Jacky Terrasson Biographie
Jacky Terrasson
Mit "À Paris" legte Jacky Terrasson im Vorjahr nicht nur ein außerordentlich romantisches Album vor, sondern schaffte es auch in den Jazz-Charts europaweit bis ganz nach oben. Rund ein Jahr später legt der 1965 in Berlin zur Welt gekommene Ausnahmepianist jetzt nach: Für seine achte Blue Note-Einspielung "Smile" hat er sich erstmals seit 1997 wieder für die klassische Trio-Besetzung entschieden. Zugleich setzt der kosmopolitische Musiker bei seinem neuen Werk auf Vielseitigkeit: Akustisch eingespielte Interpretationen von Standards wie "Nardis", "Autumn Leaves" oder "My Funny Valentine" finden sich ebenso unter den zehn Tracks, wie eine von elektrischem Bass flankierte Version der Stevie Wonder-Nummer "Isn't She Lovely".
Bei Terrassons familiärem Background war der frühe Kontakt mit dem Jazz eigentlich unvermeidlich. "Meine Mutter Rhunette stammt aus dem Süden der USA und arbeitete früher als Innenausstatterin. In dieser Zeit erhielt sie einmal den Auftrag, das Apartment von Miles Davis zu renovieren. Dort traf sie dann auf Philly Joe Jones und Paul Chambers und entdeckte dabei ihre Leidenschaft für den Jazz. Danach kaufte sie viele Jazzplatten, vor allem natürlich von Blue Note." Der Einfluss des Vaters war ähnlich bedeutend: "Mein Vater Jacques Louis arbeitete im Computerbereich und spielte in seiner Freizeit klassisches Piano, genauso wie meine Großmutter. Er wurde vom Jazz infiziert, als er als Student der University of Columbia Konzerte von Leuten wie Thelonious Monk besuchte. Er besaß ebenfalls eine beachtliche Plattensammlung, und dank ihm war immer ein Piano in meiner Nähe. Das war die Umgebung, in die ich in Berlin hineingeboren wurde."
Wenig später zogen die Terrassons dann nach Paris, wo Jacky am Lyceum Lamartine eine Ausbildung am klassischen Piano erhielt. Seine Lehrerin Jeanine Laroche prophezeite ihm eine große Karriere als klassischer Musiker. Vom Jazz abhalten konnte ihn das allerdings nicht. Also perfektionierte er sein Jazzspiel bei Francis Paudras, einem Freund von Bud Powell. Terrasson tauchte ein in Paudras' Welt des Jazz und der Filmmusik und entdeckte als Vorbilder Art Tatum, Erroll Garner, Thelonious Monk, Bud Powell, Bill Evans, Keith Jarrett, Ahmad Jamal und vor allem Herbie Hancock. Als 20-jähriger ging Terrasson schließlich in die USA, wo er am berühmten Berklee College of Music studierte. Zur Ableistung des Wehrdienstes und für ein paar Konzerte in Pariser Jazzclubs kehrte er noch einmal nach Frankreich zurück, bevor er 1990 endgültig nach New York übersiedelte und zunächst einen Job als Pianist bei Art Taylor anfing. Knapp drei Jahre später gewann er den renommierten Thelonious Monk-Preis, der alljährlich an den talentiertesten Jazzpianisten verliehen wird. Dass er diesen Preis zu Recht kassierte, belegte er zunächst mit schönen Trio-Einspielungen wie "Jacky Terrasson" (1994), "Reach" (1995) und "Alive" (1997). Später folgten dann auch komplexere Projekte wie "Rendezvous" (1997, mit Cassandra Wilson) oder "What It Is" (1998), mit denen er endgültig zu einem der profiliertesten Pianisten seiner Generation avancierte.
