Qntal Biographie
Qntal
- Der Schwan - Ein Mythos im Wandel der Zeiten -
Der Schwan zählt fraglos zu jenen Wesen, die seit jeher eine große Faszination auf den Menschen ausüben. Das gleichnamige Sternbild, das am nördlichen Sommerhimmel erstrahlt, zählt zu den Erbstücken der antiken griechischen Astronomie. Das erotische Tête à Tête zwischen Leda und dem zum Schwan gewordenen Zeus wurde zur Vorlage einer Vielzahl bildlicher Darstellungen. Bei den Kelten stand der Schwan für Reinheit, Schönheit und Verwandlung, im christlichen Mittelalter avancierte er später zum Mariensymbol und durfte zudem einen im wahrsten Sinne des Wortes schwarzhumorigen Auftritt in der populärsten aller Liedersammlung des Mittelalters, den Carmina Burana absolvieren, wo in Cignus Ustus Cantat ein gebratener Vertreter der weißen Wasservögel sein Leid klagt.
Klage kennzeichnet auch das Madrigal Silver Swan des britischen Komponisten Orlando Gibbons (1583 - 1625), dem das jüngste Werk des grenzüberschreitenden Trios QNTAL seinen Titel verdankt. More geese than swans now live, more fools than wise, heißt es desillusioniert im Text des 1612 erstmals veröffentlichten Stücks. Das trifft machen wir uns nichts vor leider immer noch zu. Die schnatternde Schlichtheit der Gänse ist, metaphorisch betrachtet, weit verbreiteter als die mysteriöse Grazie des Schwans. Geschnatter erklingt nach häufiger, als der Gesang des schönen Tieres, dessen lateinischen Namen Cygnus der Heilige Isidor von Sevilla (560 -636 n. Chr.) auf das Wort canere, singen, zurückführte. In den nördlichen Ländern, so berichtete er, flögen die Schwäne zu den Harfenspielern und stimmten in deren Lieder mit ein. Ein bewegendes Bild für den Zauber der Musik, der heute nur allzu gern vernachlässigt wird.
Michael Popp, Syrah (bürgerlich: Sigrid Hausen) und Philipp Groth geben solchen magischen Momenten wieder Raum und erweisen sich so des edlen, für ihre aktuelle Veröffentlichung erwählten, künstlerischen Wappentiers auf QNTAL V Silver Swan als absolut würdig. Reinheit, Schönheit und Verwandlung diese Stichworte der überlieferten Symbolik treffen auf das gemeinsame Schaffen der drei Musiker uneingeschränkt zu. Die Reinheit des künstlerischen Anspruchs gebiert Werke von mal dunkler, mal lichter Schönheit, die die Gabe besitzen, den Hörer unmittelbar zu berühren, weil die Klarheit der zugrunde liegenden Gedanken auch komplexe Strukturen zu bündeln und zu vermitteln vermag.
- QNTAL Die Quelle einer neuen Alten Musik -
Vor allem aber ziehen sich Wandel und Verwandlung von Beginn an als roter Faden durch das Schaffen QNTALs. Damals, im Jahre 1991, gründeten Michael Popp und Syrah, die Band gemeinsam mit Ernst Horn. Multiinstrumentalist Popp war nach seinem Musikstudium am Mozarteum in Salzburg als freier Theatermusiker und komponist an staatlichen Bühnen wie dem Wiener Burgtheater oder den Münchner Kammerspielen, aber auch in der freien Theaterszene tätig gewesen und hatte an zahlreichen Inszenierungen, Performances und Tanztheateraufführungen mitgewirkt. Sängerin Sigrid Hausen hatte ebenfalls am Mozarteum Gesang und Blockflöte studiert und Meisterkurse bei René Jakobs und Montserrat Figueras von Hesperion XXI. belegt. Zudem hatten beide in Salzburg bei Nikolaus Harnoncourt, einer prägenden Gestalt in punkto Aufführungspraxis Alter Musik gelernt. Da auch Horn ein Musikhochschulstudium absolviert hatte, waren die Wurzeln im klassischen Bereich naturgemäß unverkennbar. Allerdings wandelten Ernst Horn und Michael Popp (als Live-Mitglied an Gitarre und mittelalterlichen Instrumenten) gleichzeitig bereits mit DEINE LAKAIEN auf gänzlich anderen musikalischen Pfaden und legten gemeinsam den Grundstein für den späteren Erfolg dieser Band.
