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Ludacris Biographie

Ludacris

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Fragt man Ludacris nach seinen Karriereplänen, dauert es nicht lange, und der energiegeladene Rapper mit der sanften Stimme legt los: „Ich mache das alles, um die Musik zu verändern. So sollten alle denken, die Musik machen. Ich bin hier, um die Welt zu verändern – oder, wie Tupac gesagt hat: um das Gehirn in Bewegung zu setzen, das wiederum die Welt verändert. Ich will mein Ding machen, ich will ich sein.“

Hört man dann sein neustes, mit Bass durchtränktes Bounce-Werk „The Red Light District“, wird einem schnell klar, dass sich der vielfach mit Platin geschmückte Artist nicht nur ein festes Ziel gesetzt, sondern es auch auf einen Schlag erreicht hat. Was auch sonst würde man von ihm, DEM Repräsentanten des Dirty-South erwarten? Denn Ludacris ist nicht nur ein Chart-Topper und Hitmacher geworden – von seinen Alben auf Def Jam South, namentlich „Back For The First Time“, „Word of Mouf“ und „Chicken N Beer“, wurden insgesamt über 10 Millionen Kopien verkauft – sondern hat auch eine Reihe von Erfolgen als einflussreicher Label-Boss, gefragter Gast-MC und angehender Filmstar gefeiert. In nur vier Jahren, die er im „Game“ ist, hat Ludacris bewiesen, wie man HipHop-Musik revolutionieren und sich selbst immer wieder neu erfinden kann. So macht er auf „The Red Light District“ genau da weiter, in krassester Luda-Manier.

Den ersten Eindruck liefert das nach vorne gehende „Get Back“. Während er all diejenigen, die sich ihm möglicherweise in den Weg stellen könnten, von vornherein warnt, schmeißt Ludacris gleich zu Beginn mit einer Verbalsalve um sich, die natürlich in seinem unnachahmbaren Flow abgefeuert wird. Wer vorher noch nicht ganz von seinem Talent überzeugt war, wird bei „Get Back“ gänzlich in die Knie gehen.

Natürlich wirft es Fragen auf, wenn man sein Album nach dem berüchtigten Sex- und Drogenzentrum von Amsterdam betitelt. „Ich denke, dass man den Leuten mit jedem Album etwas Neues präsentieren sollte, etwas, was sie noch nicht von einem wussten. Das war dieses Mal mein Plan. Und klar weiß ich, dass die Leute zuerst an den `Red Light District´ von Amsterdam denken werden – aber ich beziehe mich dabei eher auf eine allgemeine Einstellung. Es geht darum, dass man sich von jeglichen Auflagen befreit, tun und lassen kann, was man möchte. Ich bin auf dem Album persönlicher als zuvor: Ich rede über alles, über Gefühle, Geld-Geschichten, mein ganzes Leben. Ich habe Songs gemacht, die voll von Metaphern sind, habe Clubsongs, Songs für Frauen, Partysongs und Songs, die vom Reisen inspiriert sind, gemacht. Alles dreht sich um mein Leben. Daher denke ich auch, dass das hier mein bis dato bestes Album ist – ich wollte das schon immer machen.“

Ganz oben auf der To-Do-Liste von Ludacris steht, dass er mit seiner Fan-Base in Kontakt bleiben will. Aber er möchte auch neue Hörer für sich gewinnen. Er will einen Style kreieren, sich damit aber keinesfalls in ein selbstgebautes Gefängnis schließen. Schon immer hat Luda bewiesen, wie flexibel er ist: Er kann sich genauso mit dreckigen Straßenrappern messen, wie er mit Usher und dessen „Yeah“ an die Spitze der Charts stürmen kann. „Ich bin überzeugt davon, dass für mich Abwechslung absolut zentral ist. Ich brauch das, und die Leute brauchen das auch. Daher habe ich mich auch mit so vielen Künstlern zusammengetan. Ich wollte immer wieder was Neues machen.“

Doch die Aktivitäten von Ludacris gehen noch viel weiter, beschränken sich nicht nur auf das neue Album. So hat er z.B. als zentrales Mitglied (sowohl am Mikrofon als auch hinter den Kulissen) der Disturbing Tha Peace-Crew (was auch ein Label ist), Künstlern wie Fate, 1-20, Shawnna, Playaz Circle und Tity Boi weitergeholfen. Zu dieser Tätigkeit bei DTP gehört auch, dass er vor drei Jahren die Ludacris Foundation ins Leben gerufen hat. Die Aufgabe der Non-Profit-Organisation ist, jungen Menschen auf ihren Weg zu helfen, ihnen mögliche Wege zum Erfolg aufzuzeigen und sie auf die Zukunft vorzubereiten. Um das zu erreichen, werden von der Foundation Musik und andere Künste vereint, so dass die jungen Leute über diese Kanäle mit ihren Sicht- und Denkweisen konfrontiert werden. Für Ludacris, der schon vor sieben Jahren, als er noch DJ bei Atlantas berühmter Hot-97-Station war, sich von seiner sozialen Seite zeigte, ist diese Art des Zurückgebens stets wichtig gewesen: „Ich liebe es, mit Leuten zu arbeiten. Ich bin jemand, der gerne anderen hilft, damit sie sich danach selbst helfen können.“

