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Paul Oakenfold Biographie

Paul Oakenfold

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Paul Oakenfold - Electronic Superstar! Das Guiness Buch der Rekorde führt ihn als "größter DJ der Welt", aus den Händen der englischen Queen nahm er 2003 den "Pioneer of Dance Music" Award entgegen, als diese in einer königlichen Zeremonie die "Pioneers of the Nation" ehrte. Im gleichen Jahr trat Paul Oakenfold auf der chinesischen Mauer auf und spielte gemeinsam mit Bono, Peter Gabriel und Beyonce Knowles beim von Nelson Mandela organisierten AIDS-Benefiz-Konzert in Südafrika auf, das von Nelson Mandela ins Leben gerufen wurde. In den vergangenen Jahren hat Oakenfold so ziemlich alles remixt, was im Rock- und Popbereich Rang und Namen hat, von Madonna über U2, Elvis Presley und Justin Timberlake bis hin zu Moby und Snoop Doggy Dog.

Seit vielen Jahren ist Paul Oakenfold einer der wichtigsten - wenn nicht gar der wichtigste - Protagonist im Bereich moderner Club-Kultur. Seine Musik ist weltweit im Radio und - als Begleitmusik in Werbespots für Welt-Marken wie z.B. Coca-Cola, Toyota, Motorola und Saab - auch im TV präsent. Selbst im Kino waren seine Kompositionen in den letzten Jahren allgegenwärtig. Tracks/Remixe von ihm waren u.a. in "Passwort: Swordfish" (für das Oakenfold den Soundtrack schrieb), "Matrix Reloaded", "Matrix Revolutions" und Michael Mans Thriller "Collateral" zu hören. Als er vor einigen Jahren im ausverkauften Hollywood Bowl in Los Angeles auftrat, wurde das von vielen Experten als endgültiger Beweis dafür interpretiert, dass Dance-Kultur endlich auch die Vereinigten Staaten erreicht und sich elektronische Clubmusik als gleichberechtigte Ausdrucksform neben anderen modernen Pop-Spielarten etabliert hätte.

In Juni erscheint nun "A Lively Mind", Paul Oakenfolds zweites Soloalbum, und sein erstes für die EMI. Ein Werk der Liebe und der Leidenschaft, an dem Oakenfold drei Jahre getüftelt hat. Ein Album mit 12 brandneuen Songs, allesamt geschrieben und produziert vom Meister höchstpersönlich. Es ist der lang erwartete Nachfolger von "Bunkka", Oakenfolds 2002er Debütalbum als Solokünstler, das in Großbritannien Goldstatus erreichte und sich weltweit über eine Million Mal verkaufte.

"In der Welt der Solokünstler bin ich immer noch ein Säugling", erklärt Oakenfold augenzwinkernd. "Ich bin gerade mal der Mutterbrust entwöhnt und beginne langsam zu laufen. Ich bin der festen Überzeugung, dass auch in meinem musikalischen Universum, das vor allem durch Instrumentalmusik geprägt ist, richtigen Songs die Zukunft gehört. Richtig tolle Songs zu schreiben braucht aber seine Zeit. Außerdem habe ich parallel zur Arbeit an diesem Album natürlich wieder diverse andere Dinge gemacht, etwa an Filmmusiken gearbeitet und diverse Remixe zusammengeschraubt, und die Inspirationen aus diesen Projekten flossen dann auch wieder in mein Soloalbum ein. Einige der Tracks der neuen Platte habe ich mehrmals komplett überarbeitet, bis ich letztlich mit dem Resultat zufrieden war. Hinzu kommt, dass ich weit mehr als nur die 12 Tracks aufgenommen habe, die jetzt auf der CD zu finden sind. Es ist also bei weitem nicht so, dass alles, was mir beim Komponieren der Platte einfiel, jetzt auch auf dieser zu hören ist."

