Laxrosa Biographie
Laxrosa
Eines Sonntagabends im Dezember 2003 war es wieder mal so weit. Das Radio feuerte ein Lied ab, und ich war getroffen. Mir blutete das Herz. Alle paar Monate kommt irgendwo eine Musik her, die in Wunden wühlt, um sie hernach aufs Schönste zu pflegen, und dieses Mal war es eine Gruppe mit einem Namen wie synthetische Fischfarbe: Laxrosa. Das letzte Lied, das mich seinerzeit gebannt hatte, war die überdrehte, herrlich-holprige „Reklamation“ der Helden. Das war eine schallende Ohrfeige, an die ich mich gerne erinnere.
Laxrosa schallte nicht. Laxrosa kroch langsam unter die Haut. Monotone Gitarren - präzise und doch schrammlig, lässig und doch völlig kontrolliert - webten ein verträumtes Netz, in dem sich hymnische Moll-Melodien verfingen. Was war das nur für eine Sängerin! Sie klang benommen und hatte sich wohl selbst noch nie singen gehört. Arglos, ohne Stimmbandtheatralik, ohne jede Koketterie wandt sie sich in den Gefühlen, die ihr die Stadt beschert. Ihre Stadt, Berlin, die sie so liebt und die doch aller Liebe schroff entgegnet ... Weil nun diese Musik ohne lyrische Anmaßung auskam, weil sie nichts verklausulierte, weil alles wie ein Aderlass der Launen wirkte, geschah die totale Verzauberung. Deutscher Gitarrenpop der Marke ‚klein, echt und liebevoll’ hatte eine Hoffnung mehr, und laxrosa gelang eine Wirkung, die mehr war als die Summe ihrer Teile.
Laxrosa sind Karen (Gesang), Tine (Bass), Inka (Schlagzeug) und Andy, und der ist kein „Quotenmann“, sondern einfach der Gitarrist. Vor allem ist diese Gruppe eine gelebte, gewachsene Freundschaft von Menschen, die in ihrem Leben etwas Eigenes gestalten wollten: „Lass uns doch was machen!“ („Geschichten“).
Den Anstoß gab Inka, nachdem sie von einem Stereo-Total-Konzert kam und, überwältigt von der Einfachheit der Mittel, ihre Freundinnen überzeugte: „So schwer sah das nicht aus, sowas kriegen wir auch hin!“ Und so hockten sich im Winter 1999 vier Mädchen zusammen, die gerade aus verschiedenen Winkeln der Republik in Berlin gelandet waren, um zu studieren. Keine hatte je ein Instrument in der Hand, sie fingen am absoluten Nullpunkt an. Aber das war bei den Ramones genauso. Oder bei Jesus And The Mary Chain. Oder bei Wire.
Die Gitarristin stieg bald aus, ihr wurde die Musik zu „indie“. Was zu erwarten war, wenn man weiß, dass die anderen glühende Verehrerinnen sind von Neil Young, Nirvana, NoFX, Ramones (Tine), Sleater-Kinney (Inka), Nick Drake (Karen), Tocotronic und den Sternen (alle). Mit dem Nachfolgegitarristen kam der erste Bub in die Band und schuf das handwerkliche Fundament. Andy ist der dritte Gitarrist und seit Januar 2005 dabei.
So ging’s los. Große Ziele gab es keine, wohl aber eine Haltung: „Wir haben uns von Anfang an total ernst genommen“, erinnert sich Tine und schmunzelt darüber, wie sie einmal waren. Im Einklang mit ihrer Ernsthaftigkeit trugen sie hilfreiche Scheuklappen: „Wir haben auch jedwede Widerstände von Anfang an ausgeblendet, es gab einfach nichts, was unserer Lust aufs Musikmachen im Weg stand“, sagt Karen. Klar, dass die ersten Gehversuche in Sachen Rock auf ihre Weise minimal waren. Aber genau darin konnten sie früh ihre Kunst beweisen: Wenig einsetzen, viel bewirken.
Von diesem bedingungslosen Aufbruch zeugen vor allem die innig entrückten Stücke auf ihrem nun erscheinenden, selbst betitelten Debütalbum. „Was anderes“, „Träume sind Schäume“ und vor allem „Geschichten“ erzählen ohne Umschweife aus den Gemütern der laxrosas jener Tage und bilden das Epizentrum ihres musikalischen Kraftfeldes. „Berliner Schraddelpop“ nennen sie das treffend. Woraus er sich speist, steht klipp und klar auf ihrer Homepage: „Laxrosa ist das musikalische Lebensgefühl unserer Generation, gedankenverloren und wütend, ein Chaos aus Realität und idealisierten Träumen.“
Träume zur Realität machen – und genau darüber singen, das ist das eigentliche laxrosa-Ding. Natürlich gehörten auch Live-Auftritte dazu, schon früh, in kaum bekannten Bars oder auf Stadtteilfesten. Manche endeten im Chaos, weil sie schon betrunken begannen. Später tauchten laxrosa auch mal auf den einschlägigen Bühnen von Magnet, Mudd, Knaack und Zapata auf.
