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Takashi Biographie

Takashi

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Die Zukunft des Jazz liegt längst nicht mehr nur in seinem Geburtsland, den USA. Jüngstes Beispiel ist der japanische Pianist Takashi. Gerade siebzehn Jahre jung, ist er drauf und dran, das internationale Jazzpublikum mit der Vehemenz eines Tsunami auf sich aufmerksam zu machen. Schon das im Frühjahr 2003 von Toshiba EMI ausschließlich im Heimatland veröffentlichte Majordebüt "Takashi" markierte einen Achtungserfolg. Folgerichtig erscheint sein neues Album "Storm Zone" jetzt bei Blue Note. Das Album, das neun Originalkompositionen des Pianisten enthält, hat Takashi in klassischer Trio-Besetzung mit Daiki Yasukawa (Bass) und Junji Hirose (Schlagzeug) eingespielt.

Takashis Kompositionen verblüffen durch ihre erfrischende Inspiration und schiere Lebenskraft. Der spanisch angehauchte Opener "Southern Cross" etwa, den Takashi ursprünglich als Vorspiel zu Chick Coreas "Spain" anlegte, wurde von Takashi erst einen Tag vor der Aufnahme vollendet. Der zweite Track "Moko-Moko" ist ebenfalls mit südlichen Stimmungen eingefärbt. "Moko-Moko" ist ein lautmalerischer Ausdruck im Japanischen für den dumpfen Schlag eines Trommelschlägels. "In meinem Kopf existiert eine Moko-Moko-Welt, in der es Dschungel gibt, über denen das Licht des Südens scheint, wo Wale spielen und Taifune toben", erklärt Takashi. Das Stück ist eine Nummer im mittleren Tempo, das von Nachdenklichkeit durchzogen scheint. Angeregt wurde Takashi zu dieser Komposition, als sein Schlagzeuger während einer Probe im Blue-Note-Club in Fukuoka sein Instrument in "Moko-Moko"-Manier bearbeitete - der Song war in einer halben Stunde fertig.

Eine ganz andere Stimmung erzeugt hingegen "New Morning", das eine gewisse Nähe zu Michel Petrucciani nicht verleugnen kann. Der luftig-leichte Titel ist dem frühen Moment des Tages gewidmet, wenn die Seele noch frisch und unbelastet ist. Es folgt die heitere Ballade "The Do-Ton-Bori River", die den entspannten Lauf dieses Flusses einfängt. Und auch der "Jungle Song" trägt seinen Titel ganz zu recht - der Hörer kann die Affen buchstäblich brüllen hören. Das tiefmelancholische "The World In Sorrow" schrieb Takashi, als er im Fernsehen Bilder des Irakkriegs sah. Eine außerordentliche Dramatik entfesselt auch "Storm Zone": Takashi schrieb dieses durch und durch aggressive Stück, nachdem Japan im August 2003 von einem heftigen Taifun überrollt worden war. "The Doorway To Dreams" ist neben "The World In Sorrow" sicher die dunkelste und introspektivste Komposition auf diesem Album, das ohnehin höchst unterschiedliche Atmosphären nebeneinander stellt. Schließlich der "Blues For Whales": Ein außerordentlich munterer Blues, der zu seinem Namen kam, weil Takashi sich durch das aufsteigende Glissando von Bass und Piano an das Wasserausstoßen der Wale erinnert fühlte.

Takashis Vater führte seinen Sohn bereits in einem sehr frühen Alter an Jazz heran. Als er fünf Jahre alt war, brachte sich Takashi selbst das Orgelspiel bei. Fünf Jahre später gewann er einen Preis bei einem Musikwettbewerb, was schließlich zu einer ersten CD-Veröffentlichung ("Spain") führte. Wenig später, Takashi war elf, wurde Tadao Kitano, Kopf des angesehenen Arrow Jazz Orchestra (AJO) aus Kansai, zu seinem Mentor. Mit 15 Jahren startete Takashi Matsunaga, so sein vollständiger Name, seine Profi-Laufbahn mit einem großen Konzert in seiner Heimatstadt Ashgiya. Er interpretierte Gershwin-Stücke wie "Rhapsody In Blue" und wurde dabei vom AJO und dem angesehenen Jazzklarinettisten Eiji Litamura begleitet. Nur kurze Zeit später nahm Toshiba EMI das Talent unter Vertrag.

"Storm Zone" unterstreicht, dass Takashi die Technik, das Format und den Charakter eines aufstrebenden Jazzpianisten und Bandleaders hat. Und er besitzt die Gabe, markante und zugleich poetische Kompositionen schreiben zu können. Selten begann eine internationale Jazzkarriere so stürmisch.
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