Roll Deep Biographie
Roll Deep
Auf der britischen Szene brodelt um Roll Deep seit längerer Zeit ein gewaltiger Hype, der längst auf die USA und den Rest der Welt übergegriffen hat, insbesondere seit Magazine wie Vibe, Spin und The New Yorker Interviews und Fotosessions mit der viel versprechenden Crew gedruckt haben (für den New Yorker stand übrigens der bekannte Musik-Fotograf Anton Corbijn hinter der Kamera).
Die 13 Mann starke Truppe (2 DJs, 3 Produzenten, 8 MCs, darunter Wiley), deren Mitglieder allesamt aus dem Osten Londons stammen, wollen die Musikszene gründlich aufrütteln. Hier treffen Eski Beats auf die seelenvollen Klänge von Kayne West, dazu kommen Dancehall, HipHop, Rock, R&B und sogar Salsa - ein außergewöhnlicher Fall von Musikalität vs. Grime.
"Uns bleibt schleierhaft, warum die Leute so überrascht reagieren", meint Weed-Koproduzent Target zu der unerwarteten Mischung aus souligen Vocals und Ernie Isley-mäßiger Gitarrenakrobatik, die die ersten Tracks des Albums auszeichnet. "Für uns passt das alles bestens zusammen. Obwohl wir ganz klar unter die Überschrift Grime fallen, sind wir mit den unterschiedlichsten Musikarten aufgewachsen. Da ist es doch wohl normal, dass diese Einflüsse auf unseren eigenen Platten durchscheinen."
Dabei sind es nicht nur die R&B-Einflüsse der alten Angela Winbush- und Evelyn Champagne King-Platten von Wileys Vater, die Roll Deeps Musik in eine andere Richtung steuern, sondern auch Elemente wie der rollende Donner im Akkordeon-Sound des Underground-Hits "When I'm 'Ere", der geradewegs einer Bhangra-Jam der späten Achtziger entsprungen scheint. Das unglaublich ansteckende "Shake A Leg" ("You know what'd be handy? A little glass of brandy / Dance with your grandma, I'll be dancing with your auntie") sorgt für einen exotischen Touch Salsa, und dann ist da noch die reformierte Playas-Hymne "The Good Girl" mit ihrer anspruchsvollen HipHop-Produktion, die mehr an Kanye West denn Stratford Rex denken lässt.
Haben Roll Deep eine bewusste Entscheidung getroffen, die Spielregeln zu verändern? "Wir hatten nie die erklärte Absicht, gegen den Strom zu schwimmen", verkündet Target, "sondern sind einfach ins Studio gegangen, haben einen Track nach dem anderen aufgenommen, und ehe wir uns versahen war das Album fertig. Niemand hat gesagt: ‚Das ist kein Grime'. Erst als wir uns die ganze Platte anhörten fiel uns auf, dass ein paar Popnummern dabei sind."
Besonders ins Auge sticht da das überschäumend muntere "Avenue". Auf dem Heimweg von einem PA außerhalb der Stadt hörten Roll Deep "Heartache Avenue", eine Nummer der Eighties-Eintagsfliegen The Maisonettes, im Radio (meilenweit entfernt von der Grime-Hochburg, dem legendären Londoner Piratensender Rinse FM, in den diverse Mitglieder der Crew seit seiner Gründung vor zehn Jahren involviert sind). Wiley fand den Song im Internet und pflückte die Melodie auseinander, die Roll Deep-MCs legten ihren Rap darüber, und innerhalb weniger Tage war ein monstermäßiger Sommerhit in der Konserve.
Als man bei Relentless Records diesen Song und andere Roll Deep-Produktionen hörte, war den Verantwortlichen des Labels, bei dem auch Joss Stone und die So Solid Crew eine Heimat gefunden haben, sofort klar, dass ihnen soeben die nächste Sensation direkt auf den Schreibtisch geflattert war. Dank einer extrem gelungenen Mischung aus Stones souliger Wärme und der unzensierten Raffinesse der sensationellen Süd-Londoner Garage-Mafia, der die Welt u.a. "21 Seconds" verdankt, bieten Roll Deep ihren geneigten Hörern das Beste aus beiden Welten.
Mit Flow Dan, Breeze, Riko, Trim, Brazen, Jet Le und Scratchy am Mikro, Carnage und Maximum an den Turntables und den Beats von Danny Weed, Target und Wiley (der hin und wieder auch mal einen Vocal einstreut) ist In At The Deep End ein Grime-Satellitenortungssystem, das vor neuen Richtungen nur so strotzt.