Die vergangenen beiden Jahre verbrachte Terrasson auf Tour mit Trio-Sessions - die Basis für die Rückkehr zur Trio-Besetzung auch im Studio. Seine Begleiter Sean Smith (Bass) und Eric Harland (Schlagzeug) sind durch das Touren exzellent aufeinander eingespielt, und im übrigen sind die beiden natürlich alles andere als Anfänger: Smith begleitete mit seinem subtilen Bassspiel auch schon Gerry Mulligan und Lee Konitz, und der junge Schlagzeuger Harland machte sich zunächst im Umfeld von Terrence Blanchard und McCoy Tyner einen Namen. Im übrigen überzeugt "Smile" als echter Querschnitt durch Terrassons Einflüsse. Da gibt es die Standards wie "Parisian Thoroughfare" oder das von Miles Davis ursprünglich für Cannonball Adderley geschriebene "Nardis", die der Pianist allesamt einer geistreichen, in Tempo und Metrik erfrischenden Neuinterpretation unterzieht. Mit "Sous Le Ciel De Paris" schlägt Terrasson noch einmal den Bogen zu den französischen Melodien des Vorgänger-Albums. Es gibt knackige Funk-Stücke wie "Mo Better Blues" oder "Isn't She Lovely?", wo Smith konsequenterweise durch Remi Vignolo am elektrischen Bass ersetzt wird. Schließlich enthält das Album mit "59" auch wieder eine Terrasson-Eigenkomposition - und wer frühere Terrasson-Nummern wie "Happy Man", "Reach", "Baby Plum" oder "Little Red Ribbon" kennt, weiß, dass der Pianist auch als Komponist überdurchschnittlich begabt ist.
Jacky Terrasson ist ein durch seinen Lebenslauf ausgewiesener Kosmopolit. Mit der gleichen Leichtigkeit, mit der er nationale Grenzen überwindet, bewegt er sich auch zwischen stilistischen Terrains - und das gleichermaßen mit Mut, Humor, Sensibilität und Spontaneität. Mit "Smile" ist ihm ein abwechslungsreiches Jazz-Puzzle gelungen, dessen einzelne Teile sich perfekt ineinander fügen.
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Jazz ist improvisierte Musik, und improvisiert wird sie zumeist über den klassisch gewordenen Melodien des Great American Songbook aus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Selten, aber im zu Ende gegangenen Jahrzehnt zunehmend öfter, diente auch schon mal eine gut abgehangene Pop-Komposition der Beatles oder auch von Nirvana als Grundlage. Aber taugt wirklich nur populäres angloamerikanisches Liedgut als materielle Grundlage und als Inspiration für zeitgenössische Jazzmusiker? Der Bandleader, Komponist, Arrangeur und Pianist Jacky Terrasson beantwortet diese Frage für sich mit einem klaren Nein: Auf seinem neuen Album "À Paris" geht der Jazz eine aufregende Liaison mit populären französischen Songs ein.
Dass der 35-jährige Terrasson zu den profiliertesten Jazz-Pianisten seiner Generation zählt, mag niemand mehr ernsthaft bestreiten. Bei zahllosen packenden Live-Auftritten und auf seinen splendiden Blue Note-Alben "Reach" (1995), "Rendezvous" (1997, gemeinsam mit Cassandra Wilson), "Alive" (1998) und "What It Is" (1999) bewies der Künstler eine durch die Bank perfekte Virtuosität. Vorwerfen konnte man ihm dabei allenfalls, dass seine Persönlichkeit hinter dieser fast beängstigenden Perfektion zu verschwinden droht. Doch gerade diese Kritik hebelt "À Paris" aus, denn das Werk ist Terrassons bislang persönlichstes. Geboren in Berlin als Sohn einer Amerikanerin und eines Franzosen, kehrte der in Paris Aufgewachsene in das Land der prägenden Jahre zurück - und bereitete hier eine geschmack- wie gehaltvolle Jazz-Bouillabaisse zu.
Schon vor sechs Jahren nahm "À Paris" in Terrassons Gedanken Gestalt an. Doch erst jetzt fühlte er sich reif für die Realisation. "Du kannst keine französisch orientierte Einspielung in den USA aufnehmen", so Terrasson, "also wollten wir ursprünglich in Paris ins Studio. Dann erzählte mir ein Freund von einer alten Weinkellerei, die in ein Studio mit erstklassigem Equipment umgebaut worden war. Es war wirklich wundervoll dort. Wir arbeiteten, aßen und lebten miteinander. Während der freien Zeit hingen wir draußen rum und sprachen über die Musik."