Auch QNTAL konnten von Anfang an beachtliche Erfolge für sich verbuchen. Weiteten Michael Popp und Syrah im Kontext des Ensembles ESTAMPIE die Grenzen einer konservativer Interpretation mittelalterlicher Werke aus, indem sie zunehmend weltmusikalische Elemente einbanden, so stand QNTAL von Anfang an für die Begegnung von anspruchsvollem Pop und historischen Klängen frei von jeglichen stilistischen Grenzziehungen. Die Musik der Band ist nicht verkopft, aber intelligent, anspruchsvoll, aber keineswegs unzugänglich. Kein Wunder also, dass bereits das erste, schlicht QNTAL I betitelte Album einen waschechten Clubhit hervor brachte: Ad Mortem Festinamus die elektronische Metamorphose eines Tanzliedes aus dem Libre Vermell de Montserat.
- Die Weitung des Horizonts - Tristan, Isolde und Percy Shelley -
2001 verließ Ernst Horn die Band. Mit dem Einstieg des Berliner Produzenten, Keyboarders und Komponisten Philipp Groth bei QNTAL wurde die Innovationskraft des Trios schließlich noch einmal entscheidend gestärkt. QNTAL III lotete 2003 mit seinen ausgesuchten Klangtüfteleien neue Facetten im Kosmos der undogmatischen Vordenker aus im Rahmen eines hochemotionalen Konzeptalbums, dem eine der größten Liebesgeschichten zugrunde liegt: Tristan und Isolde, ein Stoff, der nun, Jahre später, auch von Hollywood entdeckt wurde. Die vielschichtige Veröffentlichung kletterte bis auf Platz 2 der Deutschen Alternative Jahrescharts 2003.
Nie wirken die modernen Elemente in der Musik QNTALs dabei wie bloße Vehikel, um überlieferte Texte und Melodien marktgerecht aufzubereiten, nie begnügt sich die Band damit, den Eskapismus in eine zur heilen Gegenwelt stilisierte Vergangenheit zu fördern. Stattdessen spürt sie jenen Stimmungen und Gefühlen nach, die wahrhaft zeitlos sind und trägt sie mittels Syrahs einzigartiger Stimme und vollkommen eigenständiger, Damals und Heute vereinender Klänge auf die Tanzflächen und in die Herzen des Publikums. Wie gut letzteres auch auf der Bühne funktioniert, davon zeugt die erste QNTAL-DVD Live, ein Mitschnitt des Konzertes, das am 11.06.2003 im Leipziger Schauspielhaus stattfand.
Dass die stilistische Offenheit der drei Musiker nicht bei der Verschmelzung von Mittelalter und Elektronik halt macht, zeigte sich endgültig auf dem 2005 veröffentlichten Silberling QNTAL IV Ozymandias. Der Text zum Titelstück stammt aus der Feder des englischen Romantikers Percy Bysshe Shelley (1792 - 1822), mit Flow findet sich eine Lautenkomposition aus der Renaissance auf dem Album, während der Abschluss von der Arie Remember Me aus Henry Purcells Barockoper Dido und Aeneas gebildet wird. So ist Ozymandias ein weiterer Beweis der Wandlungsfähigkeit, wie der Integrationskraft des kreativen Gespanns, denn der hier praktizierte Blick über den Tellerrand geht ohne Brüche oder Einbußen an Identität und Schlüssigkeit vonstatten. Der Einstieg auf Platz 71 der Media Control Charts und die Pole-Position für die Single-Auskopplung Cupido in den Deutschen Alternative Charts verdeutlichten nachdrücklich, wie gut es QNTAL verstehen, ein breit gefächertes Publikum anzusprechen, das von Album zu Album wächst.