Laxrosa schallte nicht. Laxrosa kroch langsam unter die Haut. Monotone Gitarren - präzise und doch schrammlig, lässig und doch völlig kontrolliert - webten ein verträumtes Netz, in dem sich hymnische Moll-Melodien verfingen. Was war das nur für eine Sängerin! Sie klang benommen und hatte sich wohl selbst noch nie singen gehört. Arglos, ohne Stimmbandtheatralik, ohne jede Koketterie wandt sie sich in den Gefühlen, die ihr die Stadt beschert. Ihre Stadt, Berlin, die sie so liebt und die doch aller Liebe schroff entgegnet ... Weil nun diese Musik ohne lyrische Anmaßung auskam, weil sie nichts verklausulierte, weil alles wie ein Aderlass der Launen wirkte, geschah die totale Verzauberung. Deutscher Gitarrenpop der Marke ‚klein, echt und liebevoll’ hatte eine Hoffnung mehr, und laxrosa gelang eine Wirkung, die mehr war als die Summe ihrer Teile.
Laxrosa sind Karen (Gesang), Tine (Bass), Inka (Schlagzeug) und Andy, und der ist kein „Quotenmann“, sondern einfach der Gitarrist. Vor allem ist diese Gruppe eine gelebte, gewachsene Freundschaft von Menschen, die in ihrem Leben etwas Eigenes gestalten wollten: „Lass uns doch was machen!“ („Geschichten“).
Den Anstoß gab Inka, nachdem sie von einem Stereo-Total-Konzert kam und, überwältigt von der Einfachheit der Mittel, ihre Freundinnen überzeugte: „So schwer sah das nicht aus, sowas kriegen wir auch hin!“ Und so hockten sich im Winter 1999 vier Mädchen zusammen, die gerade aus verschiedenen Winkeln der Republik in Berlin gelandet waren, um zu studieren. Keine hatte je ein Instrument in der Hand, sie fingen am absoluten Nullpunkt an. Aber das war bei den Ramones genauso. Oder bei Jesus And The Mary Chain. Oder bei Wire.
Die Gitarristin stieg bald aus, ihr wurde die Musik zu „indie“. Was zu erwarten war, wenn man weiß, dass die anderen glühende Verehrerinnen sind von Neil Young, Nirvana, NoFX, Ramones (Tine), Sleater-Kinney (Inka), Nick Drake (Karen), Tocotronic und den Sternen (alle). Mit dem Nachfolgegitarristen kam der erste Bub in die Band und schuf das handwerkliche Fundament. Andy ist der dritte Gitarrist und seit Januar 2005 dabei.
So ging’s los. Große Ziele gab es keine, wohl aber eine Haltung: „Wir haben uns von Anfang an total ernst genommen“, erinnert sich Tine und schmunzelt darüber, wie sie einmal waren. Im Einklang mit ihrer Ernsthaftigkeit trugen sie hilfreiche Scheuklappen: „Wir haben auch jedwede Widerstände von Anfang an ausgeblendet, es gab einfach nichts, was unserer Lust aufs Musikmachen im Weg stand“, sagt Karen. Klar, dass die ersten Gehversuche in Sachen Rock auf ihre Weise minimal waren. Aber genau darin konnten sie früh ihre Kunst beweisen: Wenig einsetzen, viel bewirken.
Von diesem bedingungslosen Aufbruch zeugen vor allem die innig entrückten Stücke auf ihrem nun erscheinenden, selbst betitelten Debütalbum. „Was anderes“, „Träume sind Schäume“ und vor allem „Geschichten“ erzählen ohne Umschweife aus den Gemütern der laxrosas jener Tage und bilden das Epizentrum ihres musikalischen Kraftfeldes. „Berliner Schraddelpop“ nennen sie das treffend. Woraus er sich speist, steht klipp und klar auf ihrer Homepage: „Laxrosa ist das musikalische Lebensgefühl unserer Generation, gedankenverloren und wütend, ein Chaos aus Realität und idealisierten Träumen.“
Träume zur Realität machen – und genau darüber singen, das ist das eigentliche laxrosa-Ding. Natürlich gehörten auch Live-Auftritte dazu, schon früh, in kaum bekannten Bars oder auf Stadtteilfesten. Manche endeten im Chaos, weil sie schon betrunken begannen. Später tauchten laxrosa auch mal auf den einschlägigen Bühnen von Magnet, Mudd, Knaack und Zapata auf.




