Meat Loaf Biographie
Meat Loaf
Bereits im zarten Alter von neun Monaten wurde der in Dallas, Texas, geborene Michael Lee Aday auf den Namen ´Meat Loaf´ getauft. Als er auf der High School für die komische Rolle in einem Musical ausgewählt wurde, konnte man damals schon erahnen, daß aus diesem Meat Loaf etwas ganz besonderes werden sollte. Weit mehr als 50 Millionen Alben später ist aus dem von der New York Times betitelten ´Artist Formerly Known As Mr. Meat´ ein vielbeschäftigter Mann geworden.
Zum einen stellte er drei von Jim Steinman geschriebene Stücke für sein ´Greatest Hits´-Album, das im Oktober ´98 erschienen ist, fertig. So ´ganz nebenbei´ drehte er seine Rolle als ehemaliger, gegen den Krebs ankämpfenden Bodybuilder im Film ´The Fight Club´ ab, der im Herbst ´99 in den deutschen Kinos lief. In weiteren Rollen: Brad Pitt und Edward Norton; Regisseur: David Fincher.
Seit seinem Leinwand-Debut im Kultfilm ´The Rocky Horror Picture Show´ hat Meat Loaf es weit gebracht. Aber Meat, wie er in Kurzform von seinen Freunden genannt wird, läßt sich ungern in ein Klischee zwängen. ´Ich bin nie kleinlich gewesen´, betont er, ´weder was meine Größe betrifft, noch meinen Umfang, noch in sonst irgendeiner Art und Weise. Und das wird sich auch nicht ändern.´
Meat Loaf ist der Spitzenkandidat für den Titel des am ´härtesten arbeitenden Mannes im Showgeschäft´. Fünf weitere Filme sind bereits im Kasten, darunter ´The Mighty´ an der Seite von Sharon Stone, der im Oktober ´98 in den USA zu sehen war. Außerdem spielte Meat Loaf mit in Antonio Banderas´ Regie-Debut ´Crazy in Alabama´ mit Melanie Griffith und Rod Steiger als Hauptdarsteller; in ´Black Dog´ mit Patrick Swayze; in ´Outside Ozana´ mit Kevin Pollack, Penelope Ann Miller und Sherílyn Fenn und - last but not least – in ´Gun Shy´ mit Diane Lane.
Sein Terminplan würde weniger ausdauernde Menschen weit über ihre Belastbarkeitsgrenze bringen. Meat Loaf verdankt seine gute Kondition seinem früheren Football-Training, das ihm eine hervorragende Richtlinie für seine vielseitige Karriere mitgegeben hat. ´Es ist alles eine Frage der mentalen Konzentration und Intensität, mit der man an eine Sache herangeht. Beim Rock´n´Roll verbraucht man genauso viel Energie wie beim Football spielen. Ich lebe für den Moment. ´Bat Out Of Hell´ zum Beispiel habe ich schon unzählige Male gesungen, aber jedesmal ist es so, als wäre es das erste Mal. Oft werde ich von der Rockpresse verurteilt, weil ich als Schauspieler Platten mache – das tut man in der Regel als Filmkünstler nicht. Aber Jim Steinmans Songs sind so voller Leben; wir kommen beide vom Theater und das macht sich in den Liedern bemerkbar. Ich selbst war meist nie in den Situationen, von denen ich singe, aber welcher Schauspieler war das schon bei den Rollen, die er spielt und die auf der Leinwand zu sehen sind. Ich komme von der Michael Caine-Schule – wenn ich auf der Leinwand in einer Rolle zu sehen bin, möchte ich, daß man sich selbst darin erkennt. Und genauso sollte man sich in ein Lied hineinfühlen können.´
Denjenigen, die sich fragen, ob das Steinman-Material den hohen Ansprüchen des Meisters des melodramatischen Minischauspiels genügt, entgegnet Meat Loaf, dass ´No Matter What´ zum Beispiel einfach brilliant sei. "Dieses Stück ist einer meiner absoluten Favoriten, das beste, was ich jemals gesungen habe. ´Nothing Sacred´ – Musik von Jim Steinman, Text von Don Black – hat das Potential zu einer großartigen Nummer. Ich möchte sie in einer Art und Weise performen, dass man noch am nächsten Tag am Getränkeautomaten davon spricht."
Über ´A Kiss Is A Terrible Thing To Waste´ aus Steinmans Musicalproduktion ´Whistle Down The Wind´, das derzeit in Londons West End aufgeführt wird, sagt Meat Loaf schlicht und ergreifend: ´Dieser Song ist vollkommen. Wenn Du das Beste vom Besten erreichen möchtest – hier ist es.´
Meat Loaf kennt sich ein bisschen aus mit Spitzenleistungen. Sein erstes Album ´Bat Out Of Hell´ aus dem Jahre 1977 ist eines der fünf meistverkauften Alben in der Musikgeschichte (und darüberhinaus das erfolgreichste Debutalbum aller Zeiten). Es wurde insgesamt 30 Millionen mal verkauft, davon allein in den USA 16 Millionen mal. 1981 folgte die Platinplatte ´Dead Ringer´. Meat Loaf hat alles in allem weit über 50 Millionen Alben verkauft, wurde im Jahre 1993 mit dem Grammy in der Kategorie ´Best Rock Vocal´ für ´I´d Do Anything for Love (But I Won´t Do That)´ ausgezeichnet und hat mehrfach Platin für ´Bat Out Of Hell II´ erhalten. Nicht zu vergessen, dass diese beiden Tonträger 1993 die bestverkaufte Single und das bestverkaufte Album in England waren. Ein weiteres Platinalbum folgte zwei Jahre später mit ´Welcome To The Neighbourhood´ (1995).