Das Recall-Studio liegt in Pompignan im ländlichen Süden Frankreichs, und die Entspanntheit des Ortes schimmert durch all die romantischen Songs des Albums hindurch. Insgesamt 21 Tracks hat Terrasson eingespielt, 14 von ihnen fanden schließlich den Weg auf "À Paris". Das Album beginnt mit zwei Liebesliedern, dem bluesigen "Plaisir D'Amour" und dem poetischen "Les Chemins D'Amour". "Plaisir D'Amour" wurde von Edith Piaf berühmt gemacht, und diese Fassung lief denn auch immer auf dem Plattenspieler der drei älteren Schwestern Terrassons. "Les Chemins D'Amour" wurde Terrasson von seinem alten Mentor Francis Paudras nahegebracht, der einst Bud Powell während dessen Jahren in Frankreich betreute und dessen Biographie die Basis des Films "Round About Midnight" bildet. Der Titeltrack ist gleichzeitig der längste und wird von Terrasson voll ausgekostet - mehr als acht Minuten lyrische Melancholie pur. Zu den weiteren Höhepunkten zählen brillante Interpretationen von Jacques Brels "Ne Me Quitte Pas" und der Marseillaise, die Terrasson freilich nicht aus patriotischen Gründen, sondern wegen ihrer für ihn unwiderstehlichen Melodie als eigenwillige Ballade inszeniert.
"Ich habe auf diesem Album exakt dasselbe gemacht, was Jazzmusiker sonst mit amerikanischen Songs machen: die Melodie nehmen und darauf improvisieren", resümiert Terrasson, dem neben seinen langjährigen Trio-Gefährten Ugonna Okegwo (Bass) und Leon Parker (Schlagzeug) eine weitere Rhythmussektion mit Remi Vignello (Bass) und Terreon Gully (Schlagzeug) sowie zahlreiche Gäste wie Stefano di Battista (Saxophon) oder Stefon Harris (Marimbas) zur Seite standen. Und obwohl der Jazz und die Improvisation das alles zusammenhaltende Gerüst für Terrassons Projekt bilden, verbindet "À Paris" zwei große Kulturen zu etwas wirklich aufregend Neuem. Der Künstler arbeitet denn auch schon an einem zweiten Album mit gleichem Konzept.
Bei Terrassons familiärem Background war der frühe Kontakt mit dem Jazz eigentlich unvermeidlich. "Meine Mutter Rhunette stammt aus dem Süden der USA und arbeitete früher als Innenausstatterin. In dieser Zeit erhielt sie einmal den Auftrag, das Apartment von Miles Davis zu renovieren. Dort traf sie dann auf Philly Joe Jones und Paul Chambers und entdeckte dabei ihre Leidenschaft für den Jazz. Danach kaufte sie viele Jazzplatten, vor allem natürlich von Blue Note." Der Einfluss des Vaters war ähnlich bedeutend: "Mein Vater Jacques Louis arbeitete im Computerbereich und spielte in seiner Freizeit klassisches Piano, genauso wie meine Großmutter. Er wurde vom Jazz infiziert, als er als Student der University of Columbia Konzerte von Leuten wie Thelonious Monk besuchte. Er besaß ebenfalls eine beachtliche Plattensammlung, und dank ihm war immer ein Piano in meiner Nähe. Das war die Umgebung, in die ich in Berlin hineingeboren wurde."
