Pearl Jam Biographie
Pearl Jam
Die Geschichte eines der kreativsten, einflussreichsten und erfolgreichsten Rockacts der Gegenwart beginnt im Jahre 1990 mit einer Tragödie in Seattle, einem nur 1,83 m kleinen NBA-Point Guard aus Oklahoma und einem musikverrückten Surfer aus San Diego...
Kurz nach dem Heroin-Tod ihres Sängers Andy Wood und noch vor der Veröffentlichung ihrer bereits fertiggestellten Debüt-LP "Apple" trennen sich die in Seattle zu Lokalgrößen avancierten Mother Love Bone. Bassist Jeff Ament und Rhythmus-Gitarrist Stone Gossard, zuvor schon bei den Underground-Helden Green River tätig, beschließen im März 1990, weiterhin gemeinsame Sache zu machen. Die Beiden beginnen, neue Songs zu schreiben und jammen nebenher mit dem Lead-Gitarristen Mike McCready. Unterstützt von Soundgarden-Drummer Matt Cameron nehmen die Drei ein instrumentales Demo-Tape auf. Durch Zufall und aus den Händen des früheren Red-Hot-Chili-Peppers- und damals aktuellen Eleven-Schlagzeugers Jack Irons gelangt das Band in den Kassettenspieler eines gewissen Eddie Vedder. Der verbringt in San Diego die Tage mit Surfen und die Nächte mit dem Verfassen von Gedichten und Songtexten.
Der junge Wahl-Kalifornier (Vedder stammt eigentlich aus Evanston bei Chicago) ist von den Nummern spontan begeistert, er schreibt umgehend in einer Dauersession Lyrics zu den Stücken und singt diese zu den Instrumentals der ihm bis dato gänzlich unbekannten Komponisten. Am nächsten Tag steckt er sein Werk in ein Couvert und schickt es zurück an Stone Gossard. Der ist - ebenso wie seine Kollegen - von der kraftvoll charismatischen Stimme und den nachdenklich düsteren Worten restlos begeistert. Schnellstmöglich wird Ed in den Nordwesten des Landes eingeladen, um zu testen, ob die Chemie tatsächlich stimmt.
Die ersten Proben laufen in der Tat fantastisch; Vedder tritt der gerade entstehenden Combo sofort bei. Kurz darauf wird Dave Krusen als fester Schlagzeuger engagiert und ein weiteres Demo eingespielt. Die Fünf benennen sich nach ihrem gemeinsamen Lieblings-Basketballer Mookie Blaylock und bestreiten erste Shows in ihrer Heimatstadt. Schon bald erhält die Gruppe einen Majordeal bei Epic Records und geht im Vorprogramm von Alice In Chains auf eine landesweite Clubtour. Schließlich beginnt man mit den Aufnahmen für das Debütalbum. Im Studio fällt die Entscheidung, von nun an unter dem Namen Pearl Jam zu firmieren.
Noch vor der Veröffentlichung von "Ten" im September 1991 wird Dave Abruzzese zum neuen Trommler ernannt. Die Jungs promoten das Album mit Hilfe einer ausgedehnten US-Tour als Opener der Red Hot Chili Peppers und Smashing Pumpkins, im Februar und März 1992 spielen sie dann erstmals in Europa. Die Debütsingle "Alive" wird - nicht zuletzt wegen seines stimmungsvollen Live-Videos" - zum Welthit, und das Quintett performt eine "Unplugged"-Session für MTV.
Im Mai des selben Jahres erhalten die Musiker Platin für eine Million verkaufter Exemplare ihres Erstlings. Außerdem steuern Pearl Jam zwei Songs ("State Of Love And Trust", "Breath") zum Soundtrack für die im Juni im Kino anlaufende Grunge-Ballade "Singles" von Cameron Crowe bei und haben sogar einen Kurzauftritt im Film. Den Rest des Jahres verbringt die Band mit der Promotion ihrer weiteren Singles "Even Flow", "Jeremy" und "Oceans". Außerdem sind PJ eine der Hauptattraktionen der zweiten "Lollapalooza"-Tour, Gäste der Tribute-Show zum 30. Bühnenjubiläum von Bob Dylan im New Yorker Madison Square Garden und zum ersten Mal Teilnehmer des von Neil Young initiierten "Bridge School"-Benefizfestivals in der Nähe von San Francisco. Eine bis heute andauernde enge Freundschaft zwischen dem Rock´n´Roll-Urgestein und den Nachwuchsstars hat ihren Ursprung an diesem Abend im Dezember.
