Johnny Cash Biographie
Johnny Cash
Auf den Monat genau zwei Jahre nach seinem viel gelobten Debüt "American Recordings" für Rick Rubin's Label American Records meldet sich 'The man in black' nun mit "Unchained" zurück. Wiederum produziert von Rick Rubin wird Johnny Cash von Tom Petty & The Heartbreakers begleitet, als Gäste wirken außerdem u.a. Lindsey Buckingham und Mick Fleetwood von Fleetwood Mac mit. Cashs tiefes, ausdruckstarkes Timbre und sein Gefühl für moderne und zugleich traditionelle Countrymusik ergänzen sich kongenial mit der entspannten Spielweise der "Heartbreakers": "Kurz bevor ich nach L.A. gehen wollte, um mit der neuen Platte anzufangen, hat mir Rick erzählt, daß Tom Petty mich am Baß begleiten wolle. Das klang gut für mich und als ich ins Studio kam, waren nicht nur Tom Petty sondern auch die kompletten Heartbreakers anwesend" (Johnny Cash).
Johnny Cash war der erste Countrysänger, der nach Jim Reeves internationalen Ruhm erlangte. Sein Erfolg ist auf die markant-bewegende Stimme, die Fähigkeit kommunikative Songs zu schreiben und die natürliche Bühnenpräsentation zurückzuführen. Darüber hinaus sorgten sein Engagement für die Interessen der Indianer, der Strafgefangenen und sein Bekenntnis zum Christentum für eine ständige wachsende Gefolgschaft. Insbesondere unter den liberalen US-Amerikanern und der Bevölkerung der Mittelschicht wuchs seine Popularität ständig. Er wurde als "fast schon leibhaftige Legende" (Süddeutsche Zeitung) verehrt und als "Inbegriff amerikanischer Volksmusik" (Rolling Stone) geschätzt. In seiner 40jährigen Karriere schrieb Johnny Cash rund 1500 Songs und veröffentlichte inklusive diverser Hitkopplungen weit über 100 LP's.
Der kernige Johnny Cash ist längst zur Institution geworden. Als einziger Künstler wurde er gleichzeitig in die Rock'n'Roll-, Country- und Songwriter-Hall Of Fame aufgenommen. Er verkaufte über 50 Millionen Platten, kam annähernd 50 Mal unter die Hot 100 in den Billboard-Charts und gewann bis 1995 acht Grammies. Dabei blieb er stets ein Außenseiter und Einzelgänger, der sich in kein Schema pressen ließ. Die über 40jährige Karriere hinterließ Spuren in seinem Gesicht und seinen Songs. Drogen- und Alkoholprobleme schlugen tiefe Narben und das Auf und Ab seines Erfolgsbarometers machte ihn mißtrauisch und vorsichtig. Cash unterwarf sich keinem gängigen Klischee und galt im Country-Mekka Nashville als undankbarer Rebell. Doch als wichtiger Protagonist der alternativen Country-Bewegung um Willie Nelson und Waylon Jennings fand er zunehmend Anerkennung in der Rockfraktion und wurde schließlich von der Grunge-Generation als Urvater ihres Genres entdeckt.
Johnny Cash wurde am 26. Februar 1932 in Kingsland, Arkansas, geboren. Als Zwölfjähriger komponierte er seinen ersten Song, doch erst als Soldat, der in Landsberg, in der Nähe von Augsburg, stationiert war, lernte er Gitarrespielen. 1954 verließ er die US Air Force, zog nach Memphis und jobbte als Vertreter, bis er auf die Tennessee Three traf. Die Gelegenheitsmusiker arbeiteten als Mechaniker in der gleichen Garagenwerkstatt wie Cashs Bruder Roy. 1955 stellte sich die Gruppe in den Sun Studios von Sam Phillips vor. Der reagierte abweisend und ließ sich erst von Johnny Cashs Solokompositionen "Hey, Porter" und "Cry, Cry Cry" zu einer Aufnahme bewegen. Die Platte erschien am 26. Juni 1955 und wurde ein regionaler Erfolg. Cash trat nun neben Elvis Presley, Carl Perkins und George Jones auf.
