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Tania Maria Biographie

Tania Maria

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Die Beziehung von Tania Maria zur Musik gleicht einer ebenso langen wie emotionsgeladenen Liebesaffäre. Schon als Siebenjährige lernte sie das Klavierspiel, als gerade Dreizehnjährige konnte sie als Frontfrau einer Schulband ihren ersten Preis in Empfang nehmen. Sie studierte zunächst Jura und dann - mit Abschluss - Romanistik, um schließlich doch wieder ihre Liaison mit der Musik aufzunehmen. Mittlerweile blickt die am 9. Mai 1948 in Sao Luis im nordwestlichen Brasilien geborene Künstlerin auf eine 36jährige Karriere im Musikgeschäft zurück. Mit ihrem neuen Album setzt sie einen neuen Meilenstein in ihrer jetzt 26 Titel umfassenden Diskografie: "Intimidade" beleuchtet Tania Marias ungebrochene Leidenschaft für den Jazz und die vielfältige Klanglandschaft Brasiliens.

Die Stimme der unter dem bürgerlichen Namen Tana Marie Correia Reis Leite geborenen Sängerin, Pianistin, Komponistin und Bandleaderin ist seit jeher unvergleichlich. Ihr kraftvoller, mitunter leicht rauchiger Sopran kombiniert weitreichende Flexibilität mit makelloser Virtuosität. Ganz gleich ob in portugiesischer oder englischer Sprache, in makelloser Intonation bildet sie über einen weiten Umfang Unisono-, Parallel- und Gegenlinien zu ihrem Pianospiel. Das Klavier spielt sie meist betont perkussiv, doch kann sie dabei auch blitzschnell in impressionistisch gesetzte Klangfarben übergehen.

Obwohl in eine mittellose Familie hineingeboren, genoss Tania Maria eine musikalische Erziehung. Ihr Vater, ein Stahlarbeiter, war in seiner Freizeit Sänger und Gitarrist und schärfte das Interesse seiner Tochter für die Musik; er ermöglichte ihr auch die Ausbildung am Klavier. Nachdem sie für Auftritte regelmäßig zwischen Rio und Sao Paulo gependelt war, spielte Tania Maria 1969 als Zwanzigjährige mit "Apresentamos Tania Maria" (Warner Brasilien) ihr Debütalbum ein. 1975 trat sie beim Newport Festival auf, und 1980 brachte ein Auftritt in Washington, D.C. auch international den Durchbruch. Fortan avancierte sie zum Stammgast auf den führenden internationalen Jazzfestivals, darunter Montreux, New Orleans, Tokio und Nizza.

Tania Maria lebte in den späten siebziger und den achtziger Jahren jeweils für längere Zeit in Paris und New York. Bis heute sind die Einflüsse dieser Metropolen in der Persönlichkeit der polyglotten Künstlerin haften geblieben. Ihre Aufnahmen erklommen in dieser Zeit neue kreative Höhepunkte: Alben wie "Piquant" (1980), "Taurus" (1981), "Come With Me" (1982), "Love Explosion" (1983), "Made In New York" (1985), "The Lady From Brasil" (1986) "Forbidden Colors" (1988), "Outrageous" (1993) oder "Viva Brasil" (2000) wurden von der Kritik regelmäßig gefeiert und gefielen zudem durch beachtliche Verkaufszahlen. Im kollektiven Gedächtnis blieb außerdem Tania Marias furioser Einsatz auf Michel Petruccianis auch sonst bemerkenswertem Blue-Note-Album "Music" (1989).

Die aktuelle Veröffentlichung "Intimidade" dokumentiert nun wieder die ganze Kraft, Professionalität und Vielseitigkeit von Tania Maria. Sie ist vom Beginn ihrer Karriere dem Swing und dem Jazz verfallen, ohne dabei die traditionellen brasilianischen Rhythmen Choro und Samba verleugnen zu können, und genau das macht auch den überwältigenden Esprit von "Intimidade" aus. Der Titel des neuen Albums ist übrigens keineswegs anzüglich gemeint. "Es geht nicht um Sexuelles - es geht um Sinnlichkeit!", sagt die Künstlerin. "Alle Künstler haben eine sehr intime Beziehung zu ihrem Instrument. Für Musiker bedeutet Intimität den Moment der Komposition, wenn du dich selbst infrage stellst, mit Verwunderung erfüllt und manchmal frustriert bist, weil du einfach nicht den richtigen Weg findest. Intimität bedeutet zugleich, sich anderen öffnen und die eigene Begeisterung vermitteln zu können. So ist diese Isolation paradoxerweise mit einem Moment des Teilens und der Offenheit verknüpft. Und schließlich ist Intimität synonym mit der Liebe. (...) Was mich angeht, habe ich diesen Titel für das Album gewählt, weil alle Songs meine Heimat Brasilien beschwören - mal zwischen den Zeilen, mal ganz direkt."

In der Tat begeistert "Intimidade" mit ganz verschieden schillernden Reminiszenzen an Brasilien. Da gibt es zum Beispiel mit "Chorinho Brasileiro" einen traditionellen Choro und mit "Evocação" einen vor 55 Jahren von Nelson Ferreira geschriebenen Frevo aus dem Nordosten Brasiliens. Zudem gelingt es Tania Maria, sowohl "Besame Mucho" als auch "Agua De Beber", von denen jeweils hunderte Interpretationen existieren, noch einmal ganz neu zu entdecken. Nicht zu vergessen der letzte Titel "Batebola", ein Samba, der die einzigartige Atmosphäre der brasilianischen Samba-Schulen wie in einem Brennglas einfängt. So verströmt "Intimidade" nicht nur Intimität, sondern auch Eleganz, exotische Würze und den unwiderstehlichen Charme einer kosmopolitischen Brasilianerin - Viva Tania Maria!
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