Rachelle Ferrell Biographie
Rachelle Ferrell
Es gibt Stimmen, bei deren Beschreibung versagt die eigene Stimme. Rachelle Ferrells Stimme zählt ohne Zweifel dazu. Dass sie mehr als sechs Oktaven mit ihren Stimmbändern zu bewältigen vermag, liest sich sicher eindrucksvoll, macht die Faszination ihrer Stimme aber leider dennoch keinen Deut sinnlicher erfahrbar. Nein, den Klangkörper Rachelle Ferrell muss man hören - am besten live, und sei's auch nur die digitale Aufzeichnung eines solchen Ereignisses. Deshalb erscheint jetzt mit "Live In Montreux" das CD-Dokument ihres Auftritts beim gleichnamigen Jazzfestival, mit dem der in Philadelphia geborenen und aufgewachsenen Ferrell im Jahr 1991 schlagartig der internationale Durchbruch gelang.
Die frühen neunziger Jahre im allgemeinen und das damalige Montreux Jazz Festival im besonderen markierten einen wichtigen Abschnitt in der Geschichte des seit Mitte der achtziger Jahre wiederbelebten Blue Note-Labels. Bruce Lundvall, Präsident der neuen alten Labellegende, nutzte das kaum weniger legendäre Jazzfestival, um sein neues Künstlerportfolio der kundigen Öffentlichkeit vorzustellen. Es fanden sich so hochkarätige Namen wie Dianne Reeves, Gonzalo Rubalcaba und Bobby McFerrin darunter. (Dass alle drei Künstler auch elf Jahre später im Blue Note-Katalog mit aktuellen Veröffentlichungen auftauchen, zeugt im übrigen von einer Labelpolitik mit weitem Zeithorizont.) Inmitten der Aufbruchstimmung leuchtete plötzlich auch der Stern von Rachelle Ferrell strahlend hell. Dennoch fiel ihre Discographie bislang erstaunlich dürftig aus. Mit "First Instrument" (1989, zuerst nur in Japan erschienen), "Rachelle Ferrell" (1992) sowie dem hochgelobten "Individuality (Can I Be Me)" (2000) hat die Künstlerin bislang erst drei Studioalben veröffentlicht, zwischen den Jahren 1992 und 2000 klafft eine große Lücke. "Die Wahrheit ist, ich kämpfte um meine kreative Autonomie", erklärt die selbstbewusste Künstlerin. "Es war eine Schlacht von epischem Ausmaß, und ich war eher gewillt, meine Plattenkarriere aufzugeben, als dass, was ich als richtig empfand. Letztendlich ging es um alles oder nichts. Glücklicherweise hatte ich die Unterstützung meiner Plattenfirma."
"Live In Montreux" ist der Mitschnitt eines berauschenden Konzertereignisses, voll mit der ganzen Stimmartistik und den überragenden Songwriterfähigkeiten von Rachelle Ferrell. Bei ihrem 1991er Auftritt wurde sie von ihrer gut aufeinander eingespielten Band aus Philadelphia begleitet, damals bestehend aus Eddie Green (Piano), Tyrone Brown (Bass), und Doug Nally (Schlagzeug). Als Gast in jener Nacht dabei war außerdem Ferrell-Förderer George Duke (Keyboards), der auch für die Produktion des Albums verantwortlich zeichnet. Im Konzert überzeugt Rachelle sowohl durch grandiose Klassiker-Aufbereitungen von "My Funny Valentine" oder Sam Cookes "You Send Me" als auch durch kunstfertige Eigenkompositionen, darunter "Don't Waste Your Time" und "I'm Special". Abgerundet wird die vorliegende CD durch die Tracks "With Every Breath I Take" und "Me Voila Seul" von Rachelles 1997er Montreux-Auftritt. Zum 97er Line Up gehörten Duke und Brian Simpson (beide Keyboards), Jonathan Butler (Gitarre), Larry Kimpel (Bass), John Roberts (Schlagzeug) sowie - auf dem letzten Track - die Mitglieder der WDR Big Band aus Köln.
Rachelle Ferrell begann schon im zarten Alter von sechs Jahren mit der professionellen Ausbildung ihrer Stimme. Fast gleichzeitig bekam sie erste Unterrichtsstunden an der klassischen Violine (wenig später auch am Piano) und früh war klar, dass sie sich als Instrumentalistin würde profilieren wollen. Als 13-jährige trat sie erstmals öffentlich als Violinistin auf, zwei Jahre später erhielt sie ihr erstes professionelles Engagement als Pianistin und Sängerin. Außerdem ist Ferrell Absolventin der renommierten Berklee School of Music in Boston, wo sie sich mit den Schwerpunkten Komposition und Arrangement beschäftigte. Zweifellos ist Rachelle Ferrell in den Bereichen Komposition, Text, Arrangement und Instrumentalspiel gleichermaßen überdurchschnittlich begabt - was nichts daran ändert, dass das Jazzpublikum die Künstlerin vor allem für ihre Stimme bewundert. "Live In Montreux" zeigt, warum.