Trotz des überwältigenden Erfolges ist Meat Loaf bescheiden geblieben und behauptet von sich selbst, dass er nur ´ein einfacher Arbeiter´ im Musikgeschäft ist. ´Das ist es, was ich bin. Ich nehme meine Arbeit sehr ernst, aber nicht das, was ich tue. Ich bin nicht notwendig – wie es Mütter, Lehrer oder Menschen, die heilen können, zum Beispiel sind.´ Tatsächlich sieht sich dieser Mann in Bezug auf seine Arbeit eher als optimistische Anti-Größe, sowohl im Aufnahmestudio als auch auf der Bühne: ´Mit mir läßt es sich angenehm arbeiten, ich bin nicht besonders launisch. Ich bin immer der erste, der da ist und arbeite dann so lange, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Allerdings wirft man mir oft vor, daß ich manchmal übertreibe, aber der Meinung bin ich nicht. Es ist nicht leicht, sich mit mir zu streiten, denn ich gehe keine Kompromisse ein.´ Besonders wenn es um seine Musik geht, ist Meat Loaf – wie er selbst zugibt – sehr egoistisch. ´Ich nehme die Scheiben nicht für irgendwelche anderen Leute auf. Ich mache vielleicht Platten, die andere mögen, aber zuallererst tue ich das für mich selbst. Wenn das dann jemandem gefällt, ist das ein schönes Extra. Wir sind in dieser Hinsicht immer wir selbst geblieben.´
Zum ´Greatest Hits´-Album machte der Ausnahmekünstler im Frühling eine achtwöchige Tour durch ganz Europa. ´So berauschend das Leben ´on the road´ auch ist, man vermisst sein Zuhause schon sehr´, sagt der Familienmensch, der seit 23 Jahren verheiratet ist und zwei inzwischen erwachsene Töchter großgezogen hat – auf die er besonders stolz ist, wenn man sieht, wie hervorragend sich die beiden entwickelt haben. ´Wenn man im Showbiz arbeitet, führt man ein ziemlich verrücktes Leben, und ich finde es wunderbar, daß meine Mädchen trotz alledem so erstaunlich bodenständig geworden sind.´
Als Künstler, der es geschafft hat, sich in einer der flatterhaftesten Branche überhaupt seine eigene Nische aufzubauen, weiß Meat Loaf sehr genau, dass er seine Karriere nicht den Kritikern zu verdanken hat, sondern seinen Fans. ´Wie das Sprichwort schon sagt - ´Schau nicht im Zorn zurück´ - so ist das auch bei mir. Ich hege gegen niemanden einen Groll. Ich habe nie als Taxifahrer oder Kellner arbeiten müssen. Ich habe in meinem Beruf bis jetzt jede Menge interessanter Leute getroffen, hatte dabei Spaß und habe viel Geld verdient und so wird es weitergehen. Ich bin nämlich noch nicht zufrieden. Wenn ich die vergangenen 30 Jahre zurückschaue, sehe ich eine Menge guter Arbeit, die aber noch verbesserungsfähig ist. Allerdings schaue ich selten zurück, sondern lieber nach vorne.´
Und jedesmal, wenn sich Meat Loaf dem Showbusiness-Kampf stellt, wird einem bewusst, wieviel Feuer noch in ihm steckt, das diesen phantastischsten aller Rockstars immer wieder an die Spitze der Charts treibt. ´Ich bin der Meinung, dass es bei weitem bessere Sänger und Schauspieler gibt als mich. Aber ich gehe meinen eigenen Weg und da tut sich immer wieder eine Abzweigung auf, in der ich der beste bin. Man hat allerdings ständig das Bedürfnis, sich selbst zu übertreffen. Das macht das Ganze ein wenig schwierig, zumal meine Konkurrenz ich selbst bin und die ist die härteste, die ich kenne.´ Im Klartext - Meat Loaf bleibt dran.
Mit freundlicher Erlaubnis von EMI Music Germany GmbH & Co. KG
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Im Jahr 1977 schrieb Meat Loaf mit der Veröffentlichung von Bat Out Of Hell Geschichte. Auf dem Album waren unter anderem die Smash-Hits „Paradise by the Dashboard Lights“, „Two Out of Three Ain’t Bad“ und „You Took the Words Right Out of My Mouth“ vertreten. Stolze sechzehn Jahre später schlug der Blitz ein zweites Mal ein: Mit Bat Out Of Hell II: Back Into Hell, auf dem sich einerseits der internationale Superhit „I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That)“ befand, und das Meat Loaf zugleich auch einen Grammy für die „Best Rock Vocal Solo Performance“ einbrachte. Insgesamt wurden weltweit von beiden Bat-Alben über 50 Millionen Einheiten verkauft. Somit wurde Bat Out Of Hell zu einer regelrechten Ausnahmeerscheinung der Musikwelt. Doch damit nicht genug: Dieser Tage wird eines der epischsten Abenteuer der Rockgeschichte zurückkehren – mit dem Ziel, eine begonnene Trilogie zu komplettieren.
Bat Out Of Hell III: The Monster Is Loose knüpft nicht nur bei denjenigen kreativen Höhenflügen an, die man auf den beiden Vorgängeralben genießen konnte – mehr noch: Das neue Album ist eine von Meat Loafs zugleich durchdachtesten, emotionalsten und persönlichsten Aufnahmen überhaupt geworden. „Mir war von Anfang an klar, dass ich buchstäblich nach den Sternen greifen müsste, dass eine Vollendung der Trilogie nicht möglich wäre, ohne mich dafür komplett aus dem Fenster zu lehnen. Andernfalls hätte ich mir die Idee von Bat Out Of Hell III gleich abschminken können“, beginnt Meat Loaf. „Diese besondere Fledermaus [Bat] führt nun mal ein Eigenleben, insofern kann man sich nicht vornehmen, eine noch bessere Platte aufzunehmen oder die alten Alben zu übertreffen. Vielmehr bleibt einem einzig die Möglichkeit, etwas Besonderes aus diesem Phänomen zu machen, denn viele der alten Songs haben die Leute zutiefst berührt. Dieses Mal hab ich mir darum zum Ziel gesetzt, mit jedem einzelnen Song eine solche Verbindung zu meinen Zuhörern aufzubauen.“
Das neue Album besticht mit demjenigen dramatischen Element der beiden Vorgänger, wie es auch die Eleganz und den Hang zu ausgereiften Melodien mit ihnen teilt und in die Jetztzeit überträgt. Und doch geht es noch einen Schritt weiter: Es ist vielschichtiger, dynamischer, zeichnet sich durch eine Reihe von Orchestrierungen und Instrumentierungen aus, die einem schlichtweg den Atem rauben. Bereits die erste Single des Albums, das von Jim Steinman geschriebene „It’s All Coming Back to Me Now“ ist ein absolut fesselndes Duett mit Marion Raven (einst ein Teil von M2M und seit geraumer Zeit ein internationaler Star). Es beeindruckt mit kraftvoll vorgetragenen Gefühlsbekundungen, während „Blind as a Bat“ mit einem eindringlichen Klavier, subtil eingesetzter Elektronik und tristen Geigern beginnt, um schließlich zu einer überdimensionalen Hymne anzuschwellen, die gleichermaßen Tränen und Adrenalin in Bewegung versetzt. Das Titelstück des Albums, von Nikki Sixx (Mötley Crüe), John 5 (Marilyn Manson) und dem Produzenten Desmond Child geschrieben, ist ein mit Industrial-Anklängen durchzogener Rocksong, der sich mit deftigen Gitarren und ratternden Schlagzeugparts überschlägt. Geige und Klavier-Klänge gesellen sich an die Seite von Meat Loafs Stimme, die zwischen unvermittelter Aggression und absoluter Verwundbarkeit oszilliert. Dank der aggressiven, absolut modernen Produktion reiht sich dieser Track sogar nahtlos in die Reihe derjenigen Songs ein, die man derzeit in Rockformaten im Radio hören kann.
