Talib Kweli Biographie
Talib Kweli
Glaubt man einer alten Weisheit, kann ein Stift bisweilen eine mächtigere Waffe sein, als ein Schwert. Den Beweis für diese These liefert der in Brooklyn geborene Rapper Talib Kweli mit seinem zweiten Solo-Album: „The Beautiful Struggle“. Mit Texten, die zwischen seiner von dreckigen Füßen gezeichneten Kindheit und mit AIDS infizierten Kindern in Sierra Leone pendeln, schmeißt der Überflieger-MC mit diesem Album eine Atombombe auf alle schwächeren MCs und schafft es gleichzeitig, im schier inhaltslosen Bling-Imperium der HipHop-Welt eine Message zu hinterlassen.
„Die Worte `Beautiful Struggle´ kann man als eine Umschreibung verstehen. Sie stehen für so was wie `einen fairen Kampf,´“ erklärt Kweli. „Beschreibt man dann diesen Kampf, muss man gleichzeitig auch davon reden, was man mit ihm eigentlich erzielen möchte. Und das ist doch in gewisser Weise etwas schönes. Während der Kampf also hart sein kann, sind es letztlich deine Ziele – die Dinge, and die du während des Kampfes denkst - die ihn zu einer schönen Sache werden lassen.“
Um das zu illustrieren, startet Talib mit der Gospel-infizierten Single „I Try“ in seine zweite Solo-Runde. Der von Klaviermelodien durchzogene Track „featured“ nicht nur Mary J. Blige, sondern möchte auch allen Ganztagsarbeitern auf der Suche nach mehr Sinn im Leben helfen. Vom Überproduzenten Kayne West geschrieben, setzt das Stück zudem da an, wo Talib mit seinem 2002er Smash-Hit „Get By“ aufgehört hat.
Kweli hat schon einen längeren Weg hinter sich gebracht. Während ihn bereits seine beiden Crews Black Star (zusammen mit Mos Def) und Reflection Eternal (mit DJ Hi-Tek aus Cincinnati) in den Jahren 1998 und 2000 zu einem Untergrundsuperstar hatten werden lassen, ist der gefeierte MC inzwischen einer der gefragtesten Rapper überhaupt. Man erkennt seine Raps sofort: von Einsichten geprägt, perfekt ausformuliert und kraftvoll vorgetragen.
Als älterer zweier Söhne einer Professorenfamilie merkte Talib Kweli (dessen Name übrigens auf Arabisch etwas wie „Student der Wahrheit“ bedeutet) schon im Grundschulalter, dass er ein Talent darin hat, sich selbst zu präsentieren. Als Teenager talentiert im Verfassen von Gedichten, Kurzgeschichten und Theaterstücken, warf er schon bald seine Träume, ein Baseball-Profi zu werden, über den Haufen. Er hatte nämlich entdeckt, wie sehr seine Freunde sein Talent schätzten: „Ich war nie einer von den übercoolen Kids,“ erinnert sich Kweli. „HipHop war da der Ausweg: Es war ein Weg, weiterhin zu schreiben, und trotzdem etwas Cooles zu machen. Ich hatte dadurch endlich eine Stimme gefunden, mit der ich die Leute erreichen konnte. Ich fing also an, Texte für meine Freunde zu schreiben, und später machte ich es dann für mich selbst.“
Die Tage, an denen noch auf dem Schulhof gerappt wurde, waren dennoch schon bald vorbei, als Kweli auf Dante Smith (aka Mos Def) bzw. den Produzenten Tony „DJ Hi-Tek“ Cotrell auf einem 1994er Trip nach Cincinnati traf. Hi-Tek, der sofort von Kwelis Reimkünsten beeindruckt war, bat ihn auf dem „Doom“-Album seiner derzeitigen Crew Mood zu rappen. Noch im selben Jahr nahmen die beiden auch den Song „Fortified Live“ auf, der inzwischen ein Klassiker ist und auch auf der ersten Rawkus „Soundbombing“-Compilation vertreten war.
Schon im darauf folgenden Jahr nahm Kweli zusammen mit Mos Def den nächsten Meilenstein auf: „Mos Def and Talib Kweli Are Black Star“. Nachdem dieser Longplayer als eines der besten Alben des Jahres 1998 eingestuft worden war, ging’s für das Dreamteam mit den Aufnahmen zu „Hip-Hop for Respect“ weiter. Die Maxi (mit vier Stücken) hatte stolze 41 Gastauftritte, inklusive Kool G. Rap, De La Soul, Common und Dead Prez und wurde als Protestplatte veröffentlicht: ein Aufschrei gegen den Mord an Amadou Diallo, einem unbewaffneten afrikanischen Einwanderer, der im Jahr 1999 von 41 Kugeln der New Yorker Polizei getroffen worden war.
Nachdem sich Talib im Jahr 2000 noch einmal mit Hi-Tek für das erfrischend andere Reflection Eternal Album vereint hatte, kam im Jahr 2002 endlich das mit Spannung erwartete Debüt-Album „Quality“ auf den Markt. Die Qualitätsmaßstäbe, die er auf das Album anwendete, lagen so hoch, dass es gleich eine ganze Reihe von Feel-Good-Hits enthielt: „Get By“, „Waitin’ for the DJ“ und „Joy“. Kweli unterstrich somit noch einmal, dass er einfach einer der besten MCs ist.