1993 steht im Zeichen des "Ten"-Nachfolgers "Vs.". Nach den Aufnahmen im Frühjahr bekommen die Künstler vier MTV Video Music Awards verliehen. Bei der Zeremonie wird der brandneue Song "Animal" sowie "Rockin´ In The Free World" mit "Special guest" Neil Young dargeboten. Als im Oktober dann das Zweitwerk erscheint, verkauft es in der ersten Woche die damals absolute Rekordsumme von über 950.000 Exemplaren. Eine Woche später ziert ein Portraitfoto von Eddie Vedder das "Time Magazine".
Anfang des Jahres 1994 erklären die Musiker, unter Führung von Ament und Gossard, dem nordamerikanischen Konzertkarten-Monopolisten Ticketmaster sowie der von ihm betriebenen Preistreiberei den Krieg. Die Beiden sagen im Juni sogar vor dem Kongress aus, müssen sich allerdings der Allmacht des Kapitals und seiner Lobbyisten geschlagen geben. Daraufhin wird Pearl Jams US-Tour gecancelt, da man sich weigert, die obligatorisch horrenden Eintrittspreise zu verlangen. Alle großen Hallen und Amphitheater haben Exklusivdeals mit Ticketmaster, und so gibt es keine Venues für PJ-Konzerte zu buchen. Abruzzese verlässt im Sommer das Line-up und wird durch Jack Irons ersetzt. Im Dezember veröffentlicht Epic Records die neue Studioscheibe "Vitalogy", und 877.000 innerhalb der ersten sieben Tage verkaufte Exemplare markieren den nach "Vs." zweitgrößten Absatz eines Albums, direkt nach Erscheinen, in der Geschichte der US-Tonträgerindustrie.
Eddie hält die Laudatio beim Einzug von Neil Young in die "Rock´n´Roll Hall of Fame" (Januar 1995), bevor im Juli die Young-CD "Mirror Ball" auf Reprise Records herauskommt. Das komplette Werk wurde vom Altmeister zusammen mit Pearl Jam komponiert und eingespielt. Eine gemeinsame, einmonatige Europatour findet direkt im Anschluss an den Release statt, und zum Jahresende erscheint "Merkinball" unter dem Pearl-Jam-Banner auf Epic. Die Maxi-CD enthält zwei weitere Tracks der Young-Kollaboration und erreicht Goldstatus.
Auch in den nächsten zwölf Monaten bleibt den Seattellites der Erfolg treu. Einen Grammy dürfen die Herren für die "Vitalogy"-Nummer "Spin The Black Circle "als "Best hard rock performance" einstreichen, und "Better Man" wird als einer der meistgespielten Songs des Jahres ausgezeichnet. Die Single "Who You Are" bereitet im Juli die Welt auf "No Code" vor, das vier Wochen später in den Läden steht und wenige Tage darauf die US-Albumcharts anführt.
Nach vereinzelten Shows - noch immer gibt es keine komplette US-Tournee durch die einschlägigen Arenen - widmen sich die Mitglieder Gastauftritten bei befreundeten Künstlern, Solo- bzw. Nebenprojekten und Sampler-Beiträgen, bevor es im Spätsommer erneut ins Studio geht. Das im Dezember 1997 veröffentlichte "Given To Fly? ist der Vorbote für den fünften Longplayer "Yield", der im Februar 1998 das Licht der Schallplattengeschäfte erblickt. Kurz nach dem VÖ muss Irons die Reihen aus gesundheitlichen Gründen verlassen und wird von Matt Cameron vertreten. Der ersten großen Nordamerika-Tournee seit Ewigkeiten folgt das Erscheinen des immens populären "Single Hand Theory"-Videos, eine Art "Making of" zur Entstehung der "Yield"-CD. Mit "Do The Evolution" veröffentlicht der Fünfer den ersten Videoclip seit "Jeremy", und "Live On Two Legs" stellt die Premiere einer Pearl-Jam-Live-CD dar.