- QNTAL 2006 Mit dem Silver Swan zu neuen Ufern -
Nun also Silver Swan. Mit gelben Birnen hänget/Und voll mit wilden Rosen/Das Land in den See/Ihr holden Schwäne/Und trunken von Küssen/Tunkt ihr das Haupt/Ins heilignüchterne Wasser. Ähnlich paradiesisch wie das Bild, das diese 1804 veröffentlichten Worte Friedrich Hölderlins vor dem inneren Auge hervorrufen sind die Klanglandschaften beschaffen, in die QNTAL uns mit ihrem fünften Studioalbum einladen. Es ist beileibe kein Zufall, dass das Coverartwork ausgerechnet von Brian Froud, dem Designer märchenhafter Fantasy-Klassiker wie Labyrinth oder Der Dunkle Kristall stammt und an ein magisch aufgeladenes Siegel erinnert, hinter dem sich ein träumerisches Paralleluniversum auftut. Die Welt, aus der Sängerin Syrah einst die Eingebung erhielt, die Band QNTAL zu nennen? Diesmal jedenfalls gönnen sie, Michael Popp und Philipp Groth ihren Hörern zwischen dem harmonisch fließenden Elbensong und dem verspielt tänzerischen Levis eine wohltuende Auszeit vom Alltag. Nicht im nachempfundenen Mittelalter, sondern in einem mystischen Niemandsland, das sich in seinen geradezu meditativen Momenten in die Nähe zu Künstlern wie DEAD CAN DANCE, ENYA oder LOREENA McKENNIT begibt, gleichzeitig aber in jedem Moment unverkennbar eine QNTAL-Schöpfung bleibt, die den Kreis der begeisterten Hörer ein weiteres mal vergrößern dürfte.
- Wandel als Konstante ein Blick in die Sterne -
Die Überraschung ist perfekt. Die nächste Verwandlung vollzogen. Spätestens jetzt wird auch der Letzte einsehen müssen, dass alle Versuche QNTAL in einer wie auch immer gearteten Szene dingfest zu machen zum Scheitern verurteilt sind. Historische Instrumente, orientalisch anmutende Percussion und fein abgestimmte elektronische Versatzstücke führen die Idee, eine neue Alte Musik zu erschaffen konsequent fort. Konsequent anders und doch mit der gleichen Gabe gesegnet, an jene ursprünglichen Gefühle und Fantasien zu rühren, die die Menschheit seit jeher umtreiben. Müßig, darüber nachzugrübeln, was künftig von QNTAL zu erwarten ist. Wie die nächste Klang-Metamorphose des Trios aussehen wird, steht in den Sternen. Und bis diese ihr Geheimnis preisgeben ist es ratsam, das Grübeln einzustellen, ruhig durchzuatmen und sich die Zeit zu nehmen, den betörend schönen Bahnen des silbernen Schwans zu folgen.
Der Schwan zählt fraglos zu jenen Wesen, die seit jeher eine große Faszination auf den Menschen ausüben. Das gleichnamige Sternbild, das am nördlichen Sommerhimmel erstrahlt, zählt zu den Erbstücken der antiken griechischen Astronomie. Das erotische Tête à Tête zwischen Leda und dem zum Schwan gewordenen Zeus wurde zur Vorlage einer Vielzahl bildlicher Darstellungen. Bei den Kelten stand der Schwan für Reinheit, Schönheit und Verwandlung, im christlichen Mittelalter avancierte er später zum Mariensymbol und durfte zudem einen im wahrsten Sinne des Wortes schwarzhumorigen Auftritt in der populärsten aller Liedersammlung des Mittelalters, den Carmina Burana absolvieren, wo in Cignus Ustus Cantat ein gebratener Vertreter der weißen Wasservögel sein Leid klagt.
Klage kennzeichnet auch das Madrigal Silver Swan des britischen Komponisten Orlando Gibbons (1583 - 1625), dem das jüngste Werk des grenzüberschreitenden Trios QNTAL seinen Titel verdankt. More geese than swans now live, more fools than wise, heißt es desillusioniert im Text des 1612 erstmals veröffentlichten Stücks. Das trifft machen wir uns nichts vor leider immer noch zu. Die schnatternde Schlichtheit der Gänse ist, metaphorisch betrachtet, weit verbreiteter als die mysteriöse Grazie des Schwans. Geschnatter erklingt nach häufiger, als der Gesang des schönen Tieres, dessen lateinischen Namen Cygnus der Heilige Isidor von Sevilla (560 -636 n. Chr.) auf das Wort canere, singen, zurückführte. In den nördlichen Ländern, so berichtete er, flögen die Schwäne zu den Harfenspielern und stimmten in deren Lieder mit ein. Ein bewegendes Bild für den Zauber der Musik, der heute nur allzu gern vernachlässigt wird.