„Insgesamt wollte ich eine sperrigere, eine rockigere Platte machen, als die beiden Bat-Vorgänger es gewesen waren“, beschreibt Meat Loaf sein neustes Werk. „Die Bat-Alben waren stets sehr stark auf das Klavier ausgerichtet – und das ist immer noch so, aber dieses Mal übernehmen auch die Gitarren einen viel größeren Part. Mir stand der Sinn schon länger nach härteren Platten, härter als diejenigen, die ich in der Vergangenheit gemacht habe. Meistens waren es dann meine Konzerte, auf denen ich diese Seite meiner Persönlichkeit ausleben konnte. Dieses Mal also ging’s mir darum, diesen Aspekt auf Platte zu bannen. Ich sagte mir, `Hey, lassen wir doch einfach mal die Rocksau raus´. Und so kam es dann. Anfangs hatte ich fast schon Angst davor.“
Um eine perfekte Synergie mit den beiden Bat Out Of Hell-Vorgängeralben zu erzielen, tat sich Meat Loaf erneut mit denjenigen Musikern zusammen, die ihm schon zuvor zur Seite gestanden hatten. Zunächst organisierte er sich sieben Songs von seinem Langzeit-Kollegen Jim Steinman, der das erste Bat-Album geschrieben und das zweite geschrieben und produziert hatte. Als nächstes meldete er sich bei Rundgren, dessen unglaubliche Produktion das erste Album maßgeblich geprägt hatte – auch er sollte am dritten Teil der Trilogie mitschreiben. Schließlich machte sich Meat Loaf auf die Suche nach einem geeigneten Produzenten. Nach anfänglichem Misserfolg tat er sich mit Desmond Child zusammen, der in der Vergangenheit bereits Hit-Singles für renommierte Künstler wie Kiss, Bon Jovi, Aerosmith, Cher oder Ricky Martin geschrieben hatte.
„Am Anfang machte ich mit Desmond voll auf cool, ich spielte den Harten“, lacht Meat Loaf heute verschmitzt. „Ich hatte ein Meeting mit ihm, und danach sagte ich: `Na ja, mal sehen. Wir unterhalten uns später.´ Insgeheim war ich aber superglücklich, dass er an der neuen Platte mitwirken wollte. Man konnte ihm ansehen, wie sehr es ihm in den Fingerspitzen juckte. Man sah ganz deutlich, dass es für ihn mehr war, als einfach nur noch ein weiteres Album zu produzieren. Für ihn war es ein Höhepunkt, darum war klar, dass er auch alles geben würde. Und das tat er dann ja auch.“
In der Tat war Child dermaßen enthusiastisch bei der Sache, dass Meat Loaf seine Entscheidung nahezu bereut hätte. Denn Child ist nicht nur ein absoluter Profi, sondern auch ein gnadenloser Perfektionist, der einen Sänger so lange in der Kabine sitzen lässt, bis er auch mit jeder einzelnen Note zufrieden ist.
„Ich dachte immer, dass Jim Steinman ein harter Hund sei – dass er alles so lange ausprobiert, bis es ihm perfekt erscheint“, berichtet Meat Loaf über die Arbeit am kommenden Album. „Nun, Desmond will alles noch perfekter, wobei ich mir gar nicht vorstellen konnte, dass das überhaupt möglich sei. Ich kann ohne Umschweife behaupten, dass ich zuvor noch nie so hart gearbeitet habe. Ich hatte für ungefähr vier Monate einen Gesangslehrer, und so etwas hatte ich in der Vergangenheit noch nie gemacht! Doch letztlich muss ich sagen, dass sich der ganze Aufstand tatsächlich gelohnt hat: Der Gesang klingt jetzt wirklich perfekt!“
Die erste Single von Bat Out Of Hell III: The Monster Is Loose ist das von Steinman geschriebene „It’s all Coming Back to Me“, das vor exakt zehn Jahren, im Jahr 1996, bereits Dion'>Celine Dion einen Riesenhit beschert hat. Und doch ist es keine wirkliche Cover-Version. Meat Loaf sagt nämlich, dass der Song schon immer seiner war.
„Das Stück sollte ursprünglich schon auf Bat Out Of Hell II vertreten sein“, erklärt er. „Ich wollte daraus ein Duett machen, aber Jimmy sagte, `Lass uns den Song doch für Bat III aufsparen.´ Also sparten wir uns den Song, doch irgendwann gaben wir ihn dann Celine Dion. Als wir dann aber mit der Arbeit am dritten Teil begannen, wollte ich das Stück unbedingt aufnehmen – schließlich war das der ursprüngliche Plan! Ich denke, dass unsere neue Version genügend Unterschiede zu der von Celine aufweist, von daher macht das Stück auch in diesem Kontext absolut Sinn.“
Auch wenn Steinman und Rundgren großen Einfluss auf Bat III ausübten, waren sie doch nicht die einzigen Mithelfer: Der mit einem Grammy ausgezeichnete Studiotechniker Greg Collins (U2, Gwen Stefani) stand zeitweise hinter dem Mischpult, David Campbell war für die Streichersektionen verantwortlich und der Bassist von Mötley Crüe, Nikki Sixx, sowie John 5 von Rob Zombie (ehemals bei Marilyn Manson) und der Gitarrengott Steve Vai kamen auch hinzu, um beim Songwriting auszuhelfen. Vai ist auf dem Album auch an der Gitarre zu hören, wie auch John 5 und der Session-Gitarrist John Shanks, wobei das kurze Gastspiel (im Fall von „Bad For Good“) von Brian May, dem Queen-Gitarristen, sicherlich die größte Überraschung ist.