Eigentlich nur als Single für Fanclub-Mitglieder zur Weihnacht 1998 gedacht, mutiert "Last Kiss", eine Coverversion des einzigen Erfolgs von J. Frank Wilson & The Cavaliers von 1964, dank Unmengen von Radio-Einsätzen zum größten Hit ihrer gesamten Historie und erreicht im Juni 1999 Platz zwei der US-Popcharts. Kurz zuvor werden den Mitgliedern "Diamond Awards" für mittlerweile über zehn Millionen (allein in den USA) verkaufter Exemplare des "Ten"-Albums verliehen. Tenclub.net, die neue offizielle Website des PJ-Fanclubs, geht mit einem vom Sänger auf seiner berühmten Schreibmaschine verfassten Begrüßungsbrief online, und das Quintett beginnt mit der Arbeit am "Yield"-Nachfolger.
Nach der Vorab-Single "Nothing As It Seems" erscheint das sechste Studiowerk "Binaural" weltweit im Mai 2000. Die Musiker starten die dazugehörige Tour mit einem sechswöchigen Europa-Trip, der mit dem Roskilde-Desaster ein jähes Ende findet, als neun Festivalbesucher von den Massen zu Tode getrampelt werden. Nach einem Monat der Besinnung entschließen sich Vedder und Co. die bereits gebuchten und zum allergrößten Teil längst ausverkauften US-Dates zu spielen. Sie starten diese mit einer sehr emotionalen Show in Virginia Beach.
Um Fans preisgünstige Soundboard-Aufnahmen und somit Alternativen zu überteuerten Schwarzpressungen zu bieten, kündigen Pearl Jam die Veröffentlichung von Mitschnitten aller Konzerte der Europa-Tournee (mit Ausnahme des abgebrochenen Auftritts in Dänemark) sowie sämtlicher US-Shows an. Am Ende dieser in drei Wellen bis ins folgende Jahr durchgeführten Kampagne stehen 72 neue Tonträger in den PJ-Fächern der Plattenläden, von denen es 13 in die "Billboard Charts" schaffen - ein sensationeller Rekord.
2001 hat einen weiteren Release zu bieten: "Touring Band 2000", die erste Live-DVD der Seattle-Helden. Der Silberling enthält 28 während der nordamerikanischen Konzerte gefilmte Songs sowie die Videoclips zu "Do The Evolution" und das selten gezeigte "Oceans". Nach einer Woche in den Geschäften stellt sich der Titel als am schnellsten verkaufende Musik-DVD aller Zeiten heraus. Im September ist Stone Gossard das erste Gruppenmitglied, das mit "Bayleaf" ein Soloalbum veröffentlicht, während Eddie Vedder und Mike McCready zusammen mit Neil Young am 9/11-Tribute "America: A Tribute To Heroes" teilnehmen.
Anstelle, wie zunächst geplant, eine Raritäten-Compilation zu veröffentlichen, beginnt man im Frühjahr 2002 mit den Aufnahmen zu "Riot Act". Für den Posten des Co-Produzenten verpflichten sie Adam Kasper, der zuvor mit u.a. den Foo Fighters, Queens Of The Stone Age und Matt Camerons Sideproject Wellwater Conspiracy gearbeitet hat. Erstmals gehört mit Eddies hawaiianischem Surfkumpel und Taj-Mahal-Keyboarder Boom ein Organist zum Line-up des Albums, während Dauer-Kollaborateur Brendan O?Brien für den Mix sorgt.
"Riot Act" zeigt die Truppe von ihrer kommerziellsten Seite seit fast einer Dekade und enthält potenzielle Hits wie das extrem melodiöse "Love Boat Captain", die nachdenkliche Ballade "Thumbing My Way" oder das von Matt Cameron und Eddie Vedder verfasste Groove-Monster "You Are". Dabei hat die Band jedoch ihre kämpferisch-aggressive Ader nicht vernachlässigt. Das beweisen der hart rockende Opener "Can?t Keep" und der bissige Polit-Kommentar "Bushleaguer". Das herrlich melancholische "I Am Mine" wird als erste Single ausgekoppelt und erhält umgehend massives Radio-Airplay, während sich eine umfangreiche Welttournee für das kommende Jahr in Vorbereitung befindet.