„Ich veröffentlichte damals `Quality´ um den Leuten zu zeigen, dass ich auch ohne Mos oder Hi-Tek in der Lage bin, ein komplettes Album aufzunehmen,“ sagt Kweli. „Es war immer super mit ihnen zu arbeiten, sie sind beide unglaublich talentiert – aber ich musste meinen Fans einfach mal zeigen, was ich wirklich kann. Ich musste mehr von mir preisgeben.“
Und selbst wenn die Messlatte mit „Quality“ schon wahnsinnig hoch angesetzt war, kann „The Beautiful Struggle“ dem noch einen draufsetzen. Über dem von The Neptunes produzierten Beat von „Broken Glass“ zeigt Kweli gleich zu Beginn seine verbale Vielfalt: Er erzählt von einem jungen Mädchen, das ihr Glück in der Großstadt versucht, aber letztlich in Drogen und Prostitution versinkt.
Gleich darauf tut er sich mit dem R’n’B-Newcomer John Legend zusammen. Das Resultat dieser Zusammenarbeit heißt „Around My Way“ und ist ein düsterer Nachrichtenreport aus dem Ghetto, der über einen Beat-Teppich aus The Polices „Every Little Thing She Does Is Magic“ dahinschwebt. In einem seiner auffälligsten Werke rappt Kweli die folgende Zeile über den Chorus: „All the corners filled with sorrow/All the streets are filled with pain/Around my way.“
Auf dem von Geigen durchzogenen „Never Been in Love“ (das übrigens von Just-Blaze produziert wurde), legt der im Liebeskummer dahinsiechende Talib jegliche Pimp-Allüren ab und setzt sich für mehr Commitment ein. Außerdem hat Kweli natürlich auch seine Seelenverwandte RES an Bord: Auf „We Got the Beat“, einer Verneigung vor den Breakdance-Pionieren.
Da Talib auf „The Beautiful Struggle“ nicht nur mit einer Hand voll der angesagtesten Produzenten gearbeitet hat, sondern auch Common, Faith Evans und Anthony Hamilton zu seinen Vokal-Gästen zählt, ist er jetzt schon auf die Reaktionen gespannt, die diese Platte hervorrufen wird. Er selbst nennt sie „das Ehrlichste“ was er bis dato gemacht hat. „Ich habe auf diesem Album die Musik diktieren lassen. Sie hat mir vorgeschrieben, worüber ich rappe. Dabei bin ich stets meinen eigenen Erfahrungen treu geblieben. Ich wollte damit niemandem einen Gefallen tun – ich habe einfach nur für mich geschrieben, für mich Musik gemacht. Ich hoffe, dass diese Art von Ehrlichkeit das ist, was meine Fans hören wollen.“
„Die Worte `Beautiful Struggle´ kann man als eine Umschreibung verstehen. Sie stehen für so was wie `einen fairen Kampf,´“ erklärt Kweli. „Beschreibt man dann diesen Kampf, muss man gleichzeitig auch davon reden, was man mit ihm eigentlich erzielen möchte. Und das ist doch in gewisser Weise etwas schönes. Während der Kampf also hart sein kann, sind es letztlich deine Ziele – die Dinge, and die du während des Kampfes denkst - die ihn zu einer schönen Sache werden lassen.“
Um das zu illustrieren, startet Talib mit der Gospel-infizierten Single „I Try“ in seine zweite Solo-Runde. Der von Klaviermelodien durchzogene Track „featured“ nicht nur Mary J. Blige, sondern möchte auch allen Ganztagsarbeitern auf der Suche nach mehr Sinn im Leben helfen. Vom Überproduzenten Kayne West geschrieben, setzt das Stück zudem da an, wo Talib mit seinem 2002er Smash-Hit „Get By“ aufgehört hat.
Kweli hat schon einen längeren Weg hinter sich gebracht. Während ihn bereits seine beiden Crews Black Star (zusammen mit Mos Def) und Reflection Eternal (mit DJ Hi-Tek aus Cincinnati) in den Jahren 1998 und 2000 zu einem Untergrundsuperstar hatten werden lassen, ist der gefeierte MC inzwischen einer der gefragtesten Rapper überhaupt. Man erkennt seine Raps sofort: von Einsichten geprägt, perfekt ausformuliert und kraftvoll vorgetragen.