„Er kam vorbei, und als er mit dem Spielen begann, bekam ich den Mund nicht mehr zu“, beginnt Meat Loaf. „Er spielte nicht einfach nur irgendeine Session; nein, er saß da und sagte mit seiner Gitarre, `Yeah, ich bin Brian May – so klinge nur ich!´ Das war ein wirklich unglaubliches Erlebnis, wie übrigens der gesamte Aufnahmeprozess. Keinen Moment fühlte es sich wie eine reine Studiosituation an. Alle spielten stattdessen immer so, als wären wir eine eingeschworene Band – ein Bandprojekt, dessen Kopf Desmond Child heißt. Es kamen alle möglichen Stimmungen und Gefühle ans Tageslicht, und es war einfach nur beeindruckend, sich dieses Spektakel anzuschauen!“
Einer der Gründe dafür, dass auch Meat Loaf über die Jahre in den höchsten Tönen gelobt wurde, ist, dass auch er jemand ist, dem man gerne bei der Arbeit zuschaut. Er kam in Dallas, Texas, zur Welt und gründete im Jahr 1967 eine Band namens Meat Loaf Soul. Sein Durchbruch kam allerdings nicht mit dieser Band, sondern mit einer Rolle im Musical Hair, das an der Westküste aufgeführt wurde. Als nächstes war er in einer kleinen Produktion in einer Seitenstraße des Broadway zu sehen (Rainbow), landete dann eine Rolle in More Than You Deserve, einem Musical, dass ein gewisser Pianist namens Jim Steinman geschrieben hatte. Nach seinem legendären Auftritt in dem Film The Rocky Horror Picture Show, begann Meat Loaf mit Steinman an Songs zu arbeiten: Was ursprünglich als eine moderne Adaption von Peter Pan geplant war, entwickelte sich im Jahr 1977 dann zu Bat Out Of Hell.
Mit besagtem Album wurde Meat Loaf im Handumdrehen zu einem Star. Trotzdem arbeitete er nicht mit Steinman weiter, sondern veröffentlichte eine Handvoll eigener Alben, die mehr oder weniger gut ankamen. Im Jahr 1993 tat er sich dann wieder mit Steinman zusammen, um an Bat Out Of Hell II: Back Into Hell zu arbeiten. Sie nahmen all den Bombast und die melodramatischen Züge das Vorgängers auf und hievten die Bat-Idee auf das nächsthöhere Level. Zwei Jahre später meldete sich Meat Loaf dann bereits mit Welcome To The Neighborhood zurück, gefolgt von seiner Live-Retrospektive Live Around The World, die 1996 erschien. 2003 folgte Couldn’t Have Said It Better, auf dem bereits vier Kollaborationen mit Nikki Sixx vertreten waren.
Auch wenn es sicherlich den Eindruck erwecken mag, dass Meat Loaf für Bat Out Of Hell III erst kürzlich in die Welt seiner beiden Klassiker-Alben zurückgekehrt ist, lässt sich die Entstehungsgeschichte des neuen Albums bis in das Jahr 1991 zurückverfolgen. Da nämlich hatte er gerade mit der Arbeit an Bat II begonnen. Damals schon äußerte Steinman, dass dieses Projekt zu überragend sei, um nur zwei Alben zu machen. Also legten sie schon vor inzwischen 15 Jahren fest, dass ihre Trilogie im Jahr 2003 zu einem Ende kommen sollte. Doch als Meat Loaf dann nach der Jahrtausendwende mit der Arbeit am dritten Teil beginnen wollte, hatte Steinman gerade einen Schlaganfall erlitten und war mit seiner Therapie beschäftigt. Zudem gab es auch rechtliche Probleme, die Steinman zunächst von der Mitarbeit abhielten (und die inzwischen natürlich geklärt sind). Also begann Meat Loaf im Jahr 2003 damit, sich eine Reihe von Songschreibern und Musikern auszusuchen – im Oktober 2005 begann er dann mit Child die eigentlichen Aufnahmen. Das Team arbeitete mit fünf Tontechnikern in drei unterschiedlichen Studios. In weniger als zwölf Monaten war Bat III dann im Kasten.
„Für eine Bat Out Of Hell-Platte ist das unglaublich schnell“, berichtet Meat Loaf. „Für die anderen beiden haben wir zwischen anderthalb und zweieinhalb Jahren gebraucht! Aber dieses Mal war da diese Magie, die alles erleichtert hat. Es gab kaum Hindernisse, und die Leute kamen einfach vorbei und spielten grandiose Parts ein – sie haben wirklich phantastische Arbeit geleistet! Wenn man im Studio sitzt und gerade an einem neuen Album arbeitet, da gibt es manchmal diesen Moment, an dem alles zusammenkommt, wo einfach alles passt und jeder Griff sitzt. Fast schon wie Zauberei. Und dieses Mal hatten wir diesen Zustand konstant!“
Doch für Meat Loaf liegt der entscheidende Unterschied zu den beiden Vorgängern nicht im Klang oder in der Zeitspanne, die er für die Arbeit gebraucht hat. Der deutlichste Unterschied ist sein persönlicher Ansatz: Wie er mit seiner Stimme umgeht, wie er jegliche Stimmung artikuliert und die Platte zu einem zutiefst leidenschaftlichen und persönlichen Werk abrundet.
„Auf den anderen beiden Alben ging es immer um Figuren, um Charaktere, die ich verkörpert habe. Dieses Mal geht es nur um mein wirkliches Ich“, erklärt er. „Früher habe ich mir tatsächlich immer die Personen vorgestellt, in deren Haut ich während des Singens gerade geschlüpft bin. Mal waren es Teenager, manchmal sogar Frauen. Wenn ich meine Augen dann geschlossen hatte, war ihr Bild noch immer da. Dieses Mal jedoch gab’s das alles nicht. Es ging nur um die Dinge, die in mir geschahen – die mussten raus.“
Das Resultat dieses Ansatzes ist ein weites Spektrum von Ausdrucksweisen und Gefühlen, die allesamt in einem fast schon filmischen Rahmen eingefasst sind. Die neuen Songs sind zugleich realitätsfern und tief empfunden. Ob es sich nun um das vor Liebeskummer vergehende „Cry Over Me“ oder das nach einer Psychose klingende „Land of the Pigs (The Butcher is King)“ handelt – Bat Out Of Hell III: The Monster Is Loose ist durchweg episch, bezaubernd und kulminierend. Es ist ein mehr als angemessener Abschluss für eine einzigartige Trilogie... Oder etwa nicht?
