Jamelia Biographie
Jamelia
Natürlich gibt es wichtigere Dinge im Leben als die berufliche Karriere. Die eigenen Kinder beispielsweise. Die letzten zwei Jahre hat Jamelia denn auch ihrer zweiten Tochter gewidmet. Mit ihren gerade mal 25 Jahren genießt Englands unkonventionellste Sängerin nicht nur in privater Hinsicht einen Vorsprung an Lebenserfahrung. Vor zehn Jahren auf dem Notting Hill Carnival entdeckt, ist sie mittlerweile ein gefeierter Popstar, hitverwöhnt und preisgekrönt. Ihre erste Dekade unter den Fittichen von Parlophone krönt Jamelia nun mit ihrem dritten Album. Der Aufforderung "Walk With Me" wird kaum jemand widerstehen können, der diesem Album einmal sein Ohr geschenkt hat. Und wer wollte dieser ungezügelt forsch auftrumpfenden Künstlerin, die sich einmal mehr als Allroundtalent präsentiert und sich in jeder musikalischen Disziplin so geschmeidig wie ein Panther bewegt, nicht folgen? Gut so. Life, it's like a jungle sometimes.
Bevor wir uns in den abenteuerlichen Dschungel stürzen - und Jamelias neuen Wegen folgen wie Mogli seinem Freund Bagira - ein kleiner Blick auf das bisher eroberte Revier dieses wildkatzenhaften Wesens. 1999, drei Jahre nach dem Parlophone-Signing, erobert der Teenager aus Birmingham mit der Single "Money" erstmals die Top 5 der UK-Charts. Stargast: Ragga-Ikone Beenie. Für ihr Debütalbum "Drama" (2000) wird Jamelia bei den Brit Awards 2000 als bester Newcomer nominiert und gewinnt einen Mobo Award. Im März 2001 kommt Töchterchen Teja zur Welt. Nach der Babypause folgt ein grandioses Comeback. Die Single "Superstar" (2003) macht ihrem Titel alle Ehre. Unwiderstehliche Melodie, perfekte Produktion, maximaler Wiedererkennungswert: "Superstar" avanciert zum europaweiten Top-Hit, das dazugehörige Album "Thank You" (2004) zum Bestseller, der mit dem Titelsong und "See It In A Boy's Eyes" (Co-Autor und Stargast: Chris Martin von Coldplay) noch weitere fette Hits enthält, mit denen sie ihren künstlerischen Horizont Schritt für Schritt erweitert.
Die Lorbeeren lassen nicht lange auf sich warten: Jamelia gewinnt noch ein paar Mobo Awards und bei den Q Awards verbeugt sich selbst Bono vor ihr, als sie für "See It In A Boy's Eyes" die Auszeichnung für die beste Single entgegennimmt. Bei dieser Gelegenheit wird sie auch von Sir Elton John mit Lob überhäuft. Derart geadelt, unterschreibt sie nur eine Woche später bei einer der führenden Modelagenturen und wird von namhaften Firmen wie Reebok gebucht. Vom Popstar zum Top-Model. Selbst als Bond-Girl ist Jamelia vorübergehend im Gespräch. Doch für größere Schlagzeilen in Großbritannien sorgt ihre Liaison mit dem Fußballer Darren Byfield, dem Vater ihrer jüngsten Tochter Tiani. Ihre Rückkehr ins Rampenlicht des Popbusiness ist nicht minder spektakulär, stellt "Walk With Me" doch tatsächlich alles in den Schatten, was dieses Energiebündel uns bislang geboten hat. Jamelia präsentiert hier ein ebenso edel prachtvolles wie muskelgestähltes Album, das zugleich waghalsig, innovativ und kommerziell ist und das manche Kollegin auf der anderen Seite des Atlantiks vor Neid erblassen lassen dürfte.
Schon der Opener "Something About You" zeigt uns eine Jamelia, wie man sie noch nicht erlebt hat: ein Lehrstück moderner Popkunst, bei der sich die Melodie unbarmherzig aufdrängt und die schneidigen Gitarrenriffs jeder Rockband alle Ehre machen. Und Jamelia demonstriert, dass nicht nur der Haifisch Zähne hat. Ein erster zupackender Hit. Es folgt der Auftritt von Afrika Bambaataa. "Do Me Right" ist ein wahnwitziger Angriff auf den Adrenalinspiegel, bei dem dieser Riese unter den HipHop-Pionieren seinem Zögling die Zauberformel gibt, in welchem Mischungsverhältnis man rasende Tablas und Bouncing-Beats zu einem furiosen Mix zusammensetzt. Absolutely done right! Und das Beste, um mal Tabula rasa zu machen, so geht das Schlag auf Schlag - wobei bitteschön bedacht werden sollte, dass Jamelia nicht nur eine grandiose Sängerin ist, sondern auch an fast allen Kompositionen maßgeblich beteiligt war.