Roll Deep sind die idealen Kandidaten, um diese Musik nach vorn zu bringen, denn sie sind von Anfang an dabei gewesen - bei den Raves, beim Piratensender Rinse FM, beim Verkauf von Platten aus dem Kofferraum und in Spezialläden wie dem legendären Rhythm Division in der Roman Road. Bereits im Jahr 2000 begann das aktuelle Line-up konkrete Form anzunehmen, und eine frühe (prä-Dizzee-) Inkarnation lieferte mit "Terrible" einen der ersten von einem MC angeführten Grime-Tracks ab. Fünf Jahre später, nachdem sie "Ayia Napa unsicher gemacht hatten, bis die Räder vom Moped abfielen", sind sie nun bereit, aus dem Underground von Ost-London auszubrechen und es der ganzen Welt zu beweisen.
"Es gibt kein Handbuch, das uns vorschreibt, was wir tun können und was nicht", erklärt Gründer Flow Dan. "Das wäre in etwa so wie die Frage: ‚Was ist ein HipHop-Song?'. Als alles begann, gab es einen einzigen Stil; heute kann ein HipHop-Beat alles Mögliche sein. Und das gleiche passiert mit Grime. Dabei haben wir es hier nicht mit einer amerikanischen Erscheinung zu tun, sondern einer britischen, mit einem echten britischen Akzent, der für das steht, woher wir kommen."
"Ich habe ein Problem mit Leuten", fügt Target hinzu, "deren Songs klingen, als kämen sie aus den Staatenn - bis sich herausstellt, dass sie aus Hackney sind!" Diese Gefahr besteht bei Roll Deep eindeutig nicht. Auch wenn sie die Polizei als "Five-O" bezeichnen, damit drohen "eure Crew wie Käse einzuschmelzen" und die ersten Menschen in der Geschichte der urbanen Musik des Vereinigten Königreichs sind, die sich damit brüsten, einen Baseball-Schläger zu benutzen, um dem typisch britischen Sport des Schlagballs zu frönen - nie besteht der geringste Zweifel daran, woher sie stammen. Es ist dieses ausgeprägte Gefühl für die eigenen Ursprünge, das es ihnen erlaubt, den Grime auf Ebenen zu transportieren, die sich niemand hätte träumen lassen.
"Damit stehen wir durchaus nicht allein da", betont Target. "Die anderen Top-Produzenten experimentieren ebenfalls mit den unterschiedlichsten Sachen - gesampelten Tracks, verlangsamten Tempi - aber wir werden die ersten sein, die da draußen in der großen weiten Welt Gehör finden."
In At The Deep End setzt die Messlatte hoch an - für die Zukunft von Roll Deep ebenso wie für die Konkurrenz. "Wenn wir erst einmal richtiges Geld verdienen", grinst Target, "lassen wir uns ein ganzes Orchester kommen, wie Dr. Dre ... Wir sind so musikbegeistert, dass wir uns manchmal selbst fragen, ob mit uns wirklich alles in Ordnung ist."
Die 13 Mann starke Truppe (2 DJs, 3 Produzenten, 8 MCs, darunter Wiley), deren Mitglieder allesamt aus dem Osten Londons stammen, wollen die Musikszene gründlich aufrütteln. Hier treffen Eski Beats auf die seelenvollen Klänge von Kayne West, dazu kommen Dancehall, HipHop, Rock, R&B und sogar Salsa - ein außergewöhnlicher Fall von Musikalität vs. Grime.
"Uns bleibt schleierhaft, warum die Leute so überrascht reagieren", meint Weed-Koproduzent Target zu der unerwarteten Mischung aus souligen Vocals und Ernie Isley-mäßiger Gitarrenakrobatik, die die ersten Tracks des Albums auszeichnet. "Für uns passt das alles bestens zusammen. Obwohl wir ganz klar unter die Überschrift Grime fallen, sind wir mit den unterschiedlichsten Musikarten aufgewachsen. Da ist es doch wohl normal, dass diese Einflüsse auf unseren eigenen Platten durchscheinen."
Dabei sind es nicht nur die R&B-Einflüsse der alten Angela Winbush- und Evelyn Champagne King-Platten von Wileys Vater, die Roll Deeps Musik in eine andere Richtung steuern, sondern auch Elemente wie der rollende Donner im Akkordeon-Sound des Underground-Hits "When I'm 'Ere", der geradewegs einer Bhangra-Jam der späten Achtziger entsprungen scheint. Das unglaublich ansteckende "Shake A Leg" ("You know what'd be handy? A little glass of brandy / Dance with your grandma, I'll be dancing with your auntie") sorgt für einen exotischen Touch Salsa, und dann ist da noch die reformierte Playas-Hymne "The Good Girl" mit ihrer anspruchsvollen HipHop-Produktion, die mehr an Kanye West denn Stratford Rex denken lässt.
Haben Roll Deep eine bewusste Entscheidung getroffen, die Spielregeln zu verändern? "Wir hatten nie die erklärte Absicht, gegen den Strom zu schwimmen", verkündet Target, "sondern sind einfach ins Studio gegangen, haben einen Track nach dem anderen aufgenommen, und ehe wir uns versahen war das Album fertig. Niemand hat gesagt: ‚Das ist kein Grime'. Erst als wir uns die ganze Platte anhörten fiel uns auf, dass ein paar Popnummern dabei sind."