„Vor kurzem sprach mich jemand auf die Möglichkeit an, ein Bat IV-Album zu machen. Ich habe einfach nur gelacht.“, sagt Meat Loaf abschließend. „Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht sind wir fertig. Sobald ich mit der Arbeit an einer Bat-Platte beginne, bestimmt sie mein komplettes Leben. Sie treibt mich an, motiviert mich immer wieder. Und doch kann ich mir nur schwerlich vorstellen, noch einen draufzusetzen. Momentan bin ich einfach nur wahnsinnig froh über den dritten Teil.“
Zum einen stellte er drei von Jim Steinman geschriebene Stücke für sein ´Greatest Hits´-Album, das im Oktober ´98 erschienen ist, fertig. So ´ganz nebenbei´ drehte er seine Rolle als ehemaliger, gegen den Krebs ankämpfenden Bodybuilder im Film ´The Fight Club´ ab, der im Herbst ´99 in den deutschen Kinos lief. In weiteren Rollen: Brad Pitt und Edward Norton; Regisseur: David Fincher.
Seit seinem Leinwand-Debut im Kultfilm ´The Rocky Horror Picture Show´ hat Meat Loaf es weit gebracht. Aber Meat, wie er in Kurzform von seinen Freunden genannt wird, läßt sich ungern in ein Klischee zwängen. ´Ich bin nie kleinlich gewesen´, betont er, ´weder was meine Größe betrifft, noch meinen Umfang, noch in sonst irgendeiner Art und Weise. Und das wird sich auch nicht ändern.´
Meat Loaf ist der Spitzenkandidat für den Titel des am ´härtesten arbeitenden Mannes im Showgeschäft´. Fünf weitere Filme sind bereits im Kasten, darunter ´The Mighty´ an der Seite von Sharon Stone, der im Oktober ´98 in den USA zu sehen war. Außerdem spielte Meat Loaf mit in Antonio Banderas´ Regie-Debut ´Crazy in Alabama´ mit Melanie Griffith und Rod Steiger als Hauptdarsteller; in ´Black Dog´ mit Patrick Swayze; in ´Outside Ozana´ mit Kevin Pollack, Penelope Ann Miller und Sherílyn Fenn und - last but not least – in ´Gun Shy´ mit Diane Lane.
Sein Terminplan würde weniger ausdauernde Menschen weit über ihre Belastbarkeitsgrenze bringen. Meat Loaf verdankt seine gute Kondition seinem früheren Football-Training, das ihm eine hervorragende Richtlinie für seine vielseitige Karriere mitgegeben hat. ´Es ist alles eine Frage der mentalen Konzentration und Intensität, mit der man an eine Sache herangeht. Beim Rock´n´Roll verbraucht man genauso viel Energie wie beim Football spielen. Ich lebe für den Moment. ´Bat Out Of Hell´ zum Beispiel habe ich schon unzählige Male gesungen, aber jedesmal ist es so, als wäre es das erste Mal. Oft werde ich von der Rockpresse verurteilt, weil ich als Schauspieler Platten mache – das tut man in der Regel als Filmkünstler nicht. Aber Jim Steinmans Songs sind so voller Leben; wir kommen beide vom Theater und das macht sich in den Liedern bemerkbar. Ich selbst war meist nie in den Situationen, von denen ich singe, aber welcher Schauspieler war das schon bei den Rollen, die er spielt und die auf der Leinwand zu sehen sind. Ich komme von der Michael Caine-Schule – wenn ich auf der Leinwand in einer Rolle zu sehen bin, möchte ich, daß man sich selbst darin erkennt. Und genauso sollte man sich in ein Lied hineinfühlen können.´
Denjenigen, die sich fragen, ob das Steinman-Material den hohen Ansprüchen des Meisters des melodramatischen Minischauspiels genügt, entgegnet Meat Loaf, dass ´No Matter What´ zum Beispiel einfach brilliant sei. "Dieses Stück ist einer meiner absoluten Favoriten, das beste, was ich jemals gesungen habe. ´Nothing Sacred´ – Musik von Jim Steinman, Text von Don Black – hat das Potential zu einer großartigen Nummer. Ich möchte sie in einer Art und Weise performen, dass man noch am nächsten Tag am Getränkeautomaten davon spricht."
Über ´A Kiss Is A Terrible Thing To Waste´ aus Steinmans Musicalproduktion ´Whistle Down The Wind´, das derzeit in Londons West End aufgeführt wird, sagt Meat Loaf schlicht und ergreifend: ´Dieser Song ist vollkommen. Wenn Du das Beste vom Besten erreichen möchtest – hier ist es.´
Meat Loaf kennt sich ein bisschen aus mit Spitzenleistungen. Sein erstes Album ´Bat Out Of Hell´ aus dem Jahre 1977 ist eines der fünf meistverkauften Alben in der Musikgeschichte (und darüberhinaus das erfolgreichste Debutalbum aller Zeiten). Es wurde insgesamt 30 Millionen mal verkauft, davon allein in den USA 16 Millionen mal. 1981 folgte die Platinplatte ´Dead Ringer´. Meat Loaf hat alles in allem weit über 50 Millionen Alben verkauft, wurde im Jahre 1993 mit dem Grammy in der Kategorie ´Best Rock Vocal´ für ´I´d Do Anything for Love (But I Won´t Do That)´ ausgezeichnet und hat mehrfach Platin für ´Bat Out Of Hell II´ erhalten. Nicht zu vergessen, dass diese beiden Tonträger 1993 die bestverkaufte Single und das bestverkaufte Album in England waren. Ein weiteres Platinalbum folgte zwei Jahre später mit ´Welcome To The Neighbourhood´ (1995).