Nun denn, wie wär's mit der Warnung "Beware The Dog", ein Song, bei dem Jamelia den berühmten Sample von Depeche Modes "Personal Jesus" für einen derart furiosen Angriff auf die Tanzfläche nutzt, als wollte sie die Mauern von Jericho einrennen. So verwandelt man drei Minuten Popmusik in ein Meer von Glückshormonen und Schweiß. Ohne zu wissen, ob dieser Track jemals als Single erscheint, feiern die Auguren von popjustice "Beware The Dog" im Netz bereits als Number-One-Single. Dabei gibt es fürwahr ein Dutzend Aspiranten. "No More" etwa, mit dem seligmachenden Motiv aus "Golden Brown", diesem sich wie eine Spindel drehenden Spinett, mit dem uns einst die Stranglers bauchpinselten und nun Jamelia Tür und Tor für den siebten Himmel der Soulballaden öffnen. Wenn Jamelia in "La La Love", das harmlos anfängt, dann umso heftiger die Gospel-Blues-und-Soul-Keule herausholt, dann weiß jedermann auf dem Dancefloor, welches Stündlein geschlagen hat. Eine grandiose Stimme, die auf jedem Song neue Texturen offenbart. An produktionstechnischen Kunststückchen, für die eine kleine Armada findiger Studioaficionados sorgt, mangelt es ebenfalls nicht.
Alle Wege auf "Walk With Me" führen über kurz oder lang auf den Dancefloor (und, husch, husch, dann wohl auch in die Charts). Sei es mit dem aufgedrehten "Window Shopping", bei dem sich vor jedem halbwegs sehenden geistigen Auge die Choreographie auftut, sei es bei "Hustle", claro, einem furiosen Hustle, irgendwo zwischen Miami Vice, Shaft und Chic, mit solchen Nummern kann selbst der hinterletzte DJ nichts falsch machen. Man könnte Lobeshymnen auf die hinreißenden Gesangssätze von "Know My Name" anstimmen, die Vitamin-C-Wirkung von "Get Up, Get Out" und "Ain't A Love" hervorheben, oder glattweg behaupten, hier gäbe es ein Dutzend todsicherer Top-Hits. Man könnte auch darüber fachsimpeln, ob Jamelia überhaupt noch Black Music macht, oder ob sie sich bei ihren musikalischen Streifzügen durch die freie Wildbahn der Popmusik nicht dorthin treiben lässt, wo ihr spürsicherer Instinkt für Charterfolg es gebietet. Jamelia ist wieder auf dem Catwalk. Sie schnurrt. Sie faucht. Sie reißt uns mit. Das ist die Hauptsache. Ist die Katze erst aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Have a try!
Bevor wir uns in den abenteuerlichen Dschungel stürzen - und Jamelias neuen Wegen folgen wie Mogli seinem Freund Bagira - ein kleiner Blick auf das bisher eroberte Revier dieses wildkatzenhaften Wesens. 1999, drei Jahre nach dem Parlophone-Signing, erobert der Teenager aus Birmingham mit der Single "Money" erstmals die Top 5 der UK-Charts. Stargast: Ragga-Ikone Beenie. Für ihr Debütalbum "Drama" (2000) wird Jamelia bei den Brit Awards 2000 als bester Newcomer nominiert und gewinnt einen Mobo Award. Im März 2001 kommt Töchterchen Teja zur Welt. Nach der Babypause folgt ein grandioses Comeback. Die Single "Superstar" (2003) macht ihrem Titel alle Ehre. Unwiderstehliche Melodie, perfekte Produktion, maximaler Wiedererkennungswert: "Superstar" avanciert zum europaweiten Top-Hit, das dazugehörige Album "Thank You" (2004) zum Bestseller, der mit dem Titelsong und "See It In A Boy's Eyes" (Co-Autor und Stargast: Chris Martin von Coldplay) noch weitere fette Hits enthält, mit denen sie ihren künstlerischen Horizont Schritt für Schritt erweitert.