Kurz nach dem Heroin-Tod ihres Sängers Andy Wood und noch vor der Veröffentlichung ihrer bereits fertiggestellten Debüt-LP "Apple" trennen sich die in Seattle zu Lokalgrößen avancierten Mother Love Bone. Bassist Jeff Ament und Rhythmus-Gitarrist Stone Gossard, zuvor schon bei den Underground-Helden Green River tätig, beschließen im März 1990, weiterhin gemeinsame Sache zu machen. Die Beiden beginnen, neue Songs zu schreiben und jammen nebenher mit dem Lead-Gitarristen Mike McCready. Unterstützt von Soundgarden-Drummer Matt Cameron nehmen die Drei ein instrumentales Demo-Tape auf. Durch Zufall und aus den Händen des früheren Red-Hot-Chili-Peppers- und damals aktuellen Eleven-Schlagzeugers Jack Irons gelangt das Band in den Kassettenspieler eines gewissen Eddie Vedder. Der verbringt in San Diego die Tage mit Surfen und die Nächte mit dem Verfassen von Gedichten und Songtexten.
Der junge Wahl-Kalifornier (Vedder stammt eigentlich aus Evanston bei Chicago) ist von den Nummern spontan begeistert, er schreibt umgehend in einer Dauersession Lyrics zu den Stücken und singt diese zu den Instrumentals der ihm bis dato gänzlich unbekannten Komponisten. Am nächsten Tag steckt er sein Werk in ein Couvert und schickt es zurück an Stone Gossard. Der ist - ebenso wie seine Kollegen - von der kraftvoll charismatischen Stimme und den nachdenklich düsteren Worten restlos begeistert. Schnellstmöglich wird Ed in den Nordwesten des Landes eingeladen, um zu testen, ob die Chemie tatsächlich stimmt.
Die ersten Proben laufen in der Tat fantastisch; Vedder tritt der gerade entstehenden Combo sofort bei. Kurz darauf wird Dave Krusen als fester Schlagzeuger engagiert und ein weiteres Demo eingespielt. Die Fünf benennen sich nach ihrem gemeinsamen Lieblings-Basketballer Mookie Blaylock und bestreiten erste Shows in ihrer Heimatstadt. Schon bald erhält die Gruppe einen Majordeal bei Epic Records und geht im Vorprogramm von Alice In Chains auf eine landesweite Clubtour. Schließlich beginnt man mit den Aufnahmen für das Debütalbum. Im Studio fällt die Entscheidung, von nun an unter dem Namen Pearl Jam zu firmieren.
Noch vor der Veröffentlichung von "Ten" im September 1991 wird Dave Abruzzese zum neuen Trommler ernannt. Die Jungs promoten das Album mit Hilfe einer ausgedehnten US-Tour als Opener der Red Hot Chili Peppers und Smashing Pumpkins, im Februar und März 1992 spielen sie dann erstmals in Europa. Die Debütsingle "Alive" wird - nicht zuletzt wegen seines stimmungsvollen Live-Videos" - zum Welthit, und das Quintett performt eine "Unplugged"-Session für MTV.
Im Mai des selben Jahres erhalten die Musiker Platin für eine Million verkaufter Exemplare ihres Erstlings. Außerdem steuern Pearl Jam zwei Songs ("State Of Love And Trust", "Breath") zum Soundtrack für die im Juni im Kino anlaufende Grunge-Ballade "Singles" von Cameron Crowe bei und haben sogar einen Kurzauftritt im Film. Den Rest des Jahres verbringt die Band mit der Promotion ihrer weiteren Singles "Even Flow", "Jeremy" und "Oceans". Außerdem sind PJ eine der Hauptattraktionen der zweiten "Lollapalooza"-Tour, Gäste der Tribute-Show zum 30. Bühnenjubiläum von Bob Dylan im New Yorker Madison Square Garden und zum ersten Mal Teilnehmer des von Neil Young initiierten "Bridge School"-Benefizfestivals in der Nähe von San Francisco. Eine bis heute andauernde enge Freundschaft zwischen dem Rock´n´Roll-Urgestein und den Nachwuchsstars hat ihren Ursprung an diesem Abend im Dezember.