Ab 1956 lenkte der ehemalige Presley-Manager Bob Neal die Geschicke von Johnny Cash. Es ging steil aufwärts. Mit "I Walk The Line" schaffte Cash im Spätsommer zum ersten Mal den Sprung in die Top 20 der US-Popcharts und trat daraufhin auch in der ehrwürdigen Grand Ole Opry in Nashville auf. Trotz dieser Ehre blieb Cash auf Distanz zu den knöchernen Country & Western-Instanzen und begann sich ein - für die Countrymusik - neues, junges und poporientiertes Publikum zu erobern.
Mit dem Erscheinen der Hitsingle "Ballad Of A Teenage Queen" war Johnny Cash über Jahre nicht mehr aus den Hitparaden wegzudenken. Highlights dieser Erfolgsserie waren Songs wie "Ring Of Fire", "A Boy Named Sue" und Alben wie der Mitschnitt aus einem Gefängnis "Live At San Quentin" (1969) und "Hello, I'm Johnny Cash" (1970). Cash traf mit seinen Botschaften den Nerv der Nation. Er träumte vom Landleben, von vergessenen Helden und ihren Taten oder rühmte den einfachen Mann von der Straße. Er erzählte einfache Geschichten, die er mit tiefer Stimme eindringlich und für jedermann nachvollziehbar interpretierte.
Johnny Cash verfügte über Charisma, wurde als Persönlichkeit respektiert und galt trotz seiner Alkohol- Drogenschwierigkeiten, die er in den 70er Jahren überwand, stets als aufrechter, kritischer, nie chauvinistischer Amerikaner.
Der seit 1968 mit der Countrysängerin June Carter verheiratetete Johnny Cash war 1969 Studiogast bei seinem Freund Bob Dylan, als der das Album "Nashville Skyline" realisierte. 1970 weigerte er sich bei einer Veranstaltung von Präsident Nixon im Weißen Haus den Song "Welfare Cadillac" zu singen, weil darin Unterpriviligierte lächerlich gemacht werden. Ab 1971 wurde Cash als "Man in black" bezeichnet, da er sich aus Protest gegen den Vietnam-Krieg nur noch in schwarz kleidete: "So lange, bis es keinen Krieg und keine Armut mehr gibt" (Johnny Cash). 1972 drehte er an der Seite von Kirk Douglas den Kinowestern "A Gunfight" und konzipierte bald darauf für CBS mit der "Johnny Cash Show" sein eigenes TV-Programm.
In den 80er Jahren wurde es etwas stiller um den "Country-Diplomaten von internationaler Größe" (Frankfurter Rundschau). Er tourte regelmäßig mit der Carter Family, nahm in Stuttgart gemeinsam mit Carl Perkins und Jerry Lee Lewis das Album "The Survivors" auf und formierte sich 1985 mit Waylon Jennings, Willie Nelson und Kris Kristofferson zu den Highwaymen, die seitdem sporadisch mit ausgezeichneten Countryrock-Platten aufwarteten.
Der Solist Johnny Cash sorgte 1993 wieder für Aufsehen. Er hatte gerade eine ausgedehnte Welttournee mit den Highwaymen beendet und war einer Studioeinladung von U 2 gefolgt, als er mit Rick Rubin ins Gespräch kam. Als Ergebnis erschien 1994 "American Recordings", bei der sich das Country-Urgestein lediglich mit der akustischen Gitarre begleitete: "Ich konnte mich wie in meiner Anfangszeit einfach vor ein Mikrofon setzen und singen was ich wollte" (Johnny Cash).
Die Inszenierung von "Unchained" fiel etwas aufwendiger aus, ohne jemals die Direktheit und Offenheit von Cashs charakteristischem Organ zu gefährden. Der bekennende Christ fühlte sich offenbar prächtig im Umfeld der "Heartbreakers", die ihm mit ihrem trockenen, unprätentiösen Sound maßgeschneiderte Rahmenbedingungen schufen. Bei der Songauswahl bewiesen Rubin und Cash eine glückliche Hand, dabei überraschte Cash vor allem mit seiner Auffassung von "Rusty Cage", einem Titel von Soundgarden. Und das ist nicht der einzige Beweis, daß Cash absolut auf der Höhe der Zeit geblieben ist. "Rowboat" vermittelt die entspannte Schwerfälligkeit des Mississippi, während "The One Rose" das Bild vom verliebten 'Lonesome Cowboy' wiederbelebt und "Country Boy" in rustikalen Rockabilly-Erinnerungen schwelgt. Cash covert cool den Dean Martin-Evergreen "Memories Are Made Of This", folgt bei "Spiritual" Cash seinen religiösen Ambitionen mit hymnischer Schlichtheit und schlüpft bei "Southern Accent" in die für ihn typische Rolle des eindringlichen Erzählers. "Unchained" reiht sich nahtlos in die eindrucksvolle Phalanx erstklassiger Cash-Arbeiten ein. Das neue Album dokumentiert authentisch die "intensive Beziehung zum Produzenten Rick Rubin" (Johnny Cash) und bestätigt Johnny Cash als Country-Monument, das sehr genau musikalische Entwicklungen und Veränderungen beobachtet und verwertet.