Besonders ins Auge sticht da das überschäumend muntere "Avenue". Auf dem Heimweg von einem PA außerhalb der Stadt hörten Roll Deep "Heartache Avenue", eine Nummer der Eighties-Eintagsfliegen The Maisonettes, im Radio (meilenweit entfernt von der Grime-Hochburg, dem legendären Londoner Piratensender Rinse FM, in den diverse Mitglieder der Crew seit seiner Gründung vor zehn Jahren involviert sind). Wiley fand den Song im Internet und pflückte die Melodie auseinander, die Roll Deep-MCs legten ihren Rap darüber, und innerhalb weniger Tage war ein monstermäßiger Sommerhit in der Konserve.
Als man bei Relentless Records diesen Song und andere Roll Deep-Produktionen hörte, war den Verantwortlichen des Labels, bei dem auch Joss Stone und die So Solid Crew eine Heimat gefunden haben, sofort klar, dass ihnen soeben die nächste Sensation direkt auf den Schreibtisch geflattert war. Dank einer extrem gelungenen Mischung aus Stones souliger Wärme und der unzensierten Raffinesse der sensationellen Süd-Londoner Garage-Mafia, der die Welt u.a. "21 Seconds" verdankt, bieten Roll Deep ihren geneigten Hörern das Beste aus beiden Welten.
Mit Flow Dan, Breeze, Riko, Trim, Brazen, Jet Le und Scratchy am Mikro, Carnage und Maximum an den Turntables und den Beats von Danny Weed, Target und Wiley (der hin und wieder auch mal einen Vocal einstreut) ist In At The Deep End ein Grime-Satellitenortungssystem, das vor neuen Richtungen nur so strotzt.
Roll Deep sind die idealen Kandidaten, um diese Musik nach vorn zu bringen, denn sie sind von Anfang an dabei gewesen - bei den Raves, beim Piratensender Rinse FM, beim Verkauf von Platten aus dem Kofferraum und in Spezialläden wie dem legendären Rhythm Division in der Roman Road. Bereits im Jahr 2000 begann das aktuelle Line-up konkrete Form anzunehmen, und eine frühe (prä-Dizzee-) Inkarnation lieferte mit "Terrible" einen der ersten von einem MC angeführten Grime-Tracks ab. Fünf Jahre später, nachdem sie "Ayia Napa unsicher gemacht hatten, bis die Räder vom Moped abfielen", sind sie nun bereit, aus dem Underground von Ost-London auszubrechen und es der ganzen Welt zu beweisen.
"Es gibt kein Handbuch, das uns vorschreibt, was wir tun können und was nicht", erklärt Gründer Flow Dan. "Das wäre in etwa so wie die Frage: ‚Was ist ein HipHop-Song?'. Als alles begann, gab es einen einzigen Stil; heute kann ein HipHop-Beat alles Mögliche sein. Und das gleiche passiert mit Grime. Dabei haben wir es hier nicht mit einer amerikanischen Erscheinung zu tun, sondern einer britischen, mit einem echten britischen Akzent, der für das steht, woher wir kommen."
"Ich habe ein Problem mit Leuten", fügt Target hinzu, "deren Songs klingen, als kämen sie aus den Staatenn - bis sich herausstellt, dass sie aus Hackney sind!" Diese Gefahr besteht bei Roll Deep eindeutig nicht. Auch wenn sie die Polizei als "Five-O" bezeichnen, damit drohen "eure Crew wie Käse einzuschmelzen" und die ersten Menschen in der Geschichte der urbanen Musik des Vereinigten Königreichs sind, die sich damit brüsten, einen Baseball-Schläger zu benutzen, um dem typisch britischen Sport des Schlagballs zu frönen - nie besteht der geringste Zweifel daran, woher sie stammen. Es ist dieses ausgeprägte Gefühl für die eigenen Ursprünge, das es ihnen erlaubt, den Grime auf Ebenen zu transportieren, die sich niemand hätte träumen lassen.
"Damit stehen wir durchaus nicht allein da", betont Target. "Die anderen Top-Produzenten experimentieren ebenfalls mit den unterschiedlichsten Sachen - gesampelten Tracks, verlangsamten Tempi - aber wir werden die ersten sein, die da draußen in der großen weiten Welt Gehör finden."
In At The Deep End setzt die Messlatte hoch an - für die Zukunft von Roll Deep ebenso wie für die Konkurrenz. "Wenn wir erst einmal richtiges Geld verdienen", grinst Target, "lassen wir uns ein ganzes Orchester kommen, wie Dr. Dre ... Wir sind so musikbegeistert, dass wir uns manchmal selbst fragen, ob mit uns wirklich alles in Ordnung ist."
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