1993 steht im Zeichen des "Ten"-Nachfolgers "Vs.". Nach den Aufnahmen im Frühjahr bekommen die Künstler vier MTV Video Music Awards verliehen. Bei der Zeremonie wird der brandneue Song "Animal" sowie "Rockin´ In The Free World" mit "Special guest" Neil Young dargeboten. Als im Oktober dann das Zweitwerk erscheint, verkauft es in der ersten Woche die damals absolute Rekordsumme von über 950.000 Exemplaren. Eine Woche später ziert ein Portraitfoto von Eddie Vedder das "Time Magazine".
Anfang des Jahres 1994 erklären die Musiker, unter Führung von Ament und Gossard, dem nordamerikanischen Konzertkarten-Monopolisten Ticketmaster sowie der von ihm betriebenen Preistreiberei den Krieg. Die Beiden sagen im Juni sogar vor dem Kongress aus, müssen sich allerdings der Allmacht des Kapitals und seiner Lobbyisten geschlagen geben. Daraufhin wird Pearl Jams US-Tour gecancelt, da man sich weigert, die obligatorisch horrenden Eintrittspreise zu verlangen. Alle großen Hallen und Amphitheater haben Exklusivdeals mit Ticketmaster, und so gibt es keine Venues für PJ-Konzerte zu buchen. Abruzzese verlässt im Sommer das Line-up und wird durch Jack Irons ersetzt. Im Dezember veröffentlicht Epic Records die neue Studioscheibe "Vitalogy", und 877.000 innerhalb der ersten sieben Tage verkaufte Exemplare markieren den nach "Vs." zweitgrößten Absatz eines Albums, direkt nach Erscheinen, in der Geschichte der US-Tonträgerindustrie.
Eddie hält die Laudatio beim Einzug von Neil Young in die "Rock´n´Roll Hall of Fame" (Januar 1995), bevor im Juli die Young-CD "Mirror Ball" auf Reprise Records herauskommt. Das komplette Werk wurde vom Altmeister zusammen mit Pearl Jam komponiert und eingespielt. Eine gemeinsame, einmonatige Europatour findet direkt im Anschluss an den Release statt, und zum Jahresende erscheint "Merkinball" unter dem Pearl-Jam-Banner auf Epic. Die Maxi-CD enthält zwei weitere Tracks der Young-Kollaboration und erreicht Goldstatus.
Auch in den nächsten zwölf Monaten bleibt den Seattellites der Erfolg treu. Einen Grammy dürfen die Herren für die "Vitalogy"-Nummer "Spin The Black Circle "als "Best hard rock performance" einstreichen, und "Better Man" wird als einer der meistgespielten Songs des Jahres ausgezeichnet. Die Single "Who You Are" bereitet im Juli die Welt auf "No Code" vor, das vier Wochen später in den Läden steht und wenige Tage darauf die US-Albumcharts anführt.
Nach vereinzelten Shows - noch immer gibt es keine komplette US-Tournee durch die einschlägigen Arenen - widmen sich die Mitglieder Gastauftritten bei befreundeten Künstlern, Solo- bzw. Nebenprojekten und Sampler-Beiträgen, bevor es im Spätsommer erneut ins Studio geht. Das im Dezember 1997 veröffentlichte "Given To Fly? ist der Vorbote für den fünften Longplayer "Yield", der im Februar 1998 das Licht der Schallplattengeschäfte erblickt. Kurz nach dem VÖ muss Irons die Reihen aus gesundheitlichen Gründen verlassen und wird von Matt Cameron vertreten. Der ersten großen Nordamerika-Tournee seit Ewigkeiten folgt das Erscheinen des immens populären "Single Hand Theory"-Videos, eine Art "Making of" zur Entstehung der "Yield"-CD. Mit "Do The Evolution" veröffentlicht der Fünfer den ersten Videoclip seit "Jeremy", und "Live On Two Legs" stellt die Premiere einer Pearl-Jam-Live-CD dar.