Neben all diesen Exkursen hat sich Ludacris schon längst einen Namen auf einem anderen Gebiet gemacht: Nach den überschwänglichen Kritiken zu seiner Rolle in „2 Fast, 2 Furious“, werden schon bald zwei weitere Filme folgen, in denen man ihn sehen kann: „Hustle and Flow“, der von John Singleton produziert wurde, und „Crash“ mit Don Cheadle. Ludacris nimmt seinen Hang zur Schauspielerei dermaßen ernst, dass er als Schauspieler sogar unter seinem wirklichen Namen auftritt: Chris Bridges.

Schauspieler, Gönner, Label-Boss, Rapper, Star. Es wirkt so, als sei Ludacris auf jedem Gebiet, das er betritt, erfolgreich. Seine Fan-Base wächst. Mit „The Red Light District“ setzt er zum nächsten großen Wurf an: Mit Cleverness, wilder Energie, verbalen Schwergewichten, einer gesunden Portion Herz und einem sicheren Blick für seine Möglichkeiten. Fragt man ihn nach seiner Philosophie, klingt das folgendermaßen: „Ich sage den Leuten immer, dass es mir um Langlebigkeit geht. Wenn man so denkt, braucht man auch nicht in die Vergangenheit schauen. Ich blicke immer nach vorn. Ich weiß genau, dass ich im Bereich des HipHop zu den Auserwählten gehöre – und mich macht der Erfolg auch glücklich! Dennoch gibt es, wenn es um meine Zukunft geht, keine Grenzen. Auch wenn das hier inzwischen mein viertes Album ist – es fühlt sich nach wie vor wie der Anfang an. Da kommt noch mehr.“
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Am 29. September 2006 veröffentlicht Ludacris sein fünftes Album „Release Therapy“. Wie jeder Rapper seines Ranges hat er dort viele Freunde um sich geschart. Es sind natürlich nur die Besten. Am Mischpult: The Neptunes, Der & Vidal, Polow Da Don, The Runners und Kenjo. Am Mikrophon sind neben Diva Mary J. Blige, Pharrell Williams, Young Jeezy und R. Kelly die aufstrebenden Newcomer von seinem Disturbing Tha Peace-Label zu hören: Bobby Valentino, Shawnna, Shareefa & Field Mob. Auf der Vorabsingle „Money Maker“ wurde schon mal Kollege Pharrell aktiv: Er legte einen echten Neptunes-Beat unter das immer wieder schön-gerappte Thema von Frauen und Geld. Lange hatten die Fans auf das Wiedersehen gewartet. Die Neptunes produzierten bereits einen der ersten Ludacris-Hits: „Southern Hospitality“ vom regulären Debütalbum „Back For The First Time“ (2000). „Endlich konnten wir wieder Auge in Auge zusammenarbeiten. Mir reichte es langsam, die Beats von Pharrell immer nur per E-Mail zu bekommen“, pries Ludacris dem MTV-Reporter Shaheem Reid die Kollaboration.

- Viel Feind, viel Ehr -
Nun zu den Feinden. Jeder MC, der was auf sich hält, hat sie zuhauf und teilt in ihre Richtung aus. Aber Ludacris ist auf seinem neuen Album zu sehr Gentleman, um öffentlich schmutzige Wäsche zu waschen. Über die namenlosen Opfer seines Zorns wird selbstverständlich in amerikanischen Barbershops und in den täglichen Hip Hop-Radioshows spekuliert: Sind es immer noch die Manager von Pepsi-Cola, die Luda aus dem Vertrag schmissen, weil sie plötzlich merkten, dass er irgendwie doch nicht so jugendfreie Geschichten erzählte? Sind es die Kino-Kostverächter, die seinen Grammy-gekrönten Film „Crash“ nicht mochten. Oprah Winfrey, die 2006 den Schauspieler Ludacris („Crash“, „2 Fast 2 Furiuos“, „Hustle & Flow“) in ihre Show einlud, und dann live dem (immerhin mehrfach Grammy-dekorierten) Rapper Ludacris kräftig den Kopf wusch? Oder gar die nassforschen Jung-MCs Young Jeezy und T.I. aus Atlanta, mit denen Ludacris auf dem Track „War With God“ abrechnet? Hierzu erklärte Luda aber schon mal, dass er dort nicht sie „disst“, sondern sich selbst. Der Mann ist fähig zur Selbstkritik.

- Luda blickt in die Zukunft -
Ludacris hat sich für dieses Album sogar einen neuen Haarschnitt gegönnt. Die Markenzeichen-Zöpfe, die so genannten Cornrows sind einem Oberkurzhaarschnitt namens Fade gewichen. Sein neues Album wird der Zeit voraus sein, erklärt der 28jährige. „Ich könnte es auch 2010 veröffentlichen, es wäre genau am Puls der Zeit“, offenbart sein gesundes Selbstbewusstsein.