Trotz des überwältigenden Erfolges ist Meat Loaf bescheiden geblieben und behauptet von sich selbst, dass er nur ´ein einfacher Arbeiter´ im Musikgeschäft ist. ´Das ist es, was ich bin. Ich nehme meine Arbeit sehr ernst, aber nicht das, was ich tue. Ich bin nicht notwendig – wie es Mütter, Lehrer oder Menschen, die heilen können, zum Beispiel sind.´ Tatsächlich sieht sich dieser Mann in Bezug auf seine Arbeit eher als optimistische Anti-Größe, sowohl im Aufnahmestudio als auch auf der Bühne: ´Mit mir läßt es sich angenehm arbeiten, ich bin nicht besonders launisch. Ich bin immer der erste, der da ist und arbeite dann so lange, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Allerdings wirft man mir oft vor, daß ich manchmal übertreibe, aber der Meinung bin ich nicht. Es ist nicht leicht, sich mit mir zu streiten, denn ich gehe keine Kompromisse ein.´ Besonders wenn es um seine Musik geht, ist Meat Loaf – wie er selbst zugibt – sehr egoistisch. ´Ich nehme die Scheiben nicht für irgendwelche anderen Leute auf. Ich mache vielleicht Platten, die andere mögen, aber zuallererst tue ich das für mich selbst. Wenn das dann jemandem gefällt, ist das ein schönes Extra. Wir sind in dieser Hinsicht immer wir selbst geblieben.´
Zum ´Greatest Hits´-Album machte der Ausnahmekünstler im Frühling eine achtwöchige Tour durch ganz Europa. ´So berauschend das Leben ´on the road´ auch ist, man vermisst sein Zuhause schon sehr´, sagt der Familienmensch, der seit 23 Jahren verheiratet ist und zwei inzwischen erwachsene Töchter großgezogen hat – auf die er besonders stolz ist, wenn man sieht, wie hervorragend sich die beiden entwickelt haben. ´Wenn man im Showbiz arbeitet, führt man ein ziemlich verrücktes Leben, und ich finde es wunderbar, daß meine Mädchen trotz alledem so erstaunlich bodenständig geworden sind.´
Als Künstler, der es geschafft hat, sich in einer der flatterhaftesten Branche überhaupt seine eigene Nische aufzubauen, weiß Meat Loaf sehr genau, dass er seine Karriere nicht den Kritikern zu verdanken hat, sondern seinen Fans. ´Wie das Sprichwort schon sagt - ´Schau nicht im Zorn zurück´ - so ist das auch bei mir. Ich hege gegen niemanden einen Groll. Ich habe nie als Taxifahrer oder Kellner arbeiten müssen. Ich habe in meinem Beruf bis jetzt jede Menge interessanter Leute getroffen, hatte dabei Spaß und habe viel Geld verdient und so wird es weitergehen. Ich bin nämlich noch nicht zufrieden. Wenn ich die vergangenen 30 Jahre zurückschaue, sehe ich eine Menge guter Arbeit, die aber noch verbesserungsfähig ist. Allerdings schaue ich selten zurück, sondern lieber nach vorne.´
Und jedesmal, wenn sich Meat Loaf dem Showbusiness-Kampf stellt, wird einem bewusst, wieviel Feuer noch in ihm steckt, das diesen phantastischsten aller Rockstars immer wieder an die Spitze der Charts treibt. ´Ich bin der Meinung, dass es bei weitem bessere Sänger und Schauspieler gibt als mich. Aber ich gehe meinen eigenen Weg und da tut sich immer wieder eine Abzweigung auf, in der ich der beste bin. Man hat allerdings ständig das Bedürfnis, sich selbst zu übertreffen. Das macht das Ganze ein wenig schwierig, zumal meine Konkurrenz ich selbst bin und die ist die härteste, die ich kenne.´ Im Klartext - Meat Loaf bleibt dran.
Mit freundlicher Erlaubnis von EMI Music Germany GmbH & Co. KG
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Im Jahr 1977 schrieb Meat Loaf mit der Veröffentlichung von Bat Out Of Hell Geschichte. Auf dem Album waren unter anderem die Smash-Hits „Paradise by the Dashboard Lights“, „Two Out of Three Ain’t Bad“ und „You Took the Words Right Out of My Mouth“ vertreten. Stolze sechzehn Jahre später schlug der Blitz ein zweites Mal ein: Mit Bat Out Of Hell II: Back Into Hell, auf dem sich einerseits der internationale Superhit „I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That)“ befand, und das Meat Loaf zugleich auch einen Grammy für die „Best Rock Vocal Solo Performance“ einbrachte. Insgesamt wurden weltweit von beiden Bat-Alben über 50 Millionen Einheiten verkauft. Somit wurde Bat Out Of Hell zu einer regelrechten Ausnahmeerscheinung der Musikwelt. Doch damit nicht genug: Dieser Tage wird eines der epischsten Abenteuer der Rockgeschichte zurückkehren – mit dem Ziel, eine begonnene Trilogie zu komplettieren.
Bat Out Of Hell III: The Monster Is Loose knüpft nicht nur bei denjenigen kreativen Höhenflügen an, die man auf den beiden Vorgängeralben genießen konnte – mehr noch: Das neue Album ist eine von Meat Loafs zugleich durchdachtesten, emotionalsten und persönlichsten Aufnahmen überhaupt geworden. „Mir war von Anfang an klar, dass ich buchstäblich nach den Sternen greifen müsste, dass eine Vollendung der Trilogie nicht möglich wäre, ohne mich dafür komplett aus dem Fenster zu lehnen. Andernfalls hätte ich mir die Idee von Bat Out Of Hell III gleich abschminken können“, beginnt Meat Loaf. „Diese besondere Fledermaus [Bat] führt nun mal ein Eigenleben, insofern kann man sich nicht vornehmen, eine noch bessere Platte aufzunehmen oder die alten Alben zu übertreffen. Vielmehr bleibt einem einzig die Möglichkeit, etwas Besonderes aus diesem Phänomen zu machen, denn viele der alten Songs haben die Leute zutiefst berührt. Dieses Mal hab ich mir darum zum Ziel gesetzt, mit jedem einzelnen Song eine solche Verbindung zu meinen Zuhörern aufzubauen.“
Das neue Album besticht mit demjenigen dramatischen Element der beiden Vorgänger, wie es auch die Eleganz und den Hang zu ausgereiften Melodien mit ihnen teilt und in die Jetztzeit überträgt. Und doch geht es noch einen Schritt weiter: Es ist vielschichtiger, dynamischer, zeichnet sich durch eine Reihe von Orchestrierungen und Instrumentierungen aus, die einem schlichtweg den Atem rauben. Bereits die erste Single des Albums, das von Jim Steinman geschriebene „It’s All Coming Back to Me Now“ ist ein absolut fesselndes Duett mit Marion Raven (einst ein Teil von M2M und seit geraumer Zeit ein internationaler Star). Es beeindruckt mit kraftvoll vorgetragenen Gefühlsbekundungen, während „Blind as a Bat“ mit einem eindringlichen Klavier, subtil eingesetzter Elektronik und tristen Geigern beginnt, um schließlich zu einer überdimensionalen Hymne anzuschwellen, die gleichermaßen Tränen und Adrenalin in Bewegung versetzt. Das Titelstück des Albums, von Nikki Sixx (Mötley Crüe), John 5 (Marilyn Manson) und dem Produzenten Desmond Child geschrieben, ist ein mit Industrial-Anklängen durchzogener Rocksong, der sich mit deftigen Gitarren und ratternden Schlagzeugparts überschlägt. Geige und Klavier-Klänge gesellen sich an die Seite von Meat Loafs Stimme, die zwischen unvermittelter Aggression und absoluter Verwundbarkeit oszilliert. Dank der aggressiven, absolut modernen Produktion reiht sich dieser Track sogar nahtlos in die Reihe derjenigen Songs ein, die man derzeit in Rockformaten im Radio hören kann.