Nun ist Paul Oakenfold, was er selbst unumwunden zugibt, kein Sänger. Auf "Bunkka" gelang es ihm, so großartige Vokalisten wie Parry Farrell, Ice Cube, Nelly Furtado für sein Projekt zu gewinnen. Und auch der Vater des Gonzo-Journalismus, der Schrifsteller Hunter S.Thompson (u.a. "Fear And Loathing In Las Vegas) war zu hören. Es waren, wie sich später herausstellen sollte, die letzten Worte, die er vor seinem Freitod aufnahm.

Auf "A Lively Mind" führt Oakenfold die auf "Bunkka" begründete Tradition nun fort und arbeitet erneut mit einer Reihe illustrer und ungewöhnlicher Sänger/innen. Bestes Beispiel dafür ist gleich der erste Track des Albums und gleichzeitig auch die erste Single "Faster Kill Pussycat" (VÖ 26.05.). Was die Wahl der Gastsängerin betrifft, sicher das ungewöhnlichste, wenn nicht aufmerksamkeitsstärkste Stück des neuen Albums. Besagter Song, der irgendwie nach einer jungen Madonna in Höchstform klingt, und den Oakenfold zusammen mit Kelly Dayton von den SNEAKER PIMPS geschrieben hat, war in seiner Urfassung eine Rocknummer. Er offenbart uns die erstaunlichen gesanglichen Fähigkeiten von... (Tusch!) Britanny Murphy! Ja, genau die Britanny Murphy. Die in "8 Mile" die Freundin von Eminem spielt. Die Femme Fatale aus "Sin City". Die Schauspielerin wurde Oakenfold von einem Freund empfohlen. Was den Titel betrifft, behauptet Oakenfold übrigens, zum damaligen Zeitpunkt noch nie etwas von Russ Meyers 1967er Softporn-Klassiker "Faster, Pussycat, Kill Kill" (deutscher Titel: "Die Satansweiber von Tittfield"!) gehört zu haben. "Ich suchte nach jemanden, der aus einem anderen Genre stammte, der ein anderes Gefühl transportierte, etwas Originelles", erklärt Oakenfold. "Ich wollte eine Sängerin. Allerdings eine, die bisher nicht als solche in Erscheinung getreten war. Jemanden, der aus einer ganz anderen Welt als der meinen kam. Die Filmindustrie schien mir der Ort zu sein, wo sich eine solche Person am ehesten finden ließ, zumal ich ja selbst verstärkt auf diesem Gebiet arbeitete. Noch viel wichtiger als das war allerdings, dass ich jemanden brauchte, der Singen konnte - und zwar richtig, richtig gut Singen konnte - und Britanny Murphy war dafür genau die Richtige."

Auch ein weiterer herausragender Track des Albums wurde durch die Welt des Films - oder zumindest deren Hollywood-Version - beeinflusst. Die Rede ist von "Sex ´N´ Money", auf welchem kein Geringerer als HipHop-Wunderkind Pharrell Williams zu hören ist, und in dem der gebürtige Londoner Oakenfold die Erfahrungen der vier Jahre verarbeitet, in denen er selbst in der Stadt der Engel wohnte. "Eigentlich geht der Song auf eine Idee zurück, die ich schon bei der Arbeit an meinem ersten Album entwickelt hatte", erklärt Oakenfold. "Letztlich habe ich den Track damals nicht verwendet, weil er mir zu HipHop-lastig schien". Der Song handelt davon, wie herz- und seelenlos die Partyszene in L.A. sein kann. Dieser Track beschreibt also in wenigen Worten, worum sich in Hollywood alles dreht - um Sex und Kohle. Wir haben den Originaltrack in seine Einzelteile zerlegt und dann für Pharrell noch einmal komplett neu geschrieben, und zwar so, dass er jetzt melodisch und hypnotisch klingt und gewissermaßen immer wieder wellenartig über dich hereinbricht."

