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Melissa Etheridge Biographie

Melissa Etheridge

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"'Lucky' habe ich aus dem gleichen Grund als Titel-Track des Albums gewählt", sagt Melissa Etheridge zum Opener ihres achten Albums, "aus dem ich auch das Album 'Lucky' genannt habe: Ich wollte sicherstellen, dass jeder merkt, dass dies ein fröhliches Album ist." Sie hätte es aber auch genauso "When You Find The One" nach dem letzten Song benennen können, einem wunderschönen Lobgesang auf eine neue Liebe. Oder irgendeinem anderen - denn von den 13 brandneuen Songs des Albums "Lucky" behandeln insgesamt neun dieses großartige Gefühl, hoffnungslos, ja wahnsinnig verliebt zu sein. Eine Grundstimmung, die dem Album eine Fröhlichkeit verleiht, die dem letzten Werk von Melissa Etheridge, dem 2001 erschienenen "Skin" (das auf das Ende einer 12-jährigen, sehr öffentlichen Beziehung fokussiert war) abging.

"Ich denke, der größte Unterschied ist der Unterschied in mir selbst", sagt Etheridge. "'Skin' kennzeichnete ein Ende, ich war fertig und am Boden. Doch in der Zwischenzeit habe ich die aufregendste Frau kennengelernt, die es gibt, bin wieder bei mir und habe mich wieder lieben gelernt. Ich habe meinen Platz im Leben neu gefunden und kann es wieder genießen. Als ich begonnen habe, das Material zu schreiben und aufzunehmen, spürte ich: 'Ich fühle mich gut, sexy - es mach einfach Spaß'." Tatsächlich ist der Unterschied zwischen "Lucky" und "Skin" ebenso offensichtlich wie erstaunlich, denn das neue Werk präsentiert eine Melissa Etheridge, die noch nie zuvor so viele fröhliche, glückliche Songs geschrieben hat. "Das war schon immer eine Frage, die mir viele Leute in Interviews gestellt haben: 'Meinst du, dass du auch Songs schreiben kannst, wenn du glücklich bist?' Ich habe dann selbst stets darüber gegrübelt, mir innerlich gedacht: 'Ich weiß es nicht'. Denn eigentlich hatten mich immer die Schattenseiten des Lebens inspiriert, sie waren die Grundlage für meinen Erfolg. Momentan", fährt sie fort, "kann ich Songs wie 'Like The Way I Do', 'Bring Me Some Water' oder 'I'm The Only One' aber einfach nicht schreiben."

Wo sich bisher Rocksongs tummelten, die von einer verlassenen, sitzengelassenen Künstlerin gesungen wurden, deren Liebe verschmäht wurde, hat Melissa mit "Lucky" ein Album geschrieben, das voll ist von lebensfrohen Hymnen, großartigen Balladen und den wohl knackigsten Rock-Songs, die sie je eingespielt hat. Tracks wie beispielsweise "Mercy" oder "Will You Still Love Me" beschreiben die Verletzlichkeit in jeder Art einer neuen Beziehung. Genau wie "Come On Out Tonight" oder "If You Want To", die sich aber in viel spielerischer Form mit diesen Erfahrungen beschäftigen. "This Moment" und "When You Find The One" zeichnen das emotionale Chaos nach, das den Beginn einer neuen Liebe kennzeichnet; und auf "Secret Agent" verspottet Melissa die Jungs, die vielleicht eine falsche Vorstellung von ihrer neuen Partnerin haben ("All the boys want to know if she's got something to hide/All the girls are relieved she's working for the other side"), und "Kiss Me" ist einfach ein heißer, sexy Tune. "Breathe", die erste Single-Auskopplung des Albums, ist ein typischer Etheridge-Rocker - markiert aber gleichzeitig eine Premiere, denn sie hat hiermit zum ersten Mal einen Song auf ihrem Album, den sie nicht selbst geschrieben hat. Doch der Text, der die Sehnsucht nach dem geliebten Menschen behandelt, während man "on the road" ist, passte bestens. Kein Problem also, diesen Song zu ihrem eigenen werden zu lassen.

"Ich habe ein bisschen Angst, weil es die erste Single ist", gesteht sie ein. "Stelle ich mich damit künstlerisch jetzt irgendwie bloß? Nein, ich glaube nicht. Ich kann es kaum abwarten, diesen Song live zu spielen, auch wenn ich mich dabei ein bisschen nackt, angreifbar und verletzlich fühle."

"Wenn jemand das neue Album hört", sagt Etheridge nachdenklich, "dann würde ich es toll finden, wenn die Leute erkennen: 'Dies ist ein neues Kapitel, es geht darum, verliebt zu sein; um die Erfahrungen, die damit einher gehen; ein Album, direkt aus dem Leben gegriffen'. Natürlich behandelt nicht jeder Song dieses Thema, ich habe auch andere Bereiche angeschnitten - etwa gesellschaftliche Beziehungen. Eben Dinge, die in mir vorgehen, die meine Erfahrungen und Gedanken wiedergeben. Trotzdem ist eines in jedem Moment spürbar: 'Ich fühle mich hervorragend'."

"Lucky" zeigt, und das ist über jeden Zweifel erhaben, Melissas momentanes, gutes Feeling. Ein Feeling, das aber nicht immer so präsent war - da es sich hier eben um Melissa Etheridge handelt, sollte eigentlich klar sein, dass auch ängstliche, düstere Momente und Zweifel mitschwangen. Und ganz sicher ist auf alle Fälle, dass die Aufnahme-Sessions zum Album keineswegs so fröhlich und gut abliefen, wie sie geplant waren. "Es war wirklich sehr mühselig, das Album fertigzustellen, aber dadurch habe ich auch wieder gelernt."