„Insgesamt wollte ich eine sperrigere, eine rockigere Platte machen, als die beiden Bat-Vorgänger es gewesen waren“, beschreibt Meat Loaf sein neustes Werk. „Die Bat-Alben waren stets sehr stark auf das Klavier ausgerichtet – und das ist immer noch so, aber dieses Mal übernehmen auch die Gitarren einen viel größeren Part. Mir stand der Sinn schon länger nach härteren Platten, härter als diejenigen, die ich in der Vergangenheit gemacht habe. Meistens waren es dann meine Konzerte, auf denen ich diese Seite meiner Persönlichkeit ausleben konnte. Dieses Mal also ging’s mir darum, diesen Aspekt auf Platte zu bannen. Ich sagte mir, `Hey, lassen wir doch einfach mal die Rocksau raus´. Und so kam es dann. Anfangs hatte ich fast schon Angst davor.“
Um eine perfekte Synergie mit den beiden Bat Out Of Hell-Vorgängeralben zu erzielen, tat sich Meat Loaf erneut mit denjenigen Musikern zusammen, die ihm schon zuvor zur Seite gestanden hatten. Zunächst organisierte er sich sieben Songs von seinem Langzeit-Kollegen Jim Steinman, der das erste Bat-Album geschrieben und das zweite geschrieben und produziert hatte. Als nächstes meldete er sich bei Rundgren, dessen unglaubliche Produktion das erste Album maßgeblich geprägt hatte – auch er sollte am dritten Teil der Trilogie mitschreiben. Schließlich machte sich Meat Loaf auf die Suche nach einem geeigneten Produzenten. Nach anfänglichem Misserfolg tat er sich mit Desmond Child zusammen, der in der Vergangenheit bereits Hit-Singles für renommierte Künstler wie Kiss, Bon Jovi, Aerosmith, Cher oder Ricky Martin geschrieben hatte.
„Am Anfang machte ich mit Desmond voll auf cool, ich spielte den Harten“, lacht Meat Loaf heute verschmitzt. „Ich hatte ein Meeting mit ihm, und danach sagte ich: `Na ja, mal sehen. Wir unterhalten uns später.´ Insgeheim war ich aber superglücklich, dass er an der neuen Platte mitwirken wollte. Man konnte ihm ansehen, wie sehr es ihm in den Fingerspitzen juckte. Man sah ganz deutlich, dass es für ihn mehr war, als einfach nur noch ein weiteres Album zu produzieren. Für ihn war es ein Höhepunkt, darum war klar, dass er auch alles geben würde. Und das tat er dann ja auch.“
In der Tat war Child dermaßen enthusiastisch bei der Sache, dass Meat Loaf seine Entscheidung nahezu bereut hätte. Denn Child ist nicht nur ein absoluter Profi, sondern auch ein gnadenloser Perfektionist, der einen Sänger so lange in der Kabine sitzen lässt, bis er auch mit jeder einzelnen Note zufrieden ist.
„Ich dachte immer, dass Jim Steinman ein harter Hund sei – dass er alles so lange ausprobiert, bis es ihm perfekt erscheint“, berichtet Meat Loaf über die Arbeit am kommenden Album. „Nun, Desmond will alles noch perfekter, wobei ich mir gar nicht vorstellen konnte, dass das überhaupt möglich sei. Ich kann ohne Umschweife behaupten, dass ich zuvor noch nie so hart gearbeitet habe. Ich hatte für ungefähr vier Monate einen Gesangslehrer, und so etwas hatte ich in der Vergangenheit noch nie gemacht! Doch letztlich muss ich sagen, dass sich der ganze Aufstand tatsächlich gelohnt hat: Der Gesang klingt jetzt wirklich perfekt!“
Die erste Single von Bat Out Of Hell III: The Monster Is Loose ist das von Steinman geschriebene „It’s all Coming Back to Me“, das vor exakt zehn Jahren, im Jahr 1996, bereits Dion'>Celine Dion einen Riesenhit beschert hat. Und doch ist es keine wirkliche Cover-Version. Meat Loaf sagt nämlich, dass der Song schon immer seiner war.
„Das Stück sollte ursprünglich schon auf Bat Out Of Hell II vertreten sein“, erklärt er. „Ich wollte daraus ein Duett machen, aber Jimmy sagte, `Lass uns den Song doch für Bat III aufsparen.´ Also sparten wir uns den Song, doch irgendwann gaben wir ihn dann Celine Dion. Als wir dann aber mit der Arbeit am dritten Teil begannen, wollte ich das Stück unbedingt aufnehmen – schließlich war das der ursprüngliche Plan! Ich denke, dass unsere neue Version genügend Unterschiede zu der von Celine aufweist, von daher macht das Stück auch in diesem Kontext absolut Sinn.“
Auch wenn Steinman und Rundgren großen Einfluss auf Bat III ausübten, waren sie doch nicht die einzigen Mithelfer: Der mit einem Grammy ausgezeichnete Studiotechniker Greg Collins (U2, Gwen Stefani) stand zeitweise hinter dem Mischpult, David Campbell war für die Streichersektionen verantwortlich und der Bassist von Mötley Crüe, Nikki Sixx, sowie John 5 von Rob Zombie (ehemals bei Marilyn Manson) und der Gitarrengott Steve Vai kamen auch hinzu, um beim Songwriting auszuhelfen. Vai ist auf dem Album auch an der Gitarre zu hören, wie auch John 5 und der Session-Gitarrist John Shanks, wobei das kurze Gastspiel (im Fall von „Bad For Good“) von Brian May, dem Queen-Gitarristen, sicherlich die größte Überraschung ist.