Michael Popp, Syrah (bürgerlich: Sigrid Hausen) und Philipp Groth geben solchen magischen Momenten wieder Raum und erweisen sich so des edlen, für ihre aktuelle Veröffentlichung erwählten, künstlerischen Wappentiers auf QNTAL V Silver Swan als absolut würdig. Reinheit, Schönheit und Verwandlung diese Stichworte der überlieferten Symbolik treffen auf das gemeinsame Schaffen der drei Musiker uneingeschränkt zu. Die Reinheit des künstlerischen Anspruchs gebiert Werke von mal dunkler, mal lichter Schönheit, die die Gabe besitzen, den Hörer unmittelbar zu berühren, weil die Klarheit der zugrunde liegenden Gedanken auch komplexe Strukturen zu bündeln und zu vermitteln vermag.
- QNTAL Die Quelle einer neuen Alten Musik -
Vor allem aber ziehen sich Wandel und Verwandlung von Beginn an als roter Faden durch das Schaffen QNTALs. Damals, im Jahre 1991, gründeten Michael Popp und Syrah, die Band gemeinsam mit Ernst Horn. Multiinstrumentalist Popp war nach seinem Musikstudium am Mozarteum in Salzburg als freier Theatermusiker und komponist an staatlichen Bühnen wie dem Wiener Burgtheater oder den Münchner Kammerspielen, aber auch in der freien Theaterszene tätig gewesen und hatte an zahlreichen Inszenierungen, Performances und Tanztheateraufführungen mitgewirkt. Sängerin Sigrid Hausen hatte ebenfalls am Mozarteum Gesang und Blockflöte studiert und Meisterkurse bei René Jakobs und Montserrat Figueras von Hesperion XXI. belegt. Zudem hatten beide in Salzburg bei Nikolaus Harnoncourt, einer prägenden Gestalt in punkto Aufführungspraxis Alter Musik gelernt. Da auch Horn ein Musikhochschulstudium absolviert hatte, waren die Wurzeln im klassischen Bereich naturgemäß unverkennbar. Allerdings wandelten Ernst Horn und Michael Popp (als Live-Mitglied an Gitarre und mittelalterlichen Instrumenten) gleichzeitig bereits mit DEINE LAKAIEN auf gänzlich anderen musikalischen Pfaden und legten gemeinsam den Grundstein für den späteren Erfolg dieser Band.
Auch QNTAL konnten von Anfang an beachtliche Erfolge für sich verbuchen. Weiteten Michael Popp und Syrah im Kontext des Ensembles ESTAMPIE die Grenzen einer konservativer Interpretation mittelalterlicher Werke aus, indem sie zunehmend weltmusikalische Elemente einbanden, so stand QNTAL von Anfang an für die Begegnung von anspruchsvollem Pop und historischen Klängen frei von jeglichen stilistischen Grenzziehungen. Die Musik der Band ist nicht verkopft, aber intelligent, anspruchsvoll, aber keineswegs unzugänglich. Kein Wunder also, dass bereits das erste, schlicht QNTAL I betitelte Album einen waschechten Clubhit hervor brachte: Ad Mortem Festinamus die elektronische Metamorphose eines Tanzliedes aus dem Libre Vermell de Montserat.
- Die Weitung des Horizonts - Tristan, Isolde und Percy Shelley -
2001 verließ Ernst Horn die Band. Mit dem Einstieg des Berliner Produzenten, Keyboarders und Komponisten Philipp Groth bei QNTAL wurde die Innovationskraft des Trios schließlich noch einmal entscheidend gestärkt. QNTAL III lotete 2003 mit seinen ausgesuchten Klangtüfteleien neue Facetten im Kosmos der undogmatischen Vordenker aus im Rahmen eines hochemotionalen Konzeptalbums, dem eine der größten Liebesgeschichten zugrunde liegt: Tristan und Isolde, ein Stoff, der nun, Jahre später, auch von Hollywood entdeckt wurde. Die vielschichtige Veröffentlichung kletterte bis auf Platz 2 der Deutschen Alternative Jahrescharts 2003.
Nie wirken die modernen Elemente in der Musik QNTALs dabei wie bloße Vehikel, um überlieferte Texte und Melodien marktgerecht aufzubereiten, nie begnügt sich die Band damit, den Eskapismus in eine zur heilen Gegenwelt stilisierte Vergangenheit zu fördern. Stattdessen spürt sie jenen Stimmungen und Gefühlen nach, die wahrhaft zeitlos sind und trägt sie mittels Syrahs einzigartiger Stimme und vollkommen eigenständiger, Damals und Heute vereinender Klänge auf die Tanzflächen und in die Herzen des Publikums. Wie gut letzteres auch auf der Bühne funktioniert, davon zeugt die erste QNTAL-DVD Live, ein Mitschnitt des Konzertes, das am 11.06.2003 im Leipziger Schauspielhaus stattfand.