Ihr erster Gedanke, direkt im Anschluss an ihre überaus erfolgreiche Solo-Tournee (dokumentiert auf der letztjährigen, Platin ausgezeichneten "Live ... And Alone"-DVD) war nämlich, ein Live-Album mit einigen neuen, ebenfalls live eingespielten Songs zu veröffentlichen. Also rief sie ihre alten Freunde Kenny Aronoff und Mark Browne an, die für Drums und Bass zuständig sein sollten, holte den neuen Gitarristen James Harrah dazu und bastelte an einigen neuen Songs, die dann im April 2002 während eines Club-Gigs in Los Angeles aufgenommen wurden. Nachdem sich Melissa dann die Aufnahmen der Show nochmal angehört hatte, war sie unzufrieden, änderte ihre Meinung und verwarf die Idee eines Live-Albums. Sie schrieb in der Folgezeit noch ein paar weitere Songs und ging dann mit der Band im Sommer des Jahres erstmal auf Tour.

Im September 2002 startete sie dann mit dem Studio-Wizard David Cole (der bereits das Album "Skin" co-produziert hatte) und ihrer Band die Aufnahmen zu "Lucky". Zwischenzeitlich hatte sich Etheridge auch mit neuen Technologien angefreundet, und so entstanden Teile des Materials auch mit Hilfe der Computertechnik. Die fertigen Aufnahmen schickte sie dann zu Island Records, dem Label, mit dem sie seit 1988 zusammenarbeitet, doch deren Reaktion war reichlich ernüchternd. Was Melissa ins Grübeln brachte, darüber, wo sie künstlerisch steht und was die Leute denn von ihr erwarteten. "Ich dachte so für mich: 'Was wollen die denn? Wollen sie so eine Art Britney Spears-Album?' Irgendwie fühlte ich mich etwas verloren, unsicher. Ich saß stilistisch zwischen den Stühlen, war ein wenig verzweifelt - ich war nicht mehr die alte 'Live'-Melissa, die meine Fans wollen, aber auch kein so 'technischer' Künstler, der absolut Radio-kompatibel ist.."

In dieser Verzweiflung suchte sie nach jemandem, der ihr den richtigen Weg zeigen sollte - schließlich wandte sie sich an den Engineer Ross Hogarth (Jewel, Dion'>Celine Dion, The Black Crowes), holte sich neue Musiker, um das "live-im-Studio"-Feeling wieder zurück zu bekommen. Doch die Plattenfirma war vom Ergebnis wieder nicht restlos begeistert und schlug ihr vor, dass sie es doch vielleicht versuchen sollte, wieder mit ihrem alten Freund John Shanks Songs zu schreiben. "Ich fuhr also zu ihm hin, wir setzten uns zusammen, John spielte etwas Musik, ich schrieb einen Text und so entstand der Song 'This Moment'." Dieser Song gefiel dann auch endlich den Leuten bei Island. Und die hatten noch eine andere Idee: Sie schlugen Melissa vor, den Song einer Band aufzunehmen, die auch bei dem Label unter Vertrag ist. "Als ich das hörte, dachte ich nur: 'Oh, mein Gott! Wenn das jetzt irgendetwas völlig abgedrehtes ist, etwas, mit dem ich mich nicht identifizieren kann, dann mach ich das nicht. Bitte, Island, seht mich als das, was ich bin, und so, wie ich bin - und schickt mir etwas, das auch so klingt'."

"Sie schickten mir 'Breathe' und ich mochte den Tune. Ich änderte kleine Passagen des Textes, spielte ihn etwas schneller - und jetzt liebe ich den Song", erklärt sie. Auch Island war davon begeistert. Schließlich - im September 2003, nach einem langen Jahr - war das neue Album "Lucky" endlich im Kasten.

"Lucky" wird am 09. Februar 2004 erscheinen, und drei Tage später wird Melissa Etheridge eine "Super Club-Tour" durch die USA starten. Sie ist wieder ganz in ihrem Element, mit dem wohl lebendigsten und fröhlichsten Album ihrer 15-jährigen Karriere. Einer Karriere, die mehr Höhepunkte zu bieten hatte, als das "Kleinstadtmädchen" sich je zu erträumen wagte: Sie hat 25 Millionen Alben weltweit verkauft, konnte Dutzende Grammy-Nominierungen (und zwei Awards) einheimsen und hatte die Gelegenheit, mit einigen ihrer größten Helden und Vorbilder zusammen aufzutreten. Ihre Fans gehören zu den loyalsten und treuesten Fans im Rock'n'Roll-Biz, von denen einer gerade kürzlich bei einer Wohltätigkeits-Auktion fast ,000 geboten hat - einfach, um mit Melissa gemeinsam zu Mittag zu essen. "Jemanden zu finden, der bereit ist, so viel zu zahlen, nur um mit mir eine Stunde zu verbringen - ist...", sie pausiert und unterstreicht ihre Worte mit einem fast unbehaglichen Lächeln, "...ungewöhnlich!"

Trotz all der Auszeichnungen, die sie erhalten hat, trotz der Erfolge, deren Anzahl zu groß ist, um sie alle aufzuzählen, trotz mittlerweile fast 100 komponierter Songs - Melissa Etheridge will nur eines: "Ich will Rockmusik machen", erklärt sie mit Nachdruck. "Ich liebe es, wenn ich auftrete und die Leute im Publikum dazu mit den Köpfen wackeln und die Hände in die Höhe reißen. Ich will nichts anderes, als das so lange weitermachen, wie es nur möglich ist..."
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