„Er kam vorbei, und als er mit dem Spielen begann, bekam ich den Mund nicht mehr zu“, beginnt Meat Loaf. „Er spielte nicht einfach nur irgendeine Session; nein, er saß da und sagte mit seiner Gitarre, `Yeah, ich bin Brian May – so klinge nur ich!´ Das war ein wirklich unglaubliches Erlebnis, wie übrigens der gesamte Aufnahmeprozess. Keinen Moment fühlte es sich wie eine reine Studiosituation an. Alle spielten stattdessen immer so, als wären wir eine eingeschworene Band – ein Bandprojekt, dessen Kopf Desmond Child heißt. Es kamen alle möglichen Stimmungen und Gefühle ans Tageslicht, und es war einfach nur beeindruckend, sich dieses Spektakel anzuschauen!“
Einer der Gründe dafür, dass auch Meat Loaf über die Jahre in den höchsten Tönen gelobt wurde, ist, dass auch er jemand ist, dem man gerne bei der Arbeit zuschaut. Er kam in Dallas, Texas, zur Welt und gründete im Jahr 1967 eine Band namens Meat Loaf Soul. Sein Durchbruch kam allerdings nicht mit dieser Band, sondern mit einer Rolle im Musical Hair, das an der Westküste aufgeführt wurde. Als nächstes war er in einer kleinen Produktion in einer Seitenstraße des Broadway zu sehen (Rainbow), landete dann eine Rolle in More Than You Deserve, einem Musical, dass ein gewisser Pianist namens Jim Steinman geschrieben hatte. Nach seinem legendären Auftritt in dem Film The Rocky Horror Picture Show, begann Meat Loaf mit Steinman an Songs zu arbeiten: Was ursprünglich als eine moderne Adaption von Peter Pan geplant war, entwickelte sich im Jahr 1977 dann zu Bat Out Of Hell.
Mit besagtem Album wurde Meat Loaf im Handumdrehen zu einem Star. Trotzdem arbeitete er nicht mit Steinman weiter, sondern veröffentlichte eine Handvoll eigener Alben, die mehr oder weniger gut ankamen. Im Jahr 1993 tat er sich dann wieder mit Steinman zusammen, um an Bat Out Of Hell II: Back Into Hell zu arbeiten. Sie nahmen all den Bombast und die melodramatischen Züge das Vorgängers auf und hievten die Bat-Idee auf das nächsthöhere Level. Zwei Jahre später meldete sich Meat Loaf dann bereits mit Welcome To The Neighborhood zurück, gefolgt von seiner Live-Retrospektive Live Around The World, die 1996 erschien. 2003 folgte Couldn’t Have Said It Better, auf dem bereits vier Kollaborationen mit Nikki Sixx vertreten waren.
Auch wenn es sicherlich den Eindruck erwecken mag, dass Meat Loaf für Bat Out Of Hell III erst kürzlich in die Welt seiner beiden Klassiker-Alben zurückgekehrt ist, lässt sich die Entstehungsgeschichte des neuen Albums bis in das Jahr 1991 zurückverfolgen. Da nämlich hatte er gerade mit der Arbeit an Bat II begonnen. Damals schon äußerte Steinman, dass dieses Projekt zu überragend sei, um nur zwei Alben zu machen. Also legten sie schon vor inzwischen 15 Jahren fest, dass ihre Trilogie im Jahr 2003 zu einem Ende kommen sollte. Doch als Meat Loaf dann nach der Jahrtausendwende mit der Arbeit am dritten Teil beginnen wollte, hatte Steinman gerade einen Schlaganfall erlitten und war mit seiner Therapie beschäftigt. Zudem gab es auch rechtliche Probleme, die Steinman zunächst von der Mitarbeit abhielten (und die inzwischen natürlich geklärt sind). Also begann Meat Loaf im Jahr 2003 damit, sich eine Reihe von Songschreibern und Musikern auszusuchen – im Oktober 2005 begann er dann mit Child die eigentlichen Aufnahmen. Das Team arbeitete mit fünf Tontechnikern in drei unterschiedlichen Studios. In weniger als zwölf Monaten war Bat III dann im Kasten.
„Für eine Bat Out Of Hell-Platte ist das unglaublich schnell“, berichtet Meat Loaf. „Für die anderen beiden haben wir zwischen anderthalb und zweieinhalb Jahren gebraucht! Aber dieses Mal war da diese Magie, die alles erleichtert hat. Es gab kaum Hindernisse, und die Leute kamen einfach vorbei und spielten grandiose Parts ein – sie haben wirklich phantastische Arbeit geleistet! Wenn man im Studio sitzt und gerade an einem neuen Album arbeitet, da gibt es manchmal diesen Moment, an dem alles zusammenkommt, wo einfach alles passt und jeder Griff sitzt. Fast schon wie Zauberei. Und dieses Mal hatten wir diesen Zustand konstant!“
Doch für Meat Loaf liegt der entscheidende Unterschied zu den beiden Vorgängern nicht im Klang oder in der Zeitspanne, die er für die Arbeit gebraucht hat. Der deutlichste Unterschied ist sein persönlicher Ansatz: Wie er mit seiner Stimme umgeht, wie er jegliche Stimmung artikuliert und die Platte zu einem zutiefst leidenschaftlichen und persönlichen Werk abrundet.
„Auf den anderen beiden Alben ging es immer um Figuren, um Charaktere, die ich verkörpert habe. Dieses Mal geht es nur um mein wirkliches Ich“, erklärt er. „Früher habe ich mir tatsächlich immer die Personen vorgestellt, in deren Haut ich während des Singens gerade geschlüpft bin. Mal waren es Teenager, manchmal sogar Frauen. Wenn ich meine Augen dann geschlossen hatte, war ihr Bild noch immer da. Dieses Mal jedoch gab’s das alles nicht. Es ging nur um die Dinge, die in mir geschahen – die mussten raus.“
Das Resultat dieses Ansatzes ist ein weites Spektrum von Ausdrucksweisen und Gefühlen, die allesamt in einem fast schon filmischen Rahmen eingefasst sind. Die neuen Songs sind zugleich realitätsfern und tief empfunden. Ob es sich nun um das vor Liebeskummer vergehende „Cry Over Me“ oder das nach einer Psychose klingende „Land of the Pigs (The Butcher is King)“ handelt – Bat Out Of Hell III: The Monster Is Loose ist durchweg episch, bezaubernd und kulminierend. Es ist ein mehr als angemessener Abschluss für eine einzigartige Trilogie... Oder etwa nicht?
„Vor kurzem sprach mich jemand auf die Möglichkeit an, ein Bat IV-Album zu machen. Ich habe einfach nur gelacht.“, sagt Meat Loaf abschließend. „Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht sind wir fertig. Sobald ich mit der Arbeit an einer Bat-Platte beginne, bestimmt sie mein komplettes Leben. Sie treibt mich an, motiviert mich immer wieder. Und doch kann ich mir nur schwerlich vorstellen, noch einen draufzusetzen. Momentan bin ich einfach nur wahnsinnig froh über den dritten Teil.“
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1 Kommentare zu Meat Loaf Biographie
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TrusiaAccillaSamstag, 05. März 2011, 03:30 Uhr |
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