Die frühen neunziger Jahre im allgemeinen und das damalige Montreux Jazz Festival im besonderen markierten einen wichtigen Abschnitt in der Geschichte des seit Mitte der achtziger Jahre wiederbelebten Blue Note-Labels. Bruce Lundvall, Präsident der neuen alten Labellegende, nutzte das kaum weniger legendäre Jazzfestival, um sein neues Künstlerportfolio der kundigen Öffentlichkeit vorzustellen. Es fanden sich so hochkarätige Namen wie Dianne Reeves, Gonzalo Rubalcaba und Bobby McFerrin darunter. (Dass alle drei Künstler auch elf Jahre später im Blue Note-Katalog mit aktuellen Veröffentlichungen auftauchen, zeugt im übrigen von einer Labelpolitik mit weitem Zeithorizont.) Inmitten der Aufbruchstimmung leuchtete plötzlich auch der Stern von Rachelle Ferrell strahlend hell. Dennoch fiel ihre Discographie bislang erstaunlich dürftig aus. Mit "First Instrument" (1989, zuerst nur in Japan erschienen), "Rachelle Ferrell" (1992) sowie dem hochgelobten "Individuality (Can I Be Me)" (2000) hat die Künstlerin bislang erst drei Studioalben veröffentlicht, zwischen den Jahren 1992 und 2000 klafft eine große Lücke. "Die Wahrheit ist, ich kämpfte um meine kreative Autonomie", erklärt die selbstbewusste Künstlerin. "Es war eine Schlacht von epischem Ausmaß, und ich war eher gewillt, meine Plattenkarriere aufzugeben, als dass, was ich als richtig empfand. Letztendlich ging es um alles oder nichts. Glücklicherweise hatte ich die Unterstützung meiner Plattenfirma."
"Live In Montreux" ist der Mitschnitt eines berauschenden Konzertereignisses, voll mit der ganzen Stimmartistik und den überragenden Songwriterfähigkeiten von Rachelle Ferrell. Bei ihrem 1991er Auftritt wurde sie von ihrer gut aufeinander eingespielten Band aus Philadelphia begleitet, damals bestehend aus Eddie Green (Piano), Tyrone Brown (Bass), und Doug Nally (Schlagzeug). Als Gast in jener Nacht dabei war außerdem Ferrell-Förderer George Duke (Keyboards), der auch für die Produktion des Albums verantwortlich zeichnet. Im Konzert überzeugt Rachelle sowohl durch grandiose Klassiker-Aufbereitungen von "My Funny Valentine" oder Sam Cookes "You Send Me" als auch durch kunstfertige Eigenkompositionen, darunter "Don't Waste Your Time" und "I'm Special". Abgerundet wird die vorliegende CD durch die Tracks "With Every Breath I Take" und "Me Voila Seul" von Rachelles 1997er Montreux-Auftritt. Zum 97er Line Up gehörten Duke und Brian Simpson (beide Keyboards), Jonathan Butler (Gitarre), Larry Kimpel (Bass), John Roberts (Schlagzeug) sowie - auf dem letzten Track - die Mitglieder der WDR Big Band aus Köln.
Rachelle Ferrell begann schon im zarten Alter von sechs Jahren mit der professionellen Ausbildung ihrer Stimme. Fast gleichzeitig bekam sie erste Unterrichtsstunden an der klassischen Violine (wenig später auch am Piano) und früh war klar, dass sie sich als Instrumentalistin würde profilieren wollen. Als 13-jährige trat sie erstmals öffentlich als Violinistin auf, zwei Jahre später erhielt sie ihr erstes professionelles Engagement als Pianistin und Sängerin. Außerdem ist Ferrell Absolventin der renommierten Berklee School of Music in Boston, wo sie sich mit den Schwerpunkten Komposition und Arrangement beschäftigte. Zweifellos ist Rachelle Ferrell in den Bereichen Komposition, Text, Arrangement und Instrumentalspiel gleichermaßen überdurchschnittlich begabt - was nichts daran ändert, dass das Jazzpublikum die Künstlerin vor allem für ihre Stimme bewundert. "Live In Montreux" zeigt, warum.
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