Eigentlich nur als Single für Fanclub-Mitglieder zur Weihnacht 1998 gedacht, mutiert "Last Kiss", eine Coverversion des einzigen Erfolgs von J. Frank Wilson & The Cavaliers von 1964, dank Unmengen von Radio-Einsätzen zum größten Hit ihrer gesamten Historie und erreicht im Juni 1999 Platz zwei der US-Popcharts. Kurz zuvor werden den Mitgliedern "Diamond Awards" für mittlerweile über zehn Millionen (allein in den USA) verkaufter Exemplare des "Ten"-Albums verliehen. Tenclub.net, die neue offizielle Website des PJ-Fanclubs, geht mit einem vom Sänger auf seiner berühmten Schreibmaschine verfassten Begrüßungsbrief online, und das Quintett beginnt mit der Arbeit am "Yield"-Nachfolger.
Nach der Vorab-Single "Nothing As It Seems" erscheint das sechste Studiowerk "Binaural" weltweit im Mai 2000. Die Musiker starten die dazugehörige Tour mit einem sechswöchigen Europa-Trip, der mit dem Roskilde-Desaster ein jähes Ende findet, als neun Festivalbesucher von den Massen zu Tode getrampelt werden. Nach einem Monat der Besinnung entschließen sich Vedder und Co. die bereits gebuchten und zum allergrößten Teil längst ausverkauften US-Dates zu spielen. Sie starten diese mit einer sehr emotionalen Show in Virginia Beach.
Um Fans preisgünstige Soundboard-Aufnahmen und somit Alternativen zu überteuerten Schwarzpressungen zu bieten, kündigen Pearl Jam die Veröffentlichung von Mitschnitten aller Konzerte der Europa-Tournee (mit Ausnahme des abgebrochenen Auftritts in Dänemark) sowie sämtlicher US-Shows an. Am Ende dieser in drei Wellen bis ins folgende Jahr durchgeführten Kampagne stehen 72 neue Tonträger in den PJ-Fächern der Plattenläden, von denen es 13 in die "Billboard Charts" schaffen - ein sensationeller Rekord.
2001 hat einen weiteren Release zu bieten: "Touring Band 2000", die erste Live-DVD der Seattle-Helden. Der Silberling enthält 28 während der nordamerikanischen Konzerte gefilmte Songs sowie die Videoclips zu "Do The Evolution" und das selten gezeigte "Oceans". Nach einer Woche in den Geschäften stellt sich der Titel als am schnellsten verkaufende Musik-DVD aller Zeiten heraus. Im September ist Stone Gossard das erste Gruppenmitglied, das mit "Bayleaf" ein Soloalbum veröffentlicht, während Eddie Vedder und Mike McCready zusammen mit Neil Young am 9/11-Tribute "America: A Tribute To Heroes" teilnehmen.
Anstelle, wie zunächst geplant, eine Raritäten-Compilation zu veröffentlichen, beginnt man im Frühjahr 2002 mit den Aufnahmen zu "Riot Act". Für den Posten des Co-Produzenten verpflichten sie Adam Kasper, der zuvor mit u.a. den Foo Fighters, Queens Of The Stone Age und Matt Camerons Sideproject Wellwater Conspiracy gearbeitet hat. Erstmals gehört mit Eddies hawaiianischem Surfkumpel und Taj-Mahal-Keyboarder Boom ein Organist zum Line-up des Albums, während Dauer-Kollaborateur Brendan O?Brien für den Mix sorgt.
"Riot Act" zeigt die Truppe von ihrer kommerziellsten Seite seit fast einer Dekade und enthält potenzielle Hits wie das extrem melodiöse "Love Boat Captain", die nachdenkliche Ballade "Thumbing My Way" oder das von Matt Cameron und Eddie Vedder verfasste Groove-Monster "You Are". Dabei hat die Band jedoch ihre kämpferisch-aggressive Ader nicht vernachlässigt. Das beweisen der hart rockende Opener "Can?t Keep" und der bissige Polit-Kommentar "Bushleaguer". Das herrlich melancholische "I Am Mine" wird als erste Single ausgekoppelt und erhält umgehend massives Radio-Airplay, während sich eine umfangreiche Welttournee für das kommende Jahr in Vorbereitung befindet.
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