals Us From Loneliness" bis zur zarten Akustikballade "Goodnight" zelebrieren Idlewild klassisches Songwriting auf höchstem Niveau, wobei sie wieder einmal geradezu verschwenderisch mit schwelgerischen Popmelodien umgehen. Man höre etwa die zauberhaften Gitarrenpophymnen "Too Long Awake" und "El Capitan" oder die von Streicherklängen umrankte Gänsehaut-Nummer "Not Just Sometimes But Always".

Tatsächlich ist "Warning/Promises" das vollkommenste Album, das Idlewild bislang veröffentlicht haben. Auch in den kommenden Jahren darf man weitere kreative Glanzleistungen des Quintetts erwarten. Daran lässt Roddy Woomble jedenfalls keinen Zweifel: "Wir haben jetzt die musikalischen Möglichkeiten und das nötige Selbstbewusstsein, um risikofreudige Alben aufzunehmen. Eins ist klar: Wenn ‚Warnings/Promises' noch erfolgreicher wird als die Vorgänger, ist alles möglich. Versprochen!"
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