Dass die stilistische Offenheit der drei Musiker nicht bei der Verschmelzung von Mittelalter und Elektronik halt macht, zeigte sich endgültig auf dem 2005 veröffentlichten Silberling QNTAL IV Ozymandias. Der Text zum Titelstück stammt aus der Feder des englischen Romantikers Percy Bysshe Shelley (1792 - 1822), mit Flow findet sich eine Lautenkomposition aus der Renaissance auf dem Album, während der Abschluss von der Arie Remember Me aus Henry Purcells Barockoper Dido und Aeneas gebildet wird. So ist Ozymandias ein weiterer Beweis der Wandlungsfähigkeit, wie der Integrationskraft des kreativen Gespanns, denn der hier praktizierte Blick über den Tellerrand geht ohne Brüche oder Einbußen an Identität und Schlüssigkeit vonstatten. Der Einstieg auf Platz 71 der Media Control Charts und die Pole-Position für die Single-Auskopplung Cupido in den Deutschen Alternative Charts verdeutlichten nachdrücklich, wie gut es QNTAL verstehen, ein breit gefächertes Publikum anzusprechen, das von Album zu Album wächst.
- QNTAL 2006 Mit dem Silver Swan zu neuen Ufern -
Nun also Silver Swan. Mit gelben Birnen hänget/Und voll mit wilden Rosen/Das Land in den See/Ihr holden Schwäne/Und trunken von Küssen/Tunkt ihr das Haupt/Ins heilignüchterne Wasser. Ähnlich paradiesisch wie das Bild, das diese 1804 veröffentlichten Worte Friedrich Hölderlins vor dem inneren Auge hervorrufen sind die Klanglandschaften beschaffen, in die QNTAL uns mit ihrem fünften Studioalbum einladen. Es ist beileibe kein Zufall, dass das Coverartwork ausgerechnet von Brian Froud, dem Designer märchenhafter Fantasy-Klassiker wie Labyrinth oder Der Dunkle Kristall stammt und an ein magisch aufgeladenes Siegel erinnert, hinter dem sich ein träumerisches Paralleluniversum auftut. Die Welt, aus der Sängerin Syrah einst die Eingebung erhielt, die Band QNTAL zu nennen? Diesmal jedenfalls gönnen sie, Michael Popp und Philipp Groth ihren Hörern zwischen dem harmonisch fließenden Elbensong und dem verspielt tänzerischen Levis eine wohltuende Auszeit vom Alltag. Nicht im nachempfundenen Mittelalter, sondern in einem mystischen Niemandsland, das sich in seinen geradezu meditativen Momenten in die Nähe zu Künstlern wie DEAD CAN DANCE, ENYA oder LOREENA McKENNIT begibt, gleichzeitig aber in jedem Moment unverkennbar eine QNTAL-Schöpfung bleibt, die den Kreis der begeisterten Hörer ein weiteres mal vergrößern dürfte.
- Wandel als Konstante ein Blick in die Sterne -
Die Überraschung ist perfekt. Die nächste Verwandlung vollzogen. Spätestens jetzt wird auch der Letzte einsehen müssen, dass alle Versuche QNTAL in einer wie auch immer gearteten Szene dingfest zu machen zum Scheitern verurteilt sind. Historische Instrumente, orientalisch anmutende Percussion und fein abgestimmte elektronische Versatzstücke führen die Idee, eine neue Alte Musik zu erschaffen konsequent fort. Konsequent anders und doch mit der gleichen Gabe gesegnet, an jene ursprünglichen Gefühle und Fantasien zu rühren, die die Menschheit seit jeher umtreiben. Müßig, darüber nachzugrübeln, was künftig von QNTAL zu erwarten ist. Wie die nächste Klang-Metamorphose des Trios aussehen wird, steht in den Sternen. Und bis diese ihr Geheimnis preisgeben ist es ratsam, das Grübeln einzustellen, ruhig durchzuatmen und sich die Zeit zu nehmen, den betörend schönen Bahnen des silbernen Schwans zu folgen.
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