Die Lorbeeren lassen nicht lange auf sich warten: Jamelia gewinnt noch ein paar Mobo Awards und bei den Q Awards verbeugt sich selbst Bono vor ihr, als sie für "See It In A Boy's Eyes" die Auszeichnung für die beste Single entgegennimmt. Bei dieser Gelegenheit wird sie auch von Sir Elton John mit Lob überhäuft. Derart geadelt, unterschreibt sie nur eine Woche später bei einer der führenden Modelagenturen und wird von namhaften Firmen wie Reebok gebucht. Vom Popstar zum Top-Model. Selbst als Bond-Girl ist Jamelia vorübergehend im Gespräch. Doch für größere Schlagzeilen in Großbritannien sorgt ihre Liaison mit dem Fußballer Darren Byfield, dem Vater ihrer jüngsten Tochter Tiani. Ihre Rückkehr ins Rampenlicht des Popbusiness ist nicht minder spektakulär, stellt "Walk With Me" doch tatsächlich alles in den Schatten, was dieses Energiebündel uns bislang geboten hat. Jamelia präsentiert hier ein ebenso edel prachtvolles wie muskelgestähltes Album, das zugleich waghalsig, innovativ und kommerziell ist und das manche Kollegin auf der anderen Seite des Atlantiks vor Neid erblassen lassen dürfte.
Schon der Opener "Something About You" zeigt uns eine Jamelia, wie man sie noch nicht erlebt hat: ein Lehrstück moderner Popkunst, bei der sich die Melodie unbarmherzig aufdrängt und die schneidigen Gitarrenriffs jeder Rockband alle Ehre machen. Und Jamelia demonstriert, dass nicht nur der Haifisch Zähne hat. Ein erster zupackender Hit. Es folgt der Auftritt von Afrika Bambaataa. "Do Me Right" ist ein wahnwitziger Angriff auf den Adrenalinspiegel, bei dem dieser Riese unter den HipHop-Pionieren seinem Zögling die Zauberformel gibt, in welchem Mischungsverhältnis man rasende Tablas und Bouncing-Beats zu einem furiosen Mix zusammensetzt. Absolutely done right! Und das Beste, um mal Tabula rasa zu machen, so geht das Schlag auf Schlag - wobei bitteschön bedacht werden sollte, dass Jamelia nicht nur eine grandiose Sängerin ist, sondern auch an fast allen Kompositionen maßgeblich beteiligt war.
Nun denn, wie wär's mit der Warnung "Beware The Dog", ein Song, bei dem Jamelia den berühmten Sample von Depeche Modes "Personal Jesus" für einen derart furiosen Angriff auf die Tanzfläche nutzt, als wollte sie die Mauern von Jericho einrennen. So verwandelt man drei Minuten Popmusik in ein Meer von Glückshormonen und Schweiß. Ohne zu wissen, ob dieser Track jemals als Single erscheint, feiern die Auguren von popjustice "Beware The Dog" im Netz bereits als Number-One-Single. Dabei gibt es fürwahr ein Dutzend Aspiranten. "No More" etwa, mit dem seligmachenden Motiv aus "Golden Brown", diesem sich wie eine Spindel drehenden Spinett, mit dem uns einst die Stranglers bauchpinselten und nun Jamelia Tür und Tor für den siebten Himmel der Soulballaden öffnen. Wenn Jamelia in "La La Love", das harmlos anfängt, dann umso heftiger die Gospel-Blues-und-Soul-Keule herausholt, dann weiß jedermann auf dem Dancefloor, welches Stündlein geschlagen hat. Eine grandiose Stimme, die auf jedem Song neue Texturen offenbart. An produktionstechnischen Kunststückchen, für die eine kleine Armada findiger Studioaficionados sorgt, mangelt es ebenfalls nicht.
Alle Wege auf "Walk With Me" führen über kurz oder lang auf den Dancefloor (und, husch, husch, dann wohl auch in die Charts). Sei es mit dem aufgedrehten "Window Shopping", bei dem sich vor jedem halbwegs sehenden geistigen Auge die Choreographie auftut, sei es bei "Hustle", claro, einem furiosen Hustle, irgendwo zwischen Miami Vice, Shaft und Chic, mit solchen Nummern kann selbst der hinterletzte DJ nichts falsch machen. Man könnte Lobeshymnen auf die hinreißenden Gesangssätze von "Know My Name" anstimmen, die Vitamin-C-Wirkung von "Get Up, Get Out" und "Ain't A Love" hervorheben, oder glattweg behaupten, hier gäbe es ein Dutzend todsicherer Top-Hits. Man könnte auch darüber fachsimpeln, ob Jamelia überhaupt noch Black Music macht, oder ob sie sich bei ihren musikalischen Streifzügen durch die freie Wildbahn der Popmusik nicht dorthin treiben lässt, wo ihr spürsicherer Instinkt für Charterfolg es gebietet. Jamelia ist wieder auf dem Catwalk. Sie schnurrt. Sie faucht. Sie reißt uns mit. Das ist die Hauptsache. Ist die Katze erst aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Have a try!
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