Als älterer zweier Söhne einer Professorenfamilie merkte Talib Kweli (dessen Name übrigens auf Arabisch etwas wie „Student der Wahrheit“ bedeutet) schon im Grundschulalter, dass er ein Talent darin hat, sich selbst zu präsentieren. Als Teenager talentiert im Verfassen von Gedichten, Kurzgeschichten und Theaterstücken, warf er schon bald seine Träume, ein Baseball-Profi zu werden, über den Haufen. Er hatte nämlich entdeckt, wie sehr seine Freunde sein Talent schätzten: „Ich war nie einer von den übercoolen Kids,“ erinnert sich Kweli. „HipHop war da der Ausweg: Es war ein Weg, weiterhin zu schreiben, und trotzdem etwas Cooles zu machen. Ich hatte dadurch endlich eine Stimme gefunden, mit der ich die Leute erreichen konnte. Ich fing also an, Texte für meine Freunde zu schreiben, und später machte ich es dann für mich selbst.“
Die Tage, an denen noch auf dem Schulhof gerappt wurde, waren dennoch schon bald vorbei, als Kweli auf Dante Smith (aka Mos Def) bzw. den Produzenten Tony „DJ Hi-Tek“ Cotrell auf einem 1994er Trip nach Cincinnati traf. Hi-Tek, der sofort von Kwelis Reimkünsten beeindruckt war, bat ihn auf dem „Doom“-Album seiner derzeitigen Crew Mood zu rappen. Noch im selben Jahr nahmen die beiden auch den Song „Fortified Live“ auf, der inzwischen ein Klassiker ist und auch auf der ersten Rawkus „Soundbombing“-Compilation vertreten war.
Schon im darauf folgenden Jahr nahm Kweli zusammen mit Mos Def den nächsten Meilenstein auf: „Mos Def and Talib Kweli Are Black Star“. Nachdem dieser Longplayer als eines der besten Alben des Jahres 1998 eingestuft worden war, ging’s für das Dreamteam mit den Aufnahmen zu „Hip-Hop for Respect“ weiter. Die Maxi (mit vier Stücken) hatte stolze 41 Gastauftritte, inklusive Kool G. Rap, De La Soul, Common und Dead Prez und wurde als Protestplatte veröffentlicht: ein Aufschrei gegen den Mord an Amadou Diallo, einem unbewaffneten afrikanischen Einwanderer, der im Jahr 1999 von 41 Kugeln der New Yorker Polizei getroffen worden war.
Nachdem sich Talib im Jahr 2000 noch einmal mit Hi-Tek für das erfrischend andere Reflection Eternal Album vereint hatte, kam im Jahr 2002 endlich das mit Spannung erwartete Debüt-Album „Quality“ auf den Markt. Die Qualitätsmaßstäbe, die er auf das Album anwendete, lagen so hoch, dass es gleich eine ganze Reihe von Feel-Good-Hits enthielt: „Get By“, „Waitin’ for the DJ“ und „Joy“. Kweli unterstrich somit noch einmal, dass er einfach einer der besten MCs ist.
„Ich veröffentlichte damals `Quality´ um den Leuten zu zeigen, dass ich auch ohne Mos oder Hi-Tek in der Lage bin, ein komplettes Album aufzunehmen,“ sagt Kweli. „Es war immer super mit ihnen zu arbeiten, sie sind beide unglaublich talentiert – aber ich musste meinen Fans einfach mal zeigen, was ich wirklich kann. Ich musste mehr von mir preisgeben.“
Und selbst wenn die Messlatte mit „Quality“ schon wahnsinnig hoch angesetzt war, kann „The Beautiful Struggle“ dem noch einen draufsetzen. Über dem von The Neptunes produzierten Beat von „Broken Glass“ zeigt Kweli gleich zu Beginn seine verbale Vielfalt: Er erzählt von einem jungen Mädchen, das ihr Glück in der Großstadt versucht, aber letztlich in Drogen und Prostitution versinkt.
Gleich darauf tut er sich mit dem R’n’B-Newcomer John Legend zusammen. Das Resultat dieser Zusammenarbeit heißt „Around My Way“ und ist ein düsterer Nachrichtenreport aus dem Ghetto, der über einen Beat-Teppich aus The Polices „Every Little Thing She Does Is Magic“ dahinschwebt. In einem seiner auffälligsten Werke rappt Kweli die folgende Zeile über den Chorus: „All the corners filled with sorrow/All the streets are filled with pain/Around my way.“
Auf dem von Geigen durchzogenen „Never Been in Love“ (das übrigens von Just-Blaze produziert wurde), legt der im Liebeskummer dahinsiechende Talib jegliche Pimp-Allüren ab und setzt sich für mehr Commitment ein. Außerdem hat Kweli natürlich auch seine Seelenverwandte RES an Bord: Auf „We Got the Beat“, einer Verneigung vor den Breakdance-Pionieren.
Da Talib auf „The Beautiful Struggle“ nicht nur mit einer Hand voll der angesagtesten Produzenten gearbeitet hat, sondern auch Common, Faith Evans und Anthony Hamilton zu seinen Vokal-Gästen zählt, ist er jetzt schon auf die Reaktionen gespannt, die diese Platte hervorrufen wird. Er selbst nennt sie „das Ehrlichste“ was er bis dato gemacht hat. „Ich habe auf diesem Album die Musik diktieren lassen. Sie hat mir vorgeschrieben, worüber ich rappe. Dabei bin ich stets meinen eigenen Erfahrungen treu geblieben. Ich wollte damit niemandem einen Gefallen tun – ich habe einfach nur für mich geschrieben, für mich Musik gemacht. Ich hoffe, dass diese Art von Ehrlichkeit das ist, was meine Fans hören wollen.“
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