Weitere vokalistische Unterstützung erhält Oakenfold auf "A Lively Mind" von zwei Signings seines eigenen, seit Jahren äußerst erfolgreiche Labels PERFECTO, nämlich von Spitfire (zu hören auf "No Compromise" und "Feed Your Mind") und Ashley, ihres Zeichens Sängerin der Rockband BAD APPLES (die ihre stimmlichen Telente auf "Vulnerable" präsentiert.) Dann gibt es da noch einen Gast, den man zweifelsohne als lebende Legende bezeichnen muss. Gemeint ist natürlich Grandmaster Flash, welcher in den frühen 80ern mit seinem Klassiker "The Messsage" gewissermaßen den HipHop erfunden hat, und dessen DJ-Skills auf "Set It Off" zu hören sind. "Flash und ich hatten schon lange darüber geredet, mal zusammen einen Track aufzunehmen. Er ist der Pate des HipHop. Mit ihm zu arbeiten war wirklich eine Ehre. Ich glaube nicht, dass es außer ihm noch einen DJ gibt, mit dem ich eine Platte machen würde. Ich fand halt die Idee spannend, DEN DJ auf meinem Album zu haben, der Plattenauflegen als Kunstform erfunden hat. Und auch die Idee, unsere beiden Welten aufeinanderprallen- und seinen und meinen Sound miteinander kollidierten zu lassen. Was auch der Grund dafür ist, dass dieser Track ein wenig elektronischer als die anderen Stücke des Albums klingt. Es ist halt eine perfekte Mischung seiner und meiner Musik."

Eine perfekte Mischung - eine Beschreibung, die so auch auf Oakenfolds neuestes Opus zutrifft. Wobei der Albumtitel "A Lively Mind" synonym für "eine aktive Person" steht, wie sein Schöpfer erklärt. Die Herstellung eines Gleichgewichtes war Oakenfold wichtig, hofft er doch, mit dem neuen Album ein noch größeres Publikum zu erreichen und auch den kleinen Teil seiner großen Fangemeinde, der eher verschreckt auf "Bunkka" reagiert hatte, wieder für sich zu gewinnen. "Ich glaube, dass ich mit meinem letzten Album der Zeit ein wenig voraus war", meint Oakenfold rückblickend. "Die Dance- oder Electronic-Szene hatte von mir wohl eine normale DJ-Scheibe erwartet, ich hingegen wollte eine etwas schrägere, progressivere Platte machen. Mir ist es aber bei der Auswahl auch sehr wichtig, ein gewisses Gleichgewicht zu halten, und genau das hatte ich auf "Bunkka" wohl ein wenig verloren. Deshalb klingt das neue Album nun deutlich flotter, mehr auf den Punkt und deutlich verträglicher für Elektronik-gewohnte Ohren als sein Vorgänger, und bleibt dabei trotzdem stilistisch vielfältig und emotional abwechslungsreich."

Tatsächlich gibt es auf dem Album, sowohl was die Songtitel auch textliche Passagen betrifft, einige direkte Querverweise auf die Welt elektronischer Tanzmusik. "Save The Last Trance For Me" ist natürlich ein Wortspiel, welches sich auf den Titel des alten DRIFTERS-Klassikers "Save The Last Dance For Me" bezieht. In "No Compromise" bekommen einige von Oakenfolds Kritikern ihr Fett weg, und das Instrumentalstück "Amsterdam" ist eine Art Verbeugung vor der Stadt mit einer der größten Dance-Szenen in Europa. Natürlich erscheint es beinahe absurd, dass jemand wie Paul Oakenfold das Gefühl verspürt, er müsse mit Blick auf die Welt elektronischer Tanzmusik "verträglicher" werden. Schließlich war er es, der diese Welt überhaupt erst geschaffen und sie - von den Anfangstagen des HipHop über die Entstehung der "Madchester-Szene" bis heute - unüberseh- und vor allem unüberhörbar geprägt hat.