Wenig später zogen die Terrassons dann nach Paris, wo Jacky am Lyceum Lamartine eine Ausbildung am klassischen Piano erhielt. Seine Lehrerin Jeanine Laroche prophezeite ihm eine große Karriere als klassischer Musiker. Vom Jazz abhalten konnte ihn das allerdings nicht. Also perfektionierte er sein Jazzspiel bei Francis Paudras, einem Freund von Bud Powell. Terrasson tauchte ein in Paudras' Welt des Jazz und der Filmmusik und entdeckte als Vorbilder Art Tatum, Erroll Garner, Thelonious Monk, Bud Powell, Bill Evans, Keith Jarrett, Ahmad Jamal und vor allem Herbie Hancock. Als 20-jähriger ging Terrasson schließlich in die USA, wo er am berühmten Berklee College of Music studierte. Zur Ableistung des Wehrdienstes und für ein paar Konzerte in Pariser Jazzclubs kehrte er noch einmal nach Frankreich zurück, bevor er 1990 endgültig nach New York übersiedelte und zunächst einen Job als Pianist bei Art Taylor anfing. Knapp drei Jahre später gewann er den renommierten Thelonious Monk-Preis, der alljährlich an den talentiertesten Jazzpianisten verliehen wird. Dass er diesen Preis zu Recht kassierte, belegte er zunächst mit schönen Trio-Einspielungen wie "Jacky Terrasson" (1994), "Reach" (1995) und "Alive" (1997). Später folgten dann auch komplexere Projekte wie "Rendezvous" (1997, mit Cassandra Wilson) oder "What It Is" (1998), mit denen er endgültig zu einem der profiliertesten Pianisten seiner Generation avancierte.
Die vergangenen beiden Jahre verbrachte Terrasson auf Tour mit Trio-Sessions - die Basis für die Rückkehr zur Trio-Besetzung auch im Studio. Seine Begleiter Sean Smith (Bass) und Eric Harland (Schlagzeug) sind durch das Touren exzellent aufeinander eingespielt, und im übrigen sind die beiden natürlich alles andere als Anfänger: Smith begleitete mit seinem subtilen Bassspiel auch schon Gerry Mulligan und Lee Konitz, und der junge Schlagzeuger Harland machte sich zunächst im Umfeld von Terrence Blanchard und McCoy Tyner einen Namen. Im übrigen überzeugt "Smile" als echter Querschnitt durch Terrassons Einflüsse. Da gibt es die Standards wie "Parisian Thoroughfare" oder das von Miles Davis ursprünglich für Cannonball Adderley geschriebene "Nardis", die der Pianist allesamt einer geistreichen, in Tempo und Metrik erfrischenden Neuinterpretation unterzieht. Mit "Sous Le Ciel De Paris" schlägt Terrasson noch einmal den Bogen zu den französischen Melodien des Vorgänger-Albums. Es gibt knackige Funk-Stücke wie "Mo Better Blues" oder "Isn't She Lovely?", wo Smith konsequenterweise durch Remi Vignolo am elektrischen Bass ersetzt wird. Schließlich enthält das Album mit "59" auch wieder eine Terrasson-Eigenkomposition - und wer frühere Terrasson-Nummern wie "Happy Man", "Reach", "Baby Plum" oder "Little Red Ribbon" kennt, weiß, dass der Pianist auch als Komponist überdurchschnittlich begabt ist.
Jacky Terrasson ist ein durch seinen Lebenslauf ausgewiesener Kosmopolit. Mit der gleichen Leichtigkeit, mit der er nationale Grenzen überwindet, bewegt er sich auch zwischen stilistischen Terrains - und das gleichermaßen mit Mut, Humor, Sensibilität und Spontaneität. Mit "Smile" ist ihm ein abwechslungsreiches Jazz-Puzzle gelungen, dessen einzelne Teile sich perfekt ineinander fügen.
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Jazz ist improvisierte Musik, und improvisiert wird sie zumeist über den klassisch gewordenen Melodien des Great American Songbook aus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Selten, aber im zu Ende gegangenen Jahrzehnt zunehmend öfter, diente auch schon mal eine gut abgehangene Pop-Komposition der Beatles oder auch von Nirvana als Grundlage. Aber taugt wirklich nur populäres angloamerikanisches Liedgut als materielle Grundlage und als Inspiration für zeitgenössische Jazzmusiker? Der Bandleader, Komponist, Arrangeur und Pianist Jacky Terrasson beantwortet diese Frage für sich mit einem klaren Nein: Auf seinem neuen Album "À Paris" geht der Jazz eine aufregende Liaison mit populären französischen Songs ein.