Johnny Cash war der erste Countrysänger, der nach Jim Reeves internationalen Ruhm erlangte. Sein Erfolg ist auf die markant-bewegende Stimme, die Fähigkeit kommunikative Songs zu schreiben und die natürliche Bühnenpräsentation zurückzuführen. Darüber hinaus sorgten sein Engagement für die Interessen der Indianer, der Strafgefangenen und sein Bekenntnis zum Christentum für eine ständige wachsende Gefolgschaft. Insbesondere unter den liberalen US-Amerikanern und der Bevölkerung der Mittelschicht wuchs seine Popularität ständig. Er wurde als "fast schon leibhaftige Legende" (Süddeutsche Zeitung) verehrt und als "Inbegriff amerikanischer Volksmusik" (Rolling Stone) geschätzt. In seiner 40jährigen Karriere schrieb Johnny Cash rund 1500 Songs und veröffentlichte inklusive diverser Hitkopplungen weit über 100 LP's.
Der kernige Johnny Cash ist längst zur Institution geworden. Als einziger Künstler wurde er gleichzeitig in die Rock'n'Roll-, Country- und Songwriter-Hall Of Fame aufgenommen. Er verkaufte über 50 Millionen Platten, kam annähernd 50 Mal unter die Hot 100 in den Billboard-Charts und gewann bis 1995 acht Grammies. Dabei blieb er stets ein Außenseiter und Einzelgänger, der sich in kein Schema pressen ließ. Die über 40jährige Karriere hinterließ Spuren in seinem Gesicht und seinen Songs. Drogen- und Alkoholprobleme schlugen tiefe Narben und das Auf und Ab seines Erfolgsbarometers machte ihn mißtrauisch und vorsichtig. Cash unterwarf sich keinem gängigen Klischee und galt im Country-Mekka Nashville als undankbarer Rebell. Doch als wichtiger Protagonist der alternativen Country-Bewegung um Willie Nelson und Waylon Jennings fand er zunehmend Anerkennung in der Rockfraktion und wurde schließlich von der Grunge-Generation als Urvater ihres Genres entdeckt.
Johnny Cash wurde am 26. Februar 1932 in Kingsland, Arkansas, geboren. Als Zwölfjähriger komponierte er seinen ersten Song, doch erst als Soldat, der in Landsberg, in der Nähe von Augsburg, stationiert war, lernte er Gitarrespielen. 1954 verließ er die US Air Force, zog nach Memphis und jobbte als Vertreter, bis er auf die Tennessee Three traf. Die Gelegenheitsmusiker arbeiteten als Mechaniker in der gleichen Garagenwerkstatt wie Cashs Bruder Roy. 1955 stellte sich die Gruppe in den Sun Studios von Sam Phillips vor. Der reagierte abweisend und ließ sich erst von Johnny Cashs Solokompositionen "Hey, Porter" und "Cry, Cry Cry" zu einer Aufnahme bewegen. Die Platte erschien am 26. Juni 1955 und wurde ein regionaler Erfolg. Cash trat nun neben Elvis Presley, Carl Perkins und George Jones auf.
Ab 1956 lenkte der ehemalige Presley-Manager Bob Neal die Geschicke von Johnny Cash. Es ging steil aufwärts. Mit "I Walk The Line" schaffte Cash im Spätsommer zum ersten Mal den Sprung in die Top 20 der US-Popcharts und trat daraufhin auch in der ehrwürdigen Grand Ole Opry in Nashville auf. Trotz dieser Ehre blieb Cash auf Distanz zu den knöchernen Country & Western-Instanzen und begann sich ein - für die Countrymusik - neues, junges und poporientiertes Publikum zu erobern.