- Dreidimensionale Geschichten -
„Ich habe das Album mit „Release Therapy“ betitelt, weil ich weiß, was normale Leute alles in ihrem Alltagsleben durchmachen müssen. Mit meinem Album sollen sie das mal loslassen können. Es soll sie in ihrem Alltag ein bisschen therapieren. Musik ist Therapie.“
„Ich werde jetzt hier nicht lügen, ich habe genug Fehler gemacht“ schildert er weiter. „Ich kenne den Erfolg aber ich kenne auch Kummer und gegen-den-Strom-schwimmen. Die Balance zwischen diesen beiden Polen ist die Basis meiner neuen Platte. Zuerst dachte ich daran, ein Doppelalbum zu machen {á la Outkasts „Speakerboxxx/The Love Below}. Aber am Ende ist es echter, diese Dualität auf einer einzigen CD zu vereinen.“ Die Fans mögen nicht erschrecken. Natürlich bringt Ludacris´ Humor auch Leichtigkeit auf die Disc. „Ich zeige mich als die komplexe Person, die ich bin“, kommentiert er, „und das ist eine Balance zwischen vielen Dingen. Andere Rapper sind da zu eindimensional. Ich arbeite ständig daran, immer dreidimensionalere Geschichten zu erzählen und ich hoffe, das kommt auf dem neuen Album durch.“ Etwa auf dem Knasttrack „Do Your Time“, den er mit Bennie Segal, C-Murda and Pimp-C schrieb. Oder dem Heavy Metal-beeinflussten „Slap“, auf dem die Reime wie Faustschläge gegen Mauern knallen.

- Frauenversteher und Schlafzimmergangster -
Vor allem aber auf „Runaway Love“ featuring Mary J. Blige, einem Remake von Tupacs „Brenda´s Got A Baby“, einem Song über ein junges Mädchen, das von seinem betrunkenen Stiefvater verprügelt wird. „Gerade viele junge Frauen möchten heutzutage einfach nur noch wegrennen.“, erklärt Ludacris, „Sie sind gestresst, entweder innerlich oder weil sie zuviel Druck von Freunden, Familie oder vom Job bekommen. Beim Zuhören sollen sie einfach mal einen Moment aus diesem Alltag flüchten können.“ „Ich dachte viel an meine eigene Tochter, als ich „Runaway Love“ geschrieben habe“, erinnert er sich. „Eine Tochter zu haben, hat mich regelrecht dazu gezwungen, meinen Horizont zu erweitern und, gerade was Frauen betrifft, ein besserer Zuhörer zu werden. Auch wenn ich alles andere als perfekt bin, kann ich versuchen, der perfekte Vater zu sein.“ Den perfekten „Schlafzimmergangster“ gibt Luda dafür auf bereits oben erwähntem „Money Maker“. Und mit R. Kelly im Schlepptau lässt er auf „Woozy“ das Kind im Manne heraus.

- Dirrty Young Man -
Christopher Brian Bridges, der sich seinen Künstlernamen in Anspielung an das englische Adjektiv „ludicrous“ (Deutsch: lustig, lächerlich) zulegte, ist ein Selfmademan im Rapgame. Gemeinsam mit Outkast und Goodie Mob gehört er (nach den Geto Boys und Scarface) zur zweiten Generation der Dirrty South Bewegung. Mit der Single „What´s Your Fantasy“ (ein explizites Duett über sexuelle Fantasien) hob er 2000 die Hip Hop-Spielart aus dem US-amerikanischen Süden aufs nächste Level. Zahlreiche Imitatoren übertrieben seinen Stil, kamen aber nie an ihn heran.

- Das befreiende fünfte Album -
Im schnelllebigen Rapgame, in dem die meisten Künstler nicht über zwei Alben hinaus kommen, freut sich Ludacris, es schon auf fünf gebracht zu haben. Bis heute haben sich seine bisherigen vier Alben über zehn Millionen Mal verkauft. An der Seite von Usher und Ciara dominierte er mit „Yeah“ und „Oh“ die Billboard-Singlecharts.
„Mit jedem Album werde ich aussagekräftiger, sicherer, persönlicher“, erzählt der Mann, der immer noch alle in Grund und Boden „flowt“. „Und ich traue mir zu, immer mehr über genau das zu rappen, was mir wichtig ist. Manche wird erstaunen, was ich auf dem neuen Album sage. Ich lasse los, ich lasse es raus. Es ist nicht gut, die Dinge in sich aufzustauen.“ Ludacris unterschrieb vor sechs Jahren einen Plattenvertrag bei Def Jam über fünf Alben, den er jetzt erfüllt hat. Er hat mal damit geprahlt, dass ohne ihn das Label wohl pleite machen würde. „Ob ich weitermache, kann ich von jetzt ab selbst entscheiden“, kommentiert er abschließend.
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