Dass der 35-jährige Terrasson zu den profiliertesten Jazz-Pianisten seiner Generation zählt, mag niemand mehr ernsthaft bestreiten. Bei zahllosen packenden Live-Auftritten und auf seinen splendiden Blue Note-Alben "Reach" (1995), "Rendezvous" (1997, gemeinsam mit Cassandra Wilson), "Alive" (1998) und "What It Is" (1999) bewies der Künstler eine durch die Bank perfekte Virtuosität. Vorwerfen konnte man ihm dabei allenfalls, dass seine Persönlichkeit hinter dieser fast beängstigenden Perfektion zu verschwinden droht. Doch gerade diese Kritik hebelt "À Paris" aus, denn das Werk ist Terrassons bislang persönlichstes. Geboren in Berlin als Sohn einer Amerikanerin und eines Franzosen, kehrte der in Paris Aufgewachsene in das Land der prägenden Jahre zurück - und bereitete hier eine geschmack- wie gehaltvolle Jazz-Bouillabaisse zu.
Schon vor sechs Jahren nahm "À Paris" in Terrassons Gedanken Gestalt an. Doch erst jetzt fühlte er sich reif für die Realisation. "Du kannst keine französisch orientierte Einspielung in den USA aufnehmen", so Terrasson, "also wollten wir ursprünglich in Paris ins Studio. Dann erzählte mir ein Freund von einer alten Weinkellerei, die in ein Studio mit erstklassigem Equipment umgebaut worden war. Es war wirklich wundervoll dort. Wir arbeiteten, aßen und lebten miteinander. Während der freien Zeit hingen wir draußen rum und sprachen über die Musik."
Das Recall-Studio liegt in Pompignan im ländlichen Süden Frankreichs, und die Entspanntheit des Ortes schimmert durch all die romantischen Songs des Albums hindurch. Insgesamt 21 Tracks hat Terrasson eingespielt, 14 von ihnen fanden schließlich den Weg auf "À Paris". Das Album beginnt mit zwei Liebesliedern, dem bluesigen "Plaisir D'Amour" und dem poetischen "Les Chemins D'Amour". "Plaisir D'Amour" wurde von Edith Piaf berühmt gemacht, und diese Fassung lief denn auch immer auf dem Plattenspieler der drei älteren Schwestern Terrassons. "Les Chemins D'Amour" wurde Terrasson von seinem alten Mentor Francis Paudras nahegebracht, der einst Bud Powell während dessen Jahren in Frankreich betreute und dessen Biographie die Basis des Films "Round About Midnight" bildet. Der Titeltrack ist gleichzeitig der längste und wird von Terrasson voll ausgekostet - mehr als acht Minuten lyrische Melancholie pur. Zu den weiteren Höhepunkten zählen brillante Interpretationen von Jacques Brels "Ne Me Quitte Pas" und der Marseillaise, die Terrasson freilich nicht aus patriotischen Gründen, sondern wegen ihrer für ihn unwiderstehlichen Melodie als eigenwillige Ballade inszeniert.
"Ich habe auf diesem Album exakt dasselbe gemacht, was Jazzmusiker sonst mit amerikanischen Songs machen: die Melodie nehmen und darauf improvisieren", resümiert Terrasson, dem neben seinen langjährigen Trio-Gefährten Ugonna Okegwo (Bass) und Leon Parker (Schlagzeug) eine weitere Rhythmussektion mit Remi Vignello (Bass) und Terreon Gully (Schlagzeug) sowie zahlreiche Gäste wie Stefano di Battista (Saxophon) oder Stefon Harris (Marimbas) zur Seite standen. Und obwohl der Jazz und die Improvisation das alles zusammenhaltende Gerüst für Terrassons Projekt bilden, verbindet "À Paris" zwei große Kulturen zu etwas wirklich aufregend Neuem. Der Künstler arbeitet denn auch schon an einem zweiten Album mit gleichem Konzept.
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