Mit dem Erscheinen der Hitsingle "Ballad Of A Teenage Queen" war Johnny Cash über Jahre nicht mehr aus den Hitparaden wegzudenken. Highlights dieser Erfolgsserie waren Songs wie "Ring Of Fire", "A Boy Named Sue" und Alben wie der Mitschnitt aus einem Gefängnis "Live At San Quentin" (1969) und "Hello, I'm Johnny Cash" (1970). Cash traf mit seinen Botschaften den Nerv der Nation. Er träumte vom Landleben, von vergessenen Helden und ihren Taten oder rühmte den einfachen Mann von der Straße. Er erzählte einfache Geschichten, die er mit tiefer Stimme eindringlich und für jedermann nachvollziehbar interpretierte.
Johnny Cash verfügte über Charisma, wurde als Persönlichkeit respektiert und galt trotz seiner Alkohol- Drogenschwierigkeiten, die er in den 70er Jahren überwand, stets als aufrechter, kritischer, nie chauvinistischer Amerikaner.
Der seit 1968 mit der Countrysängerin June Carter verheiratetete Johnny Cash war 1969 Studiogast bei seinem Freund Bob Dylan, als der das Album "Nashville Skyline" realisierte. 1970 weigerte er sich bei einer Veranstaltung von Präsident Nixon im Weißen Haus den Song "Welfare Cadillac" zu singen, weil darin Unterpriviligierte lächerlich gemacht werden. Ab 1971 wurde Cash als "Man in black" bezeichnet, da er sich aus Protest gegen den Vietnam-Krieg nur noch in schwarz kleidete: "So lange, bis es keinen Krieg und keine Armut mehr gibt" (Johnny Cash). 1972 drehte er an der Seite von Kirk Douglas den Kinowestern "A Gunfight" und konzipierte bald darauf für CBS mit der "Johnny Cash Show" sein eigenes TV-Programm.
In den 80er Jahren wurde es etwas stiller um den "Country-Diplomaten von internationaler Größe" (Frankfurter Rundschau). Er tourte regelmäßig mit der Carter Family, nahm in Stuttgart gemeinsam mit Carl Perkins und Jerry Lee Lewis das Album "The Survivors" auf und formierte sich 1985 mit Waylon Jennings, Willie Nelson und Kris Kristofferson zu den Highwaymen, die seitdem sporadisch mit ausgezeichneten Countryrock-Platten aufwarteten.
Der Solist Johnny Cash sorgte 1993 wieder für Aufsehen. Er hatte gerade eine ausgedehnte Welttournee mit den Highwaymen beendet und war einer Studioeinladung von U 2 gefolgt, als er mit Rick Rubin ins Gespräch kam. Als Ergebnis erschien 1994 "American Recordings", bei der sich das Country-Urgestein lediglich mit der akustischen Gitarre begleitete: "Ich konnte mich wie in meiner Anfangszeit einfach vor ein Mikrofon setzen und singen was ich wollte" (Johnny Cash).
Die Inszenierung von "Unchained" fiel etwas aufwendiger aus, ohne jemals die Direktheit und Offenheit von Cashs charakteristischem Organ zu gefährden. Der bekennende Christ fühlte sich offenbar prächtig im Umfeld der "Heartbreakers", die ihm mit ihrem trockenen, unprätentiösen Sound maßgeschneiderte Rahmenbedingungen schufen. Bei der Songauswahl bewiesen Rubin und Cash eine glückliche Hand, dabei überraschte Cash vor allem mit seiner Auffassung von "Rusty Cage", einem Titel von Soundgarden. Und das ist nicht der einzige Beweis, daß Cash absolut auf der Höhe der Zeit geblieben ist. "Rowboat" vermittelt die entspannte Schwerfälligkeit des Mississippi, während "The One Rose" das Bild vom verliebten 'Lonesome Cowboy' wiederbelebt und "Country Boy" in rustikalen Rockabilly-Erinnerungen schwelgt. Cash covert cool den Dean Martin-Evergreen "Memories Are Made Of This", folgt bei "Spiritual" Cash seinen religiösen Ambitionen mit hymnischer Schlichtheit und schlüpft bei "Southern Accent" in die für ihn typische Rolle des eindringlichen Erzählers. "Unchained" reiht sich nahtlos in die eindrucksvolle Phalanx erstklassiger Cash-Arbeiten ein. Das neue Album dokumentiert authentisch die "intensive Beziehung zum Produzenten Rick Rubin" (Johnny Cash) und bestätigt Johnny Cash als Country-Monument, das sehr genau musikalische Entwicklungen und Veränderungen beobachtet und verwertet.
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