Angefangen hat Oakenfolds DJ-Karriere Ende der 80er in London, wo er in diversen kleinen Clubs im West End auflegte. Sein ständig steigendes Ansehen in der Clubszene bescherte ihm einen Job als A&R-Manager des UK-Labels CHAMPION, sein erstes Signing für selbiges war damals ein gewisser Will Smith (der damals noch bei JAZZY JEFF & THE FRESH PRINCE rappte), das zweite waren SALT`N`PEPA. Keine schlechte Ausbeute für einen Neuling im Musikbusiness. Nach kurzen Anstellungen bei den US-Labels PROFILE RECORDS und DEF JAM (bei welchen er vor allem seine Fähigkeiten als Talentscout perfektionierte, was wiederum Grundlage dafür war, dass er 1991 sein eigens Label PERFECTO gründete) konzentrierte sich Oakenfold wieder verstärkt auf die Arbeit als DJ. In den späten 80ern und frühen 90ern war der bekennende Chelsea-Fan einer derjenigen, die die europäische Jugendkultur von Grund auf veränderten. Er war der Erste, der als Resident DJ seinen eigenen Clubabend auf Ibiza hatte und der Erste, der in London regelmäßig "Balearic"-Partys organisierte und bei diesen ein ausgesprochen gemischtes Publikum mit einer Mixtur aus Italo-Disco, Chicago House und Indie-Pop beschallte. Das führte letztlich wiederum dazu, dass Oakenfold legendäre Indie-Kapellen wie die STONE ROSES und die HAPPY MONDAYS remixte. Für letztere produzierte er gemeinsam mit seinem Produzenten-Partner Steve Osborne auch das grandiose "Pills ´N´ Thrills And Bellyaches", welches das erfolgreichste Album in der Karriere von Shaun Ryder & Co. wurde.

Oakenfolds Schlüsselrolle bei der Entwicklung der frühen 90er Manchester-Szene war es dann auch, welche ihm die Türen zur Rockwelt öffnete. In den folgenden Jahren remixte er gemeinsam mit Osborne Songs von Rock- und Dance-Größen wie NEW ORDER, THE CURE und MASSIVE ATTACK. 1991 arbeitete er erstmals mit U2, remixte die Songs "Even Better Than The Real Thing" und "Mysterious Ways" vom Album "Achtung Baby". Diese Remixe markierten den Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit mit der Band. So begleitete Oakenfold die irischen Superstars als DJ auf ihrer ZOO TV-Welttournee und remixte ihren Song "Beautiful Day" (der Remix war ein Nr.1-Hit für U2 sowohl in den U.S. - als auch U.K.-Dancecharts).

Oakenfolds Mix-CD "Another World" (Perfecto) verkaufte sich allein in den U.S.A. über 500.000 Mal und ist damit die bestverkaufte DJ-Compilation aller Zeiten. Und dennoch, seine Arbeit als DJ und/oder Remixer und das regelmäßige Zusammenstellen äußerst erfolgrecher Mix-CDs (sein 2004er Mix-Album "Creamfields" wurde sogar für einen Grammy nominiert) reichen Oakenfold offenbar nicht aus, um seine musikalische Kreativität auszudrücken.

Deshalb hat er jetzt "A Lively Mind" aufgenommen. Der nächste Streich, mit dem sich Oakenfold auf unbekanntes musikalisches Terrain vorwagt und neue Perspektiven erkundet. Überhaupt scheint 2006 für Oakenfold ein unglaubliches Jahr zu werden. Momentan arbeitet der Meister zeitgleich an den Soundtracks zu drei neuen Filmen, daneben stehen diverse Remix-Arbeiten an, u.a. für diverse Singles von Madonnas aktuellem Erfolgsalbum "Confessions On A Dancefloor", als auch für einen Track der Reggae-Legende BURNING SPEAR.

Summa summarum: auch 2006 wird für Oakenfold ein äußerst hektisches Jahr werden, in dem ein Termin den anderen jagt. Was Oakenfold allerdings nicht stört, schließlich hat er seinen Beruf eh nie als "Arbeit" empfunden: "Ich hätte nie geglaubt, dass eine Kiste voller Platten mich in die Lage versetzen würde, die Welt zu sehen, und ich genieße nach wie